Frage von Beckebue, 58

Wieso wird der 1. Schöpfungsbericht in der Bibel als Priesterschrift bezeichnet?

Hallo, vielleicht kann mir bei dieser Frage jemand weiterhelfen Danke!

Antwort
von Nadelwald75, 26

Hallo Beckebue,

zu Gen1: Das berühmte Schöpfungslied der sieben Tage ist
keine naturwissenschaftliche und auch keine historische Darstellung. Er ist ein
Hymnus. Darüber ist man sich heut in den großen Kirchen bei der Bibelexegese und in der wissenschaftlichen Theologie einig.

Der Text ist etwa um das Jahr 520 v. Chr. Entstanden zu einer Zeit, als sich die jüdische Oberschicht in der babylonischen Gefangenschaft befand. Eigentlich ist er in eine Geschichte gekleidete Glaubensaussage über das Verhältnis von Gott – Mensch – Schöpfung, die von Priestern gegeben wurde.

Die Antwort von Serendipity entspricht nicht der historisch-kritischen Forschung und ist dann mehr aus der kreationistischen Richtung zu verstehen. Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen schreibt in der Information Nr. 106 Stuttgart VIII/1988 zum Thema „Kreationismus,
Naturwissenschaft, Glaube“ (und hier ist dann namentlich Wisemann genannt!!!):

(11) Horst W. Beck: spricht
nicht von einer verbalen Inspiration der biblischen Verfasser, sondern von
einer unmittelbaren Wortmitteilung der Schöpfungsereignisse durch Gott an Adam, der diese dann aufschrieb und weitergab. Er folgt hier P. J. Wiseman: Die Entstehung der Genesis. o.J.: „... daß der erste Abschnitt der Genesis also höchstwahrscheinlich ein Bericht dessen ist, was Gott Adam mitgeteilt hat.“ Es wäre eine Unterweisung Gottes an den ersten Menschen am Anfang der Geschichte über die Schöpfung und den Zusammenhang der Welt. – Da Adam, 930 Jahre alt, erst kurz vor der Flut starb, ist es keineswegs
abwegig, zu vermuten, daß hier ‚ur’-alte Erinnerungen in Stein gemeißelt
wurden. (S. 50) Ob jedoch Mose in fehlerloser Geisteingebung oder Adam in „direkter Hörkommunikation mit Gott“ die Schöpfungs-berichte niederschrieb, – die Einschätzungs- und Verwendungsweise der biblischen Texte bleibt dieselbe.

Antwort
von chrisbyrd, 4

Weil einige Theologen davon ausgehen, dass Mose nicht der Autor der Bücher des Mose ist.

Es gibt aber auch Theologen und Bibelkenner, die sehr wohl davon ausgehen, dass Mose der Autor der Mose-Bücher ist (bis auf das letzte Kapitel, das über seinen Tod schreibt und wahrscheinlich von Josua geschrieben wurde). Zu diesen Experten zählen z. B. Dr. John F. Walvoord (Walvoord-Bibelkommentar), John MacArthur (MacArthur-Studienbibel), Williams MacDonald (MacDonald-Bibelkommentar, Charles C. Ryrie (Ryrie-Studienbibel) u.v.a.).

Sehr interessant ist auf jeden Fall, dass das Neue Testament auch davon ausgeht, dass Mose der Autor der Mose-Bücher ist, z. B. schreibt der Apostel Paulus: "Mose schreibt von der Gerechtigkeit..." (Römer 10,5).

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