Frage von Amyy15, 122

Von Schleppleine in den Freilauf (Hund)?

Nachdem meine Hündin in der Pupertät etwas auf Durchzug geschaltet hat und ich ihr im Freilauf nicht mehr vertraut habe, habe ich mich entschieden, dass sie nur mehr an der Schleppleine laufen darf und wir den Abruf trainieren.

Nur langsam stelle ich mir die Frage:

Was tun um irgendwann wieder ohne Schleppleine spazieren gehen zu können!? Also wenn sie mal auf der Schlepp super abrufbar ist und man sie dann weglassen möchte? Einfach weglassen wird nicht gehen! Meine Hündin weiß ganz genau wann die Schlepp dran ist und wann nicht und wenn sie nicht dran ist, weiß sie das ich keine direkte kontrolle über sie habe.

Meine Idee wäre:

(Zuerst einmal- ich habe momentan eine 12m lange Biothane Schleppleine die am Geschirr befestigst ist und natürlich im Gegensatz zu normalen Schleppleinen aus Stoff etwas schwerer ist.) Ich dachte mir das ich dann mal eine ganz leichte, dünne kaufen könnte, sodas sie nicht direkt merkt das sie eine Leine oben hat und ich dennoch Kontrolle habe und man dass dann langsam abbaut bis man die leine weglassen kann. (dann kommt aber noch dazu dass ich "Nichtbiothane schleppleinen" nicht mag, da sie viel leichter verknoten und man sie eig kaum bei Regen und Dreck verwenden kann das sie sich ja komplett mit Wasser ansaugt usw...aber viell.gibt es da eine eine alternative)

Was haltet ihr von meiner Idee? Habt ihr andere oder bessere Vorschläge? Wie habt ihr das gemacht? Lg und danke für hilfreiche Antworten :)

Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 51

Am sinnvollsten finde ich es, zunächst einen Radius aufzubauen und die Schleppleine dann schrittweise abzubauen.

Um den Radius aufzubauen, markierst Du Dir Deine Schleppleine in entsprechendem Abstand (z.B. 10 m) und baust ein Kommando auf, kurz bevor Dein Hund den Radius erreicht hat (Stopp, Vorsicht, was auch immer). Im zweiten Schritt wird jedes Stehenbleiben, jedes sich Dir zuwenden und jedes Warten belohnt, sobald Du das Kommando gibst. Arbeite von einer ablenkungsarmen Umgebung (ohne andere Menschen, Hunde und Tiere) hin zu einer ablenkungsreichen Umgebung (dort erst, wenn der Hund absolut zuverlässig auf das Kommando reagiert und die Distanz einhält).

Im zweiten Schritt arbeitest Du darauf hin, dass der Hund über ständige Wiederholung ein Gefühl für den Abstand bekommt und ihn selbst einhält Jedes Stehenbleiben, jedes sich Dir Zuwenden und jeder Blickkontakt bevor Du das Kommando gegeben hast, wird (wie oben beschrieben) belohnt.

Klappt das absolut zuverlässig- und das dauert teilweise Wochen- baust Du die Leine schrittweise ab. Kauf Dir z.B. ein preiswertes Gurtband im Baumarkt und schneide dann die Leine cm- weise auf den Spaziergängen ab.

Parallel würde ich ein Notfallkommando aufbauen. Bei mir ist es "Kehrt". Anfangs lässt Du den Hund vorlaufen, rufst kehrt, ziehst sanft an der Schleppleine und holst den Hund zu Dir. Belohnt wird mit dem absoluten Jackpot (Lieblingsfutter). Dieses Futter gibt es zukünftig nur noch in diesem Training und sonst nicht! Reagiert Dein Hund von selbst auf "Kehrt" und kommt zu Dir, steigerst Du die Belohnung, indem Du ein Stück zusammen mit Deinem Hund in die entgegengesetzte Richtung rennst, eine kleine Party feierst und das Futter nach einigen Metern in Laufrichtung wirfst, damit der Hund es "jagen" kann. Auch das übst Du von der reizärmsten hin zu einer reizstarken Umgebung und wendest es nicht an, bis es 100% sitzt. Im Alltag solltest Du dieses Kommando auch nur im absoluten Notfall benutzen, damit es sich nicht aufbraucht. Die Kombination aus absoluten Lieblingsfutter, rennen/ Spiel mit Dir und gemeinsamen Jagen ist ein absolutes Highlight für den Hund und muss so selten und toll bleiben, dass es jeden durchstartenden Hasen (oder ähnliches) locker schlägt.

Verstecken würde ich mich vor dem Hund ohne Trainer, der auf das Timing guckt, übrigens nicht. Wenn Du einen cleveren Hund und das falsche Timing hast, ist das Einzige, was Dein Hund dabei lernt, dass er Dich eh alleine findet, wenn Du außer Sicht bist. Das kann einen Hund dazu verleiten, Dich erst Recht aus den Augen zu lassen, weil er sich seiner Qualitäten, Dich nach der ersten Panik zu finden, bewusst wird. Du brauchst also sowohl ein Auge dafür, wann Dein Hund in Panik gerät, als auch das richtige Timing, um die Situation so aufzulösen, dass der Hund kapiert, dass er selbst Dich nicht finden kann. Solche Übungen habe ich aus gutem Grund immer nur in einer Gruppe gemacht.

