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30 € im Monat genug zum Leben in Addis Abeba / Äthiopien?

Frage von Shilumbu Shilumbu

Ich habe kürzlich auf einer Äthiopien-Reise eine junge Frau kennengelernt, die relativ mittellos ist und die sich meinem Eindruck nach mit Gelegenheitsprostitution materiell sowie finanziell über Wasser hält. Trotz einer erheblichen Sprachbarriere bin ich zu dem Schluß gekommen, dass sie diesem Lebenswandel keinesfalls freiwillig folgt. Nun würde ich sie sehr gerne monatlich finanziell etwas unterstützen, damit sie eventuell wieder auf die Beine kommt. Leider bin ich selbst nicht gerade finanziell auf Rosen gebettet. Ich würde ihr gerne 30 € im Monat zukommen lassen: Ich denke dies ist nicht zu viel und nicht zu wenig, um sie ein bißchen mehr unabhängig werden zu lassen. Ich habe gehört das durchschnittliche Jahreseinkommen in Äthiopien liegt bei nur etwa 110 US- $. Weil dies aber nichts darüber aussagt, wie viel Geld man in Addis Abeba speziell zum Überleben braucht, würde ich hier gerne ein paar Meinungen wissen von Leuten, die hierzu Ahung haben: Sind 30 € im Monat angemessen? Zu wenig? zu viel? Danke!

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Antworten (7)

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    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von riara riara

    Ein Grundproblem, dass ich immer mit diesen Platituden über Afrika habe, ist der überhebliche Unterton und die moralische Wertung über Menschen, die weder Teil einer staatlichen Solidargemeinschaft sind, noch die Früchte der Emanzipation ernten dürfen...

    In allen Städten Afrikas gibt es Frauen, die mit dieser Art der Prostitution nicht nur sich selber, sondern i.d.R. Ihr uneheliches Kind oder Ihre Geschwister durchfüttern...

    Die meisten dieser Frauen sollte man seine uneingeschränkte Anerkennung zuteil werden lassen, denn sie üben eine Tätigkeit aus, die sie in den Augen Ihrer Landsleute praktisch zu aussätzigen werden lässt. Eine Alternative gibt es aber nicht, kaum ein Land in Afrika treibt Kindesunterhalt beim Kindsvater ein, es gibt Abtreibungsverbote aber keine Hilfe für Alleinerziehende. Viele machen sich überhaupt keine Vorstellung, wie sehr sich das Leben von Frauen in Europa von dem in Afrika unterscheidet. Selbst in den Dörfern sind 60-80% der Wirtschaftsleistung Sache der weiblichen Dorfbevölkerung, die Frauen sind auch die, die Geld für Schule und Ausbildung aufbringen, sofern sie das Geld vor Ihren Ehemännern verstecken können.

    Arbeitet die Tochter dann als Sexworker in der Stadt, wird die Mutter diesen Umstand dann oft verbergen, sich um das Kind der Tochter kümmern und mit dem wöchentlich geschickten Geld die Ausbildung und Ernährung der Geschwister ermöglichen. Zwischen der Tochter und der Mutter entsteht ein Verhältnis einer Leidens- und Leistungsgemeinschaft, die Mutter wird alles tun um das Ansehen der Tochter zu schützen, die Tochter hat nur einen Menschen, dem sie Ihre Gefühlswelt mitteilen kann, beides ist die Folge einer patriarchischen Gesellschaft, die dann auch noch Mütter und Großmütter zur Erziehung von Aids-Waisen heranzieht, auch das ist eine Folge dieser Notsituation...

    Ich war vor ein paar Jahren bei der Beerdigung einer H.ure (ist keine Herabwürdigung, sondern durchaus Ihre selbstgeäusserte Berufsbezeichnung), die wir oft in unserer Kneipe auf Grund Ihrer deftigen Geschichten zu dem ein oder anderen Bier einluden. Sie starb bei einem Sammeltaxi-Unfall und viele von uns gaben Geld für die Beerdigung. Das schönste war die Beerdigung, ein sehr gesittetes Foto von Ihr stand vor dem Sarg und mehr als 10 Erwachsene dankten Ihr für die Unterstützung Ihrer Ausbildung, Ihre Mutter stand aufrecht neben dem Sarg, auch sie wusste, dass sich niemand erdreisten würde das Ansehen Ihrer Tochter nachträglich zu schädigen, jeder drückte seinen Respekt aus, die die Tote zu Ihren Lebzeiten sicher nie erhalten hätte, so schliesst sich der Kreis für Rose, die ich nur als Mama Blabla kannte.

    Für Deinen speziellen Fall kann ich mir kein Urteil erlauben, die Lösung wäre ein gutbezahlter Job, dazu wäre aber zunächst eine Ausbildung erforderlich. Beides wird man nur erreichen, wenn man die junge Dame an die Hand nimmt, sie kann nicht in 3, 6 oder 12 Monaten denken, sondern weis ganz genau wieviel Geld sie nächste Woche nach Hause schicken muss. Das hat nichts mit Dummheit zu tun, sondern ist die Folge einer ungerechten Gesellschaft und unfähigen Staatwesens...

    Kommentar von Toboloso TobolosoToboloso

    habe gerade mal deine Fragen/Antworten angesehen.

    Das du so einen Müll schreibst ist daher nicht verwunderlich

    Kommentar von riara riarariara

    wenn sie diesem Lebenswandel nicht freiwillig folgt wird sich ihr Zuhälter wohl ganz doll über die 30 Euro freuen

    ...wenn man sich Deinen Müll anschaut wundert man sich über Deine Kommentare auch nicht mehr...:-))

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    Antwort von fliegenlieben fliegenlieben

    Deine 30 Euro werden der Frau sehr hilfreich sein und ihr monatliches Budget im Rahmen der übrigen 57 Gutgläubigen, die sie bislang schon unterstützen, erheblich aufbessern.

    Kommentar von Shilumbu Shilumbu

    Natürlich muss ich zugeben, dass ich auch schon derartige Gedankengänge hatte. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es so ist. In Addis Abeba findet kein "Sextourismus" statt wie z.B. in Thailand.

    Kommentar von fliegenlieben fliegenliebenfliegenlieben

    Nein, dort findet ein anderer statt. ;-)

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    Antwort von Varinia40 Varinia40

    Hallo, also wenn du selbst in Athiopien warst, wirst du wissen, daß sich so gut wie alle jungen Frauen prostituieren. Auch ich habe meine Digitlkamera dort verschenkt. Wenn du sie mit Geld unterstützt, wirst du beizeiten merken, daß dann die Mutter krankk wird und die Kinder und die Tante ist gestorben und der Onkel im Gefängnis und jetzt muß sie für deren Kinder auch noch sorgen. Warte es ab. das Geld, was du schickst wird auch in der Famiie aufgeteilt und wird am Ende nie ausreichen. Hast ja selbst gesehen, wir arm das Land ist und jeder will was abhaben. wenn du helfen willst, Hilfe zur Selbsthilfe ist das allerbeste, schick was an die Schulen, Bildung ist wichtig. Und sollte dir die Frau so wichtig sein, ich kann dich ja auch verstehen, dann reichen 30 Euro wirklich für sie alleine. Der Liter Milch beispielsweise koste 0,25 Cent, wenn überhaupt, mal so als Anhaltspunkt. So gesehen tun uns 30 Euro nicht weh und dort helfen sie Menschenleben zu retten. Aber laß dich nicht mauf mehr ein, denn die Forderungen werden meh rund mehr und ganz Adis Abeba kannst du nicht ernähren. Und wenn das Geld tatsächlich für den Lebensunterhalt ist, dann wäre es ja zu schön. Wollen wir es hoffen. Liebe Grüße, Susi

    Nun gut, doppelt hält besser, kommt es halt gleich zweimal, hab eben gesehen, dass der vorherige Artikel doch gesendet worden ist ;-)

    Kommentar von Shilumbu Shilumbu

    Es würde bei den 30 Euro bleiben: So naiv bin ich nicht. Ich war schon oft in Afrika und habe außerdem weitere Leute in einem anderen afrikanischen Land, die ich bereits unterstütze. Danke für die gute Antwort.

    Kommentar von riara riarariara

    Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt in Afrika in Dörfern und Kleinstädten, dort wird man nur schwer Prostituierte finden, es finden sich aber immer wieder 'nette Touristen', die mit dem Geld und Angeboten rumwerfen...

    Der Anteil der H.uren an der Gesamtbevölkerung in Afrika dürfte kleiner sein als z.B. in Deutschland. Ich respektiere diesen Beruf in beiden Gegenden...

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    Antwort von Varinia40 Varinia40

    Zunächst habe ich erfahren, daß sich in Addis Abeba die jungen Frauen fast alle prostituieren. Mit 30 euro kommt eine Person auf alle Fällt gut hin. Du wirst sie aber nicht von der Porstitution abbringen, denn die Mittel werden aufgeteilt in der Familie und mit jedem Euro steigen auch die Ansprüche. Wenn du einmal etwas schickst, warte es ab, dann kommen beizeiten noch mehr Anforderungen, dann ist die Mutter krank, dann die Kinder, dann die Tante, der Onkel muß ins Gefängnis und so weiter. Wenn du dort warst, hast du es doch auch gesehen, das Land ist übervölkert und du kannst nicht jedem helfen. Schick Geld an die Schulen, Hilfe zur Selbsthilfe, das bewirkt was! Allerdings weiß ich nicht, wie wichtig dir speziell diese einzelne Person ist. Arm sind sie alle und meiner Meinung nach kannst du mit 30 Euro schon auchgut helfen. Ein Liter Milch kostet zum Beispiel nicht mal 0,25 Euro, dait du mal eine Vorstellung hast.

    LG Susi.

