Frage von iDreamless, 153

Gibt es für euch einen Unterschied zwischen "leben" und "existieren"?

Antwort
von Dxmklvw, 22

Unter "existieren" verstehe ich zuerst vorhanden sein, wobei im physikalischen Bereich auch reagieren dazu gehört (chemische Reaktion).

Leben könnte man oberflächlich betrachtet so definieren, daß es sich um bewußtes Wahrnehmen und willentliches Entscheiden handelt.

Weil aber jede "willentliche Entscheidung" strikt von vorhergehenden Umständen abhängig ist, die also vorab Ursache dafür sind, wie die Entscheidung ausfällt, ist dier freie Wille in Frage gestellt und damit auch der Wille schlechthin.

Damit bleibt nach meiner Auffassung für die Definition "leben" nur noch bewußtes Wahrnehmen übrig, welches beim bloßen "existieren" nicht vorhanden ist.

Doch auch das ist wieder eine Sache des Blickwinkels. Denn wenn man einen ganzen Planeten oder auch das Universum insgesamt als ein einziges Lebewesen ansieht, dann ändert sich alles dahingehend, daß man "leben" und "existieren" als verschiedene Bezeichnungen für die selbe Sache ansehen müßte.

Es führt aber kein Weg daran vorbei, daß Menschen als lebendige Wesen angesehen werden müssen, also Leben in sich haben und sich bewußt von ihrer Umgebung unterscheiden.

Ein philosophischer Lösungsansatz wäre daher, auch noch zwischen real und fiktiv (irreal oder nicht möglich) zu unterscheiden. Eine Vorstellung von Irrealem kann zwar existieren, nicht aber das Irreale selbst.

Dann wäre "Leben" (wie ich gegenwärtig meine) bewußtes Wahrnehmen des tatsächlich Möglichen oder von Teilen des tatsächlich Möglichen, zu dem auch der Umstand gehört, bewußt wahrzunehmen, daß es Vorstellungskraft gibt.

Bloßes Existieren würde so betrachtet auch bedeuten, in seiner Vorstellung in irrealen Bereichen zu agieren und so selbst zu einem Teil des nur Fiktiven zu werden.

Antwort
von Eselspur, 73

"Leben" hat auch eine qualitative Bedeutung.

Im Buch "Vom Überleben zum Leben" beschreibt Karl Freilingsdorf, dass gewisse Überlebenstrategien sinnvoll sind - aber nur in Notsituationen. Es ist nicht so einfach, sie abzulegen, wenn wir sie einmal eingelernt haben. 

"Existieren" ist in diesem Zusammenhang entweder der wertfreie Oberbegriff oder sogar der Ausdruck eines qualitätslosen Lebens, - wie es in dem Kirchenlied heißt: "die da sind und doch nicht leben". 

Antwort
von michi57319, 49

Ja, ganz klar. Ich erlebe auch beide Zustände durchaus wechselseitig.

Es gibt Zeiten, in denen ich nur existiere. So war das zum Beispiel, als ich meine treue Seele dem Himmel überantworten musste.

Da habe ich ganz lange nur existiert.

In diesem Jahr fange ich langsam wieder an, zu leben. Ich interessiere mich wieder dafür, daß es schön um mich herum ist und mache aus eigener Motivation heraus etwas dafür.


Antwort
von berkersheim, 35

Man muss erst mal existieren, um leben zu können. Ist aber die Existenz gefährdet, wirds mit dem Leben schwieriger. Nur für den Existentialisten gilt, dass Existenz vor Essenz kommt. Den Normalos geht jede Essenz im Leben verloren, wenn erst mal die Existenz futsch ist. In Griechenland soll es möglich sein, in den Rentenlisten zu existieren, wenn man nicht mehr lebt. Kenn sich da einer aus.

