Frage von HerrDeWorde 13.08.2012

Warum schreien Babys aus EVOLUTIONÄRER Sicht?

  • Hilfreichste Antwort von Rowal 14.08.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Es kamen ja schon ein Duzend Antworten wie aus der Kanone geschossen, aber keine kann stimmen. Aus 2 Gründen: 1. Zeigt der Vergleich mit den Schimpansen, dass dort genau das Gegenteil der Fall ist. Das Baby versucht möglichst ruhig und unauffällig zu bleiben. Die Mutter vernachlässigt das Baby trotzdem nicht, hat aber die Möglichkeit dieses sehr behutsam in die Gruppe einzuführen und so die Chance zu erhöhen, dass es von dieser angenommen wird. Ein Geschrei wäre kontraproduktiv. 2. Auch beim Menschen erhöht das Geschrei nicht die Aufmerksamkeit der Mutter, sondern das Baby erhöht durch Geschrei die Wahrscheinlichkeit, dass es den Unmut der unmittelbaren Umgebung hervorruft und von den genervten Eltern erschlagen oder erstickt wird.

    Hieraus folgt, dass der Mensch in einer entscheidenden Phase völlig anderen Umweltbedingungen ausgesetzt war. Die Babys wurden in einer von Raubtieren gesicherten Insel aufgezogen und ständig betreut, auch dann, wenn die Mutter und der Vater abwesend (z.B. auf Nahrungssuche) waren. Nur unter dieser Voraussetzung ist das Baby-Geschrei ein evolutionärer Vorteil, wie der Vergleich mit Brutkolonien von Vögel (und auch Säugetieren) zeigt, die geballt auf einer Insel brüten. Es gibt noch einen Aspekt der Brutkolonien und des Schreiens: Wie Experimente mit Krallenäffchen zeigen (siehe z.B. http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/familie/stieffamilien/evolution_un... ) ist die Entwicklung der Empathie-Fähigkeit korreliert mit einer gemeinsamen Jungenaufzucht. Hieraus erwächst ein weiterer Nutzen des Geschreis, aber natürlich nur, wenn die Abwesenheit von Raubtieren oder feindlichen Gruppen garantiert ist, was nur auf einer schwer erreichbaren Insel der Fall ist.

    Wie man also sieht, kann man aus der Frage interessante Schlussfolgerungen über das Habitat des frühen Menschen ziehen, die von der Wissenschaft nicht durch Funde bestätigt sind.

  • Antwort von beemaya 13.08.2012
    4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    weil sie mit diesen Eigenschaften in der Vergangenheit Erfolg hatten.

    wenn Neugeborene lächeln oder schreien, haben sie vermutlich keine emotionale Empfindungen. Vielmehr ist dies ein Trick der Evolution, die Mutter an das Neugeborene zu binden.

  • Antwort von Limearts 13.08.2012
    4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Auch Tierbabies machen auf sich Aufmerksam. Vogelküken zB piepsen wie wahnsinnig wenn sie Hunger haben oder aus dem Nest gefallen sind. Es ist schlicht der erste und einzige Weg als Baby auf sich aufmerksam zu machen.

    Menschliche Babies werden vermutlich vor allem deswegen häufiger schreien, weil sie keine Gefahren zu befürchten haben und sich dieses Wissen über die Jahrhunderte evolutionär eingeprägt hat, während Tiere noch stärker mit ihren Instinkten verwurzelt sind.

  • Antwort von Ehestut6 13.08.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ey,

    in der Wildnis werden nicht nur Feinde aufmerksam gemacht, sonst hätte Tarzan nicht überlebt!

  • Antwort von Anikya 26.08.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Ein sehr interessantes Buch zum Thema Schreiverhalten von Babys in natürlicher Umgebung: http://www.amazon.de/verlorenen-Zerst%C3%B6rung-unserer-Gl%C3%BCcksf%C3%A4higkei...

  • Antwort von Zuckerland 13.08.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Hallo,

    Menschenbabys kommen im prinzip 12 Monate zu früh auf die Welt. Nach 9 Monaten im Bauch ist ein Menschenbaby noch nicht ausgereift. Es kann sich weder allein fortbewegen (von leichten Kriechbewegungen mal abgesehen) noch allein ernähren. Es hat aber einen sehr ausgeprägten Greifreflex, mit dem er sich in Urzeiten am Fell der Mutter festklammern konnte. Ansonsten ist es total hilflos. Das Schreien sichert sein Überleben in sofern, dass es nicht abgelegt und vergessen werden kann. Keine Mutter kann das Schreien ihres Babys lange tatenlos ertragen. Sie wird immer den Reflex haben, es aufzunehmen (egal was die Schwiegermutter dazu sagt) und zu trösten, zu tragen und zu schaukeln. Das ist die sichere Umgebung die das Baby beruhigt weil es sich dann sicher fühlt. Außerdem wissen Babys noch nicht, dass sie eigene Personen sind. Sie halten sich für einen Teil der Mutter und verstehen es nicht, wenn diese weg ist. Es versetzt sie in Panik, zumal sie auch nicht wissen, wie endgültig die Trennung ist - sie haben das Konzept von Zeit noch nicht kennen gelernt, es zählt nur der aktuelle Moment und der scheint ohne Mutter bedrohlich.

