Es ist wohl eine Art von Bindungsangst. Es ist sehr gut, dass du dir das bewusst gemacht hast, und dein Verhalten hinterfragt hast. Viele Leute dümpeln ein Leben lang so herum und geben dann lieber den anderen die Schuld. Wie gut, dass du beschlossen hast, etwas zu ändern.

Die Ursache ist vermutlich in deiner Kindheit oder Jugend begründet. Es können alle möglichen Gründe sein, es reicht auch manchmal "nur" die Scheidung der Eltern, da das Kinder schon traumatisieren kann, vor allem wenn die Eltern einen "Rosenkrieg" geführt haben. Es kann auch was mit Misshandlung oder Vernachlässigung zu tun haben, die Gründe können sehr vielfältig sein!

Das müsstest du mal mit einem Psychologen besprechen, um genau dahinter zu kommen. Wenn du merkst, dass dein Unterbewusstsein deine Wünsche damit sabotiert und dein Leben darunter leidet, ist das ein guter Grund für eine Therapie.

Du brauchst, keine Überweisung zur Psychologen. Du kannst einfach deine Krankenkasse anrufen, dir eine Therapeutenliste schicken lassen. Die rufst du dann für einen Termin für ein Erstgespräch an.

Du solltest nicht aufgeben, falls viele Psychologen schon voll sind und keine Termine frei haben. Überall auf die Warteliste setzen lassen und die ganze Liste abtelefonieren. Ist ein Stück Arbeit, lohnt sich aber.

Bis zu 5 Erstgespräche (oder auch probatorische Sitzungen) - auch bei mehreren Therapeuten - werden bezahlt, in denen ihr euch kennen lernt und schaut, ob es eine Vertrauensebene gibt - man muss sich auch sympathisch genug sein.

Wenn der Psychologe dann nach ein paar probatorischen Sitzungen feststellt, dass er dir helfen kann, stellt er einen Antrag auf Therapie an die Kasse, da musst du nichts weiter machen.

Alles Gute!

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Freund hat mich betrogen, wie kann ich am besten damit umgehen?

Mein Freund hat mich vor ca. einem Jahr betrogen. Danach waren wir ca. ein Monat getrennt, bis er wieder an kam und ich weich wurde. Anfangs verdrängte ich den Schmerz und war einfach nur froh, ihn wieder bei mir zu haben. Da ich eigentlich ein sehr "positiver" Mensch bin, gab ich ihn eine zweite Chance. Schließlich gab es im Freundeskreis selbst solche Situationen und es klappte danach wieder. Leider hat er mich was sein Ausrutscher betraf, immer und immer wieder angelogen. Überall wo ich hin gehe, habe ich das Gefühl es verfolgt mich und ich habe mich mit dem ganzem selbst überschätzt. Das versteht mein Partner leider nicht. Schließlich ist er der Meinung, dass ich damit abzuschließen habe, wo er nicht ganz Unrecht hat. Aber ich würde mir wünschen, dass er vielleicht, wenn ich heulend von der Arbeit komme und ich ihm erzähle was los war, für mich da ist und mich tröstet. Stattdessen fangen wir immer wieder an zu streiten, von wegen, du hättest mich gar nicht wieder nehmen müssen. Du hast mich angelogen, du hast gesagt du hast damit abgeschlossen. Du hast dein Versprechen gebrochen, du hast gesagt du fängst davon nicht mehr an. All solche Aussagen darf ich mir immer und immer wieder anhören, dabei ist es sein Fehler den ich immer und immer wieder in mir selbst ausbaden darf und es mich einfach innerlich auffrisst wie Krebs. Daher meine Frage, wie fang ich an "zu vergessen?" wie fang ich an, damit umzugehen? Ich finde es teils ganz schön hart, solche Aussagen von meinem Partner zu hören. Schließlich bin ich keine Hellseherin und hätte ich gewusst, dass ich nachdem doch noch mehr leide als zuvor, dann hätte ich ihn erst gar nicht wiedergenommen. Und ist es von mir zu viel verlangt, dass ich mir einfach wünsche, was seine Vergangenheit betrifft, für mich da zu sein? Kurze Definition für mich da zu sein, ich verlange nicht von ihm oder möchte gar nicht, dass er sich Tag täglich für sein Ausrutscher bei mir entschuldigt. Oder mir Sachen im Arsch steckt auf gut deutsch gesagt oder weiß der Geier. Nur ist es so, dass selbst seine Eltern mit dieser Frau abhängen und ich alles zu akzeptieren habe. Und Wehe dem ich fang irgendwas an, dann bin ich die dumme und bei uns bricht Krieg aus.

