Frage von thegoldenside, 168

ist Pastafari und das fliegende Spaghettimonster moderne Religionskritik oder nur Quatsch?

Hallo,

da ich mich gerade sehr intensiv mit dem Thema Pastafarianismus beschäftige, stellt sich mir die Frage, ob die Religion eine moderne Religionskritik ist oder einfach nur Schabernack?

MfG - danke an jeden für eine Antwort :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Spaghettus, 59

Das Pastafaritum ist als Kritik auf das Eindringen von Kreationismus und Intelligent Design in den USA entstanden. Dort hatte eine Schule in Kansas beschlossen, die Schöpfungsgeschichte der Bibel als Alternative von Darwins Evolutionstheorie im Biologieunterricht zu lehren. Deshalb hat Bobby Henderson, ein Physiker, gefordert, auch die Schöpfungsgeschichte des Fliegenden Spaghettimonsters zu unterrichten. Seither hat sich das Pastafaritum entwickelt und wird in fast allen Teilen der Welt als Mittel der Religionskritik genutzt. Es wirdGleichberechtigung zu anderen Religionen gefordert und damit darauf hingewiesen, dass diese ebenso glaubhaft bzw. albern sind, wie das Pastafaritum. In Neuseeland wurde das Pastafarititum sogar als eigenständige Religion anerkannt und die dortige Kirche darf rechtsgültige Trauungen durchführen. In Deutschland versteht sich die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters e.V. als Weltanschauungsgemeinschaft. Satzungsziel ist die Förderung wissenschaftlicher Weltanschauungen. Die Kirche des FSM Deutschland ist anerkannte gemeinnützige Körperschaft. Sie führt regelmäßig Nudelmessen durch, sowie Hochzeiten und Taufen. Mehr www.pastafari.eupastafari.eu

Kommentar von Spaghettus ,

https://www.youtube.com/user/BruderSpaghettus

Hier gibts noch mehr Infos, Berichte von Nudelmessen, Taufen, Fernsehsendungen usw.

Kommentar von thegoldenside ,

Die Frage ob es Religionskritik oder auch Religionssatire ist, stellt sich mir nun?...doch eigentlich ist Satire auch eine Form der Kritik?

Kommentar von Spaghettus ,

Kann man sicher so sehen, dass Satire eine Sonderform der Kritik ist. Wichtig ist da aber auch, dass sich Satire gegen Mächtige, nicht gegen Schwache richtet. Kritik ist ansonsten in alle Richtungen möglich.

Antwort
von Shiftclick, 83

Flying Spaghetti Monster (FSM) oder Pastafaranismus ist eine Religionsparodie. Solche Spaßreligionen präsentieren sich durch Inhalt und Struktur zwar ähnlich wie eine 'echte' Religion, sind jedoch meist nicht als Glaube sondern als Protest gegen den Einfluss von Religionen auf Gesellschaft, Wissenschaft und Politik konzipiert.

Der Pastafaranismus ist keine Kritik an einer Religion sondern an der Unterrichtung in 'Intelligent Design' an US-amerikanischen Schulen im Biologieunterricht. 'Intelligent Design' ist eine kreationistische und bibeltreue Theorie, die sich als Gegengewicht zu naturwissenschaftlichen Erklärungen der Welt versteht, insbesondere der Evolutionstherorie und der gängigen Kosmologie. Die Anhänger des Intelligent Design verweisen darauf, dass die Darstellungen der Bibel nicht widerlegt sind und folglich im Biologieunterricht unterrichtet werden müssen. FSM wurde vom Physiker Bobby Henderson begründet, als Protest dagegen, dass religiöse Inhalte in naturwissenschaftlichen Fächern unterrichtet werden müssen. Wenn der Kreationismus und die pseudowissenschaftliche Theorie des Intelligent Design nicht widerlegt sind, dann ist der Pastafaranismus mit seinen bizarren Glaubenssätzen auch nicht widerlegt und muss ebenfalls unterrichtet werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes\_Spaghettimonster

Kommentar von RudolfFischer ,

Kompliment für die sachliche und informative Darstellung.

