unicl am 03.11.2009 um 22:24 Uhr
Hallo liebe Freunde,
ich beschäftige mich gerade (aus aktuellem Anlass) mit diesem Thema und benötige Sichtweisen anderer zu dem Thema des gesellschaftlichen Status von Hausfrauen.
Das Klischee der Hausfrau verzerrt immer noch den Blick auf die meist umgewürdigten und unbezahlten Höchstleistungen, die Hausfrauen täglich (vor allem wenn sie ein oder mehrere Kinder zu versorgen haben) im Dienste unserer Gesellschaft leisten. Warum wird diese Schwerstarbeit (meist ohne Freizeit und fast immer ohne Entlohnung) in unserer Kultur nicht angemessen anerkannt und woher kommt diese so fest verankerte Sichtweise?

diese ansicht ist witzigerweise noch gar nicht so alt und hielt erst mit der industriallisierung einzug in unsere gesellschaft.. das bild der glücklichen hausfrau, die lächelnd in der küche steht, während der mann arbeiten geht wurde geprägt und ist seitdem nicht mehr aus den köpfen zu bekommen.. witzig finde ich in dem zusammenhang immer den hinweis, das es ja schon immer so war, die frau gehöhre hinter den herd und der mann mache die schwere arbeit und bringt das geld nach hause.. dabei existiert diese sichtweise noch gar nicht sooo lange .. wenige jahrzehnte, wenn man es genau nimmt...
Ich bewundere Frauen, die in der heutigen Zeit den Mut,ja MUT haben "nur" Hausfrau und Mutter zu sein. Den Kindern tut das sehr gut. Allerdings warum lernen Frauen einen Beruf, wenn sie ihn nicht ausführen wollen/können. Ich war immer nur nebenberuflich Hausfrau Ich koche,mein Mann spült. Den Rest macht die Putzfrau. Wenn eine Frau einen Beruf hat, MU? der Mann zuhause mitanpacken und das ist für viele zuviel. Und solange Männer im gleichen Beruf 22 % mehr Gehalt bekommen , wie eine Frau, ist doch klar, wer zuhause bleibt. Total ungerecht. Das wird sich in der nächsten Generation ändern.
ja Guten Abend liebe Frauen- ich bin gerne Hausmann, weil ich Zeit habe und einer muss den Haushalt machen,wenn natürlich noch kleine Kiner da sind-ist es oft unerträglich alles zu bewältigen,Abends kommt dann meistens der Ehemann nach Hause und fordert seinen Tribut u.Aufmerksamkeit, 40% sind natürlich durchaus zivilisiert und 60% denken mit Machogehabe Ihre Frauen zu demütigen.Ich habe einen schwerstbehinderten Sohn zu Hause, mit Aneurysma,da die Mutter Ihn nicht haben wollte u. uns verließ, habe vorher 14 std.gearbeitet in einer Kanzlei-und viel unterwegs und Abends den Haushalt, seit 1 Jahr nun Rentner u.noch krank. Ich frage aber nun wer soll die Hausfrauarbeit bezahlen?Wenn eine Frau nur Hausfrau ist und keinerlei Lohn oder ALG hat o.ä.bezieht zumindest sozialhilfe und ist zumindest krankenversichert, müsste aber dafür Sorge tragen, wenn sie etwas Rente haben will,freiwillig etwas einzuzahlen.Ist eine Frau verheiratet und hat kein eigenes Einkommen ,sollte der Ehemann seine Frau privat Rentenversichern, KV-anspruch hat sie im Rahmen der Familienversicherung.Ist ein Scheidungsverfahren anhängig,dann kann die Ehefrau Ihre Hausarbeit einbringen und dies wurde ja bereits höchstrichtlich anerkannt,dass eine reine Hausfrau, Anspruch auf Entschädigung hat, für den Haushalt zu führen, es wäre daher auch zu empfehlen ein Hausbuch zu führen über ganz besondere schwere Arbeiten, mit Datum und was gemacht wurde.Für den Einkaufsweg u.Hausarbeit kann der Ehemann für die Ehefrau eine Unfallversicherung abschließen, kann er alles steuerlich absetzen.Er kann Ihr auch ein Tageslohn zahlen,wenn er ausreichend verdient.Aber ansonsten sieht es traurig aus für die schwerarbeitende Hausfrau. Vielleicht hat die FDP eine Idee, ich denke unser neuer FDP-Aussenminister weiß doch selbst wa Hausfrauarbeit heißt-oder etwa nicht?Eine staatliche Unterstützung gibt es leider nicht-vielleicht sollte man mal hier ein Referendum schreiben und den Beruf Hausfrau beim Bundesarbeitsministerium oder eine Petition an den Bundestagspetitionsausschuss nach 10111Berlin Platz der Republik senden-mit einer gegründeten Interessengemeinschaft der Hausfrauen der BRD-ich bin dabei
In unserer Gesellschaft ist Annerkennung (leider) davon abhängig welche berufliche Tätigkeit man ausübt und welches Einkommen man daraus erzielt. Tätigkeiten ohne Einkommen genießen nur eine sehr geringe Wertschätzung. Dies geht nicht nur Hausfrauen und Müttern so, dies erleben auch viele Menschen die ehrenamtlich tätig sind. Zudem ist es so dass Kinder in unserer Gesellschaft eine vergleichsweise geringe Akzeptanz besitzen, vor allem wenn diese in den falschen gesellschaftlichen Schichten geboren werden. Dies begann schon unter Adenauer, der bei der Konzeption der Rentenversicherung, auf einen Malus für kinderlose verzichtete. Dazu meinte Adenauer: Kinder bekommen die Menschen von alleine. Nicht ohne Grund haben wir eine der niedrigsten Geburtenraten in Deutschland. Es hat natürlich auch betriebswirtschaftliche Gründe, ein Einkommen alleine reicht oft nicht und das Risiko dass eine Familie ganz ohne Einkommen ist halbiert sich. Zudem ist es schwer nach einer Auszeit, als Hausfrau und Mutter, wieder in den Beruf zurückzukehren. Peter Kleinsorge

