Frage von edededdie, 129

Ist es normal in einer Fremdsprache zu denken?

Hallo miteinander!

Meine Muttersprache ist albanisch, geboren und aufgewachsen bin ich aber in der Schweiz, das heisst, dass ich genauso gut Deutsch (bzw. Schweizerdeutsch ^^) sprechen kann.

Was mir aber aufgefallen ist: Ich denke sehr oft auf Englisch oder probiere auf Französisch zu denken. Irgendwie finde ich das merkwürdig. Auf albanisch denke ich nie. Deutsch aber schon...

Ist es normal, dass Menschen in einer Fremdsprache denken?

Und wie denkt ihr? Auch manchmal in Fremdsprachen?

Dankeschöönn fürs Antworten!

LiebeLiebeLiebeLiebe
edededdie

(Sorry für Rechtschreibung)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AstridDerPu, Community-Experte für Englisch, Fremdsprache, Sprache, 43

Hallo,

wenn man sich viel mit der Fremdsprache beschäftigt und dafür interessiert, kommt das häufig vor.

Nach einem langen Arbeitstag, an dem ich viel mit Englisch zu tun hatte, passiert es mir oft, dass ich Englisch denke, beim Einkaufen mit den Verkäuferinnen Englisch spreche, im Restaurant auf Englisch bestelle, Selbstgespräche auf Englisch führe, auf Englisch träume usw.


:-) AstridDerPu





Kommentar von edededdie ,

uuuh auf Englisch träumen wäre sicher interessant :P

Antwort
von RudolfFischer, 19

"Zu denken" soll wohl heißen "im Kopf vorformulieren". Das ist der Zugriff auf die Wortformebene im Gehirn, die sprachabhängig ist. Für jede Sprache gibt es eine eigene.

Je nach Häufigkeit des Zugriffs stellt das Gehirn die eine oder andere Sprache für den schnellen Zugriff zur Verfügung. Daraus erklärt sich, dass man in der Sprache "denkt", mit der man sich vorher aus welchen Gründen auch immer intensiv beschäftigt hat. Dasselbe passiert beim Träumen.

Interessant ist die Konkurrenz zwischen der Muttersprache (leichtester Zugriff) und einer Fremdsprache, wenn letztere vorübergehend am häufigsten gebraucht wird (z.B. bei einem Auslandsaufenthalt): Das Gehirn stellt die Fremdsprache für den schnellen Zugriff zur Verfügung, der aber in der Regel etwas schwerer fällt als in der Muttersprache. Das erzeugt einen "Druck" bei der Sprachproduktion, den man erst dann wahrnimmt, wenn er wegfällt, weil man wieder das Gebiet der Muttersprache erreicht hat. Üblicher Kommentar ist dann: "Na, endlich verstehen einen wieder alle."

Noch lustiger ist die Situation, wenn man zwei Fremdsprachen gleichzeitig braucht, etwa beim Dolmetschen, oder weil man als angeblicher Muttersprachler von Fremdsprache A im Internet die Fremdsprache B lernt und hin- und herübersetzen muss. Da kommt es vor, dass man dasselbe in derselben Sprache noch einmal formuliert oder die Sprachen (besonders wenn diese verwandt sind) hoffnungslos mischt. Das Umschalten des "Denkens" fällt offenbar bei zwei Fremdsprachen schwerer als zwischen der Muttersprache und nur einer Fremdsprache.

Antwort
von Hardware02, 23

Ja, selbstverständlich ist das normal. Ich denke mindestens die Hälfte der Zeit auf Englisch. Wenn du noch nicht angefangen hast, in der Fremdsprache zu denken, dann kannst du sie einfach noch nicht gut genug.

Antwort
von oelbart, 19

Ich hab als Kind mal nach einem Tag bei der niederbayrischen Verwandschaft angefangen, auf Niederbayrisch zu denken. Das war gruselig.

Antwort
von kordely, 9

Wenn du nicht in einer Fremdsprache denken kannst, dann kannst du sie nicht gut sprechen.

Antwort
von Lenkuning, 56

Ich denke meistens mit deutschen Worten - oder gar nicht mit Worten -, aber wenn ich viel Englisch spreche und höre, auch mal in Englisch.

Ich nehme an, das hat einfach damit zu tun, was einem gerade sowieso durch den Kopf schwirrt.

Vielleicht empfindest du ja das Englische als einfacher - und ziehst es deshalb beim Denken vor. Aktiv beeinflussen kannst du das natürlich sowieso, wenn du dich darauf konzentrierst.

Antwort
von Arnewutz, 56

Ich denke manchmal auch in einer Fremdsprache. Und zwar wenn ich Englisch Unterricht habe oder ein Englisches Lied höre

Kommentar von edededdie ,

Ja, im Unterricht und wenn ich Musik höre passiert mir das besonders oft.

Antwort
von Dahika, 14

Ja, das mache ich auch oft. Allerdings in richtigen Notsituationen passiert das eher nicht.

Dazu eine Geschichte.

Israel am Strand. Ein Mann, ein Einwanderer,  ist zu weit rausgeschwommen und gerät in Schwierigkeiten. Er schreit "Esra, Esra." (Hilfe, Hilfe). Die Lebensretter am Strand gucken kurz auf, spielen dann aber weiter Karten.  Ein Badegast geht vorbei und ist empört. "Da schreit einer um Hilfe. Und Sie spielen hier Karten?"

Einer der Lebensretter sagt: "Solange der auf Hebräisch schreit - und nicht in seiner Muttersprache - ist der nicht in Lebensgefahr."

Dann schreit der Mann, der nun wirklich in Not ist, plötzlich "Hilfe, Hilfe." Die Lebensretter springen auf, stürzen sich ins Wasser und retten ihn.


Antwort
von Nikita1839, 57

Joa, kam schon vor dass ich auf japanisch oder englisch gedacht habe.

Das ist normal bzw kann passieren, da das Gehirn ja auch immer hin und her schalten muss

Antwort
von Rubymoon, 29

Passiert mir auch oft :D

Antwort
von Maxipiwi, 35

Nee, das ist nicht normal. 

Aber du bist offensichtlich sehr an Sprachen interessiert. 

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