Frage von fragmichnochwas, 176

Feuchter Keller - Proberaum?

Ich möchte meinen Keller zum Proberaum/Studio umbauen. Problem ist, dass die Wände ziemlich feucht sind. Was kann man da machen? Wenn ich, wie geplant, die Wände/Boden/Decke mit einem Teppich bestückte ist nach ein paar Wochen Schimmel überall.

Antwort
von PostMeUser, 65

Habe ich richtig verstanden, dass du eine Lösung nur für sechs Monate brauchst?

Falls ja:

Mein neuer Übungsraum muffelte anfangs sehr stark, und die gemessene Luftfeuchte lag bei 70%. Es war so schlimm, dass ich nicht damit rechnete, diesen Raum länger für den Schlagzeugunterricht zu nutzen.

Ich habe dann umgehend einen Luftentfeuchter (Comfee) angeschafft, Kosten ca. 150.-€. Der lief die ersten drei Monate sehr viel, dann wurde es weniger. Nach etwa einem halben Jahr war der Mief fast vollständig verflogen.

Jetzt, in der kalten Jahreszeit mit überwiegend trockener Luft, läuft er gar nicht und der Raum ist soweit ok.

Ich habe allerdings eine Belüftung installiert, die bei Benutzung des Raumes ständig ein wenig Frischluft zuführt.

Ich sage nicht, dass das DIE Lösung für dich darstellt. Aber vielleicht wäre es ein Versuch - mit überschaubaren Kosten.

Dies war ein Vorschlag von www.spielt-schlagzeug.de

Viel Erfolg
Pmu

Antwort
von Onki73, 44

Bei feuchten Kellern werden oft aufwändige und kostenintensive Lösungen angeboten, deren Dauerhaftigkeit fragwürdig ist. Oft wird vergessen, dass die Feuchte nicht nur von unten und von der Seite kommen kann, sondern auch von innen aus der Luft.

Da wird dann fleißig aufgebuddelt und vertikal abgedichtet, Mauerwerk ausgetauscht und Horizontalsperren eingebracht und der Keller mit Geräten getrocknet und das Ergebnis ist, dass es alles sehr viel Geld gekostet hat und der Keller vor Sommerkondensat trotzdem nicht geschützt ist, weil er kalte Wandoberflächen besitzt.

Die Befeuchtung des Kellers von innen her geht beim falschen Lüften im Sommer weiter.

Grundsätzlich sollte nur dann gelüftet werden, wenn die innere Wandoberfläche wärmer, als die Außenluft ist. Dann erwärmt sich die kühlere eingelüftete Luft an der wärmeren Wandoberfläche, sie bekommt dadurch ein höheres Wasserdampfaufnahmevermögen, die rel. Luftfeuchte sinkt und diese Luft kann die Wandoberfläche trocknen.

Wird gelüftet, wenn es draußen wärmer, als die innere Kellerwandoberfläche ist, so kühlt sich die warme Luft an der Kellerwand ab, wobei die rel. Luftfeuchte ansteigt und die Wand dadurch befeuchtet wird, mit der Gefahr der Kondensatbildung.

Hier wird nun ersichtlich, dass es wichtig ist, die Kellerwandoberfläche "auf Temperatur" zu halten, zum Einem, um eine Trocknung zu gewährleisten und zum Anderen, um Kondensatfeuchte zu vermeiden.

Die Temperierung (mal googeln) ist eine einfache und preiswerte Möglichkeit, Feuchte aus dem Keller zu verdrängen und gleichzeitig die innere Wandoberfläche warm zu halten.

Mein Keller, Bj. 1926, war so feucht, dass man den nicht mehr zu erkennenden Ziegelpflasterboden nicht mehr fegen konnte, weil sich im Besen Schlamm und Modder absetzte. Er bekam vor drei Wochen eine Heizrohrschleife unter Putz zur Temperierung und seit dem trocknet er beständig aus.

Die Kosten für die selbst eingebaute Heizrohrschleife beliefen sich auf ca. 15,- Euro je laufender Meter Kellerwand zuzüglich ein paar Euro an monatlichen Heizkosten, die aber eher weniger ins Gewicht fallen, wenn man die Kosten der anderen Kellertrockenlegungsmethoden im Vergleich betrachtet.

