Frage von Cookie5309, 620

Wozu Mash füttern?

Viele Pferdebesitzer bei uns füttern ihren Pferden Mash zusätzlich zum normalen Kraft- und Rauhfutter, hat das einen "Nutzen"? Oder gibt man es den Pferden einfach so?

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 507

Mash ist ein Diätfuttermittel - zusammengesetzt aus Zutaten, die den Magen Darmtrakt wieder in Bewegung bringen um mit ihren Wirkstoffen die normale Tätigkeit des Verdauungssystems wieder herzustellen.

Ein Pferd, das eine Kolik hatte, oder ein Pferd dessen Magen und Darm vollkommen leer war - z.B. bei einer OP, oder ein Pferd, das sich von einer schweren Krankheit oder OP erholen muß, hat einen Vorteil aus dieser Mashfütterung (soweit das Mash auch ordenltich zusammengestellt ist).

Einem gesunden Pferd bringt es, außer extra Kalorien und dem Mensch etwas mehr Arbeit und das angebliche Gefühl "etwas gutes für sein Tier" getan zu haben - gar nichts.

Kaum einer macht sich überhaupt noch Gedanken zur Fütterung vom Tier.

Die meisten wissen nur, das alle anderen Reiter ihren Pferden irgendwas geben und machen das unreflektiert nach. Umsonst gibt es keine dermaßen große Futtermittelindustrie.

Mein Pferd hat vor 2 Jahren vor der Geburt ihres Fohlens ein selbstgemachtes Mash von mir bekommen um den Darm etwas zu leeren, vor der Geburt. (Stuten haben da gerne etwas Probleme mit dem Äppeln).

Ansonsten hat sie in 11 Jahren noch kein Mash bekommen.

Ein Pferd braucht Heu, Gras, Stroh, Äste und evtl. ein Mineralfutter. Sonst braucht es eigendlich gar nichts.

Wenn man so viel Arbeitet, das man mehr Kalorien vom Pferd verbraucht hat, als man mit o.g. Futtermitteln füttert kann man etwas ganzen Hafer zu füttern. Mehr brauchts wirklich nicht.

Aber Pferdemüslipackungen sind so schön bunt, sie zeigen glückliche Pferde auf den Bildchen, sie versprechen Kraft, Schönheit und Glück. Nur leider ist genau das Gegenteil der Fall. Viele Pferde die lange mit Müslis überfüttert wurden zeigen EMS, Cushing und etliche andere medizinische Probleme die ohne diese Müslis und Mashs gar nicht entstanden wären.

Das beste ist immer, das sich jeder Tierhalter ganz genau mit der Ernährungsphysiologie seines Tieres auseinandersetzt, viele Futtermittelhersteller würden umgehend bankrott gehen wenn alle Tierhalter das geeignetste und artgerechte Futter für ihr Tier geben würden.

Kommentar von Cookie5309 ,

Mein Pony hat Cushing, daher hatte ich gar nicht vor, ihm Mash zu füttern, ich war nur daran interessiert, ob Mash einen besonderen Nutzen hat :) Vielen Dank für deine ausführliche Antwort, hat mir sehr geholfen ☺️

Antwort
von LyciaKarma, 416

Mash ist normalerweise ein Futter, das man nach Nulldiäten (zb nach einer Kolik oder einer OP) anfangs füttert, um das Pferd für normales Futter vorzubereiten.  

Viele Sachen im Mash verkleben die Darmzotten und erschweren so auf lange Sicht die Verdauung.  

Außerdem wird Mash nicht gekaut, also auch nicht eingespeichelt. Die Magensäure von Pferden ist aber sehr sauer und braucht unbedingt Speichel, um abgepuffert zu werden. 

Mash ist auf keinen Fall ein Futter zum "Einfach so" füttern. 

Kommentar von Cookie5309 ,

Vielen Dank :) mein Pony hat Cushing, daher hatte ich eh nicht vor ihm etwas anderes zu Füttern, es hat mich nur interessiert :) wenn Mash die Verdauung erschwert, kann es doch gar nicht so gut sein, oder?

Kommentar von LyciaKarma ,

Ja, richtig. Ist es auch nicht. Aber Bandagen, Gamaschen und Ausbinder sind auch nicht gut. Trotzdem kaufen es genug, weil man suggeriert bekommt, dass es ach-so-gut ist und kein Pferd mehr ohne kann. 

Kommentar von fanina10 ,

Bandagen/Gamaschen/Ausbinder sind schon gut. Bandagen und Gamaschen schützen die Beine bspw auf Ausritten vor Dornen etc. Mein Vollblüter läuft ohne Ausbinder verkrampft, weil er dann denkt, es geht bald zum Rennen. Hat er aber Ausbinder dran läuft der losgelassen, und ich kann mit dem auch M-Lektionen reiten.

Lg

Kommentar von LyciaKarma ,

Gamaschen heizen die Sehnen stark auf, was zu Verklebungen führt. Sprich, die Sehnen reißen dann leichter. Kommt Sand drunter, reibt sich das Ganze schön auf und ein, kann sich entzünden usw. Außerdem juckt es wie blöd - wer mal einen Gips hatte, weiß, wie schlimm das ist.  

Bandagen drücken zusätzlich den Blut- und den Lymphfluss ab und sorgen dafür, dass die Haut ihre Spannung verliert, weil da ja dann dauernd Bandagen draufdrücken.   
Das führt später zu Wassereinlagerungen in den Beinen.