Antwort
von Goodnight, 61

Zurück auf Feld 1.

Geh mit deinem Hund an ungefährliche  Orte die er nicht kennt. Rufe deinen Hund 1x und lauft weg oder versteckst dich. Wappne dich mit Geduld und lass den Hund dich suchen. Hat der Hund dich gefunden freudig loben und mit ihm spielen. 

Ähnlich machst du es auch wenn der Hund zu weit weg geht. Ist die Distanz überschritten versteckst du dich. Geht dein Hund bei einer Wegkreuzung rechts, gehst du links.

Wann immer der Hund zu dir kommt wird er freudig gelobt. Schimpfen gibt es nicht!! Keine Hund kommst zu seinem Meister um sich Schimpfe abzuholen. 

Die Verantwortung ob dein Hund zu dir kommt liegt allein bei dir, niemals beim Hund. Sieh das als Geduldsübung an dich und übe dich in Gelassenheit.

Die Schleppleine ist immer nur eine Notfalllösung und sollte eine Ausnahme bleiben. Der Hund lernt nur an der Leine zu ziehen und läuft immer schief. Das tut seinem Bewegungsapparat nicht gut. 

Kommentar von Amyy15 ,

Das mit dem verstecken und weglaufen klappt viell. bei welpen/junghunden, aner nicht bei bald ausgewachsenen die besseres zu tun haben und der Meinung sind das Frauchen finde ich schon wieder...

(spreche aus erfahrung)

Ja das mit dem schimpfen, da gebe ich dir zu 100% recht!

Leider tut man sich manchmal schwer wenn Hundi gerade etwas genüsslich gefressen hat und den Halter einfach nir ignoriert. Aber wie gesagt schimpfen gehr garnicht (spreche wieder ais erfahrung, da meine dann nur auf abstand geht)

Zum schluss: wieso lernt der hund an der schleppleine zu ziehen??

An der Flexileine ja, aber an der Schlepp?? Meine zieht eig NIE an der schleppleine!

Kommentar von Goodnight ,

1. Klappt auch mit dem ausgewachsenen Hund wenn du an einem fremden Ort bist. Ausser du hast keine Bindung zu deinem Hund, dann frage ich mich allerdings warum du einen Hund hast.

2. Weil er Zug auf dem Halsband oder am Geschirr hat.

Expertenantwort
von YarlungTsangpo, Community-Experte für Hund, 31

Das Ziel des Schleppleinen trainings ist es mit dem Hund Abrufübungen mit sich steigernden Ablenkungen in kleinen Schritten zu trainieren. Ziel ist eine positive Kommunikation zwischen Halter und Hund.

Der Hund soll eine positive Kommunikation von Dir dabei angeboten bekommen. So dass es sich für ihn lohnt zu Dir zu kommen und in Deiner Nähe zu bleiben.

Als Schleppleine hatte ich noch nie eine Biothane Leine sondern habe eine breite Nylongurtbandleine in Neonfarben als zweckmäßig gefunden. Diese erhält man in Pferdelongierbedarf.

Ein großer Einfallsreichtum Deinerseits beim Suchen der Belohnungen für Deinen Hund ist von Vorteil. Das muß nicht immer nur Futter sein, sondern kann alles mit einbeziehen was der Hund gerne macht.

Zum Beispiel Mäuse buddeln dürfen, wenn er sich von einem Mausloch abrufen lässt...

Antwort
von douschka, 45

Habe eine 20 m (2cm breit) Schleppleine aus Nylon, die weder fitzt noch verdreckt oder sich vollsaugt. Allerdings etwas unhandlich im Training, was nur mich nervt.

Wenn das Schleppleinentraining gut klappt und Deine Maus in jeder Situation gut abrufbar ist, dann ist es Zeit für Übungen im gesicherten Gelände. Das kann ein Gewerbegebiet, eine Gartenanlage, Fussballplatz, Hundeplatz usw. sein. Fragen ob zu Trainingszwecken das Gelände genutzt werden darf, kostet nichts. Ansonsten tut es auch ein gut einsehbares, gefahrenfreies Feld, Wiese. Ganz wichtig ist stets an der Bindung/ Vertrauen zu arbeiten. Grundlage zur Abrufbarkeit sind auch stetige Übungen zum Grundgehorsam. D.h. sämtliche Lektionen werden zuverlässig und willig vom Hund ausgeführt. Kleinschrittig wird aufgebaut, nur wenige Minuten geübt und mit Erfolg abgeschlossen. Alles was bereits im kleinen Rahmen "sitzt" (ohne Ablenkung), wird mit Ablenkung (Hunde, Geräusche, Straßenverkehr, Passanten, verlockende Düfte usw.) genau so trainiert. Dies hat besonderes Augenmerk bei der Abrufbarkeit.

