Was sind Black Smoker(Schwarze Raucher)?

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In der ewigen Dunkelheit der Tiefsee blieben sie lange Zeit verborgen – die steinernen Türme, aus deren Spitze schwarzer "Rauch" herausbrodelt. Doch dank so mancher U-Boot-Expedition wissen wir heute: Diese Schlote sind Ventile unserer Erde. Sie speien heißes, giftiges Wasser in den kalten Ozean. Und schufen auf diese Weise den wohl fremdartigsten Lebensraum der Erde.

Schwarze Raucher entstehen an den Schwächezonen der ozeanischen Erdkruste - meist dort, wo sie besonders dünn ist. Wie zum Beispiel an den Rändern von Kontinentalplatten, wo eine Erdkrustenplatte unter die andere abtaucht. Oder in den mittelozeanischen Rücken, an denen aufdringendes Magma den Meeresboden auseinander treibt.

Überall dort dringt Meerwasser in Tiefen von einigen hundert bis mehreren tausend Metern durch Risse in tiefere Schichten der Erdkruste ein. Hier trifft es auf glühende basaltische Magma, erhitzt sich auf bis zu 400 Grad Celsius und reichert sich mit vulkanischen Gasen an. So entsteht ein explosives Gemisch, das durch die Erdkruste zurück auf den Meeresboden schießt.

Auf seiner Reise durch die Unterwelt nimmt das Meerwasser auch viele Mineralstoffe aus der sich abkühlenden basaltischen Schmelze auf - von Schwefelverbindungen bis zu Schwermetallen. Das heraus schießende Wasser ist deshalb nicht nur saurer als Essig, sondern auch schwarz gefärbt - daher der Name. Diese giftige Brühe wäre für die meisten Meeresbewohner tödlich, sofern sie den enormen Druck in großer Tiefe überhaupt aushalten könnten.

In der eisigen Kälte des Tiefseewassers - dort herrschen meist nur wenige Grad Celsius - flocken die gelösten Mineralstoffe schnell aus, lagern sich ab und bilden Schicht für Schicht die charakteristischen Schlote. Mehrere dieser Schlote bilden so genannte Hydrothermalfelder, die viele Dutzend Quadratkilometer groß sein können.

Das Erstaunliche aber: In diesem brodelndem Hexenkessel in sonst eisiger Dunkelheit ist Leben entstanden. Mehr noch: Ganze Ökosysteme mit einer Vielfalt von Arten existieren hier. Schwarze Raucher sind die am dichtesten besiedelten Lebensräume der Tiefsee. Und viele von ihnen werden erst jetzt entdeckt.

Quelle: http://www.wwf.de/regionen/nordsee-nordostatlantik/schaetze-der-tiefsee/schwarze-raucher/

Ich habe von folgender Internetseite mal eine Textpassage kopiert, die Dir vielleicht weiter hilft:
http://www.max-wissen.de/Fachwissen/show/3971.html


Große Grabenstrukturen ziehen sich durch die Ozeane, wo die verschiedenen Erdplatten entweder ins Erdinnere abtauchen oder neue Erdkruste entsteht.
Mit solchen „Nahtstellen“ der Erdkruste ist immer auch vulkanische Aktivität verbunden.
Die eindrucksvollsten Vulkanismus-Phänomene auf dem Meeresboden, viele Kilometer unter der Oberfläche, sind die so genannten Black Smoker. Man findet sie zum Beispiel am Mittelatlantischen Rücken in 3600 Metern Tiefe oder in der Vulkanzone im Pazifik.

Black Smoker sind kaminartige Gebilde, die sich an heißen Tiefseequellen bilden. Sie bestehen meist aus Metallsulfiden, -oxiden und -sulfaten und wachsen dort empor, wo an aktiven ozeanischen Rückensystemen die vulkanische Aktivität an die Oberfläche kommt. Kaltes Meerwasser dringt durch Spalten in der ozeanischen Kruste kilometertief ins Erdinnere. In den Vulkanzonen wird es in der Umgebung von heißem Magma sehr hoch erhitzt. Das heiße Wasser reagiert mit den Gesteinen, löst Metalle und nimmt vulkanische Gase auf. Anschließend kehrt es, beladen mit seiner mineralischen Fracht, zurück nach oben an den Meeresboden, wo es mit bis zu 350°C ausströmt. In diesen metallhaltigen Fluiden sind vor allem Chloride und Sulfide von Eisen, Kupfer und Zink gelöst. Wegen des hohen Drucks in der großen Tiefe kocht dieses Wassergemisch nicht.

Am Meeresboden trifft es dann mit dem etwa 2,8 Grad Celsius kalten Wasser des Meeresgrundes zusammen. Wenn die heißen und sauren Fluide mit kaltem basischem und vergleichsweise sauerstoffreichem Meerwasser in Kontakt kommen, werden die Mineralien wieder ausgefällt; es bildet sich der schwarze Rauch und es entstehen die knorrigen, kaminartigen Strukturen der Black Smoker. Geowissenschaftler und Biologen interessieren sich besonders für diese hydrothermalen Phänomene, weil sich in ihrer Umgebung ein ganz eigenes Leben angesiedelt hat. Neben sehr hitzebeständigen Bakterien in der unmittelbaren Umgebung der Quellen tummeln sich im weiteren Umkreis zahlreiche Muschelarten, Röhrenwürmer und Krabben.

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