Urknall unlogisch?

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6 Antworten

Hallo baris9999,

jede Menge Fragen. Ich gehe sie mal Schritt für Schritt durch.

Ich glaube an Gott

Das ist eine interessante Information über Dich, hat aber mit naturwissenschaftlichen Fragen nichts zu tun.

Naturwissenschaft beschäftigt sich mit gesetzmäßig ablaufenden Prozessen im Universum. Sie sucht nach Modellen, die diese Prozesse so gut beschreiben, dass wir gemachte Beobachtungen mit diesen Modellen verstehen können und zuverlässige Vorhersagen für künftige Beobachtungen und Anwendungen machen können.

Schöpfung ist dagegen ein philosophisches Konzept, eine Deutung des Daseins. Und damit auch nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden testbar.

Das Urknallmodell sagt über Gott gar nichts aus. Genauso wenig, wie es die Newtonsche Mechanik tut. Würden uns morgige Beobachtungsdaten zeigen, dass wir uns mit dem Urknall irren, so würde auch das nichts über Gott aussagen. Gott und Urknall stehen also keineswegs im Widerspruch  zueinander. Genausowenig, wie es Gott und die Newtonsche Mechanik tun.

Wichtig in diesem Zusammenhang aber: Naturwissenschaftliche Modelle sind an Beobachtungsdaten getestet. Der Begriff "Theorie" ist in der Naturwissenschaft also anders gebraucht als in der Umgangssprache.

Mit dem Hinweis "das sind alles nur Theorien" kann man Deine Frage nicht wirklich beantworten: Nein, die Beobachtungsdaten sprechen für den Urknall. Sonst wären Astrophysiker nicht so überzeugt davon.

Also das Universum und alles andere ist ja durch den Urknall entstanden,

Üblicherweise meinen wir mit "Universum" im Wortsinne alles. Der oft gebrauchte Begriff "Multiversum" existiert nur, weil die Vorstellung jünger ist als der Universumsbegriff. Die Existenz von Multiversen ist aber rein spekulativ, weil experimentell grundsätzlich nicht testbar.

Entscheidend ist aber:

Nein, mit dem Urknall meint die Astrophysik den Beginn unserer Raumzeit; mit dem Begriff Urknall ist gemeint, dass unser beobachtbares Universum vor 13,8 Milliarden Jahren in einem extrem dichten, heißen Anfangszustand begonnen hat.

Und vor dem Urknall gab es auch nichts. Also wie kann dann der Urknall entstanden sein ?

Mit dem Urknall entsteht unser Raum, unsere Zeit und alles, was heute im Universum drin ist.

Wenn wir im Alltag nichts kennen, das aus Nichts entsteht, dann sagt über den Urknall nichts aus.

Denn alles, was wir kennen, ist ja im Universum. Wir übertragen hier also etwas aus unserer Vorstellung, aus unserer beschränkten Erfahrung heraus so einfach mir nichts dir nichts auf das Universum und den Urknall - und wundern uns, wenn das Ergebnis nicht so recht passen will.

Physikalische Modelle zeigen aber in eine völlig andere Richtung.

Da beim Urknall auch die Zeit beginnt, ist ein "vorher" eigentlich nicht mehr definiert. Auch die Naturgesetze beginnen hier. Der Urknall ist deshalb ein Horizont, über den hinaus wir keine naturwissenschaftlichen Aussagen über Beobachtungsdaten mehr testen können. Alle Aussagen, wie es zum Urknall kommen konnte, müssen daher spekulativen Charakter haben.

Plausible Ideen über den Urknall gehen z.B. von einer Art Quantenschaum aus, in dem es über die Heisenbergsche Unschärferelation zu Phasenübergängen kommen kann. Unser Universum wäre dann die Folge eines solchen Phasenüberganges.

In diesen Modellen kommt es also zum Urknall, weil wegen der Heisenbergschen Unschärferelation die Natur exakte Werte nicht "festzurren" kann. Auch den Wert Null nicht. In dieser Vorstellung kann gar nicht "Nichts" sein, weil "Nichts" auf der Quantenebene, also auf der allerkleinsten Ebene, ein brodelndes "Etwas" ist.