Es wird allerdings auch in einem naturwissenschaftlichen Unterricht vieles gelehrt, was auf Annahme, also Glauben beruht. Auch wer nicht dem Kreativismus anhängt, muss zugeben, dass die konkurrierende Evolutionstheorie ihrerseits wesentliche Erklärungslücken aufweist, auch wenn die Grundannahme - Entwicklung anstatt in 7 Tagen geschaffen - wahrscheinlich richtig ist.   

Kommentar von Shiftclick ,

Da hast du Recht. Aber es geht auch um die Trennung von Staat und Kirche im säkularen Staat. Es war ein jahrhundertelanger Kampf nötig, um den Einfluss der Kirche auf den Staat beenden. Es ist klar, dass in einem naturwissenschaftlichen Fach das gelehrt werden sollte, was die Naturwissenschaften für ihre Erkenntnisse halten, selbst wenn das falsch sein sollte. Religiöse Inhalte sollten den religiösen Fächern vorbehalten werden. Sonst betreibt man Etikettenschwindel. Und im säkularen Staat geht es nicht an, dass Vertreter der Religion der Staatsmacht in ihr Privileg der Bildung hineinpfuschen. Natürlich ist es für jeden Gläubigen eine Kröte, die er schlucken muss, wenn er hinnehmen muss, dass seine Religion nicht das Sagen in allen Lebensbereichen hat. Das geht soweit, dass sogar ein Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken in seiner Eigenschaft als Politiker und Landtagsabgeordneter für Gesetze stimmen muss, die seinen religiösen Ansichten widersprechen (z.B. Homoehe, Abtreibung etc. pp.). Aber der Säkularismus und die Trennung von Kirche und Staat sind Dinge, auf die wir stolz sind und wir sehen in anderen Ländern, wie fatal es ist, wenn dort die Religion regiert.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Woher willst du wissen, was andere denken?

Mit diesem Kommentar hast du dich als lupenreiner Kreaktionist entlarvt.

Und das scheint auch zum lupenreinen Kreaktionisten zu gehören, dass er der Illusion anhängt, er wäre keiner.

Also noch mal auf Deutsch:
Du bist wegen deiner religiösen Verblendung nicht in der Lage, Tatsachen zu erkennen.
Und du bist genau wegen dieser Verblendung nicht in der Lage, dich selbst und deine Motive zu erkennen.

Dein Lob ist wie ein Trojanisches Pferd, nur bist du nicht Odysseus.
Der hatte schon Gründe, warum er das Pferd nicht aus Glas gemacht hat.
OK, unter den Gründen war vielleicht auch der Mangel an Glasbläsereien.

Darüber könnte man endlos diskutieren ...
Aber ganz sicher nicht mit mir!

Kommentar von Zicke52 ,

@RudolfFischer: Ich finde, das kann man nicht vergleichen.

Ich bin wissenschaftlich nicht bewandert genug, um eine profunde Diskussion über die Evolutionstheorie zu führen, aber meines Wissens sind sich die Wissenschaftler darüber einig, dass es eine der am besten belegten Theorien ist. Und um diese Belege geht es im Unterricht, nicht um die Verkündigung eine unumstösslichen Wahrheit. Es geht darum, den Schülern die Evolutionstheorie anhand von Funden, Beobachtungen, Experimenten nachvollziehbar zu machen. Es steht jedem frei, diese Belege zu entkräften und eine besser belegte Theorie zur Entstehung der Arten zu präsentieren. Wenn seine Argumente und Beweise stichhaltiger sind, dann ist die Evolutionstheorie halt Geschichte.

Der Kreationismus bewegt sich aber nicht auf dieser Ebene und ist deshalb auch keine Konkurrenz für die Evolutionstheorie. Er basiert nämlich nicht auf Belegen und sucht auch keine. Sein einziges "Argument" ist, dass eine Welt ohne Schöpfer nicht vorstellbar sei. Und das hat in Naturwissenschaften nichts zu suchen.

Antwort
von Hamburger02, 46

Genau genommen ist es beides. Es ist Satire, um reale Widersprüchlichkeiten aufzuzeigen.

Durch diesen Schabernack soll dargestellt werden, dass die gesamte Argumentation (fundamentaler) Christen, mit denen sie die Existenz ihres Gottes beweisen wollen, insgesamt so hohl ist, dass man mit genau diesen Argumenten auch die Existzenz eines Spaghettimonsters beweisen könnte.