  • Antwort von Mamika 13.08.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Das ist doch mal eine schöne Frage, die besten Antworten sollten vielleicht mal alle die lesen, die empfehlen kleine Kinder ruhig mal "schreien zu lassen". Entschuldigung fürs OT.

    Jetzt zur Frage: Als der Mensch sich zu entwickeln begann, waren die Menschen Nomaden. Die ganze Gruppe war unterwegs und musste auf Feinde achtgeben. Ein Kind was nun abgelegt wurde und noch nicht laufen konnte, musste schnell auf sich aufmerksam machen um nicht vergessen zu werden - was den sicheren Tod bedeutet hätte. Um so lauter und eindringlicher geschrien wurde, um so bessere Chancen hatte das Kind. Erst wenn das Kind nach langer Zeit noch immer nicht aufgenommen wurde, konnte es aufhören zu schreien, um so länger Energie zu sparen um vielleicht doch noch gefunden zu werden.

    Evolutionär hat sich also eingeprägt, so laut und lange wie möglich zu schreien um Hilfe zu bekommen (Todesangst pur für das Kind, wenn es keine bekommt!). Die Kinder die zu leise schrien oder nicht lange genug die haben sicher nicht allzulange überlebt.

    Unsere Menschenkinder sind passive Traglinge die dafür gemacht sind am Körper der Mutter getragen zu werden. Abgelegte Kinder verhalten sich also genau so wie es ihnen vorgeschrieben ist, sie rufen nach Hilfe.

  • Antwort von Alexandra2704 13.08.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Auch Tierbabys schreien/rufen, wenn die Mutter länger fort bleibt. Schon bei Katzen und Hunden siehst Du das Verhalten. Da es aber in den seltensten Fällen passiert, dass die Tierbabys länger allein gelassen werden, schreien sie nicht, machen sie nicht auf sich aufmerksam. Das "Ablegen" der Jungen ist etwas Anderes. Meist sind sie satt, verhalten sich ruhig, haben "Aufpasser" aus dem Rudel. Geparden, die "alleinerziehend" sind verlieren oft ihre Jungen, weil sie auf sich Aufmerksam machen, während die Mutter nach Beute jagd. Babys schreien nur dann, wenn ihnen etwas fehlt. Sei es eine saubere Windel, Essen, trinken. Oder ihnen tut etwas weh: Bäuerchen sitzt quer, Luft im Bauch, Hunger, Durst kann derbe weh tun. Falsche Lage.

  • Antwort von Luna293 13.08.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Das ist so, weil ein Menschenbaby ohne andere Menschen absolut hilflos ist. Ein Baby was alleingelassen wird schreit. Man könnte sagen, dass ist Todesangst. Ein Rehkitz kann schon laufen nach der Geburt also brauch es dafür die Mutter nicht. Es kann auch selber zur Milchquelle und muß sich auch dafür nicht bemerkbar machen. Rein biologisch bedingt schwebt ein Baby das allein gelassen wird in Lebensgefahr! Es ist völlig hilflos. In der Evolution hatten Babys die geschrien haben, wenn man sie allein ließ bessere chancen, da jeder Mensch auf Babyschreie unbewußt reagiert und der Beschützerinstinkt geweckt wird.

  • Antwort von xistmeinname 13.08.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Warum schreien Babys aus EVOLUTIONÄRER Sicht?

    • aufmerksamkeit

    • aus hunger (damit auch jeder es hören kann und dem kind was zu essen gibt)

    Einem Rehkitz würde es nie einfallen, so einen Radau zu machen.

    sind ja auch von der natur aus fluchttiere bzw sehr scheue tiere.

    das ist bei uns menschen nicht der fall, denn vor was sollen wir uns fürchten???

  • Antwort von phucked 13.08.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Dadurch signalisierensie, dass es ihnen an etwas fehlt. Sei es sie haben hunger oder brauchen einfac nur Zuwendung.

  • Antwort von BabaBaby 13.08.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Nuja, ich würd sagen, da wir seit vielen Generationen keine wirklichen Fressfeinde mehr haben, ist das Schreien nicht mehr so schlimm.

    Im Grunde schreit ein Baby nur um die Aufmerksamkeit der Mutter zu gewinnen, aus welchem Grund auch immer.

    Auch Tierbabies geben gewissen Geräusche von sich, wenn sie ihre Mutter rufen. Nur sind diese meist für andere Tiere nicht wirklich hörbar.

    Außer z.B. bei Vogelküken, dort gilt häufig: Wer am lautesten Pfeift bekommt mehr Futter.

  • Antwort von Kronenzeitung 13.08.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Ich denke mal, das liegt in der Natur der Tiere.

  • Antwort von Wasserhut 13.08.2012

    Weil sie nur so auf sich aufmerksam machen können. Ein Baby kann noch nicht sagen ich hab Hunger, ich hab Durst usw..

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