Der Sinn des Prinzips "Du sollst nicht töten." ist das Gebot, und der Wortlaut der Imperativ.

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Diese Frage ist mit den Denkkategorien, die Menschen zur Verfügung stehen, nicht zu beantworten. Wittgenstein schrieb dazu: Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern dass sie ist.

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In meiner Dissertationsschrift über Zufall und Willensfreiheit findest du viel Interessantes über den Begriff "Determinismus". Sie steht bei der LMU online unter: http://edoc.ub.uni-muenchen.de/14464/

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Wenn man die Humesche Handlungstheorie vertritt, dass jeder Handlung in letzter Konsequenz ein motivierendes Gefühl zugrunde liegt, dann liegt es auf der Hand, dass jede Handlung ein positives Gefühl erzeugen muss (auch wenn es nur ein kurzes ist, dem ein länger andauerndes negatives folgt, wie z.B. bei einem "Rauchen-Rückfall"). Jetzt stellt sich noch die Frage, wie du "Egoismus" verstehst. Wenn du "Egoismus" damit gleichsetzt, dass man nur deswegen handelt, weil man etwas Positives beim Handeln empfindet, dann handelt man immer aus egoistischen Gründen. Wenn du "Egoismus" jedoch so definierst, dass der gesamte Zweck einer Handlung auf das eigene Individuum gerichtet sein muss, dann gibt es selbstverständlich auch altruistische Handlungen.

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Du schon wieder. :-) Soweit ich mich noch an meine Schopenhauer Lektüre erinnern kann, liegt die Antwort auf deine Frage wieder dort, wo sie auch beim letzten Mal lag: In der Zwei-Welten-Lehre, die von Schopenhauer wie auch Kant vertreten wurde.

Unseren Charakter erfahren wir in der Welt der Erscheinungen, wir lernen ihn im Hier und Jetzt kennen, gebildet wurde er jedoch in der Welt der Dinge an sich. Somit kommt auch hier wieder dieses verwirrende und widersprüchlich erscheinende Doppelspiel zwischen „Welt der Erscheinungen“ und „Welt der Dinge an sich“ zum Tragen. Wenn man überhaupt eine Chance haben will, dieses zu verstehen, muss man es ernst nehmen, dass die intelligible Welt (Welt der Dinge an sich) nicht zeitlich strukturiert ist. D.h., dass mein Charakter irgendwie auch durch mich, als „Teilhaber an der intelligiblen Welt“, geformt wurde, ich aber im Diesseits nur noch die Auswirkungen dessen wahrnehme.

Somit haben wir wieder dasselbe Problem wie beim letzten Mal: Wie kann man genuin von seiner Willensfreiheit Gebrauch machen und somit auch Verantwortung übernehmen, wenn alle Wahrnehmungen – und damit auch die Wahrnehmungen und Reflexionen bzgl. des eigenen Selbsts und des eigenen Handelns - nur in der Welt der Erscheinungen vermittelbar sind? Kurz gesagt: Weder Kant noch Schopenhauer konnten darauf eine klare Antwort geben, da man hierfür direkten Zugang zur intelligiblen Welt benötigen würde, was Menschen leider nun einmal nicht haben.

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Schopenhauer: Willensfreiheit

Hallo :) Ich versuche gerade Schopenhauers "Preisschrift über die Freiheit des Willens" nachzuvollziehen. Es ist Freitagabend, was gibt's Schöneres? ;) Nun gut, ich glaube, dass ich soweit alles fassen kann, bis auf den endgültigen Schluss. Ganz kurz und knapp zusammengefasst, was ich verstehe:

Schopenhauer sagt, es gibt keine Willensfreiheit, da es festgelegte Gründe für den Willen außerhalb des Selbstbewusstseins in der Welt der Objekte gibt. Diese allerdings nimmt der Mensch nicht bewusst wahr, weshalb er unerschütterlich in dem Glauben lebt, sein Wille wäre frei.