Empfehlenswert ist der Einsatz des Geschirrgriffes. Es lohnt sich damit eingehend zu beschäftigen um ihn anwenden zu können.

Antwort
von serologie, 29

Ich verstehe den Sinn einer Schleppleine nicht ganz. Den so richtig frei laufen kann eigentlich nur das Herrchen, oder Frauchen. Den man muß doch dieser Leine immer hinterher laufen, oder ? Dürfte auch nur für kleinere Tiere geeignet sein, den wie stoppt man. Darauf treten, oder trachten die Leine zu erwischen ? Mein Hund hat ca 70Kg, wenn ich da auf die Leine steige, wird sie das kaum merken. Ich finde man muß seinem Tier einen Vertrauensvorschuß geben. Sie weiß, daß sie wo immer es möglich ist frei laufen kann und hört normaler weise darauf wenn ich sie zurückrufe. Jetzt ist sie 1 Jahr alt. Da kommt es natürlich mal vor das sie nicht gleich darauf hört, was Herrchen will. Aber OK, daß sind Phasen die vergehen. Da sie sich mit allen, ob Tier oder Mensch gut verträgt, so warte ich einfach. Das kommt einen zumeist länger vor als es ist. Ich ließ alle meine Hunde bereits beim ersten Ausgang im Wald und Wiesen sofort frei laufen, wurde von keinem Tier entäuscht.

Kommentar von Amyy15 ,

Nein man muss der Leine nicht hinterher laufen!!

Ich habe wie gesagt eine 12m lange Leine und das weiß meine Hündin auch und läuft garnicht so weit das ich hinterher muss...und es ist ja eig auch der Sinn das der hund nicht RICHTIG frei ist, aber denn noch frei genug um trainieren zu können und der Hund auch einen kurzen Sprit laufen kann und sonstige Aktivitäten machen kann.(abgesehen davon will ich so und so nicht das mein hund weiter als 10-15m von mir weg ist, außer auf gut eingesehenen Wiesen o.ä)

(es sein den sie startet einmal durch weils wohin will, aber genau dafür ist die Leine ja auch gut da man damit berhindern kann das der Hund durchstartet und sich ev.selber belohnt)

Hatte davor eine mit 8m, die wurde mir ehrlich gesagt manchmal schon bissi zu kurz, aber ging auch.

Zum stoppen:

Wie stoppst du mit einer normalen Leine? Ja genau festhalten! Ist das selbe prinzip! Das mans schleifen lässt würde ich erst dann machen wenn man weiß mein hund ist soweit das er nicht mehr plötzlich durchstartet zu zb einem anderen Hund.

Das dein Hund 70kg hat ist das wieder ein anders "Problem", da glaube ich das man ihn an einer 12m Leine nicht festhalten kann.

Meine hündin hat 24kg und da gehts eig noch ganz gut(benötigt natürlich eine dementsprechend stabile Leine)

Das deine Hunde auch ohne spezielles Schleppleinen training gut hören finde ich super, sei stolz drauf!!

Es gibt aber genug die es nicht tun und da ist diese Leine dann sinnvoll.

Antwort
von michi57319, 52

Hast du eine eingezäunte Wiese in der Nähe, auf der du üben könntest?

Die leichte Schleppe ist eine absolute Katastrophe vom Handling her, da bin ich ganz auf deiner Seite. Ich hatte mehr mit der Leine zu tun, als mit dem Hund :-( Aber sie ist eine gute Möglichkeit für das Training.

Kommentar von Amyy15 ,

Naja einen großen Garten haben wir! Daheim klappt der Abruf ja super!

Das Problem ist wenn sie andere Hunde sieht (speziell wenn sie diese kennt) oder wenn sie eine Duftspur aufnimmt und dieser dann mitten ins Feld abhaut und dort etwas frisst (kann ich garnicht haben!)

Kommentar von michi57319 ,

Für überragenden Gehorsam mußt du auch sehr viel Zeit investieren für das Training. Also nicht zwei Mal wöchentlich, sondern auf wirklich jedem Spaziergang. Wobei sich genau Spaziergänge gut eignen, um Spaß und Lernen zu verbinden. Wie du schon ganz richtig bemerkt hast, klappt es in "steriler", also reizarmer Umgebung (Garten) bestens. So ist das Leben aber nicht. Nimm doch für die Lerneinheiten einen anderen Menschen samt Hund hinzu. Wenn sich nach der Lerneinheit alles in Spaß und Freilauf auflöst, klappt das meist recht gut. So ist meine Erfahrung. Meine Hündin lernte an der Seite ihres Papas. Er ging als Diensthund bei der Polizei arbeiten. Wenn du also jemanden kennst, an dem sich dein Hund notfalls orientiert und der gut im Gehorsam steht, kann das klappen.

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