Die Schwächen der christlichen Argumentation sollen dadurch offensichtlich werden, indem sie einfach kopiert und auf das FSM übertragen werden. Jedes Argument, das für den christlichen Gott angeführt wird, kann genauso gut auch für das FSM angeführt werden. Der letzte Schluss dieses Schabernakes ist dann die Aussage: der christliche Gott ist genauso ein menschliches Fantasieprodukt wie ein Spaghettimonster.


Antwort
von nowka20, 18

ist schabanack

Antwort
von martinzuhause, 83

es ist eine ganz normale religion.

die kopimisten gefallen mir da aber besser. da würde ich auch noch eintreten

http://www.it-recht-plus.de/tag/kopimisten/

Antwort
von ThomasJNewton, 16

Es mag ja daran liegen, dass ich mich eher zum Diskordianismus hingezogen fühle:
Aber ich verstehe nicht, wo du einen Unterschied siehst.

Darf Kritik denn keinen Spaß machen?
Oder darf Schabernack keinen ernsthaften Hintergrund haben?

Konfusius sagt
Humor ist, wenn man trotztdem lacht!

Und der Marquis du Mersaque sagt
Echt Konfu, das ist keine fernöstliche Weisheit, das hast du einfach mal hier aufgeschnappt!

Und սoʇʍəN әɯoɹәԸ sɐաօч⊥ fragt
Könnt ihr nicht einfach mal die ... halten, wenn ihr euch schon als Gäste bei mir eingenistet habt?

Ich sage
Piece, Alter!

Und merke grad, dass ich ja Thomas Jerome Newton bin.

Und mit dem https://de.wikipedia.org/wiki/Diskordianismus solltest du dich wirklich mal beschäftigen.
Im übrigen einer der wenigen Beiträge der Wiki-Kopie, die dem Original http://www.stupidedia.org/stupi/Stupidedia:Hauptseite annähernd nahe kommen.

Antwort
von tryanswer, 74

Das ist eine Posse von Leuten, deren einziges Ziel es ist Religion in Gänze zu diskreditieren. Mit Kritik hat das jedoch nichts zu tun.

Kommentar von Zicke52 ,

Natuerlich hat das mit Kritik zu tun. Es ist die 1:1 Kopie einer Religion und soll somit die Absurditaet von Religionen offenlegen, bzw. deren Funktionsprinzip: "Jeden Unsinn, den du nicht widerlegen kannst, musst du glauben."

Kommentar von tryanswer ,

Das ist nicht das Funktionsprinzip einer Religion. Und das alleinige Nachmachen ist maximal eine Satire, aber noch keine fundierte Kritik.

Kommentar von Zicke52 ,

Ach so, "du musst jeden Unsinn glauben, den du nicht widerlegen kannst" ist nicht das Funktionsprinzip einer Religion? Warum kommt dann IMMER, wenn man Gott anzweifelt, das Argument seitens der Gläubigen "kannst du seine Existenz widerlegen"? Ohne dieses Totschlagargument wären alle Glaubensgebilde schon längst wie Kartenhäuser zusammengefallen.

Und dieses Argument lässt sich eben auf jeden Unsinn anwenden. Es genügt, dass man den Gegenstand seiner Behauptung als unsichtbar und für menschliche Sinne unerfassbar erklärt.

Kommentar von tryanswer ,

Warum muß man überhaupt den Glauben einer anderen Person anzweifeln? Religion hat eine Vielzahl positiver Effekte für einen Gläubigen.

Wenn jdm. nicht glauben möchte, so sei ihm das gegönnt, daß berechtigt ihn jedoch noch nicht sich abfällig über die Überzeugungen der anderen zu äußern.

Wer nun mit solch banalen Fragen wie einen Gottesbeweis an einen Gläubigen herantritt, braucht sich über eine derartige Antwort nicht zu wundern. Zumal er damit schon bewiesen hat, daß ihm jedes Verständnis für Religiosität fehlt.

Kommentar von Meatwad ,

Warum muß man überhaupt den Glauben einer anderen Person anzweifeln?

Weil viele Menschen diesen Glauben benutzen, um andere in ihrem Leben einzuschränken. Solange der Glauben an imaginäre Wesen dazu dient, weltliche Regeln zu legitimisieren, muss man diesen anzweifeln.

Religion hat eine Vielzahl positiver Effekte für einen Gläubigen.

