Frage von sarlenklo, 134

Shetty Hengst vs. Shetty Wallach - wie sind eure Erfahrungen?

Hallo liebe Community!

Ich habe einen kleinen Shetty Hengst (um die drei Jahre.. Genaues Alter nicht bekannt). Er ist generell nicht extrem hengstig. Klar, wenn er in eine größere Menge kommt, kriegt er ein paar KURZE Ausraster, nur um zu zeigen, dass er Hengst ist. Allerdings ist er sehr leicht händelbar und es klappt (bisher?) auch hervorragend mit ihm. Meine Frage ist nun, was eure Erfahrungen mit Shetty Hengsten sind. Wo unterscheiden sie sich extrem von Wallachen (sprich Wesen/Art/Charakter/...)? Ich weiß, dass Wallache eher ruhiger und gelassener sind, und natürlich fällt decken/Stuten/Hengstmanieren weg. Trotzdem: Wie sind eure Erfahrungen mit Shetty Hengsten? Wie haben sie sich im Alter entwickelt? Und: Habt ihr es bereut euren Hengst kastriert/nicht kastriert zu haben? Wieso?

P.S. Mein Shetty soll KEIN Kinderpony werden. Weder Reiten noch Kuscheln. Ich arbeite mit ihm Bodenarbeit-technisch und er wird später vorraussichtlich eingefahren.

Viele Grüße und danke für brauchbare Antworten!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 25

bei einigen sehr guten antworten steht schon das meiste.

zum einen - es ist ein kleinpony unbestimmter rasse. wenn es ein shetty wäre, wüsstest du das alter, denn du hättest papiere dazu. ich würde ein solches pony oder pferd legen lassen.

und zwar aus dem einfachen grund - zucht ist nicht vorgesehen. "zucht" wäre hinterhofvermehren.

du kannst nicht garantieren, dass du das pony als hengst lebenslang artgerecht halten könntest - und mit guter sozialisierung.

wenn er dreijährig ein bisschen beginnt "auf dicke hose" zu machen - die kleinen ponys sind spätreif. die meisten werden erst mit 5 richtig hengst. 3 ist also ein sehr gutes alter zum legen lassen.

viel länger würde ich auch nicht warten. die spät gelegten sind manchmal recht merkwürdig, wobei ein echter shettyhengst besser zu händeln ist, als ein welsh a oder ein mix damit. du kannst dir nicht sicher sein, was dein pony genau ist.

solltest du dir also nicht ganz sicher sein, dass du die nächsten 27 jahre einen kleinen hengst halten kannst (es kommen oft recht merkwürdige dinge dazwischen), lässt sich ein wallach besser vermitteln. wallache haben zudem eine höhere lebenserwartung.

es gibt wenig vernünftige gründe, einen hengst zu halten, wenn man nicht züchten will. es mag einige wenige "gentleman-hengste" geben - aber gerade kleine ponys sind oft nicht wirklich einzuschätzen - auch wenn du sie bereits jahrelang hast.

Antwort
von beglo1705, 89

Hab einen Barockpintohengst, den ich mit ca. 5 Jahren geholt habe. So spät wollte ich ihn aber auch nicht mehr legen lassen, da das im Normalfall auch nix mehr bringt.

Er war von Anfang an kompliziert und alles Andere, als kuschelig, leicht zu händeln oder gar "brav". Also wollte ich erst sehen, was man daraus machen kann (Traumapferd, lange andere Geschichte).

Heute ist mein "Salamigalopper" (Kosename, wenn er mich echt aufregt) 10 Jahre, kein bisschen mehr hengstig, brav bei Stuten, wenig dominant und führig auch bei (den meisten) fremden Leuten, kleine Unarten verzeihe ich natürlich da er eine besondere Vorgeschichte hat.

Es ist mehr eine Frage der Erziehung, der Haltung und des Umgangs wie dein Pferd sich entwickelt, weniger ob Hengst, Stute oder Wallach. 

Kommentar von ponyfliege ,

hast du gelesen - in einem kommi schreibt sie, sie will ihn auf eine stutengruppe loslassen...

eigentlich sollte diese hinterhofvermehrerei endlich über den tierschutz geregelt werden. das würde viel leid ersparen... diese art des vermehrens ist eigentlich nur sinnvoll, wenn man das resultat möglichst bald essen möchte. ich finde, zucht ist das nicht, sondern viehhaltung...

Kommentar von beglo1705 ,

Der Natursprung wird da gerne als "artgerecht" betitelt und nein, das ist nicht okay.

Hab auch einen Hengst und der "darf" definitiv nicht. Da achte ich peinichst genau auf die Zäune usw, wenn die Stuten rossig sind. 

