Frage von horsecatsweety, 131

Warum gibt es Kriege wegen Glauben/Religionen?

Ich dachte ja immer, Religionen sollen vereinen. Aber irgendwie kann doch niemand genau sagen, welcher Glaube/welche Religion die richtige ist, oder? Ich meine... klar, viele sagen, ich bin Christ und ich glaube das richtige und andere: Ich bin Jude und glaube das richtige. Aber bisher hat doch noch niemand richtig beweisen können, dass es stimmt, was sie glauben, oder? Warum also meinen so viele, für ihren Glauben Krieg führen zu müssen? Vielleicht stimmen ja auch alle Religionen? Im Prinzip zeigt das doch erst ein Leben nach dem Tod, oder? Oder eben das nicht Leben nach dem Tod. Aber bisher hat noch kein Toter gesagt, was geschehen ist. Unter Religion verstehe ich zum Beispiel die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Und ich finde, dass man sich wegen ihnen nicht bekriegen sollte. Im Gegenteil, eigentlich soll der Glaube ja zum Frieden anstiften. Aber irgendwie gibt es eben dennoch Kriege. Kann es also erst Frieden geben, wenn die ganze Welt den gleichen Glauben hat?

Ich weiß, diese Frage ist nicht leicht zu bantworten, wenn sie überhaupt zu beantworten ist, aber ich will versuchen, die Menschen, die Kriege beginnen, wenigstens ein bisschen verstehen zu können, bzw. verstehen zu können, warum sie Kriege anfangen.

Antwort
von JTKirk2000, 77

Warum gibt es Kriege wegen Glauben/Religionen?

Weil Religionen gern zum Vorwand für Kriege genommen werden. Immerhin finden sich für Glaubensfragen oft Anhänger, im Gegensatz dazu, einen Krieg zu beginnen, weil man Land, Rohstoffe oder Arbeitskraft von jemanden will, was einem nicht zusteht. Geht es aber um Religion, so geht es um Grundeigenschaften auch persönlichen Glaubens, also an ein höheres Gesamtbild und einen vermeintlichen moralischen Zweck, der sogar über dem eigenen Leben steht. Würde es keine Religionen mehr geben, gäbe es aber immer noch andere Möglichkeiten, diese zum Vorwand für Kriege zu nehmen, selbst wenn es sich um inszenierte Vorwände handelt. Dass dies durchaus möglich und sogar geschehen ist, zeigt insbesondere, was in Mitteleuropa vor weniger als 80 Jahren geschehen ist.

Aber irgendwie kann doch niemand genau sagen, welcher Glaube/welche Religion die richtige ist, oder?

Es gibt nicht die eine/einzige wahre Religion. Jeder empfindet die Religion als richtig, die seinem persönlichen Glauben möglichst gut entspricht und die er kennt. Da aber jeder einen persönlichen Glauben hat - sei dieser Glaube nun religiös oder nicht ist dabei belanglos - gehört man entweder einer bestimmten Religion an, oder eben nicht und wenn man einer jeweiligen Religion angehört, ist auch dahingehend die Auswahl eben wegen der vielen verschiedenen Sichtweisen ebenfalls entsprechend umfangreich.

Was schlussendlich wirklich wahr ist, wird man im irdischen Dasein vermutlich nie erkennen. Wenn es kein Leben nach dem Tod gibt, wird man es sogar nie genau wissen. 

Warum also meinen so viele, für ihren Glauben Krieg führen zu müssen?

Weil sie sich von Leuten beeinflussen lassen, welche deren Glauben, also deren Religion ausnutzen, um die Leute zu einem Krieg zu treiben, oder weil sich die Leute bedroht fühlen, und meinen in einer Religion oder im Glauben eine Rechtfertigung dafür zu finden, einen Krieg zu führen.

Vielleicht stimmen ja auch alle Religionen?

Wie sollten denn alle stimmen? Wenn es zumindest in den meisten Religionen heißt, dass nur ihre Anhänger in den Himmel, ein Paradies oder etwas ähnliches gelangen, der Rest aber ewige Qualen, wie beispielsweise in der Hölle erfährt, dann können sie nicht alle stimmen. Vielleicht stimmen einzelne Punkte verschiedener Religionen, aber diese Warnung in Bezug auf das Paradies oder die Hölle (egal welche Begriffe man nun von Religion zu Religion dafür auch verwenden mag), wäre, wenn alle Religionen stimmen würden, vollkommen falsch. 

Kann es also erst Frieden geben, wenn die ganze Welt den gleichen Glauben hat?

