Frage von Guterfrager21, 43

Wie bewertet das Hedonistische Kalkül: Stehlen aus Not (Utilitarismus)?

Was würde z.B. Bentham zu jmdn. sagen, der stiehlt damit er nicht hungern muss. Ich verstehe nicht wie ich das abwägen soll. Anhand des hedonistischen Kalküls auch nicht. Der "Dieb" stillt sein Hunger was ja was positives ist jedoch muss der Ladenbesitzer am Ende ja quasi mehr zahlen weil ihm etwas gestohlen wurde.?

Antwort
von berkersheim, 6

Der Utilitarismus hat als größtes Ziel, zu einer funktionierenden Gesellschaft zu kommen, in der die Bedürfnisse der Individuen und der Gemeinschaft gegeneinander ausgewogen sind. Speziell Bentham als Sozialreformer hätte eine Gesellschaft, in der Individuen um zu überleben stehlen müssen, nicht in Ordnung gefunden. Wahrscheinlich wäre er der Meinung gewesen, dass man das Stehlen als Notfall mal durchgehen lassen sollte, auch wenn es prinzipiell nicht in Ordnung ist. Andererseits hätte er Handlungsbedarf in der Gesellschaft angemahnt, dass solche Zustände erst gar nicht auftreten. Natürlich wäre auch bei der betroffenen Person zu beleuchten, wie die näheren Umstände sind, ob er z.B. Alkoholiker ist, ob er Chancen, sich selbst zu ernähren, ausgelassen hat, weil sie mit Arbeit verbunden waren - also da sind die obigen Angaben etwas wenig aussagekräftig. Dem Utilitarismus ging es um Wertmaßstäbe, die durch die Entscheidungen freier Bürger mitgetragen werden als Ablösung einer Werteordnung der alten feudalen Gesellschaft. Diese Fragen sind in England im Prozess der Umwandlung vom Feudalismus zur Demokratie diskutiert worden. Ein solcher Prozess hat ja in Deutschland nie stattgefunden. Die Deutschen waren immer obrigkeitlich reglementierte Bürger, unmündig gehaltene Bürger, was bis heute so ist. Während die einen über Europa abstimmen, wird uns gesagt, was gut ist.

Antwort
von JimiGatton, 20

Was sagt dir denn dein "Bauchgefühl" ?

Dem Dieb die Hände abhacken, weil der Ladenbesitzer den anderen Kunden sonst mehr Geld abnehmen muss ?

https://de.wikipedia.org/wiki/Moral

Grüße aussem Pott

Kommentar von Guterfrager21 ,

Mein Problem ist, ich muss als Bentham jmd einen Rat geben der aus Not heraus klaut. Wie soll ich das begründen? Hättest du einen tipp?

Kommentar von JimiGatton ,

Das größte Glück der größten Zahl (greatest-happiness-principle) ist das Leitprinzip von Benthams utilitaristischer Ethik. Eine Handlung bewertet sich demnach allein nach ihren sozialen Folgen: sie ist moralisch richtig, wenn sie der Allgemeinheit (bzw. der größten Zahl) nützt.

Ganz einfach : Die sozialen Folgen sind/wären durchweg positiv, wenn man den hungernden Dieb gewähren lässt, bzw. unterstützt.

Ergo ist das der größte Nutzen für die Allgemeinheit :-)

Bentham könnte dem Dieb raten, dem Ladenbesitzer seine Hilfe anzubieten.

Die Menschheit wäre eine wirklich bessere, wenn wir alle sozialer denken und handeln würden.

Antwort
von nifirm, 15

Da kann man abwägen das der Dieb nen sehr viel größeren Nutzen davon hat als der Verkäufer Verluste weil er nicht weiter hungern muss und dem Ladenbesitzer kann 1 Brötchen oder so praktisch egal sein

Kommentar von Ponthos ,

Es wird dadurch aber nicht nur dem Ladenbesitzer geschadet... man kann das nicht verallgemeinern. Dafür gibt's den später weitere formen des ut um das zu regeln

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