Biodiversität und Ökologie vor Ort?

Meine Beobachtung:

  1. In einem Naturschutzgebiet (Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge nahe Olpe) wird die Kernzone von Laubwäldern dargestellt. Hier liegen vor allem Rotbuchenbestände vor, die Hallenwälder bilden und Totholzanteile (vermutlich große Entomofauna) aufweisen. Eine Kraut- oder Strauchschicht ist nicht ausgebildet, lediglich am Wegrand finden sich einige Kräuter (Hexenkraut, Ziest u.ä.). Gewässer nur in Form von Rinnsalen.
  2. Richtung Tal-Lage/ Berghang erstrecken sich hingegen Forstgebiete, die von Fíchte und Douglasie dominiert werden, mit einzelnen Birken und Lärchen. Große Bäume stehen relativ dicht beisammen, aber das Kronendach ist immernoch lichter als im Buchenwald. Kraut- und Strauchschicht sind reich strukturiert. Bachlauf; insgesamt geringere Entfernung zu Gewässern.

[Nebenbemerkung: die Schäden durch Trockenstress und Schädlinge sind hier insgesamt noch nicht so offensichtlich sichtbar wie in benachbarten Forstgebieten, wo bereits ganze Fichten- und Lärchenbestände abgestorben sind.]

Während im unter 1. genannten Gebiet nur wenige Vögel, etwa einzelne Spechte, beobachtet sowie kaum Vogellaute vernommen wurden, erscheint im unter 2. genannten Gebiet die Artenvielfalt für mich als ökologischen Laien auf Anhieb weitaus größer. Es gibt mehrere Vogelarten, von denen ich nur wenige (z.B. Blaumeisen) identifizieren kann, und ein reich hörbarer Vogelgesang. Die Vegetation erscheint ebenfalls artenreicher.

Ich sehe hier Parallelen zu anderen menschgemachten Ökosystemen; die Artenvielfalt erscheint in dem Gebiet, das ohne menschliches Zutun natürlicherweise dort vorherschen müsste (Rotbuchenwald) , geringer als in einem offener strukturierten, ursprünglich als Fichtenplantage angelegten Forst. Die Parallele, die ich ziehen würde, führt zu Heidelandschaften, die ebenfalls Artenreich sind und ursprünglich auf menschliches Wirken zurückzuführen sind.

Es ist unstrittig, denke ich, dass es Lebensräume gibt, in denen die Artenvielfalt ohne menschliche Einflüsse ernüchternd sein dürfte; aber dürfte ohne menschliche Einflüsse in geschlossenen Waldgebieten, etwa im Sauerland, die Artenvielfalt (v.a. Vögel und Pflanzen) nur einen Bruchteil ausmachen? Es würden sich nur zufällige Lichtungen durch Windbruch oder Waldränder an Flüssen als besonders artenreich durchsetzen können.

Schön und gut, nun, was will ich jetzt wissen? Es gibt keine Pointe, keine konkrete Frage. Dennoch würde mich interessieren, wie sind die Beobachtungen/ Annahmen aus (forst-) ökologischer Sicht oder schlicht aus der Perspektive eines anderen Wanderers zu beurteilen?

LG

Natur, Wald, Biologie, Artenschutz, Botanik, Forstwirtschaft, Naturschutz, Ökologie, Ornithologie
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