Frage von spiegelzelt, 206

Warum waren die Lebewesen früher viel größer als heute?

Immer wenn ich von Tieren in der Urzeit lese oder höre wird davon gesprochen wie groß sie waren z.B. Mammute, einige Dinosaurier, Insekten ( im Silur) und Riesenvögel (im Paläogen) sowie Meereslebewesen. Es gab zwar damals auch kleine Tiere aber warum gibt es solche großen Tiere heute nicht mehr. Die größten sind ja Elefanten mit ihren lausigen 4m Höhe, meist weniger. Gibt es dafür irgendeinen Grund warum die Lebewesen heute viel kleiner sind als früher??

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MarkusKapunkt, 72

Hast du schon einmal vor einem Elefanten gestanden? Ich finde die nicht gerade lausig, sondern ziemlich imposant. Aber du hast Recht, im vergleich zu anderen Vorzeitriesen sind auch Elefanten geradezu mickrig.

Zum ersten Teil deiner Frage: Die Rieseninsekten, die du meinst, lebten nicht im Silur, sondern ein Erdzeitalter später, in den Wäldern des Karbons (*Klugscheißerei Ende*). In diesem Zeitalter war die Erde sehr viel grüner als heute. Das Klima war gemäßigt, und auf dem ganzen Planeten wuchsen riesige Schachtelhalme und Baumfarne, die höher wurden als die meisten heute wachsenden Bäume. Diese üppige Vegetation sorgte dafür, dass der Sauerstoffanteil in der Luft bei über 32 % lag - das ist mehr als um die Hälfte mehr als heutzutage. Du weißt sicherlich, dass Insekten keine Lungen haben, mit denen sie aktiv ein- und ausatmen können, so wie wir. Sie absorbieren den Sauertoff passiv, indem sie ihn mit ihren Tracheen aus der Umgebungsluft aufnehmen. Da der Sauerstoffanteil in unserer Atmosphäre heute bei "nur" 21% liegt, können Insekten eine gewisse Maximalgröße nicht überschreiten. Im Karbon sah das anders aus - was Mega-Insekten zur Folge hatte, die so groß wurden wie heutige Greifvögel, und Tausendfüßer, die so lang wurden wie ein Auto.

Jedes andere große Lebewesen, dass es einst auf der Erde gab, hat sich nur deshalb entwickeln können, weil die Ressourcen, die es für seinen Riesenwuchs benötigte, gegeben waren. Dinosaurier lebten in einer Zeit, in der das Klima weltweit milder und die Vegetation deshalb ebenfalls üppiger war - mehr Pflanzen bedeuteten folglich mehr Nahrung für die Pflanzenfresser, deshalb gab es dann also mehr (und erstmal nicht größere Pflanzenfresser). Mehr Pflanzenfresser bedeutete dann, dass es auch mehr Räuber gab - weshalb sich vor allem die Pflanzenfresser weiterentwickelten, die größer waren als ihre Feinde. In der Folge wurden auch die Fleischfresser immer größer und immer so weiter. Bei den Säugetieren des Känozoikums war es im Prinzip nicht viel anders - nur dass bei ihnen die Uhr der Evolution durch das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit vorerst wieder zurück auf Null gestellt wurde: Beim Einschlag des Asteroiden hatten dann nun wieder kleinere Tiere die besten Chancen, zu überleben. Der Staub in der Erdathmosphäre verdunkelte die Sonne, so dass die Äre der großen Wälder in der Kreidezeit zuende war. Die Nahrungskette brach zusammen, und es war dann eben eher von Vorteil, wenn man klein war und mit wenig Nahrung auskommen konnte.

Doch auch die Säugetiere brachten wahre Giganten hervor. Heute lebt sogar das größte Tier, das es jemals auf der Erde gab! Du darfst nicht vergessen, dass der Blauwal viel größer ist als jeder Dinosaurier.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Danke für den Stern. 

Antwort
von Andrastor, 96

Weil der Sauerstoffgehalt in der Urzeit ungleich höher war als er es heute ist.

Aufgrunddessen konnten die Tiere weitaus mehr Energie aus der Luft gewinnen, was sich vor allem auf die Größe von Insekten ausgewirkt hat. Und große Insekten bedeuten viel Futter für andere große Tiere, welche ihrerseits wieder Futter für noch größere Tiere bedeuten.

Somit ist der Gigantismus der Urzeit dem vielen Sauerstoff, welcher durch den Metoriteneinschlag der die Dinos ausgelöscht hat, zurückging, zu verdanken.

