Frage von ClaraJoJe, 98

Wie kommt man auf die Sportschule der Bundeswehr?

Guten morgen liebe Community,

ich bin 17 jahre alt und habe gestern von der Bundeswehr einen Brief erhalten, wo halt drinnen stand, dass ich ich mich dort freiwillig melden kann und was dort so gibt usw..

Mein Interesse war nicht besonders groß bis meine Mama meinte dass es dort auch eine Sportschule gibt, in der man unter anderem reiten, schwimmen und Volleyball spielen kann. Das sind alles sportarten die mich sehr ansprechen.

Diese Schule liegt am anderen Ende von Deutschland, aber damit hab ich kein Problem. Nun zur eigentlichen Frage:

Ich steh kurz vor meinem Abitur, bin mir aber noch nicht sicher ob ich das auch schaffe. Ich habe meinen MSA und einen Notendurchschnitt von 2,7. Ich war 10 Jahre im Schwimmverband und reite seit 1 1/2 jahren.

Unter welchen Bedingungen komme ich auf die Sportschule der Bundeswehr, und darf ich diese Erfahrung mitbringen?

Ich weiß, dass man z.B. bei der berittenen Polizei keine Vorkenntnisse haben soll weil das sonst die Ausbildung beeinträchtigt.

Muss ich mich direkt bei der bundeswehr melden? Oder direkt an der Schule?

Danke schon mal^^

Antwort
von DerTommy86, 31

Dass die Sportschule der Bundeswehr in erster Linie der Ausbildung junger Offiziere und Unteroffiziere dient, wurde ja schon gesagt. Ich will das nur noch ein wenig konkretisieren.

Für die allermeisten Zeitsoldaten (und damit meine ich wirklich 99,999%) ist die Sportschule nicht mehr als eine kurze Station im Rahmen ihrer Ausbildung. Man wird eingestellt als Offizier- oder Unteroffizieranwärter bei Heer, Luftwaffe, Marine oder SKB. Man ist vorgesehen für bestimmte Truppengattungen oder Verwendungsreihen, z.B. Infanterie, gepanzerte Kampftruppen, Heeresflieger, Marineführungsdienst, Feldjäger oder was auch immer. Dazu durchläuft man eine Ausbildung, die sich aus allgemeinmilitärischen Anteilen(z.B. Offizieranwärterlehrgang, Überlebenstraining, Sprachkurs Englisch) und verwendungsspezifischen Anteilen (der Infanterist lernt Orts- und Häuserkampf, der Panzermann lernt Panzerfahren, der Marineoffizier lernt Wachoffizier usw.) zusammen setzt.

Da jeder Unteroffizier und Offizier grundsätzlich auch Vorgesetzter ist, braucht man eine Qualifikation, um Dienstsport und Sportausbildungen leiten zu können. Dazu geht man für ein paar Wochen an die Sportschule, wird dort ausgebildet in Trainingslehre, Methodik und Didaktik usw. und kriegt am Ende die Befähigung "Sportleiter Bw" (oben drauf gibt's die Prüfberechtigung fürs DSA).
Und damit wars das! Die allerallermeisten Zeit- und Berufssoldaten werden die Sportschule danach nie wieder sehen. Einige werden noch die Möglichkeit erhalten, im Rahmen weiterführender Lehrgänge ihre Qualifikation zu erweitern, z.B. zum Fachsportleiter Schwimmen/Fahrradfahren usw., aber selbst das ist eher eine Seltenheit.

Darüber hinaus gibt es an der Sportschule eine gewisse Anzahl an militärischen Dienstposten, die man als Zeitsoldat zeitweise besetzen kann. Aber das kann man nicht im Vorfeld einer Bewerbung planen, sondern es ergibt sich vielmehr aus dem von der Personalführung geplanten Werdegang und freien Dienstposten. Wenn ich mich recht erinnere, haben die aber nicht unmittelbar etwas mit der Sportausbildung zu tun. Die wird nämlich meist durch zivile Sportlehrer durchgeführt. Außerdem sind solche Dienstposten auch nur für zwei bis drei Jahre zu besetzen, dann geht das Versetzungskarussell wieder los.

