Frage von kailimaili,

Pferd Aggressiv

Ich habe jetzt seid einigen Monaten eine neues Pflegepferd. Zu reiten ist es gut. Nun aber zum eigentlichen Problem. Das Pferd ist total aggressiv und respektlos. Es fängt damit an das ich zu seinem Stall komme, dort stehe um ihn rauszuholen und er mit aggressiver Haltung (Ohren angelegt, Zähne "gefletscht", etc.) auf mich zu stürmt bis zu der Begrenzung. Versuche ich in den Stall zu gelangen dreht er mir seinen Hintern zu und tritt sogar aus. Diese "Stall Geschichte" ist komischerweise immer an einem bestimmten Tag. Aggressives Verhalten zeigt er aber auch beim Satteln. Komme ich mit dem Sattel, dreht er sich weg und legt die Ohren an. Lege ich diesen dann auf versucht er sogar zu schnappen. Beim putzen an bestimmten Stellen zeigt er ein ähnliches Verhalten. Ich wüsste gerne was ich gegen sein Verhalten tun kann (Rangordnung klären, Vertrauensübungen, etc.). Wäre lieb wenn mir jemand weiter helfen würde, stoße gerade echt an meine nervlichen Grenzen.

Hilfreichste Antwort von traumfragen1,
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Du hast recht, das Pferd ist respektlos-in deinen Augen. In seinen Augen bist du nur ein nerviges, kleines, rangniedriges "Pferd"

Es wäre am besten, du fragst jemanden, der sich mit solchen Pferd auskennt, dir zu helfen einen höheren Rang zu belegen. Alleine könnte das schwierig werden, vor allem wenn du dich da noch nicht so gut auskennst.

Wichtig ist, ein solches Verhalten nicht mehr zu akzeptieren. Du kannst zb am Paddock, Round-Pen o.ä. arbeiten. Dazu gehst du auf das Pferd zu, reagiert es wie von dir beschrieben, treibst du es von dir weg, zb durch Strick schwingen. Sobald es weg ist, hörst du auch mit dem Schwingen. Dann wiederholst du das Ganze, solange es freundlich auf dich aufmerksam ist, in diesem Fall, entfernst du dich vom Pferd. Um zu erklären warum: Dieses Pferd hat gelernt, dass es durch Ohren zurück legen und Zähne fletschen den Menschen los wird. Dies musst du jetzt umfunktionieren, indem du dem Pferd zeigst, bei unfreundlichem Verhalten, muss es Arbeiten. Gleichzeitig bekommst du an höheren Rang, weil du den Platz einnimmst, wo das Pferd vorher gestanden hatte.

Hast du das Erfolgreich geschafft, wird das Pferd wissen, dass es dich nur los wird indem es freundlich ist zu dir.

Hast du erstmal einen höheren Rang erlangt, kannst du damit anfangen, das Beißen und Treten zu unterbinden, falls es dann noch da sein sollte, denn in der Regel beißt und tritt ein rangniederes Pferd nicht!

Du musst dir jeden Tag aufs neue den Rang in der Herde festigen, denn Pferde bestimmen jeden Tag aufs neue, wer welchen Rang in der Herde verdient!

Wenn das Pferd also nun beißen will, schiebst du den Kopf zunächst zur Seite und sagst Nein. Das ist die erste Drohung. Versucht es trotzdem zu beißen, kommt die zweite Drohung mit einem weiteren Nein und Kopf wegschieben. Erst beim dritten Beißversuch darfst du ihm, sollst du ihm auch, einen Klaps geben. Am besten am Hals oder Brust.

Wegen des Sattels ist das die gleiche Situation, solange du rangniedriger bist, zweigt dir das Pferd auf diese Weise, dass es nicht einverstanden ist, mit dem was du tust. Lass es aber dennoch von einem Sattler oder Tierarzt durchchecken, ob eventuell Pilz oder Sattelzwang entstanden ist. Ob der Sattel passt, kannst du am Schweißabdruck sehen.

Hoffe ich konnte dir helfen. Wenn du Fragen hast, oder die ganze Respektssache besser erklärt bekommen haben willst, kannst du mir ja eine PN schicken :)

Kommentar von traumfragen1,

Danke fürs Sternli :)

Antwort von Aristella,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ohje... du hast es ja schon erfasst, er ist total respektlos. Der wird vermutlich mal sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben und hat nie gelernt, dass Menschen nicht aus Prinzip gemein sind. Dass er sich nicht satteln lässt, deutet auf einen schlechten Sattel hin; das muss nicht unbedingt der jetzige sein, wenn er mal über längere Zeit Schmerzen mit diesem Ding verbunden hat, dann lässt sich das nicht so einfach wieder vergessen machen.

Zu dieser "an einem bestimmten Tag"-Sache: Was ist das denn für ein Tag? Passiert an dem Tag was? Kommt da vorher ein bestimmter Reiter? Hatte er am Tag davor Pause oder bestimmten Unterricht? Nur bei bestimmten Wetterlagen (auch Pferde sind wetterfühlig)? Wenn du das mal eruierst, kannst du vielleicht die Ursache abstellen.

