Welches Zubehör ist wirklich notwendig, um anständig Schallplatten hören zu können?

7 Antworten

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Hallo maltodextrin,

da sind schon gute Antworten gegeben worden.

Wichtig ist aber in erster Linie, was Du von dem Plattenspieler erwartest und wie weit Du bereit bist die notwendige Pflege der Schallplatten zu betreiben. Unabdingbar ist dann ein Plattenbesen. Hier gibt es Trockenmittläufer als auch Nassläufer wie Lencoclean. Bei diesem ist ein Nachteil, Du kannst Schallplatten dann , wenn Du den Lenco oder vergleichbares benutzt hast nur noch mit einem solchen System abspielen. Allerdings kann man die Reinigungsflüssigkeit, die vom Lenco auf die Schallplatte aufgetragen wird mit einer Plattenwaschmaschine wieder entfernen, so daß die Platte auch wieder Trocken abgespielt werden kann.

Genannt wurde die Schablone, die aber nur dann Sinn macht, wenn man einen Plattenspieler nutzt, der immer wieder mit anderen Tonabnehmern ausgestattet wird. Bei den meißten Dualmodellen ist die Schablone eher unnötiges Zubehör, außer man rüstet diese mit anderen als speziell für das jeweilige Modell gefertigte Tonabnehmersystem aus. In der Regel wird man aber eh nur wenige Tonabnehmer kaufen, daher fraglich ob sich die anschaffung für den Normalgebrauch lohnt.

Der Hinweiß mit den Bürsten ist absoluter Kwatsch! Natürlich braucht man eine Bürste um die Ablagerungen von der Nadel weg zu bekommen! Natürlich soll man aber nicht wie ein Bulldozer über den Nadelträger her fahren. Die Gummis werden von diesen Bürsten in der Regel nicht beschädigt!

Im übrigen gibt es ja auch noch Plattenspieler mit Kristall oder Keramittonabnehmersystem, die kann man sogar am AUX-Eingang betreiben. Sind sogar Modelle in Hifi-Qualität zu bekommen, allerdings alles alte gebrauchte, weil sowas nicht mehr neu angeboten wird. Und die Auflagekräfte sind zum Teil plattentötend. Gruß Thomas

Danke, diese Antwort ist wirklich hilfreich für mich.

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Machen wir uns nichts vor: die Kette muss stimmen, sonst nutzt der beste Plattenspieler und die feinsten LPs nichts, da kannst du reinigen wie du willst, aus den Schallwandlern kommt dann nur Brei heraus. Ich bin absoluter Vinyl-Highend-Fan, aber das ist auch verdammt teuer ...

Also ich hab mit sehr billigen Plattenspielern aus Katalogen gute Erfahrung gemacht.

Hallo Malto, ich bins wieder. Was der dumbokater schreibt, kann von mir voll unterschrieben werden. In meiner 40jähr.Schall- plattenkarriere hat sich das lencoclean-röhrchen positiv bewährt. Aber das gilt nur für mich, andere mögen da andere Erfahrungen gemacht haben. Der plattenschonende Effekt ist sehr groß, so sagen Fachleute. Die Reibung wird deutlich herabgesetzt. Nat. muß man dann immer da- mit abtasten. Aber so hast du 1 gute Begründung, keine Platten zu verleihen. Etw. statische Aufladungen werden abgeleitet, und man hat immer was zu fummeln. Schon das Mischen der Flüssigkeit (Isop.alkohol+dest.Wasser) macht Freude. Gutes Licht am Spieler ist auch noch wichtig (drüber oder neben) Hübsch sind auch Testplatten (obs die noch gibt?)Damit läßt sich ne Menge bestimmen (Auflagekraft,Antiskating) und man hört ne Menge schö- ner Brummtöne(hohe+tiefe Frequenzen) So werden gleich die Boxen getestet. Aber das braucht man nit alles, wirklich. Bei mir hat es sich so über die Jahre entwickelt. Das endete mehr oder weniger mit der CD, aber die Platten werden auch noch eingesetzt. liebe Grüße udowilly

Alles klar. Danke für deine Antwort.

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Hi Maltodextrin.

Tja, was bedeutet Dir "anständig Platten hören"?

Die Frage ist, wie schon erwähnt, was Du erwartest bzw. wie Deine Ansprüche sind. Nach meiner Erfahrung kann man wirklich gute Schallplattenwiedergabe nur mit ziemlich hohem (auch finanziellem) Aufwand erreichen. Dabei kommt es auf die Qualität ALLER an der Wiedergabe beteiligten Komponenten und deren Abstimmung aufeinander an.