Käme das nicht einer Diktatur gleich? Ich glaube nicht, dass man die Entscheidungsfreiheit, auch wenn es "nur" um Religion geht, derart beschneiden darf. In politischer Hinsicht haben sich Diktaturen immer als falsch erwiesen - in religiöser Hinsicht wird es sicherlich nicht anders sein.

Im Gegenteil, eigentlich soll der Glaube ja zum Frieden anstiften.

Sicher. Die Liebe zu den Mitmenschen ist eigentlich der zentrale Kern des christlichen Evangeliums. Dennoch gab es die Kreuzzüge, Hexen- und Ketzerverfolgungen und so weiter. Es stellt sich also die Frage, wie dieses Leid in auch nur irgendeiner Form mit dem zu tun haben kann, woran Christen eigentlich glauben und wonach sie leben sollten. Glücklicherweise ist es heute so, dass so ziemlich jeder - zumindest in wohlhabenderen Ländern - die Bibel selbst lesen und daher wissen kann, was mit dem, was Christus laut der Bibel gelehrt haben soll, im Einklang ist. Das mit Christus und der Bibel soll aber nur ein Beispiel sein.

Antwort
von Traveller24, 56

Ich glaube, dass die Religion selbst selten der Hauptgrund für den Krieg ist. Allerdings ist es eine Methode, die Soldaten zum marschieren zu bewegen.

Krieg funktioniert - frei nach Tom Clancy - immer nach dem gleichen Muster: Ein alter Mann schickt einen Haufen junger Männer irgendwo hin, um dort zu töten bzw getötet zu werden. Der Alte Man hat meist recht eindeutige Gründe: Mehr Macht, Mehr Reichtum, Erfüllung seiner Psychopathischen Träume, Irrationale Angst. Dafür lässt sich aber der der Haufen junger Männer nicht umbringen. Kaum jemand nimmt ein Schwert/ein Gewehr in die Hand und zieht in einen Krieg, weil sein König / sein Präsident ihm gesagt hat, dass er mehr Land / mehr Ölquellen haben will. Dafür verlässt keiner seine Familie und Hof und tötet irgendwo anders massenweise Leute, die selbst eigentlich viel lieber zu Hause wären. Aber wenn es Gottes Wille ist? Na dann mal raus mit dem Schwert. Je höher und edler das Ziel ist, desto eher sind Leute bereit, dafür böse und unedle Sachen zu tun. Religion eignet sich dafür sehr gut. Nachdem dies in den westlichen Kulturen nicht mehr ganz so zieht, können auch quasireligiöse Ideoligische Werte verwendet werden. Wenn es nicht mehr Gottes Wille ist, dann tue ich das halt für die Freiheit, für die Verteidigung der Rasse oder was auch immer.

Man muss in dieser ganzen Betrachtung immer eine gewisse Abstufung betrachten: Glaube - Religion - Kirche. Ein Glaube ist halt ein Glaube, ein Vertrauen darin, dass es mehr gibt als uns staubige Haufen Menschen. Wird das ganze ritualisiert und in einer Gemeinschaft ausgeübt, hast Du eine Religion. Macht man eine Insittution mit Macht- und Befehlsstrukturen draus, hat man eine Kirche. Für Glauben brauche ich keine Religion. Für Religion brauche ich keine Kirche. Andersherum ist es aber zwingend. Keine Kirche one Religion, keine Religion ohne Glaube.

Das was Du als positiv beschrieben hast, Hoffnung und Führung, sind eigentlich eher Aspekte des Glaubens. Ich bin der festen Überzeugung, dass Glauben von grundlegender Bedeutung für uns Menschen ist und ich möchte nicht ohne leben. Religion ist da schon nicht mehr ganz so wichtig, denn ob ein anderer ebenfalls meinen Vorstellungen folgt ist eigentlich zweitrangig. Kirche führt dann meist irgendwann dazu, das irgendjemand für sich in Anspruch nimmt, seine Worte wären die Worte Gottes und wir müssen tun, was er sagt.

Aber das ist meine ganz persönliche Meinung, genährt aus 46 Jahren Lebenserfahrung. Kann aber auch falsch sein.

