Noch einmal kurz zu den Begriffen, die scheinen bei den meisten Nutzern hier (mit Ausnahme „opague1“) nicht ganz geläufig zu sein. Das zeigt aber auch, dass man vielleicht nicht bei jedem Thema antworten sollte, wenn man das Fachgebiet nicht wirklich beherrscht (entweder beruflich oder durch anderweitig angeeignetes Fachwissen). Gerade in der Elektrik kann angewendetes Halbwissen lebensgefährliche Folgen haben.
Vorweg: Das was auf dem Bild zu sehen ist natürlich eine klassische Parallelschaltung der Verbraucher.
In jeder elektrischen Schaltung finden wir mehrere „einfache elektrisches Betriebsmittel“
Die Norm (EN 50020:2002 Pkt. 3.11 und EN 60079-11:2007 Pkt. 3.1.5) versteht unter einem einfachen elektrischen Betriebsmittel: „elektrisches Bauteil oder Kombination von Bauteilen einfacher Bauart mit genau festgelegten elektrischen Parametern, das (die) die Eigensicherheit des Stromkreises, in dem es (sie) eingesetzt werden soll, nicht beeinträchtigt“
Ein Betriebsmittel kann demnach eine Leuchte, ein Schalter, eine Sicherung, eine Batterie, ein Motor … usw. sein, praktisch alles – was in irgend einer Art und weise eine elektrische Funktion hat
Aus Wikipedia können wir die Definition des Begriffes „Parallelschaltung“ entnehmen:
Die Parallelschaltung – auch Nebenschaltung genannt – beschreibt in der Elektrotechnik und Elektronik eine Art der Schaltung der Elemente (Betriebsmittel) in einem Schaltkreis: Bauteile sind parallel geschaltet, wenn alle ihre gleichnamigen Pole jeweils miteinander verbunden sind. Die Anzahl der parallel geschalteten Elemente ist beliebig.
Die Reihenschaltung beschreibt in der Elektrotechnik und Elektronik die Hintereinanderschaltung zwei oder mehrerer Bestandteile in einem Schaltkreis.
Das Gegenteil dazu ist die Reihenschaltung, nicht zu verwechseln mit dem Begriff Serienschaltung, der in der Elektrik im deutschen Sprachraum eine spezielle Bedeutung hat (siehe weiter unten)
Bei der Reihenschaltung werden die Bestandteile des Schaltkreises in Reihe geschaltet. Zwei Schaltkreiselemente sind in Reihe geschaltet, wenn deren Verbindung keine Abzweigung aufweist. Damit werden beide vom selben Strom durchflossen. Die Reihenschaltung wird auch als Hintereinanderschaltung bezeichnet. Die Anzahl der in Reihe geschalteten Elemente ist beliebig.
Im englischen Sprachraum wir die klassische „Reihenschaltung“ als „series circuit“ bezeichnet, mit ein Grund, dass die klassische Reihenschaltung auch gerne mit einem Spezialbegriff aus der früheren Elektroinstallationstechnik der „Serienschaltung“ verwechselt wird.
Eigentlich hat die „Serienschaltung“ gar nichts mit einer speziellen Schalttechnik zu tun, sondern ist eher als Bedienmodus eines speziellen Drehschalters aus der Nachkriegszeit zu sehen.
Die Serienschaltung dient dazu, zwei elektrische Verbraucher (meist Leuchtmittel), unabhängig voneinander mit einem Doppel-Schalter (Serienschalter) ein- und auszuschalten.
Der Begriff Serienschaltung stammt wie gesagt aus der Zeit, in der Schalter nur in Form von Drehschaltern hergestellt wurden. Ein Serienschalter hatte vier Schaltstellungen:
1.) AUS.
2.) Leuchte 1 EIN
3.) Leuchte 2 EIN
4.) beide Leuchten EIN.
Der Begriff Serienschalter (und damit auch die Serienschaltung) hat sich gehalten, obgleich dem Drehschalter längst ein Doppel-Kippschalter gewichen ist. (Das gilt übrigens auch für den Kreuzschalter – im modernen Kreuzschalter wird man vergeblich ein Drehkreuz wie im alt hergebrachten Drehschalter mit diese Funktion suchen)
Ein anderes Thema sind noch die Drahtfarben
Es gibt schon einmal unterschiedliche Normen für die Hausinstallation und für die industrielle Steuerungstechnik. Das einzige was in allen Arten der Elektrik einheitlich ist, das ist GRÜN/GELB für den Schutzleiter. In einem zeitgerecht installierten Haus erwartet man die Farbe „BLAU“ für den Neutralleiter und die Farbe „BRAUN“ für den Phasenleiter (geschaltet an Lampen oder direkt an Steckdosen), in etwas älteren Installationen auch noch SCHWARZ. Die Farben WEISS, GRAU, GELB oder VIOLETT findet man gängig für „korrespondierende“ Leitungen (in Wechselschaltungen oder Kreuzschaltungen) oder auch in Taster Schaltkreisen.
Die aktuellen Farben der Außenleiter im 400 Volt
Für die farbliche Zuordnung der Adern für die 400V Außenleiter im Drehstromnetz in standardisierten Kabeln ist die DIN VDE 0293-308 (VDE 0293 Teil 308) 2003/ HD 308 S2 anzuwenden.
demnach ist das:
braun für L1
schwarz für L2 und
grau für L3
Die Drahtfarbe „ROT“ darf in neuen Hausinstallationen NICHT verwendet werden, um Verwechslungen mit der früheren Drahtfarbe für den Schutzleiter zu vermeiden. In älteren Installationen (Nachkriegszeit) ist so ziemlich alles möglich und im Zweifel ist MESSEN und die ELEKTROFACHKRAFT der einzig gangbare Weg.
In der industriellen Steuerungstechnik wird übrigens SCHWARZ für Hauptkreise, ROT für Steuerkreise mit Wechselspannung, BLAU für Gleichspannung, BRAUN für Messkreise, ORANGE für Fremdspannung …. Aber, und da gibt es Einheitlichkeit; GRÜN/GELB für den Schutzleiter verwendet.
Diese Ausführungen sind für all jene gedacht, die an Hintergrundwissen interessiert sind, jedoch nicht als Animation zum „selbst Hand anlegen“, wo die Elektrofachkraft gefragt ist!
Spitzen erklärung, endlich hat das mal einer "auf die Reihe" bekommen die Parallelschaltung auf dem Bild zu erkennen ;) DH!!