Zu der Beißerei: beiß zurück! Wenn der dir mit den Zähnen entgegenfährt, kriegt er eine aufs Maul! Muss nicht fest sein, ein Klaps reicht schon - weil du eben die Stufe weiter gegangen bist als er und ihn wirklich berührt hast, und zwar dort, von wo seine Attacke herkam. Genauso wenn er dir den Hintern zudreht - dreh den wieder weg, notfalls nimm einen Strick, um ihn zu touchieren. damit mein ich nicht, dass du ihn verprügeln sollst, sondern dass du dich selbst schützt. Und dass er sich beim Putzen an bestimmten Stellen nicht berühren lässt, musst du einfach ignorieren - dem Leitpferd ist es auch egal, ob es dem rangniederen jetzt passt oder nicht wo es sein muss.

Allgemein würd dem Pferd Bodenarbeit, insbesondere Natural Horsemanship, sicher helfen - das sollte vor allem auch die Besitzerin machen. Sonst kommst du bald besser mit ihm zurecht als sie, und dann fängt die Eifersüchtelei an...

Antwort von Egenolf,
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Das Sattelproblem: Nimm viele Leckerchen - z. B. Kleingeschnittene Bananen Und viel zeit. Pro Sitzung ca. 10 Min. ca. 2 Wochen lang immer dasselbe. Als Bewegung longieren ohne Ausbinder oder Longiergurt oder laufen lassen. 1. Nur die satteldecke auf den Hals auflegen. 2. Die Satteldecke auf den Rücken ziehen, das reicht für die ersten Wochen aus. Dann erst den Sattel dazunehmen ebenso verfahren. Dann erst den Gurt dazunehmen, vorsichtig anziehen. Das alles immer mit Leckerchen belohnen und zwar jedesmal, wenn auch nur die kleinste Kleinigkeit gut läuft. Nach wenigen Tagen wird das Pferd dich sehnsüchtig erwarten. Die Eigentümerin muss das auch machen. Jeden Tag. Die gesamte Zeit sollte nicht geritten werden, sonst fällt alles wieder zusammen, durchhalten.

Antwort von tapsiturtle,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hört sich nach meinem RB-Pferd an :D Er macht das nur im Winter, weil er dann nicht ausgelastet und unterfordert ist.

Ich rate dir das abchecken zu lassen. Stimmt wirklich alles mit dem Pferd und dem Sattel? Rücken, Zähne etc. vom TA oder Osteopath kontrollieren lassen.

Wenn das Pferd gesund ist, ist es Fehlverhalten. Versuche rauszufinden, ob sich das Pferd bei anderen Personen auch so verhält. Falls es das nur bei dir macht, solltest du versuchen es "auszudiskutieren". Nimm dir dazu aber Hilfe von der Besitzerin, einem Reitlehrer oder erfahrenen Stallkollegen. Die Kraft des Pferdes und "Aggressivitaet" darfst du nicht unterschätzen, sonst passiert dir schneller ein Unfall als du gucken kannst.

Viel Erfolg ;)

Kommentar von kailimaili,

Die Besitzerin ist 13, es ist ihr erstes Pferd, hat noch nicht all zu viel Erfahrung und wusste dementsprechend selbst nicht weiter :D Gesundheitlich ist alles gut und der Sattel wurde gecheckt. Das Verhalten zeigt er gegenüber allen Leuten. Gibt es vllt. bestimmte Übungen oder so die ich machen könnte?

Kommentar von tapsiturtle,

Über sowas könnte ich mich stundenlang aufregen.. warum hat einen 13jährige ohne Ahnung und Verstand so ein Pferd. Das kann für euch echt gefährlich werden..

Es ist schwer dir so als Ferndiagnose Übungen zu sagen. Es könnte sein, dass das Pferd schlechte Erfahrungen gemacht hat und verunsichert ist. Dann müsstet ihr mit viel Ruhe und Geduld, schrittweise die Probleme angehen. Oder das Pferd ist, wie eben erwähnt, unerzogen und respektlos dem Menschen gegenüber. Hier muss die Rangordnung durch Konsequenz und Ruhe, aber keines Falls Gewalt geklärt werden. Jeder Fehler des Pferdes wird korrigiert, jedes gewünschte Verhalten verstärkt z.B durch Lob, oder durch "in Ruhe lassen".

Auch in hinsicht auf dich und die Besitzerin rate ich euch, euch an einen Reitlehrer zu wenden. Der kann mit euch auch solche Situationen üben und euch Tricks ubnd Tipps zum selbst üben geben.

Aber zuallererst sollte jemand geschultes das Problem erkennen und dann gezielt und vorallem stress- und unfallfrei für alle Beteiligten lösen.

Antwort von Plattschnacker,

Du solltest Dir vielleicht einmal vom Besitzer zeigen lassen, wie man mit dem Tier umgeht.

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