Frage von Turnupppgurl, 307

Wieso nerven viele Veganer so?

Hallöchen,
bitte nicht falsch verstehen. Ich finde die vegane Lebensweise toll und bewundere jeden, der das so konsequent durchzieht.
Aber WIESO. Wieso??? Müssen viele (nicht alle!) Veganer gleich betonen, dass sie vegan leben? Und am besten gleich noch einen ewigen Monolog darüber halten?
Ich habe jetzt schon minimum 10 vegane Menschen kennengelernt und ALLE mussten in den ersten paar Minuten klar stellen, dass sie vegan leben. Wieso? Ich kläre doch auch niemanden ungefragt über meine Essgewohnheiten auf?
Eine Unterhaltung lief ungelogen SO ab:
A: Hey, ich bin die xy
B: Hi, ich bin z
A: Und, was machst du so? (War eigentlich auf Schule, Arbeit, etc bezogen)
B: Also ich bin vegan.

Wieso? Kann mir das bitte jemand erklären?

Antwort
von Undsonstso, 180

...weil jene (von dir beschriebenen) Veganer ihre Art der Ernährung zum Mittelpunkt ihres Lebens erhoben haben..... Und wer mag schon mit Leuten nur über Essen, Lebensmittel u.ä. sprechen.... Die wenigsten Menschen definieren sich ausschließlich über Lebensmittel.

Antwort
von ApfelTea, 178

Blöder Zufall würde ich tatsächlich sagen :D
Es ist trotzdem so, dass die allermeisten veganer sich nicht outen, außer sie würden darauf angesprochen. Die meisten, die das jetzt tun, sind die neu-Veganer. Und die machen das deswegen, weil sie sehr stolz darauf sind, vegan zu sein. Ist wie mit anderen Dingen, auf die man stolz ist: Wenn z.B. jemand ein neues Auto hat, wird er das auch stolz rumerzählen (auch wenns keinen juckt).
Langjährige veganer leben einfach nur ihr leben, wie jeder andere auch.

Antwort
von Rendric, 208

Das scheint andere Hintergründe zu haben, wie schlechte Erfahrungen. Die meisten Veganer lernen schnell, dass sie eine Randgruppe in der Gesellschaft ausmachen. Das es viele gibt, die sie anfeinden. Dass sie sich für ihre Lebensweise rechtfertigen müssen etc. Sie stoßen auf Unverständnis und Ablehnung.

Das Verhalten kann ich mir nur als Folge solcher Erfahrungen erklären. Sie gehen gleich zum "Angriff" über. Stellen gleich das "Wichtigste" klar und testen, wie das Gegenüber darauf reagiert und können so einschätzen, ob "Freund oder Feind".

Kommentar von Hooks ,

Das liegt dann aber daran, welch hohen Stellenwert man einem Versagen zuspricht.

Ich habe manchmal wochenlang Rohkost gegessen (aus gesundheitlichen Gründen). Aber bei anderen esse ich dann das, was sie mir vorsetzen - um der Liebe willen.

Habe neulich einen Quarkkuchen gegessen, nun wieder Durchfall. Vielleicht erkläre ich das der Person, vielleicht auch nicht, Mal sehen, wie sie reagiert. Ich will andere ja nicht vor den Kopf stoßen.

Antwort
von wickedsick05, 98

Manche Veganer/Vegetarier sind Vertreter einer Gesinnungsethik, also der Ansicht, schon dadurch ein guter Mensch zu sein, daß man alleine durch den Verzicht auf der "richtigen" Seite steht. Daher müssen sie es jedem unter die Nase reiben um sich überlegen zu fühlen um zu zeigen "ICH bin so gut" zur inneren selbstbefriedigung. Menschen, die das Gute für sich reklamieren, fühlen sich oft grundsätzlich im Recht. Im Namen der guten Sache darf beleidigt und erpreßt werden wenn das gegenüber nicht die selbe meinung vertritt.

Durch die Hybris der vermeintlichen moralischen Überlegenheit
beanspruchen Veganer die Deutungs- und Diskurshoheit in allen Tierprodukte Fragen und fordern von Diskurspartnern ständig positive Bekenntnisse zur Veganen Positionen ein mit der Drohung, sie ansonsten vom Diskurs
auszuschließen.


Sie sind unfähig, die Legitimität von Meinungen anzuerkennen, die
nicht mit ihrer übereinstimmen. Das Vorhandensein anderer Meinungen
erklären sie sich deshalb ausschließlich durch Vorliegen menschlicher
Defizite, intellektueller, ethischer oder auch materieller Art, und
bezeichnen deshalb Nicht-Veganer immer als dumm, bösartig oder, im
besten Fall, als "zu kurz Gekommene".

es ist auch für viele eine art Quasireligion also der galube an die einzig wahre ernährung/Lebensstil. Je stärker sie nach ihrer eigenen Definition
ethisch motiviert sind um so mehr abneigung empfinden sie gegenüber
anders denkenden und handelnden Menschen der sich bis zum Hass steigert.