Antwort
von mychrissie, 27

Der Begriff "leben" ist im allgemeinen durch eine Vielfalt der Existenzgestaltung aufgeladen. "Existieren" bezeichnet dagegen oft einen Vorgang, der sich lediglich durch Fortpflanzungfähigkeit und einen Stoffwechsel auszeichnet, es gilt also auch für einen Grashalm. Wenn durch den Bezug zum übrigen Text jedoch klar wird, was gemeint ist, kann man die Wörter auch nach belieben umgekehrt verwenden.

Antwort
von yutub, 55

Natürlich.

Sofern deine Organismen arbeiten lebst und existierst du. Sobald diese aufhören sollten zu funktionieren, du also stirbst, wirst du existieren. Rein physisch gesehen.

Ich sehe das Leben nicht als etwas höheres oder an eine Seele gebunden. Funktioniert alles, lebst du. Wenn nicht, dann existierst du.

Man kann auch sagen, du bleibst immer du. Egal ob du an oder aus geschaltet bist. Nur dein Zustand ändert sich ^^

Ist natürlich Ansichtssache

Antwort
von HanzeeDent, 79

Für mich sind diese Begriffe in Bezug auf den Menschen folgendermaßen gegliedert:

Existieren beschreibt allein den Zustand, in dem sich der Körper befindet, wenn er sich in physiologischer Sicht am Leben hält.

Leben erweitert diesen Zustand um die psychische Bereicherung durch Sinnesreize aus der Umwelt und bewusster Interaktion mit diesen oder seinem eigenen Bewusstsein.

Antwort
von Cheater0911, 76

Etwas das lebt, existiert, aber etwas das existiert, muss nicht unbedingt leben.

Und "leben" bedeutet man ist "lebendig" wohingegen "existieren" ein wissenschaftlich objektiver Ausdruck ist, bei dem nicht hervorgeht, ob das Ding aktiv ist. Würd ich mal behaupten

Kommentar von iDreamless ,

In dem Sinne ist das logisch, ja. Aber, ich habe mich da nicht gut genug ausgedrückt, ich wollte meine Frage eigentlich nur auf Lebendes beziehen

Kommentar von Cheater0911 ,

Habe oben noch was hinzugefügt.

Weiß aber nicht ob das verständlich war.

Ich denke existieren ist ein eher negativer Ausdruck.

Wohingegen leben ein sehr positiver Ausdruck ist.

Sag dir mal "Ich existiere" und "ich lebe". - Was hört sich besser an? Der Unterschied sind für mich die verschiedenen Assoziationen

Antwort
von LittleMistery, 92

'Leben' bedeutet genießen, 'existieren' bedeutet einfach nur da sein. Das ist meine Theorie bzw. Vorstellung davon.

Kommentar von Filou2110 ,

Wollte ich auch schreiben.:)

Antwort
von Haldor, 21

Für mich ist maßgebend die Begrifflichkeit der Existenzphilosophie. "Leben" heißt hiernach einfaches Vorhanden-sein, angepasst, unfrei wie die Masse leben. "Existieren" heißt für mich die "Eigentlichkeit" des Daseins akzeptieren, aus dem unfreien, angepassten Leben heraustreten und das Dasein "vom Tode her" denken, denn das "eigentliche", existentielle Dasein ist "Vorlauf zum Tode".

Kommentar von mychrissie ,

Leider genau umgekehrt!

Antwort
von voayager, 18

Kommt drauf an, wie man den Begriff leben definiert. Im biologischen Sinne isses auch nicht mehr als exisitieren, im psychologischen/philosophischen/mralischen Sinne ist leben natürlich Einiges mehr als nur bloß exisitieren.

Antwort
von Huckebein3, 25

"Leben" bedeutet" existieren und diese Existenz mit Inhalten auszufüllen.

"Existieren" bedeutet "Physisch" (körperlich) mit allen biologischen Funktionen zwar vorhanden zu sein, ohne diesem Vorhandensein einen Sinn zu geben oder geben zu können.