Aber, damit du jetzt nicht gleich den Kopf in den Sand steckst, erzähl ich dir kurz den Werdegang eines Kameraden:
Der ist mit mir zusammen zur Bundeswehr gegangen. Er wurde eingestellt als Infanterieoffizier mit Sportstudium an der UniBw München. Nach dem Sportstudium und der Offizierausbildung hat er knapp vier Jahre lang als Infanterieoffizier in einem Kampftruppenbataillon gedient und wurde nun für die letzten drei Jahre in den neuen Bereich "betriebliches Gesundheitsmanagement" versetzt, wo er recht studiennah tätig ist.
Man kann also durchaus sehr viel mit Sport zu tun haben, aber - und das ist ganz wichtig - es gibt keine Garantie dafür! Du wirst so oder so in erster Linie Offizier sein (Fernmeldeoffizier, Panzeroffizier, usw.) und nur wenn in deinem jeweiligen Fachbereich kein Personalmangel herrscht, kannst du hoffen, in eine so querschnittliche (allgemeine) Verwendung wie z.b. betriebliches Gesundheitsmanagement oder Sportoffizier an der Sportschule versetzt zu werden.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für reiten, 57

Wie kommst du darauf, dass man bei der Berittenen Polizei keine Vorkenntnisse haben sollte? Die haben ganz gewiss keine Möglichkeit, jemandem, der zuvor noch nie auf einem Pferd  saß, erst mal das Reiten beizubringen...Die brauchen im Gegeteil Polizisten, die sehr sattelfest sind, wenn sie sich bei der Reitertaffel bewerben. 

Bei der Bundeswehr weiß ich nur, dass die Gebirgsjäger mit Pferden arbeiten. Dort sind Vorkenntnisse unerheblich. ( so war es zumindest noch, als ich vor ein paar Jahren einer Vorführung dieser Truppe beiwohnen durfte).

Ich würde mich bei der Bundeswehr erkundigen.

Antwort
von Apfelkind86, 31

Wir reden hier von professionellem Spitzensport und nicht von durch den Staat bezahlten Hobbies. Das sollte klar sein.

Antwort
von BrascoC, 44

Du solltest, wenn du Interesse daran hast, als erstes zu einem Karriereberater der Bw in deiner nähe gehen. Der kann dir alles weitere unverbindlich besser erklären als wir.

Antwort
von wiki01, 46

Die Sportschule der Bundeswehr ist ein Sportleistungszentrum. Dahin kommst du, wenn deine sportlichen Leistungen überdurchschnittlich sind. Z.B. wenn du als Sprinter die 100 Meter unter 11,5 Sekunden läufst, oder die 5000 Meter unter 16 Minuten.

So gibt es für alle sportlichen Disziplinen, in denen Sportler der Bundeswehr vertreten sind, Mindestwerte. Allein die Tatsache, dass du 1,5 Jahre reitest, oder 10 Jahre im Schwimmverein warst, sind sicher nicht genug für die Sportschule. Beim Reiten solltest du schon größere Turniere gewonnen haben, oder beim Schwimmen schon mal Landesmeister gewesen sein.

Übrigens ist die Sportschule, die ich kenne, nicht am anderen Ende Deutschlands, sondern eher mitten drin.

Kommentar von ClaraJoJe ,

wenn ich von berlin aus gehe dann ist es genau auf der anderen Seite^^

Antwort
von SebRmR, 35

Schau doch einfach auf die HP der Sportschule:

Die Sportschule der Bundeswehr bildet in erster Linie junge Unteroffiziere und Offiziere zu Sportausbildern aus.

http://www.kommando.streitkraeftebasis.de/portal/a/kdoskb/!ut/p/c4/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP3I5EyrpHK94uyk-OyUfCCdqFdckF9UUpxUrl-Q7agIABl9Xl8!/

Du musst Unteroffizier oder Offizier sein. Diese Laufbahnen stehen dir mit Abitur offen. Musst dich allerdings ein paar Jahre verpflichten.

Nein, du kannst dich nicht direkt bei der Schule melden.

In dem Brief, den du bekommen hast, geht es wahrscheinlich um den freiwilligen Wehrdienst. Wenn du den machst, gehörst du zu den Mannschaften kein Offizier und damit steht dir die Schule nicht offen.

Auf der schon verlinkten HP findest du Kontaktmöglichkeiten, frag doch direkt nach:
http://www.kommando.streitkraeftebasis.de/portal/a/kdoskb/!ut/p/c4/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP3I5EyrpHK94uyk-OyUfCCdqFdckF9UUgwUzM7PK0nMLtEvyHZUBADxb5xd/

Antwort
von Zicke1008, 30

Hier findest Du die Kontaktdaten der Sportschule. Erkundige Dich dort einfach.

http://www.kommando.streitkraeftebasis.de/portal/a/kdoskb/!ut/p/c4/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP3I5EyrpHK94uyk-OyUfCCdqFdckF9UUgwUzM7PK0nMLtEvyHZUBADxb5xd/

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