Die Temperierung ist natürlich in erster Linie was für den Hauseigentümer, nicht für den Mieter, da die wassergeführte Heizanlage mit involviert ist.

Kommentar von fragmichnochwas ,

vielen dank für die ausführliche und informative antwort :) .. leider bin ich mieter :/ .. aber ich werde dennoch schauen ob ich was machen kann

Kommentar von Onki73 ,

Es gibt die Heizleiste auch in elektrischer Ausführung. Diese sollte durch Wärme die Feuchte der Wandoberfläche zum Abdampfen anregen. In Verbindung mit einem hygrostatgesteuerten Luftenfeuchter dürfte die Feuchte in den Griff zu bekommen sein. Natürlich mit den entsprechenden Stomkosten.

Antwort
von Othetaler, 79

Ihr müsst die Ursache für die Feuchtigkeit finden und beseitigen. Das kann natürlich sehr aufwändig und teuer werden. Aber anders geht es nicht.

Der Schimmel ist nicht nur ungesund, die Feuchtigkeit ist für die Instrumente und das Equipment Gift.

Kommentar von fragmichnochwas ,

ich befürchte, das kommt von aussen durch die Kellerwände :(

Kommentar von Othetaler ,

Bagger rufen, Kellerwände freilegen, abdichten lassen und wieder zuschütten. Klingt nach Worstcase.

Antwort
von bwhoch2, 90

Kein Problem. Mach heisse Musik, dann trocknet der Keller von selbst aus...

Wie ist es, wenn Du den Raum erst einmal ordentlich beheizt? Werden die Wände dadurch trockener oder kommt immer neue Feuchtigkeit nach?

Wenn beispielsweise nach einem Nässeschaden mit Bautrocknern ein Raum getrocknet wird, dauert es mehrere Wochen, bis die Wände soweit trocken sind, dass kein Schimmel mehr zu befürchten ist. Wenn aber ständig von außen neue Feuchtigkeit nachdrückt, ist das aussichtslos.

Antwort
von TimmyEF, 82

Ursache der Feuchtigkeit suchen und Beseitigen. Heizgerät in den Raum und mindestens 24 Std. laufen lassen. (gibt da spezielle für Bautrockenlegung)

Antwort
von vogerlsalat, 77

Da kannst du nichts machen, so ein Keller eignet sich für so ein Vorhaben nicht.

Antwort
von dietar, 39

Wenn das Haus keine ordentliche und funktionierende Drainage hat, wirst du den Keller nicht trocken bekommen.
Lösung. Das Haus an der tiefsten Stelle bir ¹0omm unter das Fundament aufgraben und konrollieren. Wenn nötig rundherum aufgraben, neue Drainage 150mm unter Fundament in ein Kiesbett legen und an Abwasserrohr anschließen. Dann die Hauswand neu isolieren und mit Kies ebenerdig auffüllen. Vor dem Auffüllen die Grube nach der Gartenseite mit Elefantenhaut isolieren. Bitte zum Auffüllen keinen Sand verwenden, sonst war die schöne Arbeit für die Katz.

Antwort
von Chaoist, 82

Luftentfeuchter
Nicht ganz billig in der Anschaffung und läuft dann wahrscheinlich im Dauerbetrieb. Feuchte Keller sind der Tod für alle Instrumente. Eventuell rechnet es sich sogar einen anständigen Proberaum zu mieten.

Antwort
von danyso, 51

Es gibt ja auch sowas wie Luftenfeuchter.
Kannst ja mal im Internet danch schauen.

Antwort
von pharao1961, 72

Außer aufgraben, richtig isolieren gegen Feuchtigkeit, ggf. neue Dränage legen ist alles andere meist Flickschusterei und hält nicht lange an. Kommt die Feuchtigkeit auch direkt von unten kann man eigentlich nichts dagegen unternehmen. Dann kann man die Feuchtigkeit nur durch verschiedene Maßnahmen "etwas im Griff" halten.

Kommentar von derBertel ,

Man kann auch etwas gegen aufsteigende Feuchte machen. Nur ist das mit Zeit-und Geldaufwand verbunden.

