Frage von Regusa, 73

Stimmt es auch das meine Frau(erstmalig verheiratet mit mir) nicht mehr zur Kommunion gehen darf, weil sie mich geschieden geheiratet hat?

Antwort
von Nadelwald75, 39

Hallo Regusa,

Raubkatze hat dir schon die offizielle Version geschrieben. Du  müsstest aber zunächst mal klar haben: Warst du katholisch-kirchlich verheiratet und deine Frau, bisher nicht verheiratet, hat dich dann nach deiner Scheidung standesamtlich geheiratet? Oder gibt es da andere Konstruktionen: nuir standesamtlich verheiratet, evangelisch.....

Die Diskussion, ob wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zugelassen werden, ist im Augenblick in der kath.Kirche sowieso im Gange. Du könntest also erst mal mit einem Priester deines Vertrauens darüber reden und klären, was bei euch möglich ist.

Es gibt manchmal individuelle "pastorale Regelungen".

Eine verbindliche Antwort kannst du nämlich hier bei gutefrage kaum bekommen.

Antwort
von Raubkatze45, 48

Wenn du als Katholik schon einmal kirchlich verheiratet warst und die Ehe wurde nicht anulliert, gilt deine erste Ehe bis zum Tod vor Gott und deine jetzige Ehe ist deshalb ungültig. Die Kirche sieht  das als schwere Sünde, was vom Empfang der Hl. Kommunion trennt. Dabei sieht sie sich  an die Worte Jesu über die Unauflöslichkeit der Ehe gebunden. Das gilt auch für deine Frau, weil sie einen geschiedenen Mann geheiratet hat, der sozusagen noch der Mann einer anderen ist. Die weltliche Scheidung hebt die Unauflöslichkeit der ersten gültig geschlossenen Ehe vor Gott nicht auf.

Letztlich bleibt der Kommunionempfang eine Gewissensentscheidung, die kein anderer abnehmen kann.

Antwort
von drachenfreund, 40

Raubkatze45 hat eigentlich schon alles Richtige dazu gesagt.

Erwähnen möchte ich aber noch, dass die meisten Priester in Europa ein Auge zudrücken und Deine Frau zur Kommunion zulassen, selbst wenn ihnen die Gegebenheiten bekannt sind und sie laut Vatikan anders handeln müssten. Denn Priester sind eben auch nur Menschen.

Antwort
von waldfrosch64, 32

Die Katholische Ehe ist unauflösbar .Nach biblischem Zeugnis ist das Ehesakrament unauflöslich .Jesus sagte : 

Von Ehescheidung und Ehelosigkeit

Mt19,3Da kamen Pharisäer zu ihm, die ihm eine Falle stellen wollten, und fragten: Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen?Mt19,4Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hatMt19,5und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein?Mt19,6Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.Mt 19,7Da sagten sie zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, dass man (der Frau) eine Scheidungsurkunde geben muss, wenn man sich trennen will?Mt 19,8Er antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch erlaubt, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so.Mt 19,9Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch.Mt19,10Da sagten die Jünger zu ihm: Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten.Mt19,11Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben istMt 19,12Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es.

  • Nicht die Kirche hat bei deiner Frau das Sakrament  gespendet sondern deine Frau ihrem vorhergehenden Manne und er ihr .Daher lebt nach Katholischer Sichtweise deine Frau im Ehebruch  und daher also in der Sünde.
  • Es steht der Kirche  daher nicht zu das zu ändern ,was der Herr angeordnet hat .
  • Ausserdem Kein Mensch verheiratet oder auch nicht ,darf zur Kommunion hinzutreten sofern  er  denn in der Sünde lebt .Daher muss re zuerst umkehren und sein Leben in Ordnung bringen .Danach kann er wieder hinzutreten .
  • Wäre deine Frau  Geschieden aber nicht wieder verheiratet könnte sie ohne Probleme zur Kommunion gehen .



1 Korinther 11.27



   27 Welcher nun unwürdig d.h. in einer Weise, die die Heilstat Christi mißachtet von diesem Brot isset oder von dem Kelch des HERRN trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des HERRN. (1. Korinther 11.21-22) 28 Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. (Matthäus 26.22) 29 Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket sich selber zum Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des HERRN.



http://www.erzbistum-freiburg.de/html/kirchliches_eherecht.html?t=58f99d5ae1cccb...

Kommentar von nachdenklich30 ,

Man muss schon genau hinschauen.

Da kamen Menschen zu Jesus, die ihm eine Falle stellen wollten.

Es handelt sich nicht um eine neutrale Situation, in der das Für und Wider zur Ehescheidung differenziert abgewogen und eine Entscheidung gefällt wird.

Sondern es kommen offenkundig Männer zu Jesus, die ihn in eine spitzfindige Diskussion verwickeln wollen, in der er den Kürzeren ziehen soll.

Strittig ist damals nicht das Dass, sondern nur die Frage, in welchem Zusammenhang. Die Schule Rabbi Hillels sagte: Aus jedem Grund. Die Schule Rabbi Schammais gestand dies nur beim Eheburch der Frau zu.

Mal ganz ehrlich: Wie soll man auf solche Typen in einer solchen Situation reagieren?

Sind die willens und in der Lage, die Sache auch aus der Sicht der Frau zu sehen? Und wie ist die soziale Absicherung der Frau im Falle einer Scheidung?

Also entscheidet Jesus sich in dieser Situation, diesen Männern gegenüber die Scheidung ganz infrage zu stellen.

Die Katholische Kirche hat sich dazu entschieden, aus dieser Stellungnahme in einer ganz besonderen Situation ein allgemeines Gesetz zu machen. Ich halte das nicht für zwingend. 

Wenn Menschen in einer konkreten Not zu Jesus kamen, konnte er auch ganz anders mit ihnen umgehen.

Jeder muss sich selbst entscheiden, wie er mit der Bibel umgeht.

Gerade diese Bibelstelle macht ja deutlich, dass der Scheidebrief des Mose einen gangbaren Weg eröffnete, der offensichtlich in frauenfeindlicher Absicht missbraucht wurde und von Jesus eingegrenzt werden musste.

Wenn Jesus die Regel aus der Tora zurück nimmt (obwohl doch kein i-Punkt der Tora aufgelöst werden soll), woran soll man sich dann halten? Die kath. Kirche hat sich dazu entschlossen, den Ermessensspielraum auf Null einzuschränken. Ich glaube nicht, dass das der Bibel und der Problematik gegenüber angemessen ist.

Paulus schreibt in 1. Kor 13, dass niemand einen perfekten und lieblosen Glauben braucht. Er ist überflüssig und sinnlos. Ein sinnvoller Glaube lässt sich von der Liebe leiten. Viele Priester haben das begriffen und sind entsprechend großzügig.

Manche Katholiken werden es nie begreifen und immer herzlos auf der Exekutierung des Ehescheidungsverbotes bestehen.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Jede Ehe ist es wert, darum zu kämpfen, zum Teil auch mit Ehe-Therapie und in jedem Fall durch Gebet. Aber nicht jeder Kampf kann gewonnen werden.

Nie vergessen: Wir haben einen barmherzigen Gott. Keinen unbarmherzigen.

Alles Gute für die Zukunft!

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