Frage von xXlaraleinXx, 65

Ist ein Martingal bei einer E-Dressur erlaubt?

Hallo... Ich starte demnächst nach langer langer Zeit mal wieder auf einem Turnier... nur Stallintern, also nichts wichtiges :)

Nun wurde meine Prüfung nur als E-Dressur gemäß WBO 246 angegeben. In besagter WBO steht zur Ausrüstung: "Erlaubt: Hilfszügel (kein gleitendes Ringmartingal) nur, wenn die Ausschreibung es zulässt". So, nun finde ich den Satz etwas mehrdeutig... klar, Hilfszügel sind nur zugelassen wenn es extra dabeisteht... aber das Martingal? Nie? Immer? Doch ein Hilfszügel??

Bitte keine Diskussion darüber das man sein Pferd auch ohne Martingal reiten können sollte... tue ich, aber wenn sie sich auf dem Turnier in einer Schrecksekunde raushebelt und Gas gibt, wäre ich doch ganz froh eine Unterstützung zu haben um die Situation schnell wieder beruhigen zu können :)

Danke

Expertenantwort
von WinniePou23, Community-Experte für reiten, 21

Huhu,

nein, ein Martingal ist in dieser Prüfung nicht erlaubt, nie. Andere Hilfszügel sind es nur, wenn es explizit in der Ausschreibung steht.

Zum es in einer E-Dressur auch quasi total sinnlos wäre ein Martingal dran zu haben...

Liebe Grüße

Kommentar von xXlaraleinXx ,

Danke, das war die einzige Antwort die mir wirklich geholfen hat :) weißt du denn warum es nicht erlaubt ist? rein interessenshalber... Denn eig hat es ja fast keinen Einfluss im Gegensatz zu den richtigen hilfszügeln.

Antwort
von trabifan28, 26

Du hast den Satz doch zitiert... "... nur, wenn die Ausschreibung es zulässt." Also ich weiß jetzt nicht warum der Satz so schwer zu verstehen sein soll... für mich liest sich das eben so, als wären die Hilfszügel nur dann zugelassen, wenn es in der Ausschreibung steht.

Ist dein Pferd immer so schreckhaft und unkontrollierbar auf dem Turnier oder wieso möchtest du ein Martingal verwenden? Ist ja eigentlich nicht Sinn und Zweck des Martingals, dass man sein Pferd dann "besser im Griff" hat.

Da fällt mir eine kleine "Geschichte" zu ein... Mir wurde damals immer geraten bei meinem Traber ein Martingal zu benutzen. Kurz verschnallt. So kurz verschnallt, dass er seinen Kopf nicht ständig hochreißen kann. Jung und dumm wie ich war ;-) habe ich es dann mal ausprobiert... vielleicht hilft es ja. Allerdings, ich kann euch beruhigen: es war ihm einen Ticken zu groß, somit waren eh nicht genügend Löcher da um es ganz kurz zu verschnallen. Beim Reiten musste ich dann leider am eigenen Leib erfahren warum es nicht gerade schlau ist, mit kurz verschnalltem Martingal oder allgemein Martingal zu reiten - Traberlein hat sich erschreckt, Kopf hochgerissen und los gings... als das Martingal dann "Wirkung zeigte" und ich versuchte ihn wieder runter zu bringen ist er nur noch hibbeliger geworden, wurde richtig zickig und hat schön dagegen gearbeitet. So sind wir dann halb im Renntrab durch den Platz gefetzt bis ich ihn irgendwann einfach locker gelassen habe, dann hat er sich wieder gefangen.

Also... muss nich unbedingt gut sein...

Kommentar von xXlaraleinXx ,

Naja bei dem Satz ist das martingal ja ausgeklammert... hilfzügel (außer ringmartingal) müssen explizit erlaubt werden. ja ist das ringmartingal in klammern jetzt immer erlaubt oder nie?? Da man viele mit martingal reiten sieht (YouTube e dressur) kann ich mir nicht vorstellen das es nie erlaubt sein soll. Da es unser erstes gemeinsames Turnier ist weiß ich nicht wie sie reagiert. generell ist sie aber kein großer erschrecker. Ja manche Pferde muss man sich selbst überlassen damit sie sich beruhigen können... sie ist aber mehr der Typ Pferd der ständig Hand und Bein fordert und eher ohne unsicher wird. sie möchte das der Reiter immer dabei ist und mitarbeitet und verlässt sich auf die Hilfen des Reiters. Jedes Pferd ist bekanntlich anders, sie ist nunmal so

Kommentar von trabifan28 ,

Warum fragst du dann uns und nicht einfach den Veranstalter vom Turnier? Der wird dir sicher mehr sagen können. Und vorallem kann dir der sagen, ob du auf dem Turnier mit Martingal starten darfst oder nicht.

