Ich bin 18 Jahre alt und mache momentan ein FSJ in einem Pflegeheim. Im Laufe der Zeit habe ich gemerkt, wie sehr mich die Arbeit psychisch belastet.
Alles begann bereits im ersten Monat, als ich mich krankmelden musste. Ich hatte eine Infektion am Herzen, vermutlich durch einen Infekt, den ich mir dort eingefangen habe. Ich hatte hohes Fieber, Schüttelfrost, starke Schmerzen im Brustbereich und fühlte mich insgesamt sehr schlecht. Deshalb war ich mehrfach beim Hausarzt und in der Notaufnahme. Nach etwa zwei Wochen ging es mir körperlich wieder besser.
Kurz darauf gab es einen weiteren Vorfall mit einem anderen Fsjler. Anfangs habe ich ganz normal und freundlich mit ihm gesprochen, ohne irgendwelche Hintergedanken. Er machte mir jedoch schnell Komplimente über mein Aussehen und schenkte mir eine selbstgebastelte Blume mit einem Zettel, auf dem stand, dass er meine Freundlichkeit schätzt. Das war zwar grundsätzlich nett gemeint, allerdings fühlte ich mich zunehmend unwohl, weil er mich häufig anstarrte und ich das als sehr unangenehm empfand.
Etwa zwei bis drei Monate später wurde von mir plötzlich erwartet, wie eine vollwertige Pflegekraft zu arbeiten. Ich musste Bewohner teilweise alleine versorgen und trug deutlich mehr Verantwortung, als ich mir als FSJlerin zugetraut hätte. Das hat mich stark überfordert.
Mittlerweile fühle ich mich oft traurig, erschöpft und antriebslos. Es fällt mir schwer, morgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Auch meine Eltern merken, dass es mir psychisch nicht gut geht. Oft fehlt mir sogar die Energie, mit ihnen zu sprechen. Generell habe ich ein geringes Selbstwertgefühl und versuche ständig, es allen recht zu machen, was die Situation zusätzlich belastet.
Deshalb frage ich mich, ob ich das FSJ kündigen und stattdessen einen Minijob suchen sollte, damit ich nicht einfach zu Hause sitze. Andererseits sind es nur noch drei Monate bis zum Ende. Was würdet ihr an meiner Stelle tun?