Stallbandagen/gamaschen bei Pferd mit Sehnenschaden (Paddockbox)?

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4 Antworten

Du solltest die Beine deines Pferdes auf keinen Fall in Stallgamaschen oder Bandagen wickeln und den Lymphfluss damit noch weiter einschränken. Damit würdest du das Risiko eines massiven Lymphödems extrem steigern. Wenn das Pferd sowieso schon Probleme hat, muss man das ja nicht noch weiter ausreizen. (übrigens kannst du die Beine wenn diese angelaufen sind gerne mal Massieren / eine Lymphdrainage durchführen oder mit durchblutungsfördernden Salben [Zedan Pferdegel oder sowas] einreiben um den Abbau der Lymphflüssigkeit zu fördern.)

Hole dir unbedingt noch mal die Meinung eines TAs ein bzw. rede mit deinem aktuellen TA und mit deinem Schmied. Bespreche ob der Beschlag wirklich nötig ist und in wie weit er den Genesungsprozess deines Pferdes beeinflusst (bzw. schildere deine Angst, dass das Pferd im Winter mit dem Beschlag wegrutschen könnte.). Erstelle in zusammenarbeit mit deinem TA einen Bewegungsplan für das Pferd - das Tier sollte ausreichend kontrolliert bewegt werden (Natürlich möchte man keine weiteren Belastungsschäden der Sehne riskieren/provozieren, aber es gibt immer ein gesundes Mittelmaß - 30 Minuten tägliche Bewegung wäre z.B. definitv zu wenig.).

Was unkontrollierte Bewegung angeht, solltest du vorsichtig sein....... Oftmals wissen Pferde zwar in wie weit sie sich bewegen können/sollten- aber man muss ja nichts provozieren (und im Eifer des Gefechts können Schmerzen schnell vergessen/ignoriert werden.). Falls du vor hast das Tier auf einen größeren Paddock um zu stellen, solltest du das unbedingt vorher mit deinem TA absprechen, dieser weiß wohl am ehesten in wie weit die Sehne gschädigt ist und welches Bewegungsmaß das Pferd damit haben darf.

[Erfahrungsberichte anderer Personen sind immer schön und gut, aber das Ausmaß der Beschädigung muss nicht identisch mit dem deines Pferdes sein. Was bei dem einen gut geht, muss bei dem anderen noch lange nicht klappen. Ich kann nur sagen, richte dich nach dem  Rat von Fachleuten und halte dich daran. Jemand der den Schaden nicht gesehen hat, kann diesen auch nicht einschätzen und Beurteilen. Falls dir die Meinung eines TAs nicht ausreicht, dann hole dir die Meinung eines weiteren ein.]

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Das ist so ziemlich das Schlimmste, was Du tun kannst. Bandagen und Gamaschen führen zu Überhitzung der Sehnen und machen den Schaden noch größer! Bandagen unterbinden zusätzlich den Abfluss der Lymphe und führen zu Bindegewebsschwäche.

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Da hat das Pferd schon einen Sehnenschaden und dann soll es noch Bandagen oder Gamaschen tragen, die für die meisten aller Sehnenschäden ursächlich sind?

1. Eisen runter! Beschlag bietet in Fällen gewissen Bedarfs Abriebschutz, ja, aber Bedarf besteht bestenfalls bei Zugpferden, die den ganzen Tag auf Asphalt ordentlich Gewicht ziehen müssen, bei allen anderen ist es bestenfalls Unfähigkeit des Bearbeiters, wenn hier mehr Abrieb als Wachstum entsteht. Dafür nimmt man in Kauf, dass durch die physikalischen Eigenschaften die Zehe des Pferdes immer länger wird, was die Beugesehne übertrapaziert. Deshalb rät jeder halbwegs vernünftige Schmied zu einer beschlagsfreien Periode jährlich, die mindestens so lang sein sollte wie die Beschlagsperiode. Das hat sich im Laufe der Jahrhunderte nicht geändert. Warum da auch dann noch ein Beschlag drauf ist, wenn die Sehne schon verletzt ist, verstehe ich nicht. Manche Tierärzte haben leider viel zu wenig Ahnung vom Huf, um die Gefahr, die davon ausgeht, zu erkennen. Manche Schmiede machen sich das Leben leicht und nageln lieber anstatt sich mit Stellung etc. auseinandersetzen zu müssen.

2. Gehen, gehen, gehen muss das Pferd. Nicht 23 Stunden stehen und dann eine Stunde gehen. Ich habe ein solches Pferd extra in einen Offenstall mit festen Böden umgestellt, auch wenn es anfangs aufgrund des Kennenlernens vieler neuer Freunde mehr gemacht hat als gut war, aber danach erst konnte der Aufbau anfangen. Sonst wär's heut nicht beschwerdefrei. Die engen Wendungen in einer Box (in der Paddockbox gibt's die auch noch an beiden Enden) sind ziemlich das schädlichste, was so ein Pferd machen kann.

3. Nie mehr wieder Beine einpacken, wenn nicht grad mal für kurze Zeit ein Kühlbeutel aufbandagiert werden soll oder sowas.

Ich würde diesen Tierarzt, der Deinem Pferd die Eisen lässt und es in die Box stellt, nicht an meine Pferde lassen, sondern mir einen kompetenten suchen. Inzwischen hab ich viele Tierärzte auf der Ausschlussliste, die einfach die Dinge gewaltig anders machen als meiner, der mit seiner Behandlung auch viel Erfolg hat. Die, die auf meiner Ausschlussliste sind, haben die Klinik immer voll, aber das wundert mich nicht. Meiner hat tendentiell eher gesunde Pferde im Kundenkreis.

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Mit einpacken schützt du gar nichts, ganz im Gegenteil du machst die Sehnen noch mehr kaputt.

Eisen runter, dann kann er auch nicht mehr rutschen, wäre hier meine erste Tat. Die steherei tut den allermeisten Pferden weniger gut, als wenn sie sich auf hartem Boden auslaufen können.

Deine angelaufenen Hinterbeine zeigen ja schon, das das Pferd auch an sonsten viel zu viel steht und eine Lymphstauung hat, wenn du da jetzt noch einbindest erhohlt sich die Lymphe vermutlich gar nicht mehr.

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Kommentar von Baroque
03.11.2015, 14:36

Stimmt, die eh schon angelaufenen Hinterbeine hab ich ganz übersehen. Und bei denen meinen eh viele, die wären wieder gut, wenn sie bandagieren, dabei verlagert man das Problem nur, die Lymphe fließt trotzdem nicht.

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Kommentar von KadyB
03.11.2015, 15:06

Mein Gott...Ja ich führe mein Pferd nie u sperre es in eine dunkle enge Box u deshalb hat es angelaufene Beine! WOOOOOW schlaue Antwort wenn man jemanden nicht kennt u nicht Weiss was das Pferd macht. Und die komplette Tierärztliche Behandlung in Frage zu stellen...Da fragt man sich wenn du so viele schlimme TÄ hast warum du nicht gleich alles selbst machst. Sorry für den zickigen Ton aber ich frage hier nach euren Meinungen zu Stallbandagen und nicht zur Tierärztlichen Behandlung und ich habe definitiv nicht nur einen TA gefragt sondern es haben mir mehrere zu Rundeisen zur Entlastung der sehne geraten. ICh gehe mit ihm morgens u abends 1-1,5 Std. Es kann wohl kaum jemand sagen das er sein krankes pferf so viel bewegt. Ich bin momentan 6 Std u länger am Stall täglich es kommt ungefähr ALLES zu kurz aber mir ist es wichtig das es ihm gut geht u er Beschäftigung hat. 

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