Frage von aaronymus, 98

Im Leerlauf an die Ampel heranfahren?

Hi Leute, mir wurde es in der Fahrschule so beigebracht, dass ich beim Nähern an eine Ampel zurückschalten soll, bis ich dann quasi im ersten Gang zum Stehen komme. Jetzt hat mir meine Mutter aber mal gezeigt, dass ich auch einfach in den Leerlauf schalten kann und so gemütlich an die Ampel hinrollen kann. Sie meint auch, dass das spritsparender ist. Ich persönlich mag diese Option auch lieber, weil der Motor dann nicht immer beim Zurückschalten so "aufjault". Meine Frage: ist es schonender für das Auto, die Leerlauf-Variante zu nutzen oder die Zurückschalt-Variante?

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Auto, 40

Deine Mutter kennt die Schubabschaltung noch nicht, die moderne Autos haben. Im Leerlauf braucht man den Sprit, den der Motor im Leerlauf nun mal braucht.

Bei der Schubabschaltung ist es so, dass die Kraftstoffzufuhr komplett abgesperrt wird, sobald der Motor zum Bre4msen eingesetzt wird, sodass man da gar nichts mehr braucht. Und gar nichts ist halt noch weniger als der Leerlaufverbrauch.

Für den Motor sind beide Varianten nicht besonders belastend. Du kannst auch so fahren, dass du bis in den 2. Gang runter die Schubabschaltung nutzt und die letzten paar Meter den Wagen ausrollen lässt. Das ist bequem und an der Tankstelle merkt man den Unterschied kaum noch.

Antwort
von Gehilfling, 54

Spritsparender ist das auskuppeln nicht, weil durch das Zurückschalten und Bremsen mit dem Motor wird durch Schubabschaltung kein Treibstoff mehr eingespritzt.

Das Aufheulen des Motors könntest du durch leichtes Drehzahlanpassen mit dem Gaspedal erreichen (braucht aber Gefühl - und Sprit).

Ansonsten schont das Motorbremsen die Radbremsen, allerdings wird die Kupplung mehr beansprucht. Es nimmt sich also nicht viel.

Antwort
von volker79, 27

"Moderne" Motoren (schon seit vielen Jahrzehnten, sogar mein alter Audi 80 mit Vergasermotor von 1986 hatte es) haben eine sogenannte Schubabschaltung. Wenn du bei eingelegtem Gang das Gas ganz los lässt, wird der Motor von Rädern und Getriebe mitgezogen, ist aber quasi "aus". Der Schub, also das Einspritzen vo Kraftstoff, setzt erst ab einer gewissen Drehzahl nahe an der Leerlaufdrehzahl oder beim Trennen der Kupplung wieder ein, damit der Motor nicht abstirbt.

Hast du eine Momentanverbrauchsanzeige, ist das recht anschaulich zu sehen, da diese dann auf 0 geht. Und 0 ist tatsächlich 0. Da fließt kein Sprit. Außerdem schont es die Bremsen, da du die Trägheit des Motors zum Bremsen nutzt.

Allerdings schaltet man bei sowas normal nicht in den 1. Gang zurück. Der ist nur zum Anfahren gedacht und extrem kurz übersetzt. Schaltest du hier rein und lässt die Kupplung wieder kommen, gibt das einen brutalen Ruck. Die Synchronringe mögen das auch nicht gerade.

Lässt du den Wagen bei getretener Kupplung auslaufen, hast du nur noch Roll- und Luftwiderstand neben der Bremse, aber nicht den Motor. Daher nutzen die Bremsen stärker ab. Außerdem braucht der Motor ein wenig Sprit für den Leerlauf, in dem er sich befindet.

Die beste Methode in Sachen Spritverbrauch und Bremsen ist also tatsächlich runterzuschalten und den Motor so immer über 1500 Umdrehungen zu halten und die Motorbremse dabei zu nutzen. Und zwar bis in den zweiten Gang. Dann wird ausgekuppelt. Der erste Gang ist zu brutal. Den legt man erst ein, wenn das Auto zum Stehen gekommen ist. Wird die Ampel zwischenzeitig grün oder an einer Vorfahrtskreuzung kommt niemand, man rollt noch, fährt man im zweiten Gang weiter. Kommt man komplett zum Stehen weil die Ampel noch rot ist oder weil man an einem Stopschild ohnehin verpflichtet ist, anzuhalten, wird im Stand der 1. Gang eingelegt. Übrigens eine sehr schone Methode, sich den Stopschild-Stop angenehmer zu gestalten. Statt stupide "21-22-23" zu zählen um die vorgeschriebenen 3 Sekunden zu stehen, schaltet man im Stehen in den 1. Gang, guckt noch mal ob jemand kommt und schon sind die 3 Sekunden ohnehin schon rum.

Antwort
von DerOnkelJ, 22

Das kommt jetzt konkret aufs Auto an.

Es gibt Autos die verbrauchen im Leerlauf mehr Sprit als wenn der Motor "geschoben" wird indem man z.B. im 1. Gang ausrollen lässt.
Andere Autos haben eine relativ starke Motorbremse, das heißt der Motor hilft beim Bremsen mit indem er den Zündzeitpunkt gegen früh vorlagert. Dann ist der Leerlauf sparsamer.

Das Fahren im 1. Gang hat den Vorteil, wenn ein Krankenwagen ankommt oder von hinten jemand zu zackig angerannt kommt reicht ein kräftiger Tritt aufs Gas um die Situation zu entschärfen, andernfalls muss man erst zeitraubend den Gang wieder einlegen.