Im Übrigen, soweit ich weiß lebt das größte Tier dass wir bisher kennen heute und nicht in der Urzeit. Bisher kenenn wir kein Tier das größer war als der Blauwal.

Kommentar von spiegelzelt ,

mit dem Blauwal hast du recht aber solche großen Tiere sind heute eher die Ausnahme. Früher gab es mehr davon das war es was ich meinte. XD

Kommentar von Andrastor ,

das stimmt schon. Wie gesagt, großes Futter und energiereiche Luft ermöglichen großes Wachstum.

Kommentar von gerolsteiner06 ,

Wenn Du die gesamte Entwicklungsgeschichte des Lebens in dem "früher" zusammenfaßt, dann hast Du recht. Das liegt aber daran, daß Du Millionen von Jahren mit einem momentanen Zusatnd vergleichst, was natürlich unsinnig ist.

Kommentar von spiegelzelt ,

ich meine ja nur zu verschiedenen Zeitpunkten gab es auch mehr größere Tiere als heute. ich kann dir gerne einige lateinischche Biologische Namen nennen. aber ich denke nicht dass du dann weißt was das ist

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Im Prinzip alles nicht falsch, was du schreibst, aber auch nicht ganz richtig. Den enorm hohen Sauerstoffgehalt mit 32% in der Atmosphäre gab es im Karbon, mehr als 100 Millionen Jahre vor den ersten Dinosauriern. Damals lebten auch die Rieseninsekten, der Zusammenhang ist aber richtig. Insekten sind Tracheenatmer und deshalb heute in ihrem Größenwuchs beschränkt.

In der Kreidezeit, dem zweithöchsten Level der O2-Konzentration mit 29%, lebten zwar auch große Insekten (selbst Flöhe hatten Hornissengröße), aber der hohe Sauerstoffgehalt hatte weniger mit dem Gigantismus der Dinosaurier zu tun. 

Der Asteroideneinschlag hat sich nicht direkt auf den O2-Gehalt ausgewirkt, jedenfalls kag er im Paläogen ebenfalls noch über dem heutigen Level. Der Rückgang der Vegetation durch die Vereisung der Pole könnte dafür Verantwortlich sein, dass der O2-Gehalt ab dem Ende des Eozäns stetig sank, was aber auch keine Folge des einschlags war, denn diese Vereisung fand erst viele Millionen Jahre später wegen eines Klimawandels statt. Im Pliozän war der O2-Gehalt dann spätestens beim heutigen Level von etwa 21% angekommen.

Antwort
von unlocker, 66

dürfte am Sauerstoffgehalt der Luft gelegen sein http://www.wissenschaft.de/archiv/-/journal_content/56/12054/61399/Gigantismus,-...

Antwort
von fraginator13, 83

Es war wärmer, also musste weniger Energie zum Aufwärmen des Körpers genutzt werden (Gleichwarme Tiere) bzw. es war warm genug, um auch große Wechselwarme Tiere aufzuwärmen

Antwort
von GanMar, 50

Der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre war deutlich höher.

Antwort
von raimas, 37

Einige Wissenschaftler glauben, dass Tierarten im Laufe der Evolution dazu tendieren, immer grösser zu werden. Allerdings kommt es im Verlauf der Erdgeschichte dann immer wieder zu Massenaussterben, und dabei verschwinden die besonders grossen Arten in der Regel zuerst, vermutlich, weil es dann nicht mehr genug zu fressen gibt. Danach geht es mit kleinen Arten weiter, bis nach einigen Millionen Jahren wieder Riesentiere auftauchen.

Da am Ende der letzten Eiszeit zahlreiche grosse Tierarten ausgestorben sind, entweder aufgrund der Klimaveränderung oder durch eiszeitliche Jäger, gibt es im Moment nicht ganz so viele grosse Tierarten. 

Vielleicht haben wir auch ein etwas verzerrtes Bild früherer Zeiten, weil die besonders grossen Arten der Vergangenheit viel mehr Aufmerksamkeit geniessen. Es gibt z.B eine Menge Fossilien von Dinosauriern, die nicht grösser als ein Hund waren, und die Durchschnittsgrösse war vielleicht die einer Kuh (das ist jetzt mal geraten!). Über diese kleinen Arten wird aber kaum je berichtet, und daher entsteht der falsche Eindruck, alle Dinosaurier seien Riesentiere gewesen. Die wirklich riesigen Arten waren vermutlich zu allen Zeiten selten und nicht repräsentativ.