Antwort
von yoloswag666, 41

Religionen sind, meiner Meinung nach, im generellen nicht richtig. Religionen sind Erfindungen der Menschheit. Es gibt keinerlei Beweise für Religionen, aber genug dagegen. Evolution, Dinosaurier, Hunger, Tod, Krieg. Angeblich liebt Gott alle gleich, dennoch gibt es Klassenunterschiede. Ich sehe kein Problem dabei, wenn Menschen ihre Religion zu Hause ausüben, wenn sie dann jedoch fanatisch werden, denken ihre Religion wäre das einzig Wahre und alle anderen wären Quatsch, dann ist das durchaus nicht zu akzeptieren. Die IS zum Beispiel hat nichts mit dem Islam, oder Religionen im generellen zu tun. Diese werden nur als Ausrede für schreckliche Taten vorgeschoben. Religionen haben in der Vergangenheit viel Schaden angerichtet, siehe Kreuzzüge, Aufhalten der Technik und Medizin, etc. Vor allem das Christentum im Mittelalter. Der Islam war in der Geschichte eine sehr weltoffene und fortschrittliche Religion. Trotzdem gibt es in den heutigen Tagen einige Muslime die zu konservativen Denkweisen zurückfallen. Wie zum Beispiel die Unterdrückung der Frau. Wie überall gibt es solche und solche. Die schwarzen Schafe stechen aber nun mal besonders aus der Menge heraus. Einige, im Vergleich dazu wie viele Muslime es gibt sehr wenige, was aber dennoch schon viel zu viele sind, denken das ihre Religion und vor allem die eigene Auslegung dessen das einzig Wahre ist. Sie wollen ihre Denkweise , mit Gewalt vorantreiben. Dadurch entstehen diese Gotteskriege. Eigentlich hat das alles nichts mit der Religion an sich zu tun, aber sie wird vorgeschoben um das was man selbst denkt mit Gewalt durchzusetzen. Wenn jeder richtig lesen könnte, oder würde, hätten wir einige Probleme weniger. Im Koran beispielsweise wird mit keinem Wort erwähnt das eine Frau ein Kopftuch tragen muss. In der Bibel steht das Menschen, welche Kleider aus zwei Unterschiedlichen Stoffen tragen gesteinigt werden sollen, was denk ich mal ganz gut zeigt was für ein Nonsens das ist.

Denk vorher nach, ob das was unter einem Gotteskrieg deklariert wird, auch wirklich etwas mit Religionen zu tun hat. Religionen stehen eigentlich für Nächstenliebe, Toleranz und Hingabe. Peace out.

Antwort
von JBEZorg, 34

Es gibt keine Krige wegen Religionen. Es gibt Menschen, die Religion alsVorwand und Motivationsmittel nutzen um ihre Krioege zu führen.

Antwort
von Jogi57L, 34

Weil das Dinge sind, die die Gefühle ansprechen.

Kriege, Unfrieden und Streitigkeiten entstehen aus  Gefühlen... 

Manche meinen vielleicht auch, sie müssen einen "göttlichen" Auftrag erfüllen

Ich denke aber, meistens ist es, weil sich irgendjemand wegen irgendetwas beleidigt oder angegriffen fühlt

 

Antwort
von Hamburger02, 26

Ich dachte ja immer, Religionen sollen vereinen.

Wie kommst du denn auf den Dampfer? In den Schriften der Juden, Christen und Moslems ist es Gott ein großer Gefallen, die jeweils Andersgläubigen umzubringen. Und da halten sich auch alle in der Praxis daran.

Antwort
von Mignon2, 41

Alle Religionen sind vollkommen gleichwertig. Keine ist richtiger oder besser als eine andere. Es gibt leider geistig verblendete Fanatiker, die meinen, ihre Religion mit Mord und Totschlag verteidigen zu müssen. Mord und Totschlag sind Verbrechen, die nichts mit irgendeiner Religion zu tun haben.

Antwort
von DerHazeing, 51

Weil menschen oft ihre eigene Religion als die "stärkere" oder die "wahre" ansehen. Das denken ist primitiv 

Antwort
von scrutinize, 33

Das ist eine Frage, auf die es einfach keine kurze Antwort gibt.

Ganz grob kann man sagen, dass alle (heidnischen) Religionen vereint werden können (und auch eifrig dabei sind), mit der einzigen Ausnahme des biblischen Christentums. Wie willst du nämlich Jesus, den einzigen Sohn Gottes, der als Mensch zur Erde kam, um die verlorene Menschheit zu erlösen und der der einzige Weg zu Gott ist (Johannes 14,6) mit Religionen wie dem Hinduismus, dem Islam und anderen vereinen? Das ist völlig unvereinbar.

Und deshalb wird auch gerade das biblische Christentum von allen Seiten so hart bekämpft und Jesus als der geleugnet, der er in Wahrheit ist, ob in Form von scheinchristlichen Irrlehren, Bibelfälschungen, Sekten oder durch die liberale Theologie. Es ist ein Kampf zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Gottes einzigem Erlösungsweg und der Vielfalt menschlicher Selbsterlösungsreligionen.



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