systole und diastole erklärung?

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2 Antworten

Hey,

zunächst muss zwischen zwei Begrifflichkeiten unterschieden werden, da diese häufig synonym verwendet werden: Systole und Diastole sowie systolischer und diastolischer Blutdruck.

Zunächst Systole und Diastole:

Diese beiden Begriffe kennzeichnen die beiden Aktionsphasen der Herztätigkeit. Die Systole bezeichnet dabei den Zeitraum zwischen Beginn und Ende der ventrikulären Kontraktion; die Diastole hingegen den Zeitraum zwischen Ende und Beginn der ventrikulären Kontraktion. Im Einzelnen besteht folgender Ablauf: Zunächst wird nach erfolgter Vorhofkontraktion und dadurch später diastolischer Ventrikelfüllung das Ventrikelmyocard (also die Muskulatur der Herzkammern) erregt und dieses beginnt zu kontrahieren. Dies ist der Beginn der Systole. Nach dem Schluss der Segelklappen erfolgt zunächst die sogenannte "isovolumetrische Kontraktion". Das bedeutet, die Kammern ziehen sich zusammen und erhöhen den intraventrikulären Druck, ohne das Volumen innerhalb der Kammern zu verändern. Sobald der intraventrikuläre Druck den diastolischen Druck der nachgeschalteten Gefäße (linker Ventrikel -> Aorta; rechter Ventrikel -> Truncus pulmonalis) übersteigt, öffnen die Taschenklappen und die Auswurfphase beginnt. Dabei steigt der Druck in den Kammern weiterhin und erreicht irgendwann sein Maximum. Sobald der intraventrikuläre Druck zu fallen beginnt, ist die Systole beendet und die Diastole beginnt. Die Diastole selbst kann auch in Unterphasen unterteilt werden. Am Anfang steht die Entspannungsphase, in der sowohl Segel- als auch Taschenklappen geschlossen sind. Dabei liegt der intraventrikuläre Druck unterhalb des diastolischen Gefäßdrucks und oberhalb des intraatrialen (also im Vorhof vorherrschenden) Drucks. Fällt der intraventrikuläre unter den intraatrialen Druck, öffnen die Segelklappen und die frühe diastolische Füllung beginnt. Dabei wird durch die Volumenzunahme des Ventrikels ein Sog erzeugt, welcher unter physiologischen Bedingungen den Großteil der Ventrikelfüllung verursacht. Im Echo entspricht dieser Einstrom im Übrigen der E-Welle. Nachdem die Ventrikel ihre maximale Dilatation (also Entspannung) erreicht haben, erreicht die Diastole ihre dritte Phase, die sogenannte Diastase. Diese endet, sobald eine neue Erregung die Vorhöfe erreicht und diese kontrahieren. Dadurch kommt die späte diastolische Füllung zustande, bei der die Vorhöfe die Ventrikel weiter mit Blut füllen. Diese Phase ist im Echo als A-Welle erkennbar. Nun werden die Ventrikel erregt, die Diastole endet und eine neue Systole beginnt.

Nun zu den Blutdrücken:

Der systolische Blutdruck wird durch die Kontraktion der Ventrikel verursacht. Dabei wird der durch die Ventrikel maximal erreichte Druck als der systolische Blutdruckwert gemessen. Der diastolische Blutdruck ist jener Druck, welcher während der Ventrikeldiastole im Gefäßsystem vorherrscht. Dieser wird dabei nicht vom Herz, sondern von den herznahen Arterien, im Falle des Körperkreislaufs insbesondere durch die Aorta, verursacht. Diese Arterien, insbesondere die Aorta, haben eine besondere Funktion, nämlich die Windkesselfunktion. Dadurch dehnen sie sich während der ventrikulären Austreibungsphase und erweitern dabei ihr Lumen. Nach erfolgter Systole beginnen sie wieder zu kontrahieren. Durch dieses Wechselspiel wird im Körperkreislauf kontinuierlich Druck aufrecht erhalten und eine mäßig konstante Durchblutung des Gewebes gewährleistet.

Ich hoffe, dass ich dir damit noch etwas helfen konnte und deine Frage soweit beantwortet habe. Falls du noch Fragen hast, stell sie natürlich gern.

Lieben Gruß und viel Erfolg ;)

Systole ist, wenn dir ordentlich die Muffe geht, z. B. bei völliger Ahnungslosigkeit in einer Klassenarbeit oder Prüfung.

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