Evolution: Aus Affe wird Mensch?

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16 Antworten

1.) Du hast deine Formulierung ja schon in Anführungszeichen gesetzt, aber ich kann es nicht oft genug schreiben: Sätze wie "Menschen stammen von Affen ab" oder "Menschen und Affen haben gemeinsame Vorfahren" unterschlagen einige wichtige Dinge und können deshalb nur als falsch bezeichnet werden. 

Zunächst einmal ist der Begriff "Affe" in diesem Zusammenhang sehr diffus, da über 200 Affenarten existieren, von denen manche mehr und andere weniger eng mit den Menschen verwandt sind. Schimpansen z.B. sind sehr viel enger mit den Menschen verwandt als sie es mit Meerkatzen sind. Deshalb kann man hier alle Affen schlecht in einen Topf werfen.

Außerdem kann man die Gattung der Menschen nicht von den Affen getrennt betrachten. Nach den Regeln der Kladistik müssen Menschen als Affen betrachtet werden, da sie innerhalb dieser Gruppe entstanden sind. Auch wenn eine Art noch so sehr von ihren Verwandten abweicht, kann sie nie aus ihrer übergeordneten Gruppe "herauswachsen". Das wäre so, als würde man den Bewohnern von München die Staatsbürgerschaft absprechen, weil sie ja Münchner und damit nicht Deutsche seien. Das ist einfach nur ein Kategorienfehler.

Eine korrekte Formulierung wäre etwa: "Menschen sind Affen und stammen von früher lebenden Affen ab, aus denen auch parallel zu den Menschen auch die übrigen rezenten (heute lebenden) Affenarten entwickelten."

2.) Zur eigentlichen Frage: Nein, müssten sie nicht. Evolution funktioniert nicht wie eine Leiter oder Treppe, auf der alle Arten bestimmte Stufen  durchlaufen, z.B. Fisch, Amphibium, Reptil, Affe, Mensch etc.

Viel treffender ist die Metapher mit dem wuchernden Busch, wobei die Zweige für verschiedene Abstammungslinien stehen. Arten trennen sich auf und die Teilpopulationen nehmen verschiedene Entwicklunsgwege, weil sie sich an unterschiedliche Gegebenheiten anpassen oder Gendrift ausgesetzt sind. Jedenfalls werden verwandte Arten dadurch voneinander isoliert und besetzen unterschiedliche ökologische Nischen, um Konkurrenz zu vermeiden und Koexistenz möglich zu machen. Auch wenn sich Arten manchmal in ähnliche Richtungen entwickeln, um die gleiche Nische zu besetzen (Wale und Ichthyosaurier), sind sie nie völlig identisch.

Die besagten 200 Affenarten leben also in 200 verschiedenen Nischen. Der Mensch konnte seine spezielle Nische besetzen, weil sich bei ihm seine menschentypischen Merkmale herausbildeten. Und Klammerschwanzaffen konnten ihre speziellen Nischen besetzen, weil sie klammerschwanzaffentypische Merkmale entwickelten. Ohne triftigen Grund (d.h. den richtigen Selektionsdruck) wird sich bei keinem von beiden eine Entwicklung in eine andere Richtung einstellen. Solange Klammerschwanzaffen als Klammerschwanzaffen überleben können, werden sie sich nicht zu Menschen-Imitaten entwickeln. Und auch andersherum.

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1. Der Mensch stammt nicht vom modernen Affen ab, sondern von einem gemeinsamen Vorfahren, der weder ganz Mensch, noch ganz moderner Affe war, sich aber in beide Richtungen entwickelt hat.

2. Der Mensch entwickelte sich zum Menschen, weil es für sein Überleben nötig, bzw. vorteilhaft war. Wir entwickelten unser Super-Gehirn weil wir es brauchten, bzw. weil wir dadurch unsere Chancen erheblich steigerten.

Gorillas z.B. entwickelten ihre gigantischen, kräftigen Körper, was ihnen die nötigen Vorteile verschaffte, sodass ein leistungsfähiges Gehirn (wie das unsere) nicht vonnöten war.

3. Entwickeln sich auch Affen heute noch weiter. Evolution ist ein immerwährender Vorgang, auch der Mensch entwickelt sich heute noch. Es gibt z.B. eine Gorillaart, welche in einigen Generationen eine eigene, verbale, Sprache (ähnlich einer menschlichen Sprache) entwickeln wird, wenn man sie ungestört lässt.