Man schustert sich also die Natur zu einer idyllischen harmonischen
Paralellwelt in der der Mensch nix verloren hat, Bäume zu Pflanzen ist
gut, Bäume zu fällen böse und der Jäger ist sowieso ein Mörder. Dass der
tot zum Leben dazu gehört will man nicht akzeptieren. Daher versucht
man mit schlechten Argumenten seine Quasireligion mehr stabilität zu
geben indem man sich Scheinargumente an den Haaren herbeizieht und diese zum Dogma erhebt.

Also Fleisch ist böse – und wer Fleisch isst, auch.

So denken zumindest viele, die Tiere lieben und Steak, Wurst und Schnitzel für ungesund halten.

Daher glaubt man man könne sich und alle dieser Welt von Krankheit und allem propagierten vermeintlich schlechten das damit verbunden wird fern halten. Also getrieben von Schuld und Sündengefühlen angestachelt durch medien glaubt der innerlich leidende "Nervöse" die einzige möglichkeit dem "Teufel des Fleischessens" zu entkommen ist dieser Büßer-Ideologie nachzugehen und diese "gute Botschaft" in die ganze Welt hinauszuschreien. Ist der innere Schulddruck und die damit verbundene Rechtfertigungsnotwendigkeit entsprechend stärker – wird sogar versucht der Verzicht auf „alles Tierische“ einem jeden Menschen mit unwahren Texten aufzuzwingen. Lenkt der Missionierte nicht ein weil er diesem ideologischen Quatsch keine glauben schenkt und das sinkende Schiff nicht betreten will wird er beschimpft und angegriffen. Erst wenn jede Fleischfressende Pflanze
in den Wohnungen aller Menschen am Tofutropf hängt ist seine Mission
erfüllt.

auch hier:


Jedenfalls wachsen in den verschiedenen Ernährungssekten, die ihre Glaubenssätze mit mehr oder weniger guten wissenschaftlichen "Beweisen" unterlegen, die Vorschriften, was man wie zu sich nehmen darf und was nicht. Das hat nicht nur mit dem Verfolgen von Gesundheit zu tun, sondern es ist  auch eingehüllt in moralische Verpflichtung. Denn wer sich falsch
ernährt, sündigt gewissermaßen und trägt die Schuld an seinem Versagen,
das sich auch an der Erscheinung des Körpers für alle zeigt.

Bratman sagt, dem pathologischen Zwang zum gesunden Essen liege ein Hang zur rigiden Selbstdisziplinierung zugrunde, der einhergeht mit dem Gefühl der Überlegenheit über diejenigen, die Junkfood oder einfach das Falsche essen. Das hat etwas von religiöser Sonderstellung, also einer auserwählten Gruppe anzugehören, die sich durch bestimmte Verhaltensweisen und eben auch Körper zu erkennen gibt.


heise.de/tp/artikel/44/44634/1.html


und daher müssen sie es jedem unter die Nase reiben DAMIT Menschen wie du GLAUBEN:

die vegane Lebensweise toll und bewundere jeden


Ich bewundere weder Veganer noch Zeugen Jehovas sondern habe mitleid...

Antwort
von Honeysuckle08, 97

Schade, dass du das derart pauschalisierst und von etwa 10 Veganern gleich auf "Viele" schließt...

Grade Teenies sehen es häufig als Hype und finden es (auch) cool - trotzdem steckt hinter diesem Hype meistens auch immer ein ernsthaftes Hinschauen, echtes Mitleid und es folgt ein "sich-beschäftigen"...

Ich werte das durchaus positiv, denn nicht jeder Hype ist per se etwas negatives - oft erwächst daraus eine Lebenseinstellung, die man vertritt und hinter der man steht, auch ein Leben lang.

Ich habe in 4 Jahrzehnten fleischlosen (richtigen) Lebens nicht EINEN Menschen getroffen, der sich von mir genervt fühlte  - im Gegenteil !

Umgekehrt hab ich erst hier im Internet Menschen erlebt, die ohne Not auf Veganer eindreschen, sie denunzieren, ins Lächerliche ziehen und beleidigen, als gäb es kein Morgen - wohlgemerkt ungebeten und ungefragt... (du bist damit nicht gemeint)

Zwei Buchtipps für dich, um auch mal "die andere Seite" zu erkennen:

"Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen" von Melanie Joy und

"Überleben unter Fleischessern" von Carol J. Adams

Schau vielleicht auch mal in die Blogs von

"Graslutscher" und "Der Artgenosse" und auf die Seiten von

Marsili Cronberg "Veganer nerven" und

"erzaehlmirnix - Vegetarier" (da findest du was zu "ewigen Monologen" :)

Will sagen: Nicht immer sind es die Veganer, die nerven, oft ist es das eigene Gewissen...