Kommentar von xXlaraleinXx ,

entschuldige das man nichts in solchen Foren mit dem Namen “gute Frage“ Fragen darf xD wofür sind solche Foren denn sonst da? Zu mal das eine Frage ist, die auch später noch andere interessieren könnte und beim googeln auftaucht.

Kommentar von trabifan28 ,

Klar darfst du fragen, ist ja deine Sache. Tu was du nicht lassen kannst.

Allerdings würden dann auch keine "mühsamen Diskussionen", wie du es so schön nennst, auftreten. Und du müsstest nicht tausend Antworten lesen... aber gut, wie gesagt, tu was du nicht lassen kannst.

Für mich ist das Thema jetzt auch beendet. Nicht, dass daraus auch noch eine so mühsame Diskussion entsteht ;-)

Antwort
von Punkgirl512, 39

Nein, das Martingal ist nicht erlaubt, sofern ich das jetzt richtig lese. 

Im absoluten Zweifel sollte man dies aber auch seinen Reitlehrer fragen können. 

Und wenn man ein Martingal dazu benutzt, dass man das Pferd schneller wieder "unter Kontrolle" bekommt ist es zu 1000% zu kurz verschnallt, wirkt daher echt eklig im Maul und lässt keine seitwärts-weisenden Hilfen der Hände mehr zu. 

Korrekt verschnallt wird ein Martingal so, dass es nie (!) den Zügel bricht. Die Ring sollten am Hals entlang mindestens (!) bis zu den Ganaschen gehen, wenn das Pferd den Kopf hoch hält. 

Auch ist ein Martingal nicht dazu da, den Kopf unten zu halten, sondern ursprünglich nur, damit die Zügel beim Sturz nicht von selbst runter fallen. Und ganz ehrlich - alles andere ist auch absoluter Missbrauch. 

Kommentar von xXlaraleinXx ,

Ich frage mich nur warum hilfszügel wie ausbinder etc (die ja richtig Einwirkung haben) manchmal erlaubt werden, aber ein Martingal was bei normaler kopfhaltung überhaupt keine einwirkung hat nie erlaubt sein soll? Und nein es ist nicht zu kurz und geht auch bei ganz normaler kopfhaltung bis zu den ganaschen. Aber wenn sie sich so richtig hochreist, so das hals und Kopf weit über der reiterhand sind.... dann “greift“ das martingal und leitet die zügelhilfe von unten kommend um so dass sie wieder die Möglichkeit hat den hals zu senken und ich wieder eine Chance zur Einwirkung habe. Auch genau diese Anwendung kann man überall nachlesen und deswegen wird es ja auch meist in spring und geländeprüfungen eingesetzt...

Kommentar von Punkgirl512 ,

Und genau diese Anwendung ist echt asi dem Pferd gegenüber. 

Der Druck wird umgeleitet - und zwar auf die sehr empfindlichen Laden des Pferdes. Diese sind so gt wie gar nicht gepolstert, da liegt das Gebiss direkt auf dem Zahnfleisch bzw. sozusagen direkt auf dem Knochen. Und jetzt kommt da jede Menge Druck drauf, dem sich das Pferd meist durch einen Sperrriemen noch nichtmal entziehen kann. Schonmal Metall af dem Zahnfleisch gehabt bzw. direkt auf dem Knochen - und dann noch mit mehreren kg Druck dran? Die Kontrolle erarbeitet man sich über Dressurarbeit, über Rittigkeit, aber nicht über ein Martingal, das ist ein absolutes Ammenmärchen. Kontrolle über Gewalt - da kannste fast auch gleich schon zum gebrochenen Pelham nur unten eingeschnallt greifen, hat denselben Effekt. 

Ein Martingal hat sehr wohl auch eine Wirkung, wenn es nicht so aussieht. Ich durfte die Erfahrung neulich erst machen, einmal mit einem Galopp und (zu kurz verschnalltem) Martingal und einem Westernpferd (ebenfalls mit viel zu kurz verschnalltem) Martingal. Egal, wie weit ich die Hand zu einer Seite genommen habe, der Zügel wurde begrenzt, sodass vorne am Maul nur der Druck nach hinten ankam - aber nie meine seitwärtsweisende Zügelhilfe. Selbst wenn beide lang genug gewesen wären, blockiert das Martingal irgendwann die seitliche Hilfengebung, die z.B. gerade im Gelände durchaus nützlich sein kann. 

Darüber hinaus hat das Martingal einen Vorteil: Die Ringe bringen ein wenig Gewicht mit sich und lassen die Zügel ruhiger werden bei Reitern mit unruhigen Händen. 

Ich kann mir vorstellen, dass das Gewicht auf dem Zügel selbst das Problem daran ist - und wenn es nach mir geht, verstehe ich sowieso den Sinn hinter diesem ganzen Schrott an Hilflosigkeitszügeln nicht. Man könnte sein Pferd auch einfach korrekt arbeiten. 