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Liebe Fragestellerin,

dass er von dir verlangt, dass du das zu vergessen hast, und nicht bereit ist, weiterhin mit dir darüber zu sprechen ist wirklich unter aller Kanone. Das ist ein richtig schlechtes, gemeines Verhalten. Er sollte froh sein, dass du ihn zurück genommen hast, und seine Verantwortung wahrnehmen, den Schaden wieder gutzumachen, den er angerichtet hat.

Dass er dir den Mund verbietet, und verlangt "dass du mal endlich es vergisst" ist schon psychische Gewalt.

Ich bin auch der Meinung, er hätte eine 2. Chance eigentlich nicht verdient. Nicht jeder verdient eine 2. Chance!

Und nur weil du früher Fehler gemacht hast, musst du dich nicht bis heute dafür bestrafen. Hinterfrage mal dein Verhältnis zu dir selbst. Du musst dich besser lieben lernen und dir selber mal was verzeihen und dich in deinem Lernprozess im Leben annehmen. Mit diesem Typ zusammen zu bleiben, und dich jetzt auch noch von ihm so behandeln zu lassen, ist eine Selbstbestrafung.

Dein Selbstwertgefühl hat bereits stark gelitten, wenn du meinst, dass du so eine Behandlung verdient hast, und dass du vergessen musst. Klick dich mal auf mein Profil, da kannst du einen Selbsttest anklicken, wo du herausfindest, ob noch weitere Hinweise psychischer Gewalt in deiner Beziehung zu finden sind - ich gehe nämlich davon aus. Solche Aussagen habe ich 1:1 von anderen Männern, die Gewalt auf ihre Partnerinnen ausgeübt haben, gehört. Ich meine wirklich wortwörtlich. Die behandeln ihre Freundinnen schlecht und verlangen, wenn sie sich einmal dafür entschuldigt haben, es sofort vergessen wird. Sie verbieten den Frauen dann den Mund, wenn sie darüber sprechen wollen.

Lass dich nicht so behandeln. Guck mal auf mein Profil. Hinterfrage diese Beziehung. Leider ist das genau der Grund, warum du so an ihm hängst, das löst nämlich ne Art Reflex in deinem neuronalen System aus... aber davon später mehr. Falls du Fragen hast, kannst du dich an mich wenden.

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Ja! Ein wunderbares, wo die weibliche Anatomie und alles drum und dran, alles was ein Mädchen wissen muss, genau erklärt, gezeichnet und mit Bildern versehen ist und das wirklich schön gemacht, Mädchengerecht. Sollte jede Mama ihrer Tochter schenken!

https://www.amazon.de/Unversch%C3%A4mt-Alles-fabelhaften-weiblichen-K%C3%B6rper/dp/3499606682/ref=sr_1_3?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=frauenk%C3%B6rper+neu+gesehen&qid=1579729964&sr=8-3

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Es ist eine sehr schwierige Situation, denn ihr könnt nur immer wieder die Polizei rufen. Wegen eines Effekts, der sich "Trauma Bonding" nennt (ähnlich wie Stockholm Syndrom), können sich die Opfer häuslicher Gewalt nicht so einfach vom Täter trennen.