Ich will niemanden missionieren - mir geht es nur um Fairness...

Kommentar von Turnupppgurl ,

Nun, also wenn über 10 von 10 Veganern mir gleich reindrücken mussten, dass sie vegan sind, dann empfinde ich das schon als viel, ja.
Und ich habe wie gesagt nichts gegen Veganer, ich bewundere den veganen Lebensstil und bin auch bestens darüber informiert, danke :-)

Kommentar von Honeysuckle08 ,

Okay, aber warum fragst du dann nicht die besagten Veganer  selbst ? Könnte dir wohl am meisten Aufschluss geben und mitteilsam sind sie ja, wie es scheint... 

Antwort
von Voeglein, 138

Ich glaube du übertreibst da ein wenig. Ich kenne viele Veganer, die ihre Meinung für sich behalten und wo das Wort vegan nicht einmal in mehreren Gesprächen auftaucht.

Antwort
von lunaciela, 110

Ich denke dass sie stolz auf sich sind, dass sie ihre Lebensweise (vegan) durchziehen. Jetzt wollen sie Anerkennung und Bewunderung von anderen dass sie das durchziehen.

Ich kenne nur einen Veganer (behauptet er zumindest von sich selbst) von daher ist das folgende nur eine Vermutung, aber ich glaube viele sind vegan um von anderen anerkannt zu werden, und nicht um die Tiere zu schützen, oder um "gesünder" zu leben.

Antwort
von Edba16, 103

Sie sind von ihrer Meinung so überzeugt, dass Sie es oft nicht akzeptieren das die "normalen Fleichesser" es anders machen

Antwort
von Pangaea, 70

Weil es für diese Leute eine Religion ist. Und in dieser Religion muss man missionieren.

Antwort
von Hooks, 119

Weil für die das "vegan" eine Lebenseinstellung ist, eine Ideologie.

Ich habe festgestellt, daß ich meist auch vegan lebe. Aber ich habe das gar nicht gemerkt (ich verzichte auf Milchprodukte, weil ich sie nicht vertrage, und wenn ich dann mal einige Zeit kein Fleisch esse, ist das ja schon vegan :-)

Und darum ist das für diese Ideologen auch so ein riesiges Problem, wenn sie mal "sündigen", weil dann ihre Ideologie kaputt ist.

Ich ärgere mich dann einfach nur, wenn ich wieder Durchfall bekomme und die Nase verstopft. Ich denke dann "selbst schuld". Veganer denken "ich habe versagt".

Kommentar von MissLeMiChel ,

Nein sie denken nicht sie haben versagt sie wissen das sie ein Tier gequält haben

Kommentar von Netie ,

Warum gequält?

Kommentar von Hooks ,

Angeblich quält man ein Tier, wenn man es tötet. Oder sogar nur, wenn man es leben läßt.

Auch so eine Ideologie.

Meine Hühner sind glücklich, soweit ich das beurteilen kann, und so esse ich gerne mal ein Ei und bin dann auch glücklich.

Aber bin ja auch ein Tierquäler, ich töte Schnecken (zuhause) und Wespen und Mücken (auch unterwegs, wenn sie mir zu nahe kommen)....

Mich würde mal interessieren, wie diese ideologischen Veganer zu ihren Kindern sind und ob sie überhaupt welche haben.

Antwort
von Schokolinda, 82

das hat exakt den gleichen grund, warum MANCHE Fleischesser hier sich dauernd über nervende veganer beschweren.

Antwort
von Systemstoerung, 89

Zum Glück sind nicht alle so, aber ich kenne auch nervige Veganer.

Allerdings bin ich selber Vegetarierin und behalte das eher für mich. Aber wenn das jemand rausfindet, kommen sehr oft Sprüche wie "Du isst meinem Essen das Essen weg", "Wieso, die Tiere sind doch schon tot" oder "Vegetarier ist indianisch für zu dumm zum Jagen". Sehr lustig .. NICHT ;)

Also ich kenne das eher andersherum; dass die Fleischesser nerven. ^^

Antwort
von NesrinY, 125

Die halten sich für was besseres und jeder, der sich anders ernährt ist schlecht

Antwort
von Omnivore11, 51

Mittteilungsbedürfnis.

Man will aller Welt mitteilen, dass man angeblich viel moralischer lebt, obwohl man es nicht ist.

Um so mehr sie sich das selbst einreden umso besser glauben sie es selbst.

Antwort
von MissLeMiChel, 76

Ohgott ich bin zwar auch veganerin lass es aber nicht einfließen wenn es nicht passt...
Wahrscheinlich machen das einige aus Tierliebe! Sie versuchen andere zu überzeugen um die Welt besser zu machen..

Antwort
von frischling15, 76

Weil sie gerne Alleinunterhalter sind !

Wer will denn da gern als "Normalo" , diskutieren , oder gar widersprechen ?

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