Das blöde ist halt, dass die Frauen einander gegenseitig fertig machen, wie man ja auch hier sehen kann. Die einen arbeiten und die anderen nicht. Scheinbar können die, die arbeiten MÜSSEN, den anderen nicht vergönnen, zu Hause sein zu können, bzw. gibt es vielleicht auch welche, die lieber arbeiten würden, als zu Hause Kinder und Haushalt zu versorgen. Wenn schon die Frauen untereinander einander nicht respektieren, wie sollte das dann die Gesellschaft können? Mich erstaunt schon bei der Fragestellung, dass die Rede von der LEISTUNG der Hausfrau ist. Da geht es doch tatsächlich schon wieder um LEISTUNG. Da muss man ja schon wieder tüchtig sein und wie bei wienochmal zeigen, was man alles drauf hat. Wir leben doch nicht, um zu arbeiten; wir arbeiten, um zu leben und weil wir leben. Und keine Frau sollte es nötig haben mit einer anderen um die Wette "tüchtig" zu sein!
Zitat
"...in unserer Kultur..."
Ich wage mal behaupten zu dürfen, das das nicht nur in unserer Kultur der Fall ist.
Warum?
Tja, vielleicht weil es wirklich nicht bezahlbar wäre. Aber möglicherweise auch, weil man beim Thema Hausfrau auch an telefonierende, tratschende, Klatsch-Presse-lesende, in-der-Stadt-bummelnde Frauen denkt.
Es scheint auch heute noch Frauen zu geben, die zu Hause sitzen, und darauf warten das der Mann nach Hause kommt. Ich habe wohl ein solches Exemplar neulich im Chat kennengelernt. Sie äußerte sich jedenfalls in diese Richtung, und mir ist von Kindern bei Ihr nichts bekannt.
Aber es liegt auch an unserer Vergangenheit. Bis in die 70iger Jahre war es ja nicht wirklich die Regel, das Frau arbeiten ging / geht. Und der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier. Bis er sich an neue Gesellschaftliche Formen gewöhnt, dauert es - wie ich denke - mindestens eine bis zwei Generationen.
guten abend
ich kann es mir vorstellen das es noch von früher her rührt.der mann geht jagen und die frau kümmert sich um das feuer und die kinder. warum der beruf hausfrau nicht anerkannt wird kann ich mir nur erklären in wie weit man es errechnen soll was die hausfrauen pro stunde verdienen sollen?kann man sowas überhaupt an geld ausmachen was viele frauen leisten? wie soll es mit urlaub aussehen?sollen die kinder alleine in der zeit sein,oder eine andere frau einstpringen? ich denke es ist dadurch nie durchzusetzen. eines muss ich aber noch schreiben das es sich doch geändert hat das viele männer den hausmann übernehmen und oder zumindestens im haushalt helfen das wäre vor paar jahren noch undingbar gewesen.
lg lulu

Weil diese Meinung oft von arbeitenden Männern vertreten wird,die meinen,Arbeiten sei anstrengender als Kinder zu hüten und das Haus in Schwung zu halten.Haben DIE eine Ahnung!