Wie gesagt: Wie der Urknall genau abläuft - also T =0 - das können wir nicht genau wissen. Wir haben aber sehr, sehr gute Belege dafür, dass unser Universum in diesem heißen Anfangszustand begonnen hat.

1) Der Urknall erklärt die beobachtete Fluchtbewegung der Galaxien, die teils mit Überlichtgeschwindigkeit erfolgt, durch Entstehung neuen Raumes zwischen uns und dort

2) Das Urknallmodell hat vorhergesagt, dass man eine gleichmäßige, aus allen Richtungen einfallende Strahlung messen würde, eine Art Nachhall des Urknalls, die einer Temperatur von unter 4 Kelvin entspricht. Diese kosmologische Hintergrundstrahlung wurde 1964 von Penzias und Wilson entdeckt, ohne dass die beiden gezielt auf der Suche danach waren. Kein anderes kosmologisches Modell erklärt die Hintergrundstrahlung

3) Es erklärt die im Universum beobachteten Häufigkeitsverhältnisse der chemischen Elemente Wasserstoff und Helium über die Primordiale Nukleosynthese

4) Der Urknall passt zu den Ergebnissen der Teilchenphysik, z.B. in der Vereinheitlichung der elektromagnetischen und der schwachen Wechselwirkung

Nur um die wichtigsten zu nennen...

Wenn Du neugierig bist, solltest Du Dir einmal einen Vortrag eines Wissenschaftlers dazu anhören.

https://www.youtube.com/playlist?list=PLmDf0YliVUvEgDUehKfOmvaZmDQRFyZTG

Hier 2 längere, der erste von Josef Gaßner, der zweite von Harald Lesch, leider beide etwas länger.

Grüße

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Kommentar von Astroknoedel
07.11.2015, 12:03

Hallo uteausmuenchen,

ich hätte zwei Fragen an Sie,

1.Sie sagen, dass es keine anderen Erklärungen für die Hintergrundstrahlung gibt, aber was ist dann mit dem ekpyrotischen Modell, wonach unser Universum mit einer 3-Bran kollidiert ist ? Dieses Modell erklärt auch die Hintergrundstrahlung.

2. Was halten Sie persönlich von Stephen Hawkings "Kein-Rand-Hypothese", wonach das Universum keinen Rand in imaginärer Zeit (ein weiteres Konzept von Hawking) hat ?

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Nein, nicht der Urknall ist unlogisch, sondern Deine Fragestellung! Ich wiederhole hier zum tausendsten Mal: Existenzfragen sind verkehrt gestellte Fragen! Die richtige Frage richtet sich nicht auf die Existenz des Gegenstandes, sondern auf sein Wesen. Also stellen wir einmal richtig:

Frage: "Was ist der Urknall?"

Antwort (Originalton dompfeifer): "Der Urknall ist die Vorstellung vom kosmischen Ursprung aller zeitlichen und räumlichen Koordinaten und damit der Beginn der uns bislang bekannten wissenschaftlich fundierten Ereigniskette."

Diese Ereigniskette existiert zwingend auch außerhalb unseres Bewusstseins. Sollten sich womöglich die Physiker auf "periodische Urknalle" verständigen, dann stellt sich die Frage nach einem "Ururknall" oder einer "ewigen Periodizität". Die zeitliche Datierung des singulären Urknalls wie auch periodischer Urknalle, in welchem Sinne auch immer, samt mannigfaltiger Hypothesen dazu, ergibt sich somit aus dem jeweiligen Stand unserer Wissenschaft, ist also im weitesten Sinne ein Kulturprodukt. Und dessen "Existenz" bedarf keiner weiteren Begründung.

"Wenn es keinen Urknall gegeben hätte", also keine Vorstellung eines universellen zeitlich-räumlichen Koordinatenursprungs, hätte es womöglich so ziemlich alles gegeben außer einschlägigen wissenschaftlichen Fachbüchern und geistlosen Filmen dazu auf N24.