Nein, du brauchst keinen Beinschutz. 2mm Neopren und 3mm Plastik schützen nicht vor einer Vollholzstange, in die ein Pferd mit keine-Ahnung-wie-viel-kmh reinrennt. 

Gamaschen schützen die Beine bspw auf Ausritten vor Dornen etc. 

Mein Pferd läuft quer durch den Wald mit mir, bergauf und bergab durch jedes Gelände und hatte noch nie was an den Beinen. Und das braucht er auch nicht, denn kleine Kratzer heilen innerhalb weniger Tage und vor bösen Prellungen kann auch eine Gamasche nicht schützen. 

Wickel dir mal die Hand mit einer 4mm Decke ein. Dann rechne dir aus, mit welcher Kraft ein 600kg Warmblut, das um die 40-50kmh schnell ist, gegen eine Vollholzstange klatscht.
Und mit dieser Kraft hast du dann bitte einmal gegen die Wand. Dann siehst du ja, ob die Decke was bringt. Die musst du übrigens vorne, da wo du gegen die Wand schlägst, auflassen - Gamaschen sind da ja auch auf.



Mein Vollblüter läuft ohne Ausbinder verkrampft, weil er dann denkt, es geht bald zum Rennen.

Dann würde ich daran arbeiten, anstatt ihm Ausbinder reinzumachen, die schädlich sind. 

Die ziehen mit Gewalt den Kopf des Pferdes runter, das hat auch nichts mit Rücken aufwölben oder dehnen zu tun, Letzteres geht nämlich gar nicht.  

http://www.abload.de/img/ausbinder687h.jpg

Folglich wird ein Pferd sich entweder auf das Gebiss legen oder hinter dem Gebiss verkriechen, denn sonst wird es ständig einen Ruck ins Maul bekommen.  

Versuch mal, den Kopf auf die Brust zu legen und gleichzeitig ein Hohlkreuz zu machen - das geht, tut aber weh. Viele Pferde drücken aber den Rücken mit Ausbindern durch, was zu einer extrem schmerzhaften Übersäuerung der Muskeln und einer Überdehnung der Oberlinie führt.  

Außerdem geben Ausbinder nicht nach, wie es eine gute Reiterhand kann. Das Pferd wird fixiert. Versuch du mal, ohne den Kopf zu bewegen, ein paar Runden zu laufen. 

Wenn du es richtig angehst, wird dein Pferd auch merken, dass es nicht mehr Rennen laufen muss. Dafür braucht es keine Ausbinder, sondern Zeit und Verständnis. 

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde, 333

Die meisten geben es aus der Vermenschlichung des Pferdes heraus ... weil dem Menschen eine warme Suppe gut tut, muss es dem Pferd ihrer Meinung nach auch gut tun.

Der einzige Nutzen, den Mash hat, ist ein diätischer. Es wird in Kliniken bei Erkrankungen des Verdauungssystems gegeben. Es schleimt die Magen- und Darmwände ein und somit rutscht mal was durch, ein Teil Nahrung kann draus gezogen werden, aber im Endeffekt geht's darum, so langsam wieder anzufüttern. Außerhalb dieser medizinischen Notwendigkeit sollte Mash keinesfalls gefüttert werden, denn ...

... es ist schon weich, die Pferde kauen es praktisch nicht mehr, es kommt kein Speichel mit in den Magen, der die Magensäure abpuffern könnte.

... es enthält sehr, sehr viel Schund, den ein Pferd nicht fressen müssen sollte. Deshalb machen die meisten Kliniken ihr Mash selbst aus Einzelbestandteilen, die sie bestellen.

Fütterungsexperten gehen so weit, zu sagen, die Mashfütterung ist Teil der schleichenden Vergiftung, die Pferdebesitzer ihren Pferden antun. Sie füttern das ganze Jahr so Zeug und wundern sich dann, wenn die Pferde ein notwendiges Medikament nicht mehr packen, der Stoffwechsel dann entgleist oder sie in Stoffwechselerkrankungen wie EMS, Cushing etc, rutschen. Dann wird das Medikament verantwortlich gemacht oder behauptet, es seien Giftpflanzen im Heu, denn dass man mit seinem vielen Zucker etc. aus den lustig bunten Tüten sein Pferd bis zur absoluten Grenze belastet, will man nicht wahrhaben.

Kommentar von Cookie5309 ,

Danke sehr :)

Kommentar von Baroque ,

Bitte ... Du siehst, Dein Pony ist besser ernährt als die meisten ... aber wer weiß, woher es Cushing hat ... wie lang hast Du es schon, was hat möglicherweise vorher jemand gefüttert? Wenn der Grundstein für die Stoffwechselstörungen im Fohlenalter gelegt wurde, wo das Pony noch nicht bei Dir war und das nicht aus Gründen von zu hoher Belastung durch Medikamente passiert ist, darfst Du heute ausbaden, was andere höchstwahrscheinlich gut meinend falsch gemacht haben :-(

Antwort
von TANJA5678, 296

Hallo

Es gibt viele Gründe dem Pferd Mash zu füttern. zB bei Kolik anfälligen Pferden (oder bei Darmbeschwerden), als spezielles Diätfutter, als warme Mahlzeit im Winter oder einfach als Belohnung. Mash ist nämlich sehr leicht verdaulich

Hoffe ich konnte dir helfen

LG TANJA5678

Kommentar von LyciaKarma ,

Als Diätfutter geht das nur durch, weil es die Verdauung behindert, indem es die Darmzotten verklebt.  

Was hat ein Pferd von einer warmen Mahlzeit im Winter? Das ist Menschendenken. Ein Pferd kann sich selbst warm halten. 

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