Antwort
von GreenCinco12, 52

Kommt drauf an auf was es bezogen ist. Ein Handy zum Beispiel existiert, lebt aber nicht.

Antwort
von Kurpfalz67, 82

Klar. Es existieren einige Dinge im Universum, die nicht leben!

Kommentar von michi57319 ,

Umgekehrt wird auch ein Stiefel draus: Viele Menschen leben Dinge, die nicht beweisbar existent sind.

Antwort
von aleah, 28

Ja, definitiv!!!!!!!! Und darüber bin ich nicht unbedingt unglücklich od. dergleichen.......
nope, mir helfen diese Fähigkeiten um Di.... analysierend in Erkenntnir dße Gedanken schon immer sehr-- sehr gut.....; ☺

Antwort
von Suahuab, 22

Nein, es gibt keinen Unterschied.

Antwort
von cub3bola, 40

Naja die Definition haben die anderen dir hier ja schon genannt.

Aber abseits der exakten Definition verstehe ich unter leben, etwas das positiv ist. Die Existenz allein dagegen kann auch eher negativ sein.

Ein Mensch der Spass am leben hat, der wird mit Freuden sagen: JA ich lebe!

Ein Mensch der sehr unglücklich ist und dem sein Leben bedeutet würd wohl eher sagen: Naja ich existiere halt.

Was im Grunde auch der Definition entspricht nur eben auf das Leben eines Menschen und seine persönliche Bindung zu selbigem bezogen.

Kommentar von HanzeeDent ,

Ja! Ich denke, es geht bei solchen Begriffen sehr um die emotionale Interpretation. Die Menschheit hat die Sprache erfunden, sie war nicht immer schon da.

Kommentar von cub3bola ,

Ich persönlich empfinde den Ausdruck "existieren" als metaphorischere Beschreibung eines emotionalen Zustandes allerdings als neutral. Natürlich ist es so, dass wenn man um etwas Positives zu beschreiben oder zu umschreiben nicht das positivste Wort nutzt, sondern ein eher neutrales, dies bereits als negativ ausgelegt wird.

Ich lebe ...

Ich existiere ...

Ich leide ...

Das ist ähnlich wie bei einer Frau, wenn sie dich fragt wie du sie findest, eine neutrale Antwort wird als negativ erfahren, weil die Grunderwartung bereits viel zu hoch ist ;)

Auch im Leben ist es so das die Grunderwartung sehr hoch ist. Dazu ein Beispiel: Ein Freund von mir sagte immer auf die Frage wie es ihm geht, wenn es ihm nicht so gut geht: Man lebt halt.

Das ist für mich das Äquivalent zu "existieren" ...

Die Negation von "existieren" beruht auf zu hoher erwartung, weil nicht "leiden" ist eigentlich schon "gut leben" auch wenns es präziser mehr dem reinen "existieren" gleicht ... ;)

Antwort
von achimhausg, 14

Klar, denn ein Stein existiert, aber lebt nicht, und bezogen auf den Menschen bedeutet das Aufbauen einer Existenz die Existenz zu sichern, aber ein Mann, der seine Existenz genießt, wird als Lebemann bezeichnet.

Expertenantwort
von Volens, Community-Experte für deutsch, 21

Na klar!

Kommentar von Volens ,

Existieren ist wesentlich umfassender als Leben.

Kommentar von mychrissie ,

Leider umgekehrt!

Kommentar von Volens ,

Alles existiert. Aber nur ein Teil davon lebt.
Es wäre ja sonst auch sehr merkwürdig.

Antwort
von josef050153, 22

In Deutschland lebt man, in Nordkorea existiert man.

Kommentar von achimhausg ,

Ich glaube speziell  in Nordkorea gibt es ein paar Sadisten, die, vor lauter  Lebensfreude, aus dem Schleudergang garnicht mehr 'raus kommen.

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