Das hat Koksen auch. Mit dem Unterschied, daß beim Glauben die Menschen drumherum meist nichts davon haben.

Kommentar von tryanswer ,

Soviel zum Thema:

Zumal er damit schon bewiesen hat, daß ihm jedes Verständnis für Religiosität fehlt.

Kommentar von Meatwad ,

Du redest jetzt aber nicht mit mir oder? :)

Kommentar von tryanswer ,

Doch. Das Glauben bzw. die Religion dazu dient Regeln aufzustellen - soweit d'accord.  

Es sind jedoch nicht nur die Gläubigen, die davon profitieren. Religion schafft einen spirituellen gesellschaftlichen Zusammenhalt und bildet somit das Fundament, auf dem eine kulturelle Entwicklung überhaupt erst möglich wird.

Das Ergebnis dieser Entwicklung entfaltet dann seine Strahlkraft auch auf Nicht-Gläubige. Gute Beispiele sind hier die Sklavenbefreiung, sowie die Konstitution der Menschenrechte.

Der besondere Vorteil einer Religion gegenüber weltlichen Normen ist die Unabhängigkeit vom jeweiligen Machtstreben einzelner. Nicht umsonst gaben sich die Diktatoren des 20. Jahrhundert alle Mühe, die Religiosität ihrer Untertanen zu unterdrücken.

Kommentar von Zicke52 ,

@tryanswer: Man kann offenbar Religionen nicht verteidigen, wenn man bei der Wahrheit bleibt.

Sklavenbefreiung ein Verdienst der Religionen? Lach. Der jüdische und der islamische Gott gaben ausführliche Anweisungen zum Erwerb und zur Behandlung von Sklaven. Auch Jesus hat sich nie gegen Sklaverei ausgesprochen und baute sie wie selbstverständlich in seine Gleichnisse ein.

Und dass die Menschrechte das genaue Gegenteil religiöser Prinzipien sind, ist ja nun wirklich schon so oft erklärt worden, dass es auch der Allerletzte verstanden haben müsste. 

Kommentar von tryanswer ,

Es waren christliche Gruppen, die sich für die Sklavenbefreiung aussprachen - zunächst in England später in Nordamerika.

Es waren genauso Christen, die die Menschenrechte formulierten. Diese sind weder im heidnischen Afrika, Asien, Orient oder sonst wo entstanden, sondern im christlichen Abendland.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Die Frage nach der Berechtigung stellt sich nicht, hierzulande.

Ich habe jedes Recht, jede Religion oder Weltanschauung so abfällig zu kommentieren, wie es mir beliebt.
Solange ich Menschen nicht beleidige.
Und solange die Angegriffenen nicht mit Terror drohen, § 166 StGB.
Soweit ich das als Nichtjurist verstanden habe, sind nur Menschen beleitigungsfähig, nicht Gruppen.

Du behauptest also Rechte, die es nicht gibt.
Oder vielleicht forderst du sie sogar?

Dann wärest du ein Staatsfeind, und meiner sowieso.
Aber ich mache mir nicht die Mühe, deinen Kommentar wegen staatsfeindlicher Hetze zu beanstanden.

Kommentar von tryanswer ,

Natürlich gibt es neben dem Gesetz eine Vielzahl von Normen, aus denen sich Berechtigungen ableiten lassen. Das ist aber Rechtstheorie und gehört nicht hier her.

Wenn ich hier von Berechtigung spreche, meine ich damit die ethische Berechtigung. Diese widerspricht in keinster Weise dem geltenden Recht.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Ich fühle mir auch ethisch berechtigt, mich nach Belieben abfällig über jede Art von Glauben und Überzeugung zu äußern.

Wo siehst du denn eine Grenze? Beim Welpenschutz?

Du forderst eine Beschränkung meiner Rechte, willst aber nicht über Rechtsfragen diskutieren?

Was soll man daraus denn schließen?

  • Dass du freiwillig auf (deine) Rechte verzichtest?
  • Oder dass du (deine) Rechte abseits der Gesetze durchsetzen willst?

So oder so ist das ein sehr zweifelhaftes Rechts- und Gesetzesverständnis.
Vielleicht sogar eine staatsfeindliche Bestrebung.

Es geht nicht darum, dass ich alles runtermachen will, es geht darum, dass ich es darf!