Gründe, wieso hier: https://www.gutefrage.net/frage/warum-gehen-die-meisten-frauen-und-maenner-bei-haeuslicher-gewalt-nicht-zur-polizei

Wenn ihr etwas tun wollt, empfehle ich, dass ihr mal guckt, wann der Mann aus dem Haus ist. Dann eine erfahrene und einfühlsame Nachbarin schicken, die mal mit ihr redet.

Bringt ihr die Telefonnummer der Beratungsstelle des örtlichen Frauenhauses mit und sagt ihr, dass die Beratung kostenlos und unverbindlich ist, dass sich die Sozialpädagoginnen dort sehr gut auskennen und verstehen, wie es ihr geht und dass sie sie beraten können, wie es für sie weiter gehen soll. Ermutigt sie, dort einen Termin auszumachen für ein Beratungsgespräch.

Die Frauen können sie auch rechtlich und psychosozial beraten - etwas was man als Laie ja nicht kann. Aber so könntet ihr ihr vielleicht helfen. Meistens schämen sich die Opfer sehr. Sagt ihr, dass ihr sie nicht verurteilt für die Gewaltbeziehung, sondern dass der Mann der Täter und sie das Opfer ist. Dass ihr immer gerne helfen wollt und sie sich an euch wenden kann. Das wird ihr helfen, über die toxische Scham, die die Täter den Opfern einreden, hinweig zu kommen und mit euch zu sprechen.

Ihr könnt ihr auch einen Brief unter der Tür durchstecken, wenn der Mann nicht da ist, wo ihr das aufschreibt mit der Nummer von der Beratungsstelle. Viele Frauen kommen gar nicht auf diese Idee, sich dort zu melden und sind von der Gewalt und dem dazu gehörenden Psychoterror gelähmt.

Ich finde es klasse, dass ihr das nicht schweigend mit anseht und immer wieder die Polizei ruft und etwas unternehmen wollt. Schön, sowas zu lesen, echt. Es gibt noch gute Menschen auf der Welt, zum Glück. :-)

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Man kann da nur mutmaßen, aber für mich ist es ein inzestuöses, perverses Missbrauchsverhältnis gewesen, das durch ein Trauma-Bond (ähnlich Stockholm Syndrom) aufrecht erhalten wurde. Das Mädel war noch so jung und unbedarft, als es in seine Fänge geriet und Otto Strasser gab an, Hitler habe sie gezwungen auf ihn zu pinkeln und zu ka... es ist furchtbar. Am Ende erschoss sie sich, weil er sie psychisch terrorisierte... Das spricht ja schon für sich. Ich denke hier an Narzisstische Gewalt. Richtig schlimm, das Mädel tut mir sehr leid, möge es in Frieden ruhen an einem schöneren Ort.

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Toll dass du das fragst! Viel zu wenig ist allgemein bekannt über die Mechanismen der häuslichen Gewalt, denn diese hat eine ganz eigene Dynamik. Psychische und Physische Gewalt greifen so ineinander, dass das Opfer extrem geschwächt und traumatisiert wird.

Meist beginnt die Beziehung so intensiv, so schön wie nie zuvor. Das nennt sich Love Bombing, und baut tiefes Vertrauen und eine sehr starke Verbindung auf.
Dann kommt der Einbruch. Es beginnt mit extremer psychische Gewalt:

