Frage von Maximel, 317

Warum keine Todesstrafe in Deutschland?

Warum wird in der Bundestepublik Deutschland die Todesstrafe nicht als geeignetes Mittel zur Bestrafung von Tätern angesehen?

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 99

Weil das nicht zu unserer Lebensphilosophie und Gesellschaftsordnung passt. Das Stast darf nicht über den Körper seiner Bürger derart verfügen.

Warum wird denn überhaupt gestraft. Es gibt zwei Hauptstrafzwecke, den der Repression (Rache) und den der Prävention (Vorbeugung). Mit der Todesstrafe wird dem Rachezweck vorrang gegeben. 

Die Todesstrafe wäre in D nur dann möglich, wenn unsere komplette Verfassung abgeschafft und durch eine neue ersetzt würde. Fast unmöglich also.

btw: in Staaten, denen der Todesstrafe ein rechtstaatlicher Prozess vorhergeht, sind die Kosten immens. In den USA kostet sie round about 23 Millionen Dollar. Ein Vielfaches einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Die Todesstrafe ist erwiesenermaßen keine Abschreckung, sie trägt nicht zur Verbrechensverminderung bei. Eher das Gegenteil, wer die Todesstrafe vor Augen hat, dem ist es egal, ob er einen oder 10 Menschen ermordet. Man wird so oder so nur einmal hingerichtet.

hier ein Link zu einer sehr guten Seite über die Todesstrafe:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-02/abschaffung-lebenslange-fr...

Kommentar von furbo ,

sorry...

Das Stast darf

soll heißen: Der Staat darf...

Kommentar von karapus001 ,

in Staaten, denen der Todesstrafe ein rechtstaatlicher Prozess
vorhergeht, sind die Kosten immens. In den USA kostet sie round about 23
Millionen Dollar. Ein Vielfaches einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Echt? Ich dachte wenn man lebenslänglich im Gefängnis ist, kostet es für den Staat mehr, allein wegen dem Essen, Trinken; Gefängniswächter-Gehalt, mehr Kerker/Zimmer für Häftlinge etc.

Kommentar von furbo ,

Na ja, wenn einem Menschen das Leben genommen werden soll, dann sind da jede Menge hochdotierter Juristen teils über Jahre damit befasst. Der Deliquent muss speziell untergebracht werden, viel Personal zur Bewachung und das u.U. für viele Jahre. 

Lebenslang in einem Knast ist weniger Aufwand. 

Gilt natürlich nur für die USA, in anderen Staaten dürften die Kosten bei 60ct liegen, dem Preis für eine 9mm- Patrone

Antwort
von lesterb42, 75

Ich fühle mich wohler in einem Staat, dem es - aus welchen Gründen auch immer - nicht erlaubt ist, seine Bürger umzubringen. Spontan würden mir da einige Ausnahmen einfallen, aber die Väter des Grundgesetzes haben es schon richtig gemacht die Todesstrafe abzuschaffen.

Antwort
von JesseJames47, 198

Dass jede Person das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Leben hat, steht im Grundgesetzt. Außerdem wäre eine solche Bestrafung mit der Achtung Menschenwürde (Art.1 I S.1) wohl auch nicht vereinbar.

Antwort
von BigBen38, 153

Nunja...zum Einen gibts n Haufen Justizirrtümer...

Ist leicht zu sagen: "oh sorry tut uns leid, warst doch der Falsche..." wenn derjenige tot ist.

Zum Anderen - wie von Anderen bereits geschrieben - verstößt es (noch) gegen das Grundgesetz....

Allerdings nicht gegen europäisches Recht, das ÜBER dem Grundgesetz steht, und nach dem man Aufständis he und Terroristen einfach killen darf...

...wer ein Aufständischer ist, steht nirgends - vlt der Demonstrant, der sagt, das er mit der Regierung nicht einverstanden ist ?

Möglich wäre es, erste europäische Staaten haben dafür bereits die Weichen gestellt,  aber sie wenden es noch nicht an, da sonst andere Länder wissen, was ihnen bald blüht.

Wie auch immer, die schlimmsten Verbrecher genießen  leider eh Immunität  ...parlamentarische oder diplomatische ...

Übrigens ist die Todesstrafe eigentlich international geächtet...

...stört aber keinen bei Panzerlieferungen nach Saudi Arabien oder Handel mit den USA ...

Kommentar von Fussballer2002 ,

Ja euro-Force , Privat Armeen der Super Reichen lassen grüßen

Kommentar von PatrickLassan ,

Allerdings nicht gegen europäisches Recht, das ÜBER dem Grundgesetz steht, und nach dem man Aufständis he und Terroristen einfach killen darf...

Mal davon abgesehen, dass europäisches Recht eben nicht über der Verfassung steht, ist der Rest der Aussage auch nicht richtig.

https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag\_von\_Lissabon#Vorwurf\_eines\_unzureichen...

Wie auch immer, die schlimmsten Verbrecher genießen  leider eh Immunität  ...parlamentarische oder diplomatische ...

Das ist nmicht einmal Stammtischniveau.

.stört aber keinen bei Panzerlieferungen nach Saudi Arabien oder Handel mit den USA ...

Der Staat mit den meisten Hinrichtungen ist immer noch China, und zwar mit weitem Abstand.

Kommentar von Penguin8 ,

Das mit China ist richtig. Man sollte nebenbei erwaehnen, dass es immer noch ueblich ist, Menschen auserhalb jeglicher Justiz durch Geheimdienste eliminieren zu lassen. Selbst in Deutschland liegen der Presse inofizielle Daten von durchschnittlich 25 Faellen pro Jahr vor. Das darf natuerlich nicht publiziert werden. Der Europaeische Gerichtshof steht aber inzwischen ueber den Gesetzen der einzelnen Laender

Kommentar von PatrickLassan ,

.Der Europaeische Gerichtshof steht aber inzwischen ueber den Gesetzen der einzelnen Laender

Gerichte stehen nie über Gesetzen, sie legen Gesetze aus.

Kommentar von furbo ,

Man sollte nebenbei erwaehnen, dass es immer noch ueblich ist, Menschen auserhalb jeglicher Justiz durch Geheimdienste

oder durch Drohnen

eliminieren zu lassen.

Kommentar von BigBen38 ,

"..Der Staat mit den meisten Hinrichtungen ist immer noch China, und zwar mit weitem Abstand..."

Jooooo

Immer fein mit dem Finger auf andere zeigen...das lenkt von eigenen Verbrechen ab !

Und China fand bei mir keine Erwähnung, weil ich das nur anschneiden wollte ....

...oder kuscheln die Mächtigen der Welt etwa nicht AUCH mit China ...damit man "gute" Geschäfte macht ?

Also ich hab noch nie gehört, das China boykottiert und sanktioniert wird, wegen ihrer grