Frage von Matrix2400, 124

Starkstrom Erklärung?

Hallo liebe Community,

ich habe ein paar Fragen zum Dreiphasenwechselstrom. Es wird ja wie mir bekannt ist zwischen 16 A, 32 A und 63 A unterschieden. Eine "Normale Haushaltssteckdose" besitzt ja ~230V und höchstens 3600 Watt. Nun wurde mir gesagt das das beim 16A Anschluss so ist, das ich dort an jeder der drei Phasen 230V und 3600W habe. Sodass ich auf einen Gesamtanschlusswert von 10.800 Watt komme. Wenn dieses stimmt, wie sieht das dann bei den 32A und 64 A Anschlüssen aus. Dort gibt es ja genauso wie beim 16A den Dreiphasenwechselstrom. Wie viel Watt kann man dort auf jeder Phase nutzen. Dazu habe ich dann auch noch eine weitere Frage: Wenn ich einen 32A Starkstromverteiler habe, kann ich diesen auch mithilfe eines Kupplungsstücks an einen 16A Anschluss betreiben? Schonmal danke im Voraus für eure Bemühungen meine Fragen zu beantworten.

Liebe Grüße Matrix2400

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektronik & Strom, 54

im prinzip nicht viel anders. bei der 32 Ampere Steckdose sind es ungefähr 22 kW, bei der 63er etwa 43 kW

allerdings gibt es hier noch zwei dinge zu beachten. erstens 1kW ist was anderes wie ein kVA. (Kilovoltampare) z.B. eine 13 Watt Energiesparlampe hat in der regel eine stromaufnahme von 0,14 Ampere bei 230 volt. das sind 32 VA... dass die lampe dann selbst nur 13 watt hat, das liegt am sogenannten Blindleistungskoeffizienten (Cosinus Phi)

ausrechenen wie viel Leistung an so einen Anschluss gehangen werden kann, kann man ganz einfach...

nehmen wir mal die 32 Ampere steckdose als Beispiel: 32 Amoere mal 3 Phasen mal 230 Volt ergäbe 22080 VA

nun wird ja beim Drehstrom die Spannung zwischen den Phasen angegeben also 400 Volt, nicht 230. da die spannung im Drehstrom um den faktor wurzel(3) größer ist, als zwischen einer Phase und den Mitteleiter (nulleiter) müsste die rechnung quasi so auschauen, wenn man mit 400 volt rechnet:

32 Ampre mal 3 durch Wurzel(3) mal 400 Volt....

da aber wurzel 3 mal Wurzel 3 drei ergibt, kann man das noch weiter abkürzen...

32 Ampere mal wurzel3 mal 400 volt.... wenn dabei jetzt etwas leicht anderes raus kommt, als bei der rechnung oben mit 230 volt mal 3, dann liegt es einfach daran, dass 230 mal wurzel 3 nicht ganz 400 ergibt, irgenwas um 398 komma irgendwas... da wir aber so wie so eine recht große spannungstoleranz haben, wird das hier einfach rund gerechnet.

lg, Anna

Kommentar von Matrix2400 ,

OK, danke für deine Mühe mir das zu erklären, aber so ganz blicke ich da noch nicht durch. Meine Frage ist nämlich wie viel Watt ich an jeder der drei Phasen beim 16A, 32A und 63A anschließen kann. Sind das beim 32A jetzt 7333Watt pro Phase und beim 16A 3600Watt pro Phase oder wie muss ich das verstehen?

Kommentar von Peppie85 ,

so ungefähr ja, aber wie gesagt, watt ist nicht watt. und ins besondere nicht beim PC... wenn 400 watt auf dem netzteil steht, heißt das a.) nicht zwangsläufig, dass sich der pc eingangsseitig mit 400 watt begnügt, b.) nicht zwangsläufig, dass er die vollen 400 watt auch ausnutzt und c.) muss man hier das netzteil nach scheinleistung dimensioniren, also in voltampere...

ach ja, denke auf jeden fall daran, wenn du die steckvorrichtngen reduzierst z.b. schukostecker verwendst und dein eingangsstrom größer 16 Ampere ist, muss auf jeden fall noch eine sicherung dazwischen! oder eben zwei.. z.b. wenn du 32 Ampere eingangseitig hast, damit du auch die volle leistung ausnutzen kannst kommt dann eine steckdose an eine sicherung, di andere an eine 2.

lg, Anna

Antwort
von ProfDrStrom, 43

Hallo Matrix 2400,

da Du die Belastung der einzelnen Phasen wissen möchtest, beantworte ich Deine Frage bezogen auf die Wechselspannung 230Volt.

Hierbei können wir dann den Verkettungsfaktor getrost vergessen.

Ich rechne in meinem Beispiel mit einer rein ohmschen Last, kappazitive oder induktive Widerstände hast Du in Deiner Beispielrechnung ebenfalls nicht aufgeführt.

Rechnung:

Je Phase:

230 Volt x 16 Ampere = 3680 Watt

230 Volt x 32 Ampere = 7360 Watt

230 Volt x 63 Ampere = 14490 Watt

Die Rechnung für 400 Volt müsste noch den Verkettungsfaktor berücksichtigen, aber es waren halt 230 Volt gefragt.

Meine Antwort beschränkt sich nur auf die tatsächliche Frage, es gibt bei der entnahme von Wechselspannung aus einem Drehstromkreis noch einiges zu beachten. Das wäre aber ein prima Thema für eine weitere Frage.

Kommentar von Matrix2400 ,

OK super danke. Das war genau das was Ich wissen wollte.

Kommentar von ProfDrStrom ,

Sehr gerne!

Antwort
von ElektroKDD, 71

Ja. So ähnlich verhält sich das. Nur bei Drehstrom kommt der Verkettungsfaktor von Wurzel 3 noch dazu.
P=Wurzel3*U*I (Wurzel 3*400V*16A)
somit kommst du auf mehr Leistung als wenn du alle drei Phasen einzeln rechnest.

Es gibt übrigens noch eine 125A CEE Steckverbindung. Die ist gewaltig.

Einen 32A Verteiler mit einem Reduzierstück an 16A funktioniert zwar in der Praxis, ist aber aus gutem Grund verboten. Wenn du dann wirklich 32A ziehst, dann fängt der 16A Stecker irgendwann an zu Kochen.

Kommentar von doesanybodyknow ,

Ich denke eher das der Leitungsschutzschalter in der Unterverteilung abschaltet bevor der Stecker kocht.

Kommentar von prototype0815 ,

Der Leistungsschutzschalter in einem 32A Verteiler schält bekanntlich bei mehr als 32A, wenn ich das ganze nun aber mit 30A nutze und an einer 16A Ddose angeschlossen hab, dann könnte die ganze 16A Konstruktion sehr schnell sehr zähflüssig werden.

Kommentar von Matrix2400 ,

Danke für deine schnelle Hilfe, mit dem Verbindungsstück meinte ich das aber eigentlich wie folgt: Wenn ich einen 32A Verteiler habe und eine 32A Dose vorhanden ist, würde ich diese ganz normal mit einem 32A Kabel nutzen. Sollte jetzt aber nur eine 16A Dose vorhanden sein, kann ich diese mithilfe eines Verbindungsstücks von 16A auf 32A an den 32 A Verteiler anschließen? Dann würde ja über den 16A Stecker keine 32A laufen und wenn ich das richtig verstanden habe schmilzt der nun auch nicht da ich ja bei 32A ganz normal das 32A Kabel nutze.

Kommentar von dompfeifer ,

Das Kabel wäre schlicht im Störungsfalle (z.B. Kurzschluss) zu hoch abgesichert. 

Kommentar von Geograph ,

"So ähnlich verhält sich das. Nur bei Drehstrom kommt der Verkettungsfaktor von Wurzel 3 noch dazu.
P=Wurzel3*U*I (Wurzel 3*400V*16A)
somit kommst du auf mehr Leistung als wenn du alle drei Phasen einzeln rechnest.
"

????

Wechselstrom: Sw = Uw * I = 400V /√3 * I

Drehstrom: Sd = √3 * Ud * I =  √3 * 400V * I

Sw * 3 = Sd

Kommentar von ElektroKDD ,

Aha. Und was genau habe ich geschrieben?

Kommentar von ProfDrStrom ,

Lese doch deinen Text und stelle nicht so überflüssige Fragen!

Kommentar von ElektroKDD ,

Niveau? Hat anscheinend Ferien bei dir. 

Kommentar von ProfDrStrom ,

Fühl Dich doch nicht gleich immer angemacht!

Aber wenn du es liest, fällt dir evtl. das deine Formeln auf die Wirkleistung abgezogen haben.

P=Wurzel3*U*I (Wurzel 3*400V*16A)

Die Formeln:

Wechselstrom: Sw = Uw * I = 400V /√3 * I

Drehstrom: Sd = √3 * Ud * I =  √3 * 400V * I

Sw * 3 = Sd

sollten die Scheinleistung sein. Was in diesem Fall sogar richtig wäre.

P=Wirkleistung

S=Scheinleistung

Q=Blindleistung

Antwort
von dompfeifer, 22

Die „normale Haushaltssteckdose“ besitzt keine Volt, Ampere oder Watt. Die ist gewöhnlich an die öffentliche Netzspannung von 230 V angeschlossen, hinter einer Leitungsschutzsicherung von 16 A. Die Spannung von 230 V liegt zwischen einem beliebigen der drei Außenleiter („Phase“) und dem Nulleiter („Neutralleiter“ oder „PEN“) an.  Leistung = Spannung mal Stromstärke. Somit ergibt sich an der normalen Haushaltssteckdose aus der gegebenen Spannung und der Strombegrenzung rechnerisch eine Leistungsbegrenzung von 230 mal 16 W = 3_680 Watt.

Höhere Leitungsquerschnitte lassen sich risikolos mit höheren Leitungsschutz-Sicherungen ausstatten, also mit mehr als 16 Ampere. Damit erhöht sich entsprechend die Leistungsbegrenzung.

Das gilt soweit grundsätzlich auch für Dreiphasenanschlüsse. Für Verbraucher zwischen Außen- und Nulleiter gilt dann bei drei 16-A-Sicherungen die dreifache maximale Leistung von rechnerisch 11040 Watt. Die Spannung zwischen den drei Außenleitern liegt bei 400 Volt (früher 380). Für Verbraucher,
die zwischen den Außenleitern angeschlossen sind, steigt damit die Leistungsbegrenzung bei drei 16-A-Sicherungen auf insgesamt 3 mal 400 mal 16 W =  19_200 Watt.

Eine Querschnittsverringerung ohne Zwischensicherung ist sicherheitstechnisch nicht zu verantworten. Wenn ich also von einem Verteiler abzweige mit einer Leitung für max. 16 A, dann muss bei dem Verteiler auch eine Leitungsschutz-Sicherung einbaut sein mit max. 16 A.

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