Ist ein versilbertes Besteckteil (z.B., mit der Punzierung 90) überhaupt (silberbedingt) wertvoll?

6 Antworten

Silberbedingt sind diese Besteckteile nicht wirklich wertvoll. Einmal schon, weil sie es zu Massen gibt, und um das bischen hauchdünne Silber auf der Oberfläche abzulösen bedarf es solcher Probleme, die kostspielig sind und es sich deshalb nicht lohnt. Anders sieht es bei versilberten Besteckteilen aus, wenn z.B. ein solches Besteck komplett ist und im Zustand wie neu, zudem muß es handgefertigt sein und der Designer bekannt sein, nicht nur einfach die Herstellerfirma.

Durch den gestiegenen Silberpreis gibt es inzwischen Firmen die sich auf den Ankauf und die Silber-Rückgewinnung von versilbertem Besteck spezialisiert haben, sobald der Silberpreis wieder unter 500,00 € / kg rutscht dürfte man (wie auch früher) keinen mehr finden der soetwas ankauft, außer zu absoluten Niedrigpreisen von 3-6 € / kg. Scheideanstalt.de zahlt zur Zeit 15 € / kg, andere Zwischenhändler liegen meines Wissens nach bei 12 - 16 € / kg, etwas mehr bekommt man bei www.dostena.eu weil diese das Silber selber zurückgewinnen was wohl ziemlich arbeitsintensiv sein soll, also einfach einschmelzen wie bei Echtsilber geht nicht. Ich habe selber auch schon versucht das Silber von versilbertem Besteck runterzubekommen und mich in diversen Foren umgehört, es dann mit Elektrolyse versucht, war aber ein Desaster und inzwischen habe ich erfahren das es nur eine Firma machen kann die auch Kupfer verabeitet/verhüttet und das können nur die ganz großen Konzerne weil der Maschinen- / Anlagenaufwand so groß ist das selbst 10.000.000,00 € nicht reichen würden eine solche Anlage zu bauen die auch wirklich gewisse Mengen bewältigt, alleine die Stromversorgung ist ein Problem weil man zwar nur irgendwas mit 0,3 - 3V braucht, aber einige 1.000e Ampere, so ein "Netzteil" bekommt man nicht bei Conrad Electronic und 100,00 oder 1.000,00 € reichen hier nicht ganz als Einkaufsgeld ;) In Japan gibt es eine Firma die Computerschrott bearbeitet und die Anlage hat 120 Millionen US-$ gekostet und ist riesig, kann man sich gar nicht vorstellen wenn man es nicht selbst gesehen hat (war eine doku im Fernsehen), sehr beeindruckend.... Für die Umwelt ist dieses ganze Recycling ja gut, finde ich klasse. Achso, noch eine Warnung wegen der Säuren: ja, es geht absolut mit den Säuren das Silber aufzulösen und selbst wenn man es schafft sich nicht die Lunge gleich mit aufzulösen beim einatmen der enstehenden Dämpfe (wenn man Pech hat Giftgase): Du wirst auch einiges mehr auflösen außer dem Silber und zum Schluß mußt Du das aufgelöste Silber letztlich noch wieder in den festen Zustand bekommen und die Säuren entsorgen, daß alles kostet nicht nur die Gesundheit sondern auch eine Menge Geld, somit eignet es sich nur als kostenintensives Hobby wenn man denn Chemiker ist und die entsprechende Laborausrüstung hat sowas zu machen ohne sich und seine Nachbarn umzubringen und genug Geld zum ausgeben, hatte selbst schon die Idee sowas zu machen, aber Gott sein dank, nein, meinem Bekannten sei dank, wurde ich von einem Chemiker gewarnt sowas nicht zu machen, wegen der Gesundheit halt, wegen technischen Problemen und er hat mir auch vorgerechnet was die ganzen Säuren und Chemikalien kosten und mich so vor Schäden an Leib und Brieftasche bewahrt, gut wenn man als Laie jemanden kennt der einen vor Dummheiten bewahrt :-) Außerdem, wozu sich die Arbeit machen wenn man inzwischen solche Sachen ohne Probleme verkauft bekommt, hatte diese Überlegungen damals auch nur gemacht weil mir niemand mein versilbertes Besteck abgekauft hätte, außer der Schrotthändler um die Ecke der es als Messing angekauft hätte für 2,60 € / kg und das war damals noch nichtmal Beschiß, weil der selber nicht wußte was er damit machen sollte außer es unter das andere Messing zu mischen und er sagte auch das kann er nur bei wirklich kleinen Mengen machen, größere Mengen hätte er gar nicht erst angenommen weil das Silber sozusagen damals als "Verunreinigung" galt....

Es ist eine gute Versilberung, aber silberbedingt nicht wertvoll, es wird keine Goldaufkäufer annehmen. Aber es gibt Liebhaber, wenn die Teile ein besonderes Muster haben, bzw. ein bekannter Designer nachweisbar ist.

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