Wenn das Fohlen dann hernach auch so ein "Spinnerle" wird, wie meiner bin ich auch noch Schuld oder wie? Nö, den Schuh würd ich mir nicht anziehen.

Bei Ponies/Pferden ohne Papiere wäre ich zudem vorsichtig. Keiner weiß um irgend welche (möglichen) vererbbaren Krankheiten oder Anomalien, die der Hengst in sich trägt. Da ich mich mit der Zucht auch zu wenig auskenne, lass ich da meine Finger von irgendwelchen Experimenten. Das Leid der Tiere steht mir hier näher, als ein "süßes" Fohlen das ich haben müsste.

Antwort
von trabifan28, 61

Das kommt nicht unbedingt auf das Geschlecht des Pferdes an. Viel wichtiger ist eine konsequente Erziehung, eine artgerechte Haltung und ein faier und pferdefreundlicher Umgang. Und natürlich auch ein bisschen auf den Charakter. Ist er von haus aus einfach hengstiger, dominanter oder eher ruhig und gelassen....



Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 62

Ich hatte nach einander mehrere hengste, Wenn sie artgerecht gehalten werden und konsequent erzogen und wenn man selbst wirklich weiß, was man tut und wie man die Buben händelt, ist es fast egal. Spät gelegte bleiben männlicher. Aber mit kumpels ODER Harem können die ein schönes Leben haben.

Antwort
von Hjalti, 81

Leider schreibst du nix dazu, wie er gehalten wird. Ob Shetty oder nicht, spielt für mich da eher die untergeordnete Rolle. Wichtiger ist z. B. kommt er ohne Stuten mit Wallachen klar, kann/darf er mit anderen zusammen raus, etc. Hengsthaltung (auch bzw. gerade bei Ponys) ist ja nicht gleich Hengsthaltung! So mancher Hengst frönt sein Dasein eher einsam, zwar vllt noch auf Sichtkontakt mit anderen Pferden, aber das war es dann im Großen u. Ganzen auch... für mich wäre in dem Fall - wenn also kein Zucht- oder Sportpferd - ausschlaggebend: was wird ihm auf Dauer im Rahmen der Haltungsbedingungen besser gerecht? 

Kommentar von sarlenklo ,

Da er noch nicht solange im Stall ist, steht er bisher alleine. Aber er wird in dem nächsten Tagen anfangen mit Shetty Stuten zu laufen. Danach wird er in eine gemischte Wallach Herde gemischt. Auch alles Shettys oder Mullies. 

Kommentar von trabifan28 ,

Shetty Stuten? Wollt ihr Nachwuchs oder wieso ausgerechnet in eine Stutenherde?

Kommentar von sarlenklo ,

Ja, wir wollen Nachwuchs. Also nicht ohne Grund zu den Stuten. 

Kommentar von ponyfliege ,

wieder so ein verantwortungsloser kleinponyvermehrer... ohne rücksicht auf verluste...

man ZüCHTET, damit man möglichst wenig überraschungen erlebt. das betrifft bei kleinponys sowohl den charakter, als auch degenerative erkrankungen des bewegungsapparats und der inneren organe.

ich hab schon mehr als ein "wildzuchtexemplar" erlebt, das kein mensch mehr anfassen konnte - und zwar nicht wegen mangelnder erziehung, sondern wegen charakterdefiziten. sowohl bei stuten, hengsten und wallachen.  und diverse fohlen davon mit knochenweiche, kieferfehlstellungen, luftsackfehlbildungen und deformierten beinen und deformiertem skelett. sowas tut am am besten so schnell wie möglich zum schlachter. damit es sich nicht quält.

völlig VERANTWORTUNGSLOS!!!

Kommentar von trabifan28 ,

Da stimme ich Ponyfliege voll und ganz zu!

Diese Hinterhofzuchten sind nicht sonderlich gut. Vorallem wenn man einen Hengst einfach so auf eine Stutenherde loslässt.

Man sollte sich zumindest überlegen was da am Ende für Fohlen rauskommen sollen und welche Stute mit welchem Hengst... nicht einfach wild drauf los "züchten". Denn wirkliches Züchten ist das ja sicherlich nicht.

Noch dazu kommt, das viele keine Ahnung haben von dem was sie tun. Ein bisschen Ahnung und Erfahrung würde das schon um einiges erleichtern. Zumal man dann auf gewisse Dinge achten würde und nicht einfach mal so einen Hengst zu mehreren Stuten lassen. Wer weiß was da rauskommt... die Fohlen können einem manchmal wirklich leid tun...

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