Ich persönlich mache es je nach Situation mal so und mal so. Wenn wenig Verkehr ist und ich die Entfernung gut abschätzen kann dann lasse ich im Leerlauf ausrollen. Bei viel Verkehr im niedrigen Gang ...

Kommentar von Mikkey ,

Es gibt Autos

... heutzutage eigentlich alle, nennt sich Schubabschaltung. Da wird aber kein Zündzeitunkt verstellt, sondern schlicht und einfach kein Kraftstoff mehr eingespritzt. Weniger als nichts geht nicht.

Kommentar von DerOnkelJ ,

mein 92er Astra hatte noch die richtige Motorbremse und mein 2000er Golf soweit ich weiß auch.

Antwort
von Mikkey, 49

Die schonendste und sparsamste Methode ist, den gerade eingelegten Gang drin zu lassen und vom Gas zu gehen. Lediglich zum endgültigen Anhalten geht man auf die Bremse.

So werden Brems- und Kupplungsbeläge gespart und auch Kraftstoff (wegen Schubabschaltung).

Antwort
von Nevermind1992, 26

Ist ziemlich egal

bei der einen Version sparst du minimal Sprit, bei der anderen schonst du die Bremsbeläge, die ja auch verschleißen und deren Wechsel irgendwann Geld kostet. Meiner Meinung nach ist das Centschieberei und finanziell gesehen die Rechnung nicht wert. Was besser für die Umwelt ist kann ich dir nicht sagen, die Bremsen verursachen beim Abrieb sicher auch eine Art Feinstaub. Rechtlich gibt es auch keine Vorschriften welche Version du machen musst.

Ich persönlich gehe in den Leerlauf bzw trete die Kupplung und rolle bis zur Ampel aus und bremse das letzte Stück ab oder gebe nochmal etwas Gas wenn ich mich verschätzt habe

Kommentar von checkpointarea ,

Nö, anders: Bei der einen Version spart man Sprit und Bremsbeläge, bei der anderen hingegen gar nichts.

Antwort
von checkpointarea, 12

Deine Mutter hat nicht recht, denn im Leerlauf wird Sprit eingespritzt, wenn Du die Gänge jedoch durchschaltest, läuft der Motor im Schubbetrieb und spritzt keinen Sprit mehr ein, außerdem bremst so der Motor mit, das schont die Bremsanlage.

Antwort
von Gaskutscher, 35

Sobald die Kupplung getrennt ist (Pedal getreten) ist es egal welcher Gang eingelegt ist. Spritsparender kann es nicht werden.

In der Regel ist es nicht möglich z.B. wenn man 50 km/h fährt den 1. Gang einzulegen. 

Außerdem wird bei dem was du als "aufjaulen" bezeichnest  die Bremswirkung vom Motor ausgenutzt. Da du kein Gas gibst -> kein Benzinverbrauch, dafür werden die Bremsen geschont. Solltest du beim vorausschauenden Fahren gelernt haben.

Antwort
von soga57, 25

Heutzutage macht man weder das eine noch das andere. Du bleibst in dem Gang, in dem du fährst und gehst vom Gas. So nutzt du die Motorbremse und schonst deine Bremsen. Leerlauf geht gar nicht, da wird das Auto unkontrolliert.

Bei vorausschauender Fahrweise und vor allem Konzentration auf das Verkehrsgeschehen und nicht auf das Handy in der Hand, siehst du auch rechtzeitig, falls es grün wird, bevor du stehst und kannst einen Gang zurückschalten, um beschleunigen zu können.

Antwort
von Fraganti, 25

Deine Mutter nutzt die Schubabschaltung nicht, verbraucht also unnötig Sprit. 

Dass bei der Schubabschaltung gar kein Sprit verbraucht wird, ist aber auch schon seit 30 Jahren überholter Quatsch, denn die geregelten Katalysatoren müssen auf Temperatur gehalten werden. Dennoch verbraucht Betrieb mit Schubabschaltung weniger Treibstoff als der Leerlauf. 

Kommentar von checkpointarea ,

Nur einige neuere Fahrzeuge spritzen ab und zu trotzdem noch ein, damit der Kat nicht ganz auskühlt, der Großteil der Fahrzeuge mit G-Kat schaltet vollständig ab.

Kommentar von TMB6Y ,

Bei der heutigen Schubabschaltung wird die Kraftstoffzufuhr und die Zündung unterbrochen wenn der Motor rollt und ein Gang eingelegt ist.Zb längere Talfahrten. Somit wird der Motor über das Getriebe angetrieben welches die Rollenergie der Abtriebsräder nutzt...Der Katalysators benötigt eine Temperatur von Ca 300-400 Grad um eine optimale Konvertierungsrate zu haben..Warum braucht man also jetzt den KAT wenn der Motor durch die Bewegungsenergie der Räder angetrieben wird ? Bin mal gespannt.

Antwort
von Optiman, 13

Gesamtdevise sollte fürs effiziente Fahren sein, immer nur soviel beschleunigen wie gerade nötig und immer so wenig bremsen wie möglich!
na denn, Optiman

Antwort
von SeifenkistenBOB, 15

In der Fahrschule hab ich es so gelernt, dass man im aktuellen Gang (meist sowieso 2. oder 3.) ohne Gas zu geben an die rote Ampel heran rollt und dann entsprechend bremst und anhält.

Soweit ich weiß, sind Bremsbeläge meist leichter auszutauschen als die Verschleißteile der Kupplung.

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