Doch das ist ja nicht das Ende seiner Ausführungen. Er spricht dann noch davon, dass die Freiheit im Handeln nicht anzutreffen ist, und sie deshalb im Sein liegen muss ("... im Esse allein liegt die Freiheit; aber aus ihm und den Motiven folgt das Operari mit Notwendigkeit und an dem was wir thun, erkennen wir was wir sind."). Vielleicht liegt mein Problem einfach darin, das ich nicht verstehen, was er genau mit dem "Sein" meint. Alles? Die Welt? Die Natur? Gott? Heißt es dann, dass meinetwegen die Natur (die Idee?) an sich frei ist? Könnt ihr mir das evtl. leichter verständlich formulieren? Ich möchte den Schluss von Schopenhauer nachvollziehen können: "Die Freiheit ist also durch meine Darstellung nicht aufgehoben, sondern bloß hinausgerückt [...] in eine höhere, aber unserer Erkenntnis nicht so leich zugängliche Region: d.h. sie ist transzendental." Soll das einfach nur bedeuten, dass es schon die Freiheit irgendwo gibt, wir sie nur nicht begreifen können? Ist das der Schluss?

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Schopenhauer sah sich als Nachfolger von Kant, als jemand, der dessen Lehre großteils übernahm, sie jedoch noch verbesserte; und genau hierin findest du auch den Schlüssel zu den abschließenden Worten Schopenhauers bzgl. der Willensfreiheit: "Hier ist nun der Ort, an die schon im vorigen Abschnitt erwähnte Darstellung zu erinenrn, welche Kant von dem Verhältniß zwischen empirischen und intelligiblem Charakter und dadurch von der Vereinbarkeit der Freiheit mit der Nothwendigkeit gegeben hat, und welche zum Schönsten und Tiefgedachtesten gehört, was dieser große Geist, ja, was Menschen jemals hervorgebracht haben." (Schopenhauer, Kapitel V gegen Ende in "Über d. Fr. d. menschl. Willens")

Kant als auch Schopenhauer gehen von einer 2-Welten-Lehre aus, der sinnlich erfahrenen Welt der Erscheinungen und der intelligibelen Welt der Dinge an sich. In der Welt der Erscheinungen (Pseudowelt!) herrscht strenger Determinismus, also gibt es keine Willensfreiheit; in der intelligibelen Welt (die eigentliche, wahre Welt!) gibt es jedoch weder Raum noch Zeit, und damit auch keine deterministische Kausalität. Da die intelligibele Welt die wahre Welt ist, ist auch nur in ihr das wahre Sein zu finden, weswegen im Sein die freiheit liegt. Diese wahre Welt ist uns jedoch nicht wirklich zugänglich, da wir nur ihre Erscheinungen kennen, weswegen wir es nicht verstehen, wie Freiheit möglich ist.

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Ein Begriff bezieht sich auf einen Sinn, dessen Gehalt möglichst klar sein sollte (was er aber oft nicht ist). Beispiele: "Tisch" - "Fläche, die sich über dem Boden befindet und auf die man gewissen Dinge abstellen kann." / "Zeit" - "Konzept der sequentiellen Abfolge von Veränderungen" / "großer Mensch" - "kohlernstoffbasierte intellgiente Lebensform, die eine Höhe von 1,9m überschreitet." Viele Menschen würden auf die Begriffe schließen können, wenn sie nur die von mir hier gegebenen Definitionen bzw. Sinngehalte lesen würden, auch wenn sie selbst die Definitionen gänzlich anders fassen würden und der Ansicht wären, ich hätte Wesentliches vergessen oder sogar Falsches geschrieben. Generell kannst du im philosophisch-psychologischen Kontext "Begriff" auch mit "Konzept" konstituieren. Das sieht man u.a. daran, dass man meinen Definitionen stets das Wort (den Begriff?) "Konzept" voranstellen kann (wie ich es bei "Zeit" gemacht habe).

"Schema" steht einerseits für ein Muster, eine Konstellation von mehreren "Etwassen", deren Zusammenstellung einen gewisse Bedeutung (Sinn?) zum Ausdruck bringen. Änderst du die Konfiguration, änderst du die Bedeutung des Schemas. Andererseits kann ein Schema auch für eine einzige Form stehen, die etwas Bestimmtes zum Ausdruck bringt, jedoch ist die Konnotation in diesem Fall eher materiell-gegenständlich als abstrakt, wie es bei "Begriff" der Fall ist.

Zusammenfassung: "Begriff" ist ein singuläres Konzept, "Schema" steht für eine Kombination aus mehreren Konstituenten oder eine singuläre Form.

Alle Angaben wie immer ohne Gewähr.

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