Wie findet ihr es mit Grüß Gott zu grüßen?

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39 Antworten

Ich finde es witzig, hier die Reaktionen zu lesen.

Bin selbst Atheist, aber das "Grüß Gott" ist nunmal im süddeutschen Raum, in Österreich, Schweiz ("Gruezi"), Teilen des Elsaß sowie Südtirol völlig normal, und schlicht die Standardgrußformel.
Klar hat sie religiösen Ursprung - aber bei genauerem Hinsehen gibt es viele Sprüche, die so begründet sind, und heute nur noch Floskeln sind.

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Hinter jemandem, der so grüßt gleich einen verkappten Zeugen Jehovas oder einen dümmlichen Hinterwäldler zu sehen ist schlicht Ausdruck von überheblichem Unwissen.

Es hat nichts damit zu tun, daß Gott gegrüßt werden soll. Das Wort "grüßen" steht eher für segnen, was also ein guter Wunsch dem anderen gegenüber darstellt - keinen Befehl. So gesehen ist das an anderer Stelle hier genannte "ich grüße Dich" sogar fast schon blasphemisch - zumindest für einen Atheisten. Und keineswegs ein Ersatz für "Grüß Gott".

Übrigens ist das nicht auf Süddeutschland begrenzt: vielleicht sagt der eine oder andere von euch "adieu", was übrigens auch in Südwestdeutschland - wegen der Nähe zu Frankreich - weit verbreitet ist. Und in Frankreich natürlich völlig normal.
Auch darin steckt Gott (mon dieu!).

Oder das schweizerische "Grüezi“ sowie natürlich alle Dialekte wie das bairische "griaß Eana".

Auch die entsprechende Abschiedsfloskel "bhüeti" oder "pfiadi" steht letztendlich für "pfiadi Gott" und damit für "behüte Dich Gott".

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Ehrlich gesagt: ich finde solcherlei regionale Unterschiede nett, und andererseits ziemlich blöd, wenn man Menschen dafür in eine "dümmliche" Schublade steckt.

Es gefällt mir, wenn ich ein bairisches "Pfuadi" höre, oder "Servus" ("bin Dein Diener"). Ich mag auch das norddeutsche "moin moin" (und ja: es hat nichts mit Morgen zu tun, und - man beachte - es gibt diesen Gruß auch in der Schweiz!).

Es gibt den Menschen eine Persönlichkeit, eine Herkunft, ein bisschen Individualität. Es erdet irgendwie.

Und ich finde es nicht im geringsten dümmlich.
(letzteres ist so was wie die (nord-) deutsche oder preussische Krankheit - sich immer irgendwie besser zu fühlen. Wer mal in der Schweiz lebte, und ein bisschen Schwizerdütsch versteht, oder die bairische Seele ein bisschen versteht, weiß was ich meine). San saupraissn - odr?.

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Vielleicht zum Nachdenken eine kleine humoristische Einlage
(nicht ganz ernst zu nehmen - aber dennoch mit einem Kern Wahrheit):

Alle die denken sie würden "richtig Deutsch" sprechen seien daran erinnert, daß das "richtige Deutsch" nunmal Hoch- und eben nicht Niederdeutsch ist.

Was heute als "hochdeutsch" gesprochen wir, sind die mittel- und süddeutschen Worte in einem "niederdeutschen Akzent" ausgesprochen.

Es waren die Nordlichter, die eine neue Sprache lernen mussten, und daher immer schon Probleme mit der richtigen Aussprache hatten - die Mittel- und Süddeutschen mussten sich nie umorientieren, denn sie haben schon immer richtig gesprochen. Und daher ihre regionalen Dialekte behalten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Benrather\_Linie

PS: und "wat - icke?" klinkt auch nicht wirklich intelligent - oder?

PPS: ist schonmal jemandem aufgefallen, wieviele Pornodarsteller "O my god" beim Orgasmus schreien? Was sagt uns das?
Eben. Nichts.

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Kommentar von pilot350
08.03.2016, 19:21

Interessant zu wissen wieviele Erfahrungen Du über Pornodarsteller sammeln konntest.

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Kommentar von Zischelmann
22.03.2016, 23:19

Dieses O My God ist den Namen Gottes missbraucht-im englischen gibt es ja auch die Form: o my gosh

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Ich weiss auch nicht was daran schlimm sein sollte. Ich begrüsse alle unsere kunden vorallem die älteren mit grüss gott! Ich finde das ist anständig nicht aufdringlich und bescheiden. Im beruf kommt das gut an.

Im Alltag ist aber immernoch hi hallo und grüss dich angesagt.