  • Gaslighting (das ist eine Art Verrücktmachen des Partners, Sachverhalte falsch darstellen, dem Partner die Wahrnehmung absprechen, behaupten er hätte etwas gesagt, was er nicht gesagt hat, Aussagen des Partners in einem anderen Kontext einfügen und verwenden um Zustimmung zu Dingen zu faken, die nie die Zustimmung hatten, Sabotageakte und das Leugnen derselben, etc). Gaslighting zerstört das ganze Selbstvertrauen der Person, weil die Gewalttäter ihnen so erfolgreich ein X für ein U vormachen, dass sie nicht mehr wissen, was falsch ist. Gaslighting wird benutzt, um die Frau dazu zu bringen, Dinge zu tun, mit denen sie sonst nicht einverstanden wäre.
  • Stundenlange Predigten, Diskussionen, Bereden des Opfers bis zur tiefen Erschöpfung
  • Schlafentzug
  • Beleidigungen, Beschimpfungen, Bedrohungen, stundenlanges Gebrüll
  • Dann wieder Love Bombing, damit die Frau nicht ins Zweifeln kommt, eine Runde lang ist wieder alles wie am Anfang, die Frau denkt, es war nur eine Phase des Stresses und er serviert ihr auch Gründe warum, meistens sagt er, dass sie schuld war, dass sie dieses und jenes tun soll...
  • dann geht es wieder los.
  • In diesem Prozess kommt irgendwann körperliche Gewalt dazu (manchmal bleibt es aber auch beim Psychoterror, das kann schwer psychisch schädigen (PTBS)
  • Wenn das Opfer sich über das Verhalten des Gewalttäters beklagt, wird abgewiegelt, verharmlost, rechtfertigt, stundenlang geredet.
  • Häufige Manipulationstechnik ist die Täter-Opfer-Umkehr: Ich bin nur so weil du... du musst..
  • Wenn die Frau sich davon nicht überzeugen lässt, spielt der Täter den reumütigen (Love Bombing) und kauft Blumen, Geschenke, macht große Liebesgesten, entschuldigt sich, verspricht den Himmel auf Erden, macht manchmal zum Schein einen Termin beim Therapeuten aus (den er dann nicht wahr nimmt) und und und
  • Wenn die Frau ihm verziehen hat, gibt es wieder einen kurzen Honeymoon, dann geht alles von vorne los, die Gewalt wird dabei immer schlimmer.
  • Es dreht sich eine Abwärtsspirale. Die Frau ist mit 2 Männern zusammen: Dr. Jeckyll, der liebe, der sie liebt, sie umsorgt, sie sehr glücklich macht! Und Mr. Hyde, der von einem Augenblick auf den anderen erscheint, sie anbrüllt, schlägt, misshandelt, und er ist wie ein anderer Mensch.
  • Diese zwei Gesichter verursachen eine Kognitive Dissonanz (meistens schon sehr früh in der Phase der psychischen Gewalt), die Frau ist sehr verwirrt, sie kann die beiden Gesichter nicht unter einen Hut bringen - das Gehirn bekommt eine Art Kurzschluss.
  • Das heißt "Stockholm Syndrom" oder auch "Trauma Bindung". Der Psychoterror und /oder die körperliche Gewalt löst einen Cocktail an Stresshormonen im Blut aus, der die Zusammenarbeit der verschiedenen Areale im Hirn stört:

"Die Entscheidungsfindung durch den Neocortex wird unterbunden, indem die Verbindungen zwischen Amygdala und Hippocampus unterbrochen werden. Viele Informationen werden dadurch erst gar nicht an das explizite Gedächtnis weiter geleitet, Reaktionen auf die Gefahr werden fast ausschließlich von den impliziten Gedächtnissen gesteuert. Diese Unterbrechung zwischen verschiedenen Gehirnarealen wird auch Dissoziation genannt." (Zitat Dipl Psych Doris Reile)

Jetzt kann sich die Frau nur noch in kleinen Bruchstücken an die Gewalt erinnern. Oft kommen die Erinnerungen nie zurück. Der Körper hat auf Taub gestellt, auch Gefühle werden dissoziiert. Der Körper ist im Überlebensmodus. Entscheidungen können nicht mehr getroffen werden, weil der Neocortex in seiner Arbeit abgekoppelt und gestört ist. Die Situation kann nicht mehr im Ganzen überblickt werden, weil die Gehirnfunktion durch Trauma gestört ist.