Kommentar von pharao1961 ,

Im Mauerwerk teilweise, was die Bodenplatte betrifft hilft da nix. Zumindest nix was 2 Jahre übersteht.

Kommentar von derBertel ,

Sorry, ab da irrst du dich. :-)  Ich schreib ja sowas nicht, weil ich vielleicht mal davon gehört habe. Nee, ich verdiene mit derlei Problemen mein Geld. Man bekommt das alles in den Griff. Alles, wie gesagt, nur eine Frage von Kosten und Aufwand.

Kommentar von fragmichnochwas ,

also soweit ich sehen kann,sind 2 aussenwände feucht.. sprich die feuchtigkeit kommt von aussen rein.. ich wollte eigentlich eine kleine dämm-matte und darüber einen teppich an die wände befestigen.. komme ich damit 6 monate hin? oder sollte ich von der idee den keller dafür zu nutzen komplett absehen?

Kommentar von derBertel ,

Da ist Schimmelbildung vorprogrammiert. So leid mir das tut, aber ohne die wirklichen Ursachen zu bekämpfen, ist alles andere vergebene Liebesmüh und halbherzig.

Kommentar von pharao1961 ,

Ich schreibe es auch nicht, weil ich mal davon gehört habe :-)

Bei zig Altbausanierungen konnte mit großem Aufwand die Wände trocken gelegt werden (definitiv NICHT mit Verkieselung) :-)

Aber wie willst du die Bodenplatte trocken bekommen? Ich bin für Vorschläge ganz Ohr.

Kommentar von derBertel ,

Eine Möglichkeit wäre z.B. die Schaffung einer Hohlraumbelüftung. Das ist aber mit erheblichen Aufwand und Kosten verbunden.

Aber mal ne Frage am Rande, da ich hier noch neu bin. Benachrichtigungen bekommt man nur bei eigenen Kommentaren,oder? Oder kann ich da irgendwo was einstellen?

Kommentar von pharao1961 ,

Eine Hohlraumbelüftung? Bei drückendem oder auch bei nichtdrückendem Grundwasser ist diese Hohlraumbelüftung ganz schnell geflutet. Da hilft nur: Haus hochheben, drunter isolieren und dann wieder absetzen :-)

Ja, man kann einstellen dass man benachrichtigt wird. Das ist dann bei eigenen Antworten, bzw. Kommentaren.

Kommentar von derBertel ,

Das ist richtig. Deshalb leitet man das Wasser ja auch ab.Und in seinem speziellen Fall hier kommt dein Vorschlag von oben wahrscheinlich auch noch zum tragen. Das wäre ein riesen Sackstand. Aber wie gesagt, das sind nur Mutmaßungen. Sowas muss man vor Ort sehen. Und danke für die Antwort auf meine Nebenfrage. :-)

Kommentar von pharao1961 ,

Gerne.

Und wenn dann noch ein Nachbar angebaut hat, kommt man an diese Seite garnicht mehr dran zur Verlegung einer Dränage. Es bleibt meist schwierig bis nicht machbar. Durch verschiedene Lösungen bekommt man den Keller sicher trockenER, aber niemals ganz trocken.

Antwort
von Fankh, 70

Du musst oft und regelmäßig lüften

Antwort
von derBertel, 69

Moin.

Wenn die Feuchtigkeit von außen kommt, wie du weiter unten schreibst, wirst du das ohne größere bauliche Maßnahmen nicht in den Griff bekommen.

Und um den genauen Umfang der nötigen Maßnahmen zu bestimmen, muss man das Objekt kennen. Hole dir einen Sachverständigen (Baufirma, Gutachter) der das Problem richtig einschätzen kann. 

Alles andere ist Kaffeesatzlesen. 

Antwort
von meini77, 66

Du musst die Ursache dafür finden.

Liegt es lediglich an schlechter Belüftung, musst Du eben für Be- und Entlüftung sorgen.

Ansonsten kann ein Bautrockner eine Zwischenlösung sein. Vernünftige Geräte kosten aber ab 1000 EUR und verbrauchen viel Strom.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten