Selbstmord und Sterbehilfe in der Zukunft?

Ich habe heute mal ein seht brisantes Thema mitgebracht und möchte kurz erklären, wie ich darauf gekommen bin: Ich habe vor kurzem den Film "Midsommar" gesehen. Dort geht es (unter anderem) um eine Sekte, in der sich die Menschen mit 72 Jahren von einer Klippe stürzen, um zu sterben. Die Sekte ist der Meinung, dass es besser ist, sein Leben zu beenden, bevor Krankheit einen dahinrafft und leiden lässt. Nichts sei schlimmer als in Krankheit zu sterben, lieber beendet man es selbst zu einem Zeitpunkt, in welchem man noch nicht leidet. Für die Mitglieder war der Selbstmord eine Freude.

Mich würden jetzt zwei Dinge interessieren:

1. Was haltet ihr von dieser Einstellung, sollte die Gesellschaft mehr in diese Richtung denken oder sollte Selbstmord im Alter mit dieser Motivation gesellschaftsfähig werden?

2. Glaubt ihr, dass unsere Gesellschaft sich dieser Denkweise nach und nach annähern wird?

Zur Erklärung: Natürlich sind die Fragen nicht so gemeint, ob man das Verhalten der Sekte 1:1 umsetzen soll. Es geht mir also nicht um Zeremonien,nicht um eine Pflicht zum Selbstmord(wie es bei der Sekte ist), nicht darum, von einem Felsen zu springen etc., sondern nur um den Grundgedanken der Sekte. Also, dass man sein Leben beendet, bevor(!) es bergab geht, bevor es nicht mehr lebenswert ist. Wenn es um Sterbehilfe etc. geht, geht es dem Menschen ja schon extrem schlecht. Natürlich kann man jederzeit krank werden, das Prinzip liese sich nur schwer umsetzen. Ich sage auch nicht, dass ich das befürworte. Es geht mir halt um den Grundansatz der Sekte. Vielleicht kann man da was sinnvolles rausziehen.

Ich halte es nämlich für nicht so unwahrscheinlich, dass sich unsere Gesellschaft in (ferner) Zukunft dem annähert. Politisch und gesetzlich ist zwar aktuell das Gegenteil der Fall, aber das kann sich ändern. Es ist ja so, dass die Medizin immer bessere Ergebnisse erzielt, Menschen werden immer älter. Schon jetzt sind wir in der Pflege überfordert, es gibt etliche Menschen, die dahinsiechen und (auch aus ihrer Sicht) kein lebenswertes Leben mehr führen. Es ist davon auszugehen, dass das immer mehr Menschen betreffen wird, die Medizin wird das Leben von Menschen immer noch länger hinauszögern können. Es ist durchaus möglich, dass dies zu negativen Konsequenzen führt, die die Gesellschaft nicht tolleriert. Dies kann zu einer Änderung der Denkweise in Richtung der Denkweise der Sekte führen.Auch politisch und rechtlich könnte es einen Paradigmenwechsel geben, z.b. bei der Sterbehilfe.

Was sagt ihr dazu? Natürlich handelt es sich hier um Spekulationen, dennoch ist es sinnvoll, sich jetzt schon Gedanken darüber zu machen.

Schönen Montag euch noch :)

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Warum ist fiktive Jugendpornographie illegal?

Hier zunächst einmal der Gesetzestext:

https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__184c.html

Mit fiktiver Jugendpornographie sind z.B. Comics und Animationen gemeint. Es ist verboten, diese zu verbreiten(184c Abs. 1 Nr. 1). Im Falle von wirklichkeitsnahen Darstellungen ist sogar die Drittbesitzverschaffung verboten(184c Abs. 1 Nr. 2).

Mir stellt sich die Frage, welches Rechtsgut dadurch geschützt werden soll.

Ein mögliches Sittlichkeitsargument ist unerheblich, da man mittlerweile dazu übergegangen ist, nur noch Rechtsgüterschutz zu betreiben. Die Tatsache, dass jugendpornographische Darstellungen "unsittlich" sind, kann eine Strafbarkeit nicht begründen. Es ist sogar fraglich, ob solche Darstellungen überhaupt als unsittlich im Rechtssinne zu betrachten sind.

Auch ein mögliches Nachahmungsargument geht fehl. Ein solches wird ja beim Verbot der fiktiven Kinderpornographie angeführt, da Sex mit Kindern immer verboten ist. Sex mit Jugendlichen ist jedoch im Normalfall straffrei, sodass man sich fragen muss, wieso deshalb ein Nachahmungseffekt überhaupt problematisch sein kann. Soweit auf den fiktiven Darstellungen Sexualstraftaten gegen Jugendliche zu sehen sind, kann man das ja separat verbieten, da macht das Nachahmungsargument dann auch Sinn. Es wird in 184c StGB aber gerade nicht gefordert, dass Sexualstraftaten zu sehen sind.

Weitere potenzielle Gründe für ein Verbot, die rechtlich relevant sind, fallen mir nicht ein.

Welches Rechtsgut soll also geschützt werden? Ist 184c StGB bezüglich fiktiver Darstellungen gar verfassungswidrig, da es an einer Erforderlichkeit des Verbotes fehlt?

(Anmerkung: Ich habe vor Kurzem eine ähnliche Frage gestellt, die jedoch sofort gelöscht wurde. Vermutlich weil ich in der Frage einen Link zu einer anderen meiner Fragen gesetzt habe, was als Spam gewertet wurde. Das werde ich nun unterlassen, einen anderen Richtlinienverstoß sehe ich nicht. Insbesondere ist die Frage nicht als Provokation gemeint, vielmehr geht es hier um eine ernsthafte und berechtigte Diskussion eines juristischen Themas. )

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Ist es egoistisch, Fremdgehen zu beichten?

Manche Leute behaupten das ja, weil man durch die Beichte nur sein Gewissen erleichtern wolle und der anderen Person unnötig schaden würde.

Ich sehe das nicht so. Zwar fügt man der anderen Person durch die Beichte psychischen Schaden zu. Allerdings ist Ehrlichkeit ein hohes Gut in einer Beziehung. Gerade bei Dingen, die sogar den Bestand der Beziehung gefährden können, sollte man diese im Regelfall schon beichten, auch wenn man sich dadurch ausliefert. Ansonsten würde man eine Beziehung führen, die die andere Person bei Kenntnis der Wahrheit womöglich gar nicht mehr wollen würde.

Dieser Grundsatz gilt aus meiner Sicht auch bei ONS. Manche unterscheiden da ja.

Natürlich hat die Wahrheit nicht immer Vorrang im Leben, Notlügen benötigt man häufig, sonst würde das ganze Sozialgefüge gar nicht funktionieren. Insofern sind vielleicht auch beim Fremdgehen Fälle denkbar, bei denen ein Verschweigen besser sein könnte, das beschränkt sich meiner Meinung nach aber auf Ausnahmen(z.b. bei einem (äußerst) geringfügigen Fehltritt, der den Bestand der Beziehung mit Sicherheit nicht gefährden würde; oder wenn das Beichten des Fehltritts die andere Person nicht nur schwer verletzen würde, sondern sie in schwerste Depressionen oder den Suizid treiben würde).

Aber im Grundsatz sollte man schon beichten.

Was meint ihr dazu? Was meint ihr zu meinen Ausnahmen?

(Die erste Antwort könnt ihr auch dann auswählen, wenn es seltene Ausnahmen für euch gibt. Bei der zweiten Antwort gilt dasselbe. Wenn es eurer Mdinung nach halt keinen wirklichen Grundsatz gibt, dann die dritte Antwort.)

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