Wegen dieses Trauma Bonding oder Stockholm Syndroms verharren die Frauen in einer Art Erstarrung. Sie können sich nicht mehr entscheiden. Dazu kommt die Manipulation durch den Täter, der ihnen einredet, sie wären selber schuld an der Gewalt, durch ihr verhalten, die Scham, weil sie so erniedrigt wurden, das gesellschaftliche Tabu.

Es ist sehr schlimm. Sie brauchen Hilfe von außen, um die Mechanismen zu verstehen, erst dann können sie sich befreien.

Häusliche Gewalt kann jedem passieren. Meist sind Frauen betroffen, aber auch Männer können Opfer werden. Es gibt es in allen Gesellschaftsschichten, auch unter gebildeten oder priviligierten Menschen und die meisten Täter in Deutschland sind Deutsche.

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Mit der Länge musst du auf jeden Fall ganz vorsichtig und sanft vorgehen und auch dem Mädchen ins Gesicht schauen, ob sie nicht vielleicht Schmerzen hat... Das kannst du an der Mimik erkennen, Schmerz sieht so aus:
https://images.app.goo.gl/4bbuJrbbSJFDysPj8

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Wie kann ich meiner Mutter raus helfen?

Hallo,

ich will zwar nie wieder Kontakt zu meinem Vater, habe aber wieder mit meiner Mutter über meine Oma Kontakt aufgenommen. Wir treffen uns alle zwei Wochen, haben wir beschlossen.

Meine Eltern haben ja ein altes Bauernhaus gekauft und mein Vater wollte es unbedingt, meine Mutter sagte nur sie hätte mitentschieden, damit er zufrieden ist. Er versprach ihr das blaue vom Himmel, inzwischen wird er körperlich gegen sie aggressiv, schreit herum, trinkt, ist nur bei den Nachbarn der Kumpel der sich entsetzlich anbiedert und zu meiner Mutter noch ekliger als zuvor.

Sie wird in der Gegend nicht akzeptiert, weil sie nicht wie alle aus einer Bauernfamilie stammt und bekommt von Nachbarinnen stets zu hören wie lieb die Vorbesitzer des Hofs waren, was für eine nette katholische Ehe die führten, wie harmonisch es dort zuging und wie schön es immer dekoriert gewesen wäre und bekommt immer unter die Nase gerieben, dass sie es nicht so gut macht bzw. denkt sie es.

Sie ist todunglücklich in diesem Hofhaus, mein Vater besäuft sich abends in seiner "Rockerstube" mit Whiskey und Bier und meine Mutter hat Angst vor seinem nächsten Anfall, nach dem er tags drauf wieder mit Nachbarn plauscht als sei er jetzt Vorzeigebauer und so lieb und höflich.

Meine Mutter kann nicht mehr, ihre Arbeit hat sie aufgegeben und ist ständig beim Arzt, total abgemagert, die Haare fallen aus und sie sieht wirklich schlimm aus. Kann ihr geholfen werden? Sie leidet vor sich hin aber sie sagt, sie muss bleiben, sonst verprügelt er sie noch mehr und da sie keinen Beruf erlernt hat und DVAG keine Visitenkarte im Lebenslauf ist habe sie kaum Jobaussichten - denkt sie.

Klar wir hatten schlimme Tage, aber sie ist meine Mutter und ich will sie nicht hängen lassen. Was mein Vater macht ist mir total egal, das ist ein selbstsüchtiger Egomane, aber meine Mutter ist mir trotz allem wichtig. Meine Oma (ihre Mutter) und ich würden ihr gerne raus helfen - aber nicht indem wir ihr Geld geben. Was kann man tun?

