Frage von rotesand, 92

Macht man sich als ehrlicher, geradliniger Mensch unbeliebt?

Hallo!

Vorweg - ich bin ein ehrlicher, geradliniger Gemütsmensch, mit dem man sich eigentlich nicht Streiten kann, der aber seine Meinung geraderaus sagt. Dabei achte ich stets auf diplomatische Formulierungen & eine gewisse Freundlichkeit: Ich sage etwas nie unhöflich, frech oder verletztend, aber andererseits direkt und gern auch mal gegen den Mainstream (auch wenn mir voll bewusst ist, dass das was ich sage gegen die Meinung des Gegenübers geht).

Ich habe dabei feste Prinzipien & Meinungen, mache viel nach eigenem Gefühl oder nach meinen privaten Erfahrungswerten, aber ich lasse mich auch gern von anderen überzeugen/mitreißen, wenn mir etwas logisch erscheint ---------> ich lege sehr großen Wert drauf, dass jeder seine Meinung sachlich begründen darf, liebe persönlich geführte Diskussionen über Dinge die sich lohnen. Nehme auch gern den Input anderer an, wenn ich merke dass sie es ehrlich meinen und nicht irgendwelchen Unsinn daherreden "damit man halt was gesagt hat".

Wenn mich allerdings jemand irgendwie verkohlt oder es probiert, mich auf eine falsche Fährte zu locken, dann kann ich auch schon mal ausholen & ganz direkt sagen, dass das so nicht geht und ich mir nicht auf der Nase rumtanzen lasse. Da habe ich kein Problem mit, Leuten auch mal verbal auf die Finger zu klopfen (sie aber nicht irgendwie anzupflaumen oder von oben herab zu behandeln; das ist jetzt echt nicht mein Stil).

Allerdings gibt es einige Menschen, die mit meiner Denkweise/meiner Art nicht klarkommen.. da gelte ich z.B. als rücksichtslos oder undankbar, weil ich meine Meinung habe & konsequent (aber freundlich) vertrete, auch bereit bin eigene Wege zu gehen und nicht immer alles so mache "wie MAN es macht" oder "wie MAN es IMMER gemacht hat". Das hat nix mit Undankbarkeit zu tun, aber manche meinen es eben. Und exakt damit kommen manche nicht klar.. und ich frage mich insofern ob man als ehrlicher und geradliniger Mensch mit Prinzipien sich unbeliebt macht. Es sind zwar nur wenige, die mir nicht sehr wohlgesonnen sind, und die sind mir eigentlich auch egal bzw. können mich nicht aus der Ruhe bringen, aber es würde mich trotzdem irgendwie mal interessieren..!

Gerade bei älteren oder auch jüngeren Leuten in meinem Alter ecke ich nicht an, da gibt's auch regelmäßig echt super tolle Diskussionen & Gespräche über alles.. aber die Altersgruppe ich sage mal zwischen 40 und 50 hat meiner Ansicht nach bisweilen Probleme, mit meiner Art klarzukommen (ich bin 25).

Was meint ihr? Bin gespannt was sich hier vllt. ergibt..!

Viele Grüße..!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von feminam, 92

Ja, aus meiner Erfahrung kommen Menschen mit einer gewissen Direktheit nicht immer klar. 

Fremdbild und Selbstbild können schonmal auseinander klaffen. Jeder sieht jeden Menschen anders. Sobald jemand offen ist für Diskussionen etc. bietet dies in aller Regel bereits Konfliktpotential.

Kommentar von rotesand ,

Vielen Dank für deine Ansicht :)

Das macht Sinn.. echte Konflikte gibt es mit mir eigentlich gar nicht, es sind nur Diskussionen in der ich nicht der Meinung anderer bin, wodurch diese dann beleidigt sind oder meinen, ich würde sie überfahren/indoktrinieren. Was ich durch meine Art der Gesprächsführung aber ganz sicher nicht versuche..! Bei mir kommen immer alle zu Wort & können ihre Anliegen gern sachlich schildern.. und manche sind dann beleidigt, wenn ich diese Ansicht nicht teile.

Verwunderlich: Ältere Leute oder Menschen in meinem Alter haben damit idR keine Probleme.. dafür ecke ich gern mal bei der Altersgruppe zwischen 40-50 an. Gibt es dafür ggf. eine Erklärung?