Kommentar von tryanswer ,

Dann wäre noch zu klären, auf was du deine Ethik begründest, wenn Gott für dich offenbar als Quelle derselben nicht in Frage kommt.

Wir können uns hier auch gerne über Gesetze unterhalten und über Rechtsfragen diskutieren, nur was soll das in Bezug auf das Thema Glauben und Religion bringen?

Kommentar von ThomasJNewton ,

Nein, da ist nichts zu klären.
Weder rechtlich noch zwischenmenschlich bzw. ethisch bin ich dir auf irgendweine Art Rechschaft schuldig.
Und meine Ethik oder deren Grundlagen waren nie Thema, und sind auch jetzt keines.

Ich lege großen Wert auf eine absolut präzize Gesprächsführung.
Ich sprach nur vom Recht in der Bundesrepublik Deutschland, jedes religiöse und weltanschauliche Bekenntnis beleidigen zu dürfen, solange ich damit mutmaßlich keine Unruhen auslöse.

Das heißt weder, das ich das tun will, noch dass dieses Recht in anderen Gebilden besteht.
Hier auf GuteFrage gelten andere Regeln, aber auch das ist nicht die Frage.

Und ethische Rechte oder "ungeschriebene Gesetze" im mitmenschlichen Umgang gibt es sicher, aber auf solch eine Diskussion will ich mich nicht einlassen, und hier schon gar nicht.

Kommentar von Zicke52 ,

@tryanswer: Man zweifelt nicht den Glauben eines Menschen an (keiner bezweifelt, dass es Glauben gibt), sondern den Wahrheitsgehalt seines Glaubensinhalts. Und ob man den anzweifeln "muss"?

A minima: man darf. In allen Fällen.

Aber man soll es auch, denn völlig Unbewiesenes widerspruchslos als wahr hinzunehmen, ist ja nun wirklich eines Menschen unwürdig. Damit verachtet er seinen Verstand, das einzige, das ihn vom Tier unterscheidet.

Und in manchen Fällen muss man es sogar, wenn z.B. Gläubige verlangen, dass Glaubensinhalte in naturwissenschaftlichen Fächern unter falschem Etikett als Wissen ans Kind gebracht werden. Da hört der Spass auf, und Widerstand ist Pflicht. Aus so einer Situation ist das Spaghettimonster geboren. 

Du meinst, man hätte es ohne Spott machen können? Eben nicht, denn Gläubige sind rationalen Argumenten nicht zugänglich. Sie kommen immer - wirklich immer - mit dem Totschlagargument "du kannst die Nichtexistenz Gottes aber nicht beweisen". Und DIESES Argument - und nur dieses - entkräftet das Spaghettimonster: man kann seine Nichtexistenz nämlich auch nicht beweisen.

Das ist der Sinn der Existenz des Spaghettimonsters, und seine Mission.  

Kommentar von tryanswer ,

Wem soll es den etwas beweisen? Als Gläubiger wird man die Spaghettigeschichte nicht ernst nehmen, deren Anhänger sind in den Augen erstgenannter ohnehin Ungläubige, Heiden, oder wie auch immer.

Diese Spaßreligion bleibt also nichts anderes als eine Selbstunterhaltung.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Es ist eine Selbststärkung.

Wenn man Jahre über Jahre gegen Gläubige immer die selben guten Argumente bringt, und die Gläubigen das immer wieder abperlen lassen, so als hätte Gott den Christen das Teflon geschenkt, oder das Lotusblatt, dann braucht man etwas, um nicht zu verzweifeln, oder zu morden.

Humor hilft da sehr. Gleichgesinnte helfen noch mehr. Und die findet man über Humor.

Kommentar von Zicke52 ,

tryanswer, ich habe es ja gesagt: es soll NUR beweisen, dass das Argument "du kannst es nicht widerlegen, also ist es wahr (oder die Wahrscheinlichkeit, dass es wahr ist, steht 50:50)" keines ist. Und das tut es. 

Um den Inhalt der Spaghettireligion geht es nicht. 

Kommentar von ThomasJNewton ,

Du weißt aber schon, dass du dich mit deiner Antwort einer Straftat verdächtig machst?

Dass du nicht angezeigt, angeklagt und verurteilt wirst, hast du allein der Friedfertigkeit der Pastafarians zu verdanken.

Siehe § 166 StGB.