Kommentar von Baroque ,

Man könnte, aber dann bräuchten mehr Menschen einen kompetenten Trainer, nehmen aber lieber den netten, der da immer rumläuft, dann muss man nicht so lang suchen und der verlangt auch noch nicht so viel.

Es ist absolut realitätsnah, wenn man bei diesen kurzen Martingals von Missbrauch des Zügelfängers spricht, denn nichts anderes ist es. Als ich ein korrekt verschnalltes Martingal für die Ausreitmarken und ein paar Wochen lang für das bisschen Gewicht, das die Ringe auf die Zügel geben (mein an Schulpferdgezerre gewohntes Pferd hat dadurch etwas Sicherheit bekommen, sich auf meine eher leichten Hilfen einzulassen) genutzt habe, haben mich im Stall alle angesprochen, ich müsse es dringend kürzer schnallen, so hätte es "keine Einwirkung". Dabei musste ich wochenlang suchen, überhaupt eins zu kaufen zu bekommen, das für's Warmblut genug Lederriemenlänge hatte, um es korrekt verschnallen zu können.

Wenn's korrekt verschnallt ist, sind die Gabelzweige lang genug, dass Du mit der Hand gar nicht so weit seitwärts kommen könntest, dass es da begrenzt (deine Armlänge überschreitet eine gewisse Länge ja auch nicht) und irgendwann sollte dann ja auch Ende mit dem seitwärts weisen sein. Aber finde erst mal eines, das man korrekt verschnallen kann. Das ist echt die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Größe "Warmblut" passt einem Warmblut meist nicht, in aller Regel landet man beim Sattler und lässt sich eines bauen.

xXlaraleinXx, wenn das Pferd beim Rausheben aneckt, ist es eigentlich kein Wunder, dass die Pferde dann eher heftiger werden als ruhiger. Stell Dir vor, Du erschrickst vor irgendwas und anstatt schauen zu dürfen, was Dich erschreckt hat, gibt's sofort in dem Moment, wo Du zuckst einen saftigen Schlag wie von einem Weidezaungerät. Beruhigt Dich das? Das Fluchttier beruhigt es nicht.

Kommentar von xXlaraleinXx ,

Puh, genau solche Diskussionen sind echt mühseelig und unnötig... Immer und immer wieder die Möchtegern Tierschützer, die keinen Plan von Tuten und Blasen haben, aber für Debatten immer ganz vorne parat stehen. Mich wundert ja das du anscheinend zuletzt mit diesem grausamen Folterwerkzeug tatsächlich geritten bist und nicht direkt eine Demo mit großem Geschrei veranlasst hast xD

Nee sorry aber ehrlich, bitte informier dich xD

Achso und gerne darfst du mir einen wissenschaftlichen Artikel nennen, den ich mir gerne und aufmerksam durchlese... denn anscheinend bin ich zu blöd was wissenschaftlich fundiertes (und nicht von Spinnern verfasstes) Dokument zu finden, was die Wirkung eines Martingals in irgendeiner Weise belastet.

Kommentar von xXlaraleinXx ,

Und Baroque... woher weißt du wie lang unser Martingal ist, ob wir einen Trainer haben oder nicht.... wie ich reite etc. Dieses ganze Verurteilen ohne uns zu kennen oder gar nach zu fragen ist doch echt zum Kotzen.

Und zum erschrecken... wenn das Pferd nun seinen Kopf auf Höhe meiner Brust hochreißt und völlig unkontrolliert losprescht... ist es dann besser es rennen zu lassen wobei es wahrscheinlich entweder voll auf die Mappe fliegt oder in/gegen das nächste Objekt reinrennt... oder ist es besser als Reiter da zu sein und seine sichere Hand anzubieten und dem Pferd die richtige Richtung zu weisen. Kein Mensch behauptet doch das ich dann ruckartig volle Kanne im Maul ziehe weil es doch so ungehorsam ist... das nächste Mal heißt es noch ich schlag mein Pferd dann oder so.  

Kommentar von Punkgirl512 ,

Mühsam wird eine solche Diskussion erst, wenn jemand diese ins Lächerliche zieht - wie du es gerade beginnst. 

Ich persönlich wollte gar keine große Diskussion über Martingal oder nicht Martingal aufreißen, sondern dir nur klarmachen, dass es so, wie du es verwendest ein klarer Missbrauch des Martingals ist - wie übrigens tatsächlich in fast allen Spring- und Geländeprüfungen es auch zu sehen ist. 

Und ja, ich bin damit geritten, weil beides nicht meine Pferde waren. Aber auch meinen bin ich eine zeitlang (aus Unwissenheit mit zu kurzem, für alle andere "korrekt" verschnalltem) Martingal geritten, damit eben meine Zügelführung ruhiger wird. 