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Hi CutKid, 

ein bisschen googeln hätte hier schon geholfen... Es ist falsch, dass der Mensch vom Affen abstammt. Mensch und die menschenählichen Affen haben einen gemeinsamen Vorfahren, aus dem sich beide Arten durch Muatation der Gene entwickelt haben. Affen sind also vielmehr unsere "cousins" als unsere Vorfahren. 
Evolution beschreibt eigentlich nur die Entwicklung von Arten durch eine Veränderung des Genmaterials - welches Signal dafür benötigt wird und wie das funktioniert ist noch nicht klar. Ein weiteres Beispiel sind aber die unterschiedlichen menschlichen Hautfarben, die auch durch eine Veränderung des Erbguts der ersten Homo Sapiens Sapiens entstanden sin. Aus schwarz wurde im Laufe der Jahrtausende, angepasst an regionale Wetterbedingungen, Sonnenseinstrahlung etc.
Lies hier nochmal nach: http://www.focus.de/wissen/natur/evolution/tid-12744/charles-darwin-4-der-mensch-stammt-vom-affen-ab_aid_352773.html

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Kommentar von Lkramann
09.06.2016, 10:41

hatte vergessen zu sagen, dass aus einen "schwarzen" hautfarbe eine "weisse" mutiert ist, über viele Zwischenschritte natürlich, die wir heute auf der ganzen Welt sehen können. Ich hoffe es ist trotzdem verständlich!

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Kommentar von raimas
09.06.2016, 12:32

Es ist falsch, dass der Mensch vom Affen abstammt. Mensch und die menschenählichen Affen haben einen gemeinsamen Vorfahren 

Und was war dieser gemeinsame Vorfahre? Ein Meerschweinchen? Ein Stiefmütterchen?

Selbstverständlich war es eine ("ausgestorbene") Affenart! Und daher stammt der Mensch sehr wohl vom Affen ab.

welches Signal dafür benötigt wird und wie das funktioniert ist noch nicht klar

Wie das funktioniert, ist seit langem klar. Nennt sich "natürliche Selektion".

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Wir hatten vorfahren die verwandt mit Affen waren die sich im Gegensatz zu den Affen weiterentwickelt haben zu uns.

Wir sind also nur verwandt.

Mansche Menschen entwickeln sich vom deren verhalten her wieder zu Affen da kann man nicht viel machen ^^.

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Kommentar von raimas
09.06.2016, 12:35

Die Vorfahren waren nicht nur verwandt mit Affen: Es waren Affen!

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Der Mensch stammt nicht vom Affen ab. Der Mensch und die Affen haben einen gemeinsamen Vorfahren. Das ist ein großer Unterschied.

Wie die Evolution weiter verläuft kann keiner genau sagen. Ich befürchte aber, dass die Affen von uns ausgerottet werden, bevor sie sich irgendwie weiter entwickeln können.

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Kommentar von raimas
09.06.2016, 12:35

Und dieser Vorfahre war eine ("ausgestorbene") Affenart. Daher stammt der Mensch eben doch "vom Affen" ab.

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Nein, "vom Affen abstammen" ist auch eine falsche formulierung und bezieht sich nicht auf die Affen, die man heute im Zoo besuchen kann.

Die evolutionäre Entwicklung veräuft nicht wie eine gerade Linie, sondern wie ein Baum. Ähnlich wie ein Familienstammbaum. Aus dem ersten Elternpaar / der einen Spezies gehen viele verschiedene Kinder / Speziel hervor.

Die Affen, wie wir sie heutzutage kennen wären also soetwas wie ein Cousin.
Kein Elternteil. 

Der Neandertaler ist so dargestellt übrigens auch ein Cousin der Menschen. Der Morderne Mensch hat sich nicht aus dem Neandertaler entwickelt, wie viele denken.
Aus den Homo Erectus gingen beide Spezies, also der Neandertaler und der Moderne Mensch (Homo Sapien) hervor. Auf einen Familienstammbaum bezogen stehen Neandertaler und moderner Mensch also wie Geschwister zueinander, nicht wie Eltern und Kind.
Ebenso ist es mit den Affen, nur dass die Abspaltung zu den heute bekannten Affen mehrere "Generationen" weiter zurück liegt als die zum Neandertaler.

Anders gesagt sind die heutigen Affen also eine andere Spezies als die Menschen und werden sich nicht zu diesen entwickeln.



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Wir stammen nicht vom Affen ab, wir haben nur gemeinsame / Verwandte Vorfahren ;)

Affen haben sich auch entwickelt, aber eben anders als wir Menschen.

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Kommentar von raimas
09.06.2016, 12:36

Unsere gemeinsamen Vorfahren waren selbst auch Affen, also stammen wir auch von Affen ab.

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Wieso sollten sie? Ich verstehe die Logik dahinter nicht. Die Evolution hat keinen Plan und keine vorgegebene Richtung. Alle Arten entwickeln sich unabhängig voneinander weiter. Wieso denkst du, dass irgendwelche Arten sich zu irgendwas Bestimmtem entwickeln "müssen"?

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Warum sollten sie? Die fühlen sich im Wald wohler, als wir zwischen Beton. Die haben sich an ihre Umwelt angepasst. Wir dagegen bemühen uns immer noch, in der Umwelt zurechtzukommen, die wir beginnen, zur Hölle "umzugestalten".

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Vorstellbar ist das schon, daß sich aus heutigen Affen in 100 oder 200 Tausend Jahren eine neue Spezies von Menschen bilden - das heißt Abwarten.

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Die Entwicklung von affenartigen Vorfahren zum Menschen erfolgte in der erstaunlich kurzen Zeitspanne von etwa 3-6 Millionen Jahren. Dabei vergrößerte sich das Gehirnvolumen auf das Dreifache. Die Vergrößerung (und Strukturveränderung) des Gehirns erwies sich also als erheblicher Überlebensvorteil.

