Frage von jonisc, 65

Micro SD Karte nicht mehr beschreibbar?

Hallo, Ich habe eine Micro SD Karte mit 16 GB / Klasse 10. Die Karte war für meinen Banana Pi (wie Raspberry Pi). Seit kurzem kann ich nichts mehr auf die SD schreiben. Ich habe z.B. versucht in Raspbian eine Statische IP einzurichten, jedoch war nach dem Neustart die Konfigurationsdatei wie vorher. Auch am PC hatte ich versucht die SD zu formatieren (AOMEI Partition Assistant Standard Edition 6.0). Der Assistent hat anscheinend die Micro SD formatiert, jedoch wurde die SD nicht formatiert (PC zeigt immer noch die alten Partitionen an). Kann so schnell eine Micro SD kaputt gehen?

Expertenantwort
von guenterhalt, Community-Experte für Computer & Linux, 32

das kann mehrere Ursachen haben:

1. die Karte ist defekt

2. das (die) Filesysteme der Partition(en) ist defekt

Wer einen Pi hat , der sollte auch auf einem Computer ein Linux-Betriebssystem ( wenn auch nur als Live-System) haben.
Damit kann man die SD-Karten-Partitionen u.U. repaieren

fsck -t <Type> /dev/<SD-Karte>

Dabei stellt man auch fest, ob sie tatsächlich defekt ist.

Durch ein Formatieren bleiben die Partitionen als solche erhalten (nur die Inhalte ändern sich). Um die Partitionen zu verändern bedarf es einer Partitionierung ( fdisk ).

Und ja, auch SD-Karten sterben. So ein Pi läuft u.U. rund um die Uhr.
Da werden auch im Ruhezustand Daten auf die Karte geschrieben ( z.B. Logfiles) . Bei mir hat so eine Karte auch nur etwa 3 Jahre gehalten.
In einem Fotoapparat ist die Belastung minimal, deshalb halten die dort viel länger.

Ein Pi-Nutzer sollte daher immer auch eine Kopie der SD-Karte haben.
Die lässt sich leicht mit dd ( Disk-Dump) mit Linux anlegen. Das würde auch mit dem Pi selbst gehen, wenn man eine USB-Stick als Medium benutzt.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Die lässt sich leicht mit dd ( Disk-Dump) mit Linux anlegen.

... oder auch grafisch etwa per "GNOME Disks", was vielleicht etwas "einsteigerfreundlicher" ist.

Sicher, dass "dd" für "disk dump" steht? Soweit ich weiß, hieß die entsprechende Unix-Utility "cc" ("carbon copy" = Fotokopie) und das GNU-Projekt hat sich dann einen Witz daraus gemacht, einfach einen Buchstaben weiterzugehen und das Ding "dd" zu nennen.

Kommentar von guenterhalt ,
Sicher, dass "dd" für "disk dump" steht? 

natürlich nicht. Die folgenden Zeilen findet man bei Wikipedia:

"Die Herkunft des Programmnamens dd ist nicht gänzlich geklärt und es finden sich zahlreiche Möglichkeiten in diversen Quellen:"

Wenn sich da schon die Experten streiten, warum sollten wir es nicht auch machen. Von all den dort genannten "Erklärungen" erscheint mir "disk dump" das, was dd macht, am besten zu beschreiben.
In den 80-er Jahren gab es bei unserem Unix-Nachbau nur die von mir genannte Langform von dd.

  
"GNOME Disks" oder was es noch für grafischen Werkzeuge für solche Zwecke gibt, haben den großen Nachteil, man muss dafür mindesten eine X-Server haben. 
dd sollte viel einfacher zu installieren (wenn nicht bereits vorhanden) und zu benutzen sein, als eine undurchsichtige grafische Klickerei.
Mächtiger sind die Basisbefehle ohnehin. 
Die erste Hürde ist die Beschreibung für unerfahrene Benutzer.

dd if=<Quelle> of=<Ziel>

ist ganz eindeutig.

Für ein benutzerfreundliches Werkzeug klingt das dann so:

Trage rechts oben in das hellblau (ab Version 2.1 grün)  abgebildete Fenster den Namen der zu kopierenden Quelle ein,
Wähle einen Zieldatenträger (rechts unten )  ....

Da haben die einzelnen Leute wohl sehr unterschiedliche Vorstellungen von benutzerfreundlich.
 
Antwort
von WosIsLos, 32

Prüfen, daß die Karte NICHT schreibgeschützt ist.

Dieses Tool verwenden:

www.chip.de/downloads/SD-Formatter_72605634.html

aber NICHT mit Schnellformatierung.

Am besten Formatierung bei Erfolg 5 * durchführen.

Ja, diese Karten sind sehr empfindlich und können schnell kaputt gehen, z.B. wenn ihnen plötzlich der Strom entzogen wird, oder bei Überspannung durch Berührung oder Hitzeeinwirkung, auch einzelne Zellen können kaputt gehen, meist wenn diese zu oft beschrieben wurden.

Wenn nichts mehr geht und die Daten wichtig sind, Rettungsversuch bei:

www.speicherkartenfehler.de/mobile/smartphone/600145a3390d2fe07.html

Antwort
von Jack63G, 20

Ja, so eine SD-Karte kann von jetzt auf gleich ausfallen,  ohne Vorankündigung, ohne Vorab-Analyse- bzw. Voraussagemöglichkeit. Besonders wenn ein großes overheadiges System mit grafischer Benutzeroberfläche da läuft, Journaling Filesysteme und vieleicht sogar noch SWAP eingerichtet ist, kommt das Ende oft sehr schnell. Deswegen hat ein Minicomputer- Entwicklungsboardnutzer auch immer eine funktionsfähige Kopie des Startmediums in Reserve.   Hast du nicht ? Dann hast du halt Pech gehabt und hast für die Zukunft gelernt. Wenn das das erste Mal passiert,,, nun gut...

Wenn sich das jedoch in relativ kurzen Zeitabständen wiederholt, ist in deiner Installation / Konfiguration sehr wahrscheinlich ein Fehler, welcher scnell immer wieder den Flashspeicher zerstört / totschreibt.

Die häufigsten Fehler sind jedoch (logische) Dateisystemfehler, welche man reparieren kann. Manchmal treten Dateisystemfehler auch als Folge physikalischer Fehler auf.  In solchen Fällen ist das Dateisystem meisst nicht mehr reparierbar und es kann auch kein neues Dateisystem eingerichtet werden.

Mit einfachen Mitteln kann man leicht zwischen logischen und physikalischen Fehlern unterscheiden, in dem man z.B. versucht ein Image oder einen Klon der Karte zu erstellen.  Wenn das ohne Fehler möglich ist, war es (nur) ein logischer Dateisystemfehler, der jedoch auch eine Ursache haben muss...

Kommentar von jonisc ,

Ich habe ein Backup, das ist kein Problem. Die Mikro SD bedeutet mir nichts, da ich eh noch welche habe, und ein anderes System benutze. Formatieren geht wirklich nicht. Mit keinem Programm. Kein Schreibschutz (wo hat so eine Mikro SD einen Schalter zum Schützen?) vorhanden. Ich werde jetzt häufiger Backups machen, wenn ich was verändere, aber da bin ich besser, als ein paar Bekannte, die noch nie etwas von einem Backup gehört haben.

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