Du fragst nach der Standardausrüstung: Right at the beginning natürlich erst einmal ein guter Plattenspieler auf einer angemessenen Standfläche. Ein guter Plattenspieler ist für mich einer, der mechanisch und elektrisch sauber funktioniert. Er muss die geforderte Drehzahl konstant halten, alle Lager müssen ok sein, er darf keine Geräusche und Einstreuungen produzieren/weiterleiten, soll möglichst unempfindlich gegen Anregungen von aussen sein (Tritt- und Luftschall) oder entsprechend über die Standfläche entkoppelt werden, er muss sich zuverlässig einstellen lassen (Auflagegewicht, Antiskating, möglichst auch VTA und Azimuth). Dazu gehört eine ebene, stabile und resonanzarme Standfläche (Du musst beachten: Wenn die Standfläche in Bewegung / Schwingung gerät, wird dieses mglw. auf den Tonabnehmer übertragen und von der nachgeschalteten Elektronik entsprechend verstärkt. Klopf mal bei stehendem Plattenteller mit auf eine Schallplatte aufgelegter Nadel und eingeschalteter Elektronik vorsichtig an das Plattenspielergehäuse und Du weisst, was ich meine).
Dazu gehören ein passener Arm, ein passendes, sauber abtastendes System, Kabel und Verstärkungselektronik und Lautsprecher, die all das angemessen zu Gehör bringen.

Eine Plattenwaschmaschine brauchst Du, wenn Du häufiger gebrauchte Schallplatten erwirbst oder einen umfangreichen Fundus von Zeit zu Zeit reinigen möchtest. Eine Plattenwäsche ist immer dann anzuraten, wenn fester Staub oder Schmier auf der Schallplatte lagert, der mit der Plattenbürste nicht zu entfernen ist. Es gibt aber auch Methoden zur Schallplattenreinigung mit Sprühflasche und Mikrofasertuch, die auch sehr gut funktioniert. Nach der Schallplattenwäsche muss übrigens immer eine neue Innenhülle verwendet werden, damit der in der alten angesammelte Staub nicht gleich wieder das Erebnis zunichte macht.

Schablonen zur Tonabnehmereinstellung benötigst Du spätestens dann, wenn Du in einen Drehtonarm mit veränderlichem Nadelüberhang (also Langlöchern im Tonkopfhalter oder einer verschiebbaren Tonarmbasis) einen neuen Abnehmer installieren oder die korrekte Einstellung eines vorhandenen Tonabnehmers überprüfen möchtest (leider gibt es nämlich bei Tonabnehmern hinsichtlich des Gewichtes, der Nadelposition im Systen und der Bauhöhe etc. keine verbindlichen Normen). Diese Einstellungen dienen der Minimierung von Verzerrungen, die durch Fehlstellung der Nadel in der Plattenrille entstehen. So etwas macht sich bspw. durch Zischeln in den Höhen, unsaubere Abtastung etc. bemerkbar. Zur korrekten Einstellung des Tonabnehmers sollte man weitestgehend den Herstellerempfehlungen folgen. Zu hohe oder zu niedrige Auflagekraft z. B. kann die Schallplatten und die Nadel über die Zeit beschädigen. Nicht immer sind die am Tonarm befindlichen Skalen (sofern überhaupt vorhanden) zuverlässig, so dass eine Tonarmwaage in solchen Fällen gute Dienste leistet. Es ist auch von der Konstruktion des Tonabnehmers abhängig, wie empfindlich die Wiedergabe unter Einstellungsfehlern leidet. Faustregel: Scharfe Schliffe (z. B. Van den Hul) reagieren empfindlicher als etwa eliptische oder sphärische Schliffe, bringen aber auch mehr Details.

Zur korrekten Tonabnehmerjustage benötigst Du weiterhin eine gute Testschallplatte (ich benutze die von image hifi), um Deine Einstellungen zu optimieren. Zur Einstellung des Antiskating taugen Schallplatten mit rillenloser, glatter Schallplattenoberfläche übrigens definitiv nicht. Falsch eingestelltes Antiskating macht sich meist durch Verzerrungen auf einem Kanal bemerkbar, besonders an den Schallplattenenden und lauten Stellen.

Nadelreiniger: Eine kleine Bürste für die Abtastnadel ist sinnvoll, dabei immer in Richtung nach vorn reinigen, um den Nadelträger nicht zu beschädigen. Reinigungstinkturen können schlechtestenfalls zur Korrosion des Nadelträgers und Versprödung des Dämpfungsgummis führen, Nur dann sparsam verwenden, wenn der Schmier "trocken" echt nicht mehr 'runtergeht (soll ja 'mal vorkommen).

Unverzichtbar finde ich für die Toabnehmerinstallation übrigens auch gutes Werkzeug (Feinmechanikerschraubendreher, Pinzette, feine Zange). Sonst wird das alles SEHR FUMMELIG.

Danke, für deine Antwort. Diese Infos sind wirklich nützlich.

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