"Und vor dem Urknall gab es auch nichts." Woher willst Du das wissen? Warst Du damals dort dabei? Ereignisse vor dem Urknall sind unserer Wissenschaft bislang unbekannt. Jede Wissenschaft hat schließlich ihre Grenzen. Und die Existenz dieser Grenzen bedarf hoffentlich auch wieder keiner Begründung. Etwas vereinfacht gesagt:

Du verschiebst alles bislang Unbekannte in das Reich der Nichtexistenz.

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Der Begriff Universum wird heute in recht unterschiedlicher Bedeutung gebraucht. Wo diese Bedeutung vorher nicht klargestellt wurde, muss man davon ausgehen, dass der Sprecher damit den durch Menschen im Prinzip beobachtbaren Teil des Kosmos meint (wohl wissend, dass der Kosmos insgesamt noch weit mehr enthält).

Nur diesen Teil kennen wir. Er besteht aus dem All um uns herum bis hin zu einer Entfernung von heute etwa 46 Mrd. Lichtjahren. Dass dahinter noch mehr existiert, weiß man mit absoluter Sicherheit -- man weiß nur nicht, wie viel mehr.

Mindestens dieser Teil also entstand durch den Urknall aus einer unglaublich dichten Ansammlung von Energie. Wie es zu ihr kam, weiß heute kein Physiker zu sagen. Es gibt da nur (mindestens 3 unterschiedliche) Vermutungen, die aber alle nur denkbare Möglichkeiten darstellen. 

Der Urknall selbst, genauer: was er schon im allergrößten Teil der ersten Sekunde danach bewirkt hat, ist heute recht gut rekonstruiert und durch Experimente im CERN belegbar ( für Details dieses Geschehens siehe http://greiterweb.de/zfo/Sterne-Lebenszyklus-Wurmloecher.htm#msgnr0-150 ).

Nochmals aber: Kein Physiker weiß heute auch nur annäherend, wie es zum Urknall kam und was alles davor in welchem Zustand schon existiert haben mag.

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Kommentar von Astroknoedel
07.11.2015, 11:55

Hallo grtgrt,

Bei der Anfangssingularität  stand die Zeit still, das ergibt sich aus der relativistischen Zeitdilatation. Da der Urknall der Anfang der Raumzeit war, ist eine Frage, die die Zeit vor dem Urknall betrifft sinnlos, weil es kein "davor" gab.

Hier sei noch  (am Rande bemerkt) die "Kein-Rand-Hypothese" von Stephen Hawking erwähnt, die von einem zeitlich endlichem, aber dennoch anfangslosem Universum in imaginärer Zeit ausgehen. Die zeitlichen Randbedingungen des Universums gebe es also nicht.  Das ist aber eher eine Außenseiter-Theorie, die keiner richtig ernst zu nehmen scheint.

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Deine Gedankengänge sind unlogisch. 

Warum soll es keinen Urknall gegeben haben? 

Und um auf dein Niveau zu kommen: Wo soll Gott gewesen sein, bevor es die Welt gab? 

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Kommentar von Allfkdkdbyk
06.11.2015, 18:54

Ich glaube, wenn es einen Gott gäbe, dann wäre er erst nach der Welt entstanden. 

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genauso kann ich sagen, dass vor gott auch nichts war. wie ist gott entstanden? sich solche fragen zu stellen ist sinnlos.

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Schon komisch, dass du jede Frage dislikest.

Gott ist eine Fantasie Figur, welche zur Unterdrückung der Menschen dient.

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Kommentar von comhb3mpqy
06.11.2015, 19:26

Ich glaube nicht, dass Gott "Fantasie" ist. Wenn du wissen willst warum kannst du gerne mein Profil besuchen, da stehen einige Gründe, warum ich Christ bin.

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Kommentar von YeloU
06.11.2015, 19:33

Es gibt hunderte von Religionen. Und denkst du wirklich, es gibt eine davon? Du vergötterst vielleicht Mr. Gott. Andere vergöttern Mr. Buddha.

Jesus kann auch eine Phantasiefigur  gewesen sein oder ein Spinner, der dachte, er müsse sich als "Gottes Sohn" darstellen.

Religionen dienen hauptsächlich als Unterdrückung.

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