Und genau wegen diesem Einfluss kann ich mir vorstellen, dass die FN deshalb nicht möchte, dass man mit Martingal eine Dressurprüfung geht - denn dann könnte man ja eines mit schweren Ringen kaufen, was die Zügelverbindung noch ruhiger macht. 

Ich scheine da wohl wesentlich mehr Ahnung von der Physik zu haben als du - denn ich brauche für die Wirkung eines Hilfszügels keine wissenschaftlichen Studien, ich brauche nur meinen Kopf, ein bisschen Wissen bzgl. der Physik des Hilfszügels und Wissen über die Biomechanik des Pferdes - das ist alles gar nicht so schwer, man muss nur mal anfangen, sich da reinzudenken. 

Übrigens bin ich bei weitem kein Tierschützer und erst recht kein Möchtegern-Tierschützer. 

Interessant finde ich dafür, dass du mich über 2 Ecken als "Spinner" bezeichnest und dass ich von nix ne Ahnung hätte - während ich dir aber von dem Gefühl berichtet habe, wie es sich mit einem Martingal anfühlt, dir die physikalische Wirkung hinlegen kann, aber wer beim Reiten noch fühlt, ist ja ein Spinner.

(Wenn du diese Diskussion schon ins lächerliche ziehst, darf ich mir mal einen bissigen Kommentar rausnehmen, nicht wahr?) 

Übrigens würde ich eher an der Schreckhaftigkeit arbeiten als das ganze mit einem Martingal zu vertuschen. Man sollte am Problem arbeiten, nicht an den Symptomen. Warum wird das Pferd kopflos und geht durch? Wenn das öfter passiert, ist es schlichtweg nicht bereit für ein Turnier, auch nicht eine E-Dressur nach WBO. 

Kommentar von xXlaraleinXx ,

übrigens möchte ich noch einwenden das ein zu langes martingal noch gefährlicher als ein zu kurzes ist... Wenn sich das Pferd einmal mit den Beinen in einem zu langen martingal verheddert... dann ist wohl für lange Zeit Schluss mit dem reiten. Deine arme sind locker über 50cm lang, denk mal darüber nach wie tief die Leinen vom martingal dann bei einem schön an den Zügel gehenden Pferd kommen wenn es so lange ist das du uneingeschränkt seitwärtsweisende Zügelhilfen geben kannst

Kommentar von Punkgirl512 ,

Und dann ist automatisch zu kurz verschnallt natürlich besser, sodass die WIrkung ausschlißelich nur noch auf die Laden geht und man nicht mehr über die viel feineren Maulwinkel arbeiten kann - klar, macht Sinn. (Ironie aus...)

Kommentar von xXlaraleinXx ,

Schon wieder so viele Behauptungen ohne uns je reiten gesehen zu haben xD by the way hab ich Physik studiert, das musst ich gerade mal kurz raushauen xD und leider muss ich dich auch sonst enttäuschen. Ich hab zwar noch nicht raus gefunden ob es immer oder nur unter spezieller ausweisung erlaubt ist, aber das martingal scheint meist tatsächlich erlaubt zu sein. nun gut, wollen wir doch einen Abschluss finden, indem du mir einfach nur einen fundierten Artikel zukommen lässt in dem die schlimme negative Wirkung beschrieben ist. Das ist wirklich mein Ernst, ich finde absolut nichts dazu, sondern nur sehr positive Zwecke bzw aussagen das es bei normaler Arbeit natürlich unnötig ist. Ich google mich schon bestimmt seit ner halben Stunde durch alles durch und finde einfach nichts!

Kommentar von Punkgirl512 ,

Na, wenn du Physik studiert hast, brauchst du nun nur noch das Feingefühl, um den Unterschied der Ringe auch zu spüren. 

Ich sagte nicht, dass die Wirkung schlimm und so sehr negativ ist - ich sagte nur die Wirkung, wie sie nunmal ist - und dass man die Wirkung missbraucht, wenn man sie eben dazu nutzt, das Pferd am losstürmen hindern zu wollen. 

Btw, ich habe in einer Dressurprüfung noch nie ein Martingal gesehen als Hilfszügel - mir wäre also neu, dass das erlaubt ist. Lt. der WBO: Hilfszügel sind erlaubt, wenn der Veranstalter es zulässt, und das Martingal gehört in diesem Fall nicht zu den Hilfszügeln. So habe ich es rausgelesen. Warum das wohl so ist, habe ich oben schon mehrmals versucht zu erfassen; eben dass die Ringe einen Einfluss auf die Zügelführung haben. 

Ich schaue mal, ob ich heute Abend etwas finde, jetzt werde ich erstmal zum Pferd fahren ;)

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