Falls die frage sich auf religion beziehen sollte: Ich bin übrigens eine muslima 😊

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Grüß Gott ist Höflichkeits-Standard in Österreich und Bayern. Gleichzusetzen mit dem "Guten Tag" im Norden wenn man mit jemandem per Sie ist.

Grüß Gott gilt vor allem bei Respekt vorm Alter und ist ein bisschen herzlicher und traditioneller. Hier gibt's auch noch mehr wie etwa das "Vergelt's Gott" für Danke. 

Klingt für dich vielleicht komisch aber das "Guten Tag" klingt in Bayern und Österreich auch komisch-unecht ;)

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Das ist aus meiner Sicht einfach ein lokaler Brauch, der wohl von den wenigsten Menschen tatsächlich religiös gesehen wird.

Ich habe eine Zeit lang in Bayern gelebt und dort war "Grüß Gott" eine reine Höflichkeitsfloskel, ohne tiefere Bedeutung.

Niemand versteht dies als Aufforderung, sich auf die Knie zu werfen und dem Herrn lauthals ein Hohelied zu singen. ;-)

Ich passe mich einfach den Gebräuchen meiner Umgebung an. Ob ich nun "Grüß Gott", "Salam", "Hallo", "Shalom" oder "Hey" sage, ist mir religiös gesehen herzlich egal.

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In Bayern ist das relativ gewöhnlich. Ich persönlich bin Atheist und habe mit dem Christentum nichts weiter am Hut. Aber "Grüß Gott" würde mich nicht weiter stören, auch wenn es etwas altmodisch käme. "Gottseidank" sage ich z.B. auch hin und wieder. Das ist Gewohnheit, hat mit der Religion im Prinzip nichts mehr zu tun.

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Also bei uns wird zum Glück nicht so gegrüßt, sonst müsste ich umziehen. Auffällig ist auch, daß dieser Gruß in den Regionen, in denen er üblich ist, fest erwartet wird. Wenn man in Bayern mit einem "Moin" an die Käsetheke tritt, kann einem schon einmal ein eisiger Wind entgegen wehen. Sagt auch viel über manche Leute aus...

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Sagt man hier in der Schweiz eh nicht. Daher sage ich einfach Guten Tag/Morgen/Abend und bei Personen die ich gar nicht kenne Grüss dich.

Ob Grüss Gott "blöd" ist kann man doch nicht sagen. Es ist natürlich religiös angehaucht sprich es kommt von früher. Also bei älteren oder religiösen Leuten kann das gut ankommen aber warum sollte man sich denn so fest anpassen...

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Jahrelang fand ich es zwar nett und interessant, wenn die Leute in Bayern und Österreich mit einem „Grüß Gott“ grüßten, aber es selbst zu sagen, kam mir vor wie ein Verstoß gegen das Gebot „Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht missbrauchen“.

Aber seitdem ich ihn als einen gutgemeinten Gruß im Namen Gottes empfinde, antworte ich ebenfalls und grüße auch selbst gern mit einem freundlichen „Grüß Gott“!

Ich finde, es ist ein schöner Gruß, bei dem man sich willkommen fühlt!


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Kommentar von Fantho
04.03.2016, 07:49

aber es selbst zu sagen, kam mir vor wie ein Verstoß gegen das Gebot „Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht missbrauchen“.

Grüß Gott ist kein Missbrauch des Namens, sondern eher eine Ehrerbietung Gottes...

Gruß Fantho

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Es kommt auf die Region an. Ich komme beispielsweise aus Thüringen, da sagt man das nicht. Aber ich glaube man sagt das in Bayern. Aber ich bin mir nicht sicher. Dumusst dich einfach mal darüber informieren wo das Gang und geben ist :)

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Wer sagt dass es blöd sei "grüß Gott" zu sagen?

Ich bin kein Christ, deshalb benutze ich halt nicht die Christliche Grußformel.
Ich würde mir ja selber widersprechen, täte ich es dennoch. Außerdem finde ich es exakter und schöner, den Menschen zu grüßen, als einen Gott dem ich nicht dienen möchte. Daher:

Ich grüße Sie :)

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Kommentar von sarahj
08.03.2016, 00:23

Abgleich selbst Atheist muß ich Dir widersprechen: "Grüß Gott" bedeutet nicht, daß Du Gott grüßt oder ihn grüßen sollst, sondern daß der Andere im Namen Gottes gegrüßt sei.
Das Wort "grüßen" widerum bedeutet ursprünglich in etwa "sei gesegnet im Namen Gottes" oder auch "Gott segne Dich".