Antwort
von voayager, 22

Der Sauerstoffgehalt war höhewr und es war wärmer.

Antwort
von gerolsteiner06, 32

"früher" ist eine viel zu pauschale Aussage;

Es hat immer wieder geschwankt, Dir sind nur die großen Tiere im Gedächnis, weil diese eindrucksvoller sind.

Es gab sehr große Saurier, aber auch sehr kleine.

Zwischen den Eiszeiten gab es eitliche Tierarten, die es heute in Abänderungen auch noch gibt, die es in Groß-Ausprägungen (Megafauna) gab. Zwischendrin gab es aber auch Zeiten, in denen keine riesengroße Tiere hervorstachen. Soviel zu "früher" als pauschale Aussage.

Die Megafauna-Arten waren durch positive Umweltbedingungen (Warmzeiten, Futterangebot) bedingt. In der Evolutionsbiologie sieht man diese aber als eine grundsätzliche Fehlentwicklung an, die  dann den Gesetzen der Evolution folgend, bei der nächsten Eiszeit, zum Aussterben führte. Kleine Tiere waren da flexibler und schafften es leichter zu Überleben.

Es gibt keine Gesetzmäßigkeit früher = groß , heute = klein.

Die Menschen sind heute größer als sie jemals in ihrer Entwicklungsgeschichte waren _ zumindest nach dem was wir heute wissen, es gibt Megafauna-Arten in der Tiefsee, uvm.

Kommentar von spiegelzelt ,

besagt die Bergmannsche Regel nicht dass in kalten Regionen größere Tiere leben weil dann die Oberfläche im Verhältnis zum Volumen günstiger ist um ein auskühlen zu verhindern. dann müssten in Eiszeiten ja die größten Tiere leben?

Kommentar von gerolsteiner06 ,

Bergmannsche Regel hin oder her .. die Megatiere haben sich alle in den Zwischeneiszeiten entwickelt und haben ihren Höhepunkt am Ende des Pleitozän erreicht. In Europa und Asien sind fast alle während der Würmeiszeit ausgestorben. ( vor 50Tsd bis 12Tsd Jahren) In Nordamerika sind sie alle fast gleichzeitig vor ca. 12Tsd Jahren ausgestorben.

Die Gründe sind natürlich heute nur Spekulation, aber man kann von einer Kombination aus Wärmeverlust und Nahrungsmittelknappheit ausgehen. Wer kleiner ist braucht wenig Futter und kann eher mal ein paar 10Tsd Jahre überstehen, wenn es keine Wälder und nur kalte Grassteppe gibt.

Antwort
von martinzuhause, 59

es gab mehr sauerstoff. damit konnten grosse körper damit auch versorgt werden

Antwort
von LordPhantom, 67

Damals war die Schwerkarft geringer (glaube ich (und es gab mehr Sauerstoff

Kommentar von Leolyyn ,

Warum sollte die schwerkraft niedriger gewesen sein? Das ist unlogisch.

Kommentar von LordPhantom ,

Nein. Die Erde hat sich schneller gedreht. Dadurch waren die Zentrifugalkräfte geringer.

Kommentar von martinzuhause ,

wenn sich etwas schneller dreht sind die zentrifugalkräfte grösser. das macht allerdings kaum etwas aus

Kommentar von Leolyyn ,

Das sich die erde damals entwas schneller gedreht hat macht schon sinn. Allerdings war sie zu diesem zeitpunkt schon einige mia jahre alt was dann nicht mehr so den nennenswerten unteschied zur heutigen schwerkraft ausmachen sollte.

Kommentar von LordPhantom ,

Kaum ist aber auch etwas. Damals dauerte ein Tag ~23-22h. Das sind etwa 4-8% kürzere Tage

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Das mit der geringeren Schwerkraft macht schon Sinn, aber nur wenig. Die Zentrifugalkräfte wirken bei einer schnelleren Erdrotation stärker nach außen, aber trotzdem ist diese Kraft nicht stark genug, um gegen die Massenkraft der Gravitation groß ins Gewicht zu fallen. Du hättest in der Kreidezeit vielleicht ein paar Zentimeter höher hüpfen können als heute, aber deine Nachkommen würden sich nicht zu Riesen entwickeln, würdest du und deine Familie dort ausgesetzt werden.

Antwort
von Aleqasina, 47

Dafür waren die Pferde im Eozän einen Ticken kleiner. ;-)


Kommentar von voayager ,

das beantwortet nicht die Frage des Fragestellers

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community