Die Frage ist deshalb wissenschaftlich berechtigt, warum die Evolution nicht schon mal öfter diesen Weg gegangen ist. Zwar verläuft die Evolution nicht zielgerichtet auf ein "höheres Wesen", aber sie ist sehr wohl zielgerichtet in Bezug auf den Überlebensvorteil.

Die Antwort ist, daß die Evolution vermutlich ohnehin mehrfach von affenartigen zu menschenartigen Arten geführt hat. Es sind ja eine kaum noch zu überblickende Vielfalt an menschenartigen Arten (Vormenschen und Frühmenschen) nachgewiesen.

Allerdings ist dazu eine bestimmte Schranke zu überwinden. Es gibt die These, daß die Entwicklung des Gehirns zu leistungsfähigeren Formen, und damit auch zu einer Zunahme des Gehirnvolumens voraussetzt, daß ein Zugang zu energiereicher Nahrung besteht. Damit wurde erklärt, warum der Halbaffe Ay-Ay (Fingertier) im Verhältnis zur Körpergröße ein sehr großes Gehirnvolumen erreichen konnte.

Bei der Entwicklung der menschenartigen Arten könnte die Entdeckung des Feuers eine bestimmende Rolle gespielt haben. Gegarte Nahrung ist sehr viel besser verwertbar als rohes Fleisch. Es ist nicht ausreichend genau bekannt, ob die ersten Menschenartigen bereits Zugang zu gegarter Nahrung hatten. Auch wenn diese Kulturleistung erst später im Verlauf der Evolution des Menschen aufgetreten ist, wird sie sicherlich einen Entwicklungsschub haben auslösen können. Indiz dafür ist, daß beim Jetztzeitmenschen der temperaturtoleranteste Punkt des Körpers justament die Zungenspitze darstellt. Varianten, die gegarte Nahrung also besser zu sich nehmen konnten, hatten damit einen Überlebensvorteil.

Die Zahl der heute noch überlebenden nichtmenschllichen Primaten ist außerordentlich klein. Schon deshalb ist eine weitere Evolution der Affenpopulationen kaum mehr möglich. Nur dann, wenn sich eine Spezies entwickeln würde, die zum Gebrauch des Feuers zur Nahrungszubereitung übergehen würde, wäre es im Verlaufe von einigen Millionen Jahren möglich, daß sich aus den rezenten Affen Arten entwickeln, die wegen der Gehirnentwicklung bewußtsein entwickeln könnten.

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Jein, das was sich da weiterentwickelt, ist dann wohl auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückzuführen sein. Möglicherweise aber dann auch nicht der Gattung Homo angehörig.

Vielleicht entwickelt sich aber auch aus dem Menschen noch etwas weiter.

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Wer weiß, vielleicht tun sie es. In ein paar Millionen Jahren. Das werden wir aber nicht herausfinden. Wahrscheinlicher ist aber, dass sie vorher aussterben, weil wir sie ausrotten.

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In der Evolution gibt es kein zurück. Der eingeschlagene Weg muß fortgesetzt werden und wer sich nicht an die Umweltbedingungen anpasst, der scheidet aus. 

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Kommentar von koten
09.06.2016, 11:16

Das kommt darauf an, was Du unter "zurück" verstehst.

Es gibt auch die rückwärtige Evolution. Momentan gibt es unter Biologen die Vermutung, daß Viren das Ergebnis einer solchen Rückwärts-Evolution sind. Daß dort Schritt für Schritt auf alles überflüssige verzichtet wurde: eigener Stoffwechsel, autonome Reproduktion ...

Das Ergebnis ist überzeugend.

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Der Mensch stammt nicht vom Affen ab, sonder Mensch und Affe haben denselben Vorfahren (hier wurde Darwin oft fehlintepretiert). 

Zur Zeit ist das aber wieder umstritten. Ein kurzer Blick nach Syrien und es scheint, als würde der Mensch vom Affen abstammen und die Evolution hat nur lückenhaft funktioniert bzw. als würden sich manche Menschen zurück in Affen entwickeln.

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Kommentar von raimas
09.06.2016, 12:39

Darwin wurde nicht fehlinterpretiert. Die gemeinsamen Vorfahren von Menschen und heute lebenden Affen waren selbst auch Affen.

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So eine Evolution funktioniert nicht von heute auf morgen.... Das dauert tausende, hunderttausende Jahre.

Aber Jo, die Affen von heute entwickeln sich ebenfalls weiter (sofern wir sie nicht beeinträchtigen)

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Kommentar von apophis
09.06.2016, 10:46

Allerdings nicht zum Menschen bzw. nicht zu der Spezies, die wir angehören. Wenn dann würde es eine neue Spezies an Menschen geben, ähnlich wie es bei den Neandertalern war.

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Kommentar von Franzmann0815
09.06.2016, 10:48

Ja sicher, sie entwickeln sich zu einer Menschen ähnlichen Spezies. Hatte ich vergessen zu erwähnen. Danke @apophis

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