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    Antwort von dolcegabbana dolcegabbana

    also 30€ sind da ne menge kohle....wenn du sie unterstützen willst mach das.....ich kenne einen wo in afrika aufgewachsen ist die hatten nicht mal umgerechnet 3€ zum überleben am tag.......wenn die hören was wir hier verdienen...aber an das was wir hier alles zahlen müßen denken die wenigsten....liebst du sie?......wenn ja,denkst du nicht das sie dich event.ausnützt? weil sie wird das weiter machen aber in einem anderem still...wo sie dann auch mehr bekommt wenn sie nicht gerade da dann die ärmste ist....oder will sie was lernen schule? weiß sie was sie dann machen will?......also mit dem geld ist sie einer der bestverdiener da wenn sie nicht gerade auf großem fuß lebt.....wünsche mir für dich das sie es wert ist....man könnte auch 2-3 patenkinder in anderen armen ländern pro monat mit dem geld unterstützen!!!!! kinder die nichts dafür tun können weil sie sonst nichts haben..keine schule und werden meist genauso wie deine freundin.....werden sich verkaufen.....und deren kinder werden meist genauso.........ist eben eine ungerechte welt!!!! hier will fast kein kind was lernen bekommen alles in den a.... geschoben.dort wollen sie was lerenen aber können sie nicht die eltern falls die welche haben es sich nicht leisten können......aber hier gibt s ja hartz 4................. wünsche dir das du die richtige enttscheidung trifst...................

    Kommentar von Shilumbu Shilumbu

    Ich habe hier in Deutschland eine Freundin (die durchdrehen würde :-)). Ich liebe sie nicht, aber ich fühle mich ihr gegenüber verantwortlich. Sie ist sehr arm und trägt ihren gesamten Besitz in einer großen Tasche rum. Ich habe einfach das Gefühl, dass Sie ein guter Mensch ist, der wenig Glück im Leben hat. Ich hab ihr meine alte Digitalkamera dagelassen und sie hat geweint vor Freude. Sie hat auch geweint vor Freude als ihr klar geworden ist, dass ich nicht mit ihr schlafen werde obwohl ich den ganzen Abend gezahlt habe. Natürlich kann es sein, dass sie mich ausnutzt. Aber würde ich an ihrer Stelle nicht das gleiche tun? Diese Frage muss ich mir stellen. Ich mag den Gedanken, ihr etwas zu helfen weil ich weis wo das Geld hingeht im Gegensatz zu einer Hilfsorganisation und 30 € sind nicht viel. Ich denke auch in keinster Weise daran, sie nach Deutschland zu holen usw. Keine großen Sprünge! Allerdings spiele ich mit dem Gedanken, im April nach Äthiopien zurückzukehren um zu sehen, was sie aus sich gemacht hat bzw. ob ich weiter Geld schicken soll oder nicht.

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    Antwort von HighMilkyWay HighMilkyWay

    als erstes: finde es großartig von dir, dass du so etwas machst.

    Ich denke, dass 30 euro in ordnung sind. Mehr würde ich nicht Spenden, da Sie sonst von dir immer mehr abhängig wird. Wenn es dir dann auf einmal Finalziell noch schlechter geht, und du das Geld nich mehr bezahlen kannst, kehrt Sie höchstwahrscheinlich wieder in ihr altes (jetztiges) leben zurück. Es soll ja eine Hilfe im Leben darstellen und kein Gehalt. Mit 30 Euro hat sie auf jeden Fall die Chance, dass sie eine ordentliche arbeit findet.

    Kommentar von Shilumbu Shilumbu

    Danke. Das ist der einzige Kommentar bisher, welcher ein bißchen hinter die Fassade der Prostitution blickt. Die 30 Euro tun mir nicht weh und helfen ihr viel mehr als mir.

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    Antwort von Toboloso Toboloso

    wenn sie diesem Lebenswandel nicht freiwillig folgt wird sich ihr Zuhälter wohl ganz doll über die 30 Euro freuen

    Kommentar von Shilumbu Shilumbu

    Aufgrund der Befürchtung, dass tatsächlich alles über einen "Zuhälter" laufen könnte, würde ich alles über Freunde in Addis Abeba abwickeln lassen, welche dann direkt mit ihr in Kontakt treten würden. Das mit dem "nicht freiwillig" beziehe ich aber viel mehr auf eine verarmte Familie, die dahinter steht, als auf Zuhälterei.

    Kommentar von riara riarariara

    Im Gegensatz zum allgemeinen Aberglauben ist die Zuhälterei in Afrika wenig verbreitet, durch die Illegalität gibt es noch nicht einmal H.urenhäuser oder offizielle Bordelle, man sollte sich also nicht so weit aus dem Fenster legen, verurteilt man Prostitution, dann lebt man irgendwie im falschen Land, die Prostitution ist Teil unserer Gesellschaft nur haben in Deutschland die Frauen (und Männer!) in diesem Gewerbe einen weitaus höheren Schutz, sie zahlen Steuern und Sozialabgaben...

    Kommentar von Toboloso TobolosoToboloso

    habe gerade mal deine Fragen/Antworten angesehen.

    Das du so einen Müll schreibst ist daher nicht verwunderlich

    Kommentar von riara riarariara

    wenn sie diesem Lebenswandel nicht freiwillig folgt wird sich ihr Zuhälter wohl ganz doll über die 30 Euro freuen

    ...wenn man sich Deinen Müll anschaut wundert man sich über Deine Kommentare auch nicht mehr...:-))

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