LG Vera

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Liebe Vera,

ich kenne mich mit dem Thema aus, habe mal im Frauenhaus meiner Stadt gearbeitet. Erste Frage ist, hat deine Mutter schon eingesehen, dass es unerträglich ist, was er mit ihr macht, und dass sie ihn verlassen muss, oder musst du sie noch überzeugen?

Gib ihr mal ganz dringend folgenden Link:

www.re-empowerment.de

Misshandlungsbeziehungen folgen einem ganz bestimmten Muster. Leider macht die Dynamik das Opfer handlungsunfähig, es entsteht ein neurologischer Reflex durch kognitive Dissonanz, das sog. Trauma-Bond oder auch Stockholm Syndrom, was die Opfer lähmt, und davon abhält, die Flucht zu ergreifen. Deswegen glaubt sie auch, nicht gehen zu können. Ich finde es toll, dass du ihr hilfst und sie nicht aufgibst :-)

Ihr solltet unbedingt das nächstgelegene Frauenhaus (in der nächsten Stadt gibt es sicher eins) anrufen, dort gibt es Beratungsstellen. Die kennen sich super aus damit, und können fachkundigen Rat geben, sind immer für die Opfer da, sehr fürsorglich, und kennen sich auch mit den psychischen Folgen aus. Wenn der Mann gewalttätig ist, kann er aus dem Haus gewiesen werden und ihr wird das Haus mindestens so lange zugesprochen, bis sie eine Bleibe gefunden hat. Er bekommt dann ein Näherungsverbot.

Was wichtig ist, die Gewalt sollte aktenkundig werden! Beim nächsten Angriff sofort Polizei rufen, dann wird der Täter weggewiesen, und sie sollte die Verletzungen dann im nächsten Krankenhaus aufnehmen lassen.

Die Beratungsstelle im Frauenhaus kann euch helfen, ihre Befreiung zu planen und auch rechtliche und sachliche Tipps geben - sie könnte auch dort unterkommen. Und wegen dem Geld: Hartz 4 beantragen. In Deutschland muss keiner verhungern. Es ist ein schwieriger Start, aber alles besser, als zu verbleiben, denn häusliche Gewalt hat leider die Dynamik, sich immer mehr zu verschlechtern. Es gibt keine Chance auf Besserung! Sie muss wirklich dringend raus da. Auch weil die Gewalt bleibende Schäden im Gehirn hinterlässt - ein Trauma - häufig auch eine Posttraumatische Belastungsstörung.

Wir können gerne im Chat weiter darüber reden.

Liebe Grüße und viel Kraft und Daumen hoch, dass du ihr hilfst, wirklich toll!

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Also ich würde mir auch Gedanken machen - was soll das, dich so auf deinen Körper zu reduzieren und dann noch an deiner Pose herum zu kritisieren. Eigentlich hätte Frau ja erwartet: Schönes Kleid! Und dann kommt sowas?

Ist er oft so?

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Also wenn sie keinen Dr. in Psychiatrie hat, kann sie keine AU ausstellen. Das machen grundsätzlich nur Ärzte. Psychotherapeuten sind jedoch meist Psychologische Psychotherapeuten, d.h. sie haben nicht Medizin, sondern Psychologie studiert. Es gibt auch Psychiater (also Doktoren der Psychiatrie - haben Medizin studiert mit Schwerpunkt auf Psychiatrie), die therapeutisch geschult sind, diese könnten deine AU verlängern. Aber die AU kannst du auch einfach bei deinem Hausarzt verlängern lassen.

Das Gespräch läuft so ab, dass du erzählst, was dich dazu bringt, dorthin zu kommen, meist stellt der Therapeut freundliche Fragen, auf die du antworten kannst. Es geht bei den ersten 5 Gesprächen ums kennenlernen und herausfinden, ob man sich eine Therapie miteinander vorstellen kann - sowohl die Seite des Therapeuten als auch der Klient macht sich ein Bild. Die Sympathie muss auch stimmen, der Therapeut muss dir sympathisch genug sein und umgedreht.

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