Frage von meco13, 32

Sandstein womit behauen, neu ausfugen und streichen?

Hallo!

Ich habe ein 110 Jahre altes Haus mit gut erhaltenen Sandsteingrundmauern. Manche der Sandsteine sind etwas ausladend geformt und stehen deutlich aus der Mauer hervor. Ich möchte die Oberfläche dieser einzelnen Steine etwas beschlagen und suche dazu ein geeignetes Werkzeug. Ein Kompressor mit 50L-Kessel ist vorhanden.

1.) Mit welchen Werkzeugen lässt sich die Oberfläche von Sandsteinen am besten bearbeiten und trotzdem ein natürliches Bild beibehalten. Ich möchte keine glatte Oberfläche, wie diese z.B. mit einem Winkelschleifer mit Diamantblatt entsteht.

2.) Auch die Fugen möchte ich nach und nach neu ausfugen. Welches Fugenmaterial und welches Werkzeug eignet sich dazu am besten?

3.) Die Fenster sind sämtlich auch in Sandstein eingefasst. Am manchen dieser Sandsteine sind Ecken oder Kanten abgebrochen. Gibt es ein Material, mit dem Sandstein haltbar ausgebessert werden kann?

4.) Zu guter Letzt beabsichtige ich die Sansteine in einem Grauton zu streichen und suche dazu eine gut haltende Farbe. Was empfiehlt sich dafür, welche Vorbereitungsmaßnahmen sind zu treffen und womit sollte die Farbe aufgetragen werden?

Antwort
von furbo, 19

1. Mit einem pneumatischen oder Presslufthammer mit Scharriereisen. Wenn viel abzutragen ist, würde ich mit der Schleifhexe vorschneiden, Schnitt neben Schnitt und dann abhämmern und glätten. 

2. Ausfugen mit Mörtel aus Tonerdeschmelzzement

3. Es gibt speziellen Putz oder Spachtel mit Sandsteinanteil, der das Sandsteinmuster nachahmt.

4. Keine Farbe. Farbe schädigt den Sandstein. Naturbelassen ist am Besten.

Darf ich mal fragen, wo der Sandstein herkommt? Es gibt verschiedene Sandsteinarten. 

Kommentar von meco13 ,

Danke für die Infos!

Zum Thema Farbe:
Sandstein ist halt leider rötlich, was überhaupt nicht zum Rest des Hauses mehr passen wird. Ich hatte mir auch schon überlegt, diesen komplett zu verputzen und dann zu streichen. Um eine Änderung der Farbe werde ich nicht herum kommen.

Der Sandstein kommt wohl aus dem Schwarzwald Großraum Offenburg. Da das Haus aber 110 Jahre alt ist und die ursprünglichen Erbauer längst verstorben sind, kann ich nicht sagen woher genau dieser herkommt.

Kommentar von furbo ,

Ich habe 2 Häuser mit Sandsteinanteil. Sandstein ist ein sehr schöner aber sensibler Baustoff, der auf falsche Behandlung reagiert. Bevor du ihn versiegelst, solltest du mit einem Steinmetz reden, der dir sagen kann, ob es wirklich eine gute Idee ist. Auch gibt es unterschiedliche Sandsteine, je nach Herkunft.

Kommentar von hermannalbers ,

Zwei Kommentare - zum Beitrag von furbo:

1. "Viel abzutragen..": Wenn du dich tatsächlich an den "Abtrag" rantraust (warum auch nicht?): Fang da an, wo es kaum jemand sieht. Vorsichtig obendrein!!

2. "Tonerdeschmelzzement": Habe ich selbst NIE verarbeitet, aber GEHÖRT, dass der unheimlich schnell nach dem Feuchtmachen erhärten soll. (Das Anwendungsbeispiel war ein "Klo-Fallrohr", dass illegal in eine ehemalige Abbruchhalde - die dann als Baugrube ausgeräumt und für einen Kleller vorbereitet wurde - mündete. Und nach zweimaliger schriftlicher Aufforderung, das Übel abzustellen bauseitig einfach nur "dicht" gemacht werden sollte. O-Ton, soweit ich ihn noch richtig erinnere: "Ein Sack Tonerdeschmelzzement rein - aber SCHNELL verarbeiten; dann habt ihr Ruhe!". Will sagen: Wenn du - furbo - selbst mit Mörtel mit Tonerdeschmelzzement gearbeitet und damit gute Erfahrungen gemacht hast, lass es uns wissen. Ich möchte lediglich vermeiden, dass meco13 das Zeug schon "auf der Kelle" hart wird.

Kommentar von furbo ,

Stimmt, mit tzz musst du schnell arbeiten. Er hat aber den Vorteil, dass er bei Naturstein nicht ausblutet, sprich den hydroskopischen Stein verfärbt, wie es normaler Mörtel manchmal macht. Alternativ wäre ein spezielle Natursteinmörtel. 

Antwort
von luckytess, 18

Schau dir mal das Video an

Ich empfehle dir den Besuch bei einem Steinmetz, der dich richtig beraten kann.

Kommentar von meco13 ,

Danke für die Info!

Dies ist vor einigen Jahren schon geschehen.

Aber Steinmetze sind halt Profis und müssen von ihrem Handwerk leben. So dann natürlich auch die Beratung in die Richtung, alles auch nur vom Profi machen zu lassen. Dies ist aber finanziell nicht machbar, weshalb eine "Beratung" keinen Sinn macht. Und ihre "Geheimnisse" im Umgang mit Sandstein geben sie natürlich dann auch nicht preis, sonst hätten sie ja bald keine Kunden mehr.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community