Also würdest du verurteilt, wenn die Pastafari jeden Kritiker angriffen.
Und wenn dir das absurd vorkommt, ist es vielleicht absurd.

Kommentar von tryanswer ,

Der ganze "Spaghettiglaube" ist auch eine Beleidigung meiner Religion - selber Paragraph. Sind wir damit quitt?

Kommentar von ThomasJNewton ,

Wir können niemals quitt werden, schon weil wir einander nichts vorzuwerfen haben.

Und auch deswegen, weil wir argumentativ nie eine Ebene haben werden.

Wahrscheinlich meinst du es nicht so, aber rein wörtlich willst du meine Freiheit beschneiden.
Und wie du richtig anmerkst, ist das juristisch nicht stichhaltig.

Ich darf jede Religion beleidigen, außer wenn die Beleidigten darauf mit einer Störung des Öffentlichen Friedens reagieren.
Aber der Paraghraph wird ja vielleicht abgeschafft.

Es kann ja nicht angehen, dass einige andere Menschen durch ihre Reaktionen darüber entscheiden, ob ich mich strafbar mache.

Kommentar von Zicke52 ,

ThomasJNewton, genauso sehe ich es. Ich verstehe diesen Paragraphen überhaupt nicht. Juristen sind doch sonst so präzise. 

Der Gesetzgeber muss mir doch klar sagen, was ich tun darf und was nicht. Wenn ich etwas Erlaubtes tue, dann darf ich nicht wegen der Reaktion der Leute darauf bestraft werden. Und wenn der Gesetzgeber Blasphemie verbieten will, dann soll er den Mumm haben, es zu tun. 

Wann kippt ihr Deutschen diesen Wischi-Waschi-Paragraph endlich? Initiiert doch eine Unterschriftenaktion/ein Volksbegehren.

Kommentar von tryanswer ,

Es geht bei dem Paragraphen weniger um die Äußerung, denn um die gezielte Störung des Landfriedens - also der Gefahrenabwehr. Das Problem ist, das Dritte durch solche Zwistigkeiten Schaden nehmen könnten.

Beispiel: Jdm. veröffentlicht Mohammed-Karikaturen, worauf hin aufgebracht Gläubige Geschäfte in der Innenstadt demolieren.

Das Gesetz hat nun den Zweck eben diese Geschäftsinhaber zu schützen.

Im Prinzip wird die Beschimpfung einer weltanschaulichen Gemeinschaft einer indirekten Anstiftung zum Rechtsbruch gleichgesetzt.

Kommentar von Zicke52 ,

@tryanswer: Natürlich muss das Gesetz die Geschäftsinhaber in deinem Beispiel schützen. Indem es das Demolieren von Geschäften unter Strafe stellt.

Zeichnen von Karikaturen steht (noch) nicht unter Strafe, also dürfte man dafür nicht belangt werden.

Beispiel: Eine Frau lässt sich gegen den Willen ihres Mannes scheiden. Der Mann tötet das gemeinsame Kind, um sich zu rächen. Wird die Frau jetzt bestraft?

Nein! Die Frau hat nichts Verbotenes getan. Scheidung ist legitim.

Wenn ich etwas Legitimes tue, kann ich nicht dafür belangt werden. Niemals. Ganz egal, wie jemand darauf reagiert.

Die Wahrheit ist, dass der Par. 166 Blasphemie unter Strafe stellt. Stünde sie nicht unter Strafe, könnte man nicht dafür belangt werden. Aber da man ja ein moderner Staat sein will, der seinen Bürgern Meinungsfreiheit gewährt, möchte man es nicht zugeben. Und solange sich niemand beschwert, sieht man über die "Blasphemie" halt weg. Aber wenn'sie hart auf hart geht, wird der "Blasphemiker" bestraft.

Ich finde es feige, sich hinter so einem Gummiparagraphen zu verstecken. Wenn man glaubt, es sei in Ordnung, Karikaturen oder Blasphemie zu verbieten, soll man es tun. Soviel Ehrlichkeit muss sein.

Antwort
von NMirR, 53

Eine Religionskritik.

Kommentar von thegoldenside ,

aber sein Ziel war ja nicht primär eine Religion an sich zu kritisieren, sondern er wollte nicht das Schöpfungsgeschichten (religiöse) im Biologie Unterricht unterrichtet werden soll,

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