Weil jeder auf irgendeine art und weise seine wohnung instandhalten muss. das ist selbstverständlich! ich erwarte auch keine komplimente oder sonstiges, nur weil ich meine wäsche selber wasche und zuhause aufräume. das ist eine ganz normale sache.

also schwerstarbeit ist was anderes, das gleich mal vorneweg. die hausfrauen sind zum teil selbst schuld an ihrem image. jammern auf hohem niveau von streß und arbeitsüberlastung. ist es denn wirklich arbeit mit dem kind auf dem spielplatz zu sitzen? oder morgens nett im stuhlkreis mit den kindern spiele zu spielen, um anschließend dann noch mit anderen müttern einen netten kaffee zu trinken? mich nerven diese hausfrauen, wenn sie mir (4 kinder und 70% berufstägig) von ihrem schweren leben erzählen. sollen sie es sich doch gutgehen lassen und dazu stehen auch freiheiten zu haben, die nicht jeder hat. ich gönne das jeder mutter und hausfrau, wenn sie das so will, aber das gejammere geht mir echt auf die nerven
Elster79 am 3. November 2009 22:30 by the way... hast du schonmal mit einer mutter von vier kindern getauscht.. nur für einen monat??? wer nicht weiss wie es ist, sollte auch nicht mitreden
wienochmal am 3. November 2009 22:31 ich bin mutter von vier kindern und deswegen rede ich gerne mit ;-)
Elster79 am 3. November 2009 22:38 gg okee.. ich höre diese argumente meistens von männern.. ich habe lange jahre gearbeitet... und wenn ich so resümiere.. ja es waren teilweise echte knochenjobs.. viele auch recht angenehm... im vergleich zu dem job der mutter sind einige jobs echt entspannend.. andere wiederrum nicht... man kann das nicht kategorisch so betrachten.. Ich hatte bis in die Schwangerschaft mit meinem zweiten KInd gearbeitet, nebenbei und muss echt sagen, im Vergleich zu meinem Job als Mutter kam mir die Arbeit immer ein bisschen wie bezahlte Freizeit vor. Aber wie gesagt, es kommt auf den Job an.
unicl am 3. November 2009 22:40 Ich bin stolzer Vater von 6 Kindern (5 davon im gemeinsamen Haushalt). Etwas mehr als das letze Jahr war ich arbeitslos und habe meine Frau im Haushalt unterstützt. Es ist definitiv Schwerstarbeit ohne nennenswerte soziale Absicherung, ohne Entlohnung, ohne Krankenstand und ohne jede Freizeit. Und nebenbei bemerkt, wer soll sich denn sonst darum Kümmern als die Mütter der Kinder, die den Fortbestand unserer Art weitestgehend sicherstellen ?
wienochmal am 3. November 2009 22:49 was die soziale absicherung angeht stimme ich dir zu. wieso ohne freizeit? kein spazierengehen? keine ausflüge? kein kino- oder museumsbesuche? kein mittag auf dem spielplatz? das kann ich kaum glauben.außer du definierst freizeit auf kinderfreie zeit, das ist zumindest, wenn die kids klein sind schwierig, aber auch machbar. dass 6 kinder viel arbeit sind steht außer frage, aber so dramatisch, wie du es schilderst ist mir zuviel
Hat vermutlich damit zu tun, daß man nicht offiziell irgendwas dafür lernen muß. Man (Frau) ist es einfach.
Da es dafür keinen Abschluß, Zertifikat, Diplom oder sonstwas gibt, existiert diese Tätigkeit als solche einfach nicht.
Irgendwie ist doch jeder Hausfrau/Hausmann. Auch als Berufstätiger muss man schließlich seinen Haushalt in Schuss halten. Und auf Arbeit höre ich auch beileibe nicht jeden Tag ein Dankeschön.
Früher war der Mann eine oder sogar mehrere Ränge höher , deshalb waren die Frauen dazu verdonnert sagen wir mal früher die "drecksarbeit" zu machen , das klischee hält aber bis heute an , man denkt immer noch der Mann sei was besonderes (weil er stärker ist) und deshalb müssen die frauen an die arbeit wo wenig muskelkraft benötigt und die männer an die "harte" arbeit
warum wird die gutmütigkeit vieler Menschen, Schwestern, Ehrenämter nicht entsprechend honoriert ?
is doch ganz einfach. überleg doch mal was dich in unserer gesellschaft zu "etwas" macht. GELD mein gute. und hausfrauen verdienen eben nichts.

Wird sie doch von vielen. zumal hausfrauen und Mütter diese Anerkennung ja nun vermehrt einfordern. Es kommt und entwickelt sich. "früher" (noch) war/ist es eben so, dass darüber nicht geredet wurde und somit andere überhaupt keinen Einblick in das Leben einer hausfrau waren, denn die arbeitende Bevölkerung kannte zu Hause ja nur als ort der erholung und nicht als Arbeitsplatz