Guten Abend,
Ich bin männlich, 22 Jahre alt und wohne noch/wieder bei den Eltern, da ich durch das Studium wieder zurück "musste" aus finanziellen Gründen.
Ich habe folgendes Problem: Mein Bruder und ich wohnen beide noch bei den Eltern und haben seit der Pubertät nur noch Probleme mit unserem Vater. Eines vorweg: meine Eltern arbeiten sehr viel und hart.
Die Probleme haben damals angefangen, als er mich an eine Technische Hochschule geschickt hat. Das war einfach nicht meine Sparte und war sehr unglücklich darüber. Dementsprechend sahen auch meine Noten aus. Obwohl ich damals viel lernte, warf er mir immer vor, ich würde nichts tun. Was soll ich sagen, es war einfach nicht mein Ding. Wusste schon damals, dass ich niemals in den technischen Bereich möchte.
Dann fing es an, dass ihm jede Kleinigkeit an mir und meinem Bruder gestört hat. Hatten wir die Küche nicht geputzt, wurde er total ausfallend und betitelte uns immer wieder als Versager und Nichtsnutze. Haben wir unsere Schuhe nicht "ordnungsgemäß" hingestellt, waren wir Pfeifen, die nur Müll machen. Haben wir den Müll nicht hinausgetragen, war er stinkig wie ein Kleinkind. Zur Info: Wir haben sehr wohl immer im Haushalt mitgeholfen! Das war für uns selbstverständlich.. Er setzte jedoch voraus, dass wir das alles alleine machen müssen - zumindest kam es so rüber.
Wir hatten unzählige Diskussionen mit ihm geführt - welche aber nichts nutzen. Denn kaum wollten wir ein Problem besprechen, wurde er wieder ausfallend und teilweise auch sehr aggressiv (verbal). Hauptsache er übertönte uns. Anschließend erzählte er unserer Mutter immer, dass wir Versager sind und für nichts zu Gebrauchen. Wir wären laut ihm nur eine Belastung für unsere Mutter und wären dafür verantwortlich, dass unsere Eltern wegen uns streiten und es meiner Mutter dadurch dann nicht gut gehen würde.
Achja, mein Bruder war damals in der Lehre und ich ging nach der Hochschule ebenfalls eine Lehre machen. Also nicht dass hier jemand denkt, wir wären faule Kinder, die nur zu Hause gehockt sind.
Er drohte uns ständig, uns rauszuwerfen. Auch heute noch. Selbst Müll machte er beabsichtigt und erzählte unserer Mutter, das wären wir gewesen.. (Wir haben ihn dabei erwischt und ihn zur Rede gestellt - vor der Mutter spielte er den Unschuldigen und laut ihm waren wir dann die Lügner)
In all den Jahren haben mein Bruder und ich so eine Abneigung gegenüber unseren Vater entwickelt, dass wir ihn großteils gar nicht mehr gern haben.. Wir sind stets froh, wenn er nicht zu Hause ist. Es fühlt sich so "befreiend" an wenn er weg ist. Wenn er in unserer Nähe ist, dann fühlen wir uns wie "gefangene" - erdrückt und haben ständig Angst, auch nur ein falsches Wort zu sagen.
Selbst wenn wir uns um unser Geld etwas zu essen kaufen, wird er ausfallend.. Weil er es gern hätte(?).
Es ist alles nur noch seltsam und am liebsten würde ich die Zeit vordrehen.. Was hat eigentlich mein Vater für ein Problem? Wie können wir damit besser umgehen?