Es ist also kein Befehl, Gott zu grüßen, sondern ein frommer Wunsch, sowas wie ein abgekürztes Gebet mit guten Wünschen für den anderen.

Und ich grüße Sie bedeutet daher strng genommen: "ich segne Dich"; was für einen Atheisten natürlich - wenn er pingelich ist - noch unpassender ist.

Daher sehe ich es locker, und grüße andere Menschen - auch als Atheist.

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"Grüß Gott" ist in Bayern und Österreich der ganz normale Gruß und absolut nicht blöd.

Im Norden sagt man dagegen "Moin", ist eben alles regional bedingt.

Woanders sagt man "Tach" und vieles mehr.

Deine Frage wirkt auf mich, dass du noch nicht groß in Deutschland rum gekommen bist. Stimmt's? ;)

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In München z.B. gehört das "grüß Gott" zum alltäglichen Brauchtum, in Paris das "bonjour", in London vielleicht das "good morning". Was soll ich mir den Kopf zerbrechen über "Blödheiten" oder "Weisheiten" alltäglicher traditioneller Grußformen? Hast Du sonst keine Sorgen?

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Hier in Norddeutschland finde ich das originell - und freue mich, wenn ich es mal höre.

Und dazu fällt mir auch sofort ein Song von einer Hamburger Oi!-Band ein:


Ich benutze "Grüß Gott" manchmal ganz bewusst, um religionsfeindliche Leute (zum Beispiel meine Frau) zu provozieren. Die reagieren immer so schön pikiert - oder fangen gleich an, zu pöbeln.

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Kommentar von Gronkor
11.03.2016, 09:25

Manche überzeugte Lokalpatrioten knallen einem auch sofort ein "Wir sind hier nicht in Bayern!" entgegen, reagieren also wohl ähnlich wie die Leute in Süddeutschland auf "Moin moin!"

Danke auf jeden Fall für die Anregung, LindaAnita uns sarahj (durch deren Antwort ich hier her gekommen bin) - ich werde mal versuchen, heute alle, die mir über den Weg laufen, so zu grüßen - und dann sehen, was passiert.

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Mir gefällt ein herzliches Grüß Gott besser als ein muffiges Hallo

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Im Süden eher ein ganz normaler Gruß dabei denkt sich kaum einer was.Hab aber hier schon manchmal gelesen wie es nordeutschen geht wenn sie in den Süden kommen. Sie mögen den Gruß nicht so sehr. Der Süden ist vielleicht noch ein bisschen christlicher als der Norden.

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Ich bin Atheist, respektiere diese Art der Grußform und erwidere immer mit einem besonders freundlichen »guten Tag«. In Bayern kommt das entgegnete »guten Tag« manchmal nicht so gut an. Oft zucken dann die Augenbrauen hoch.
In Bayern und Franken ist diese Gruß Tradition. Ich denke, dass das da so tief verwurzelt ist, dass sogar Menschen, die keiner Religion angehören so grüßen bzw. grüßen müssen, weil man es von ihnen einfach so erwartet und sie nicht unhöflich sein wollen.

Vor einigen Jahren hatte ich mit dem LKW in Oberfranken einen Supermarkt beliefern müssen und wurde vom Lagerchef mit grüß Gott begrüßt worauf natürlich von mir das guten Tag kam. Der Lagerchef hatte damit so ein großes Problem, dass er noch mal sehr laut und zischend grüß Gott hervor stieß. Er wollte ohne grüß Gott meine Waren nicht entladen.

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Kommentar von earnest
05.03.2016, 11:18

DAS hätte doch, bei Gott, ein interessanter Prozess vor dem Amtsgericht in Schwarztal-Hinterwaldtupfingen werden können ...

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Ich komme aus Österreich und da gilt es einfach als höflich diese Grußfloskel zu verwenden, egal ob du gläubig bist oder nicht. Es ist einfach eine Floskel wie "guten Morgen" oder "D'ere" die sich im Laufe der Zeit entwickelt hat und der man keine tiefere Bedeutung beimessen sollte.

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Je nachdem,  ich Finds okay. Jeder Wie er möchte

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Ich hab das immer so verstanden, dass es eine Kurzform ist von 

'Es grüsse euch Gott' und nicht 'bitte grüss Gott von mir'

'Es grüsse euch/dich Gott' ist meiner Meinung nach ein Segensspruch, den man heute vielleicht so übersetzen könnte 'Ich wünsche dir, dass du heute von Gott gesegnet wirst.'

Deshalb finde ich es eigentlich einen schönen Gruss, der beinhaltet, dass ich dem Anderen das Allerbeste wünsche. 

 

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