Kommentar von feminam ,

Ich würde hier auf den Zufall tippen. Aus meiner Sicht haben sowohl junge als auch alte Menschen Probleme damit die Meinung anderer Menschen zu akzeptieren. Ich denke es ist zum Einen Milieu- abhängig und andererseits eine Persönlichkeitsfrage bzw. hängt vom Grad der Reife der jeweiligen Person ab, die nichts mit dem Alter zu tun haben muss.

Kommentar von feminam ,

Vielen Dank!

Antwort
von pn551, 72

Ich gehe davon aus, daß die Meinung, die Du von Dir gibt, nicht ungefragt kommt? Wenn Du nach Deiner Meinung gefragt wirst, dann scheue Dich nicht, sie auch von Dir zu geben. In der Regel ist es so, daß, wenn Dich jemand nach Deiner Meinung fragt, die Hoffnung hat, daß sie sich mit seiner eigenen deckt. Wenn dies nicht der Fall ist, dann reagieren sie schon mal ein bisschen pikiert. Mach aus Deinem Herzen keine Mördergrube und gibt Deine Meinung weiterhin preis, ob es den anderen gefällt oder nicht. Anderen nach dem Mund reden, damit man es im Leben einfacher hat? Nie........... dann lieber enthalten. Ich bin eher bereit, mein Umfeld zu ändern als meine Meinung. 

Kommentar von rotesand ,

Stimmt vollauf --------> ich gebe meine Meinung nicht ungefragt kund! Ist auch nicht meine Art..!

Deine Antwort macht wirklich Sinn & ist auch inhaltlich sehr gut.. ich würde sowieso exakt so weitermachen wie bisher & mich nicht für Leute verändern, die mir nix bedeuten ----------> ein Wahlspruch von mir ist dass ich mich nicht kleinmache aus Respekt vor anderen, die mir unwichtig sind..!

Wenn mir irgendwo gar nichts Nettes einfallen würde, was ich zu einem sagen kann, schweige ich auch lieber, als dass ich ggf. was sage, das mir später leidtäte oder zu meinen Ungunsten ausgelegt werden könnte.. mein Motto ist "Mit dem Hut in der Hand kommt man durchs ganze Land" & ich bemühe mich immer um größtmögliche Freundlichkeit.. mir hat mal jmd. gesagt, dass ich sogar dann noch verhältnismäßig wohlwollend rüberkäme wenn ich meinem Unmut mal Luft mache ;)

Antwort
von Vanelle, 50
Vorweg - ich bin ein ehrlicher, geradliniger Gemütsmensch, mit dem man sich eigentlich nicht Streiten kann

Vorweg :-)

So siehst Du Dich, oder möchtest so gesehen werden, dass muss aber mit der Realität nichts zu tun haben.

Was Du für ehrlich und geradlinig hältst, wirkt auf Dein Umfeld vielleicht eher wie "Elefant im ...", Rechthaberei, Sturheit, Überheblichkeit etc. Einfach ein "Stinkstiefel" ...

Kommentar von rotesand ,

Kann sein, aber überheblich oder rechthaberisch bin ich nicht -------> das sind Werte, die mir absolut zuwider sind. Ein realistisches Selbstbild ist mir schon wichtig, ich bin auch kein Überschätzer.

Ich werde beruflich und auch von den meisten Menschen durchaus geschätzt, gelte als ein freundlicher und gemütlicher Typ mit dem man gut auskommen kann!

Auch Diskussionen/Gespräche funktionieren mit, ich sage mal, 97 Prozent meines Umfelds gut ;)

Kommentar von Vanelle ,
 aber überheblich oder rechthaberisch bin ich nicht -------> das sind Werte, die mir absolut zuwider sind. Ein realistisches Selbstbild ist mir schon wichtig

Wir alle machen uns/haben ein Bild von uns selbst, aber realistisch? Eher nicht ...

Kommentar von rotesand ,

Nicht notwendigerweise!

Ich kenne Leute, die sich wirklich in allem, was sie tun, total überschätzen & sich für Hansdampf in allen Gassen halten, dann aber schon einknicken wenn sie daheim 'nen Nagel in die Wand hauen oder die Winterreifen aufziehen müssen..! Das sind meistens auch die, die sich über andere lustigmachen die ihrer Meinung nach "unfähig" sind ;)

Nee, im Ernst: Mir ist nie zu Ohren gekommen, dass ich ein überheblicher & anstößiger Mensch sei.. echt nicht! Und ich habe ein sehr ehrliches, oft auch ähnlich direkt wie ich reagierendes Umfeld, das alles ausspricht, was unpässlich sein sollte.. Ich neige sogar eher dazu, mich für schlechter zu halten als ich bin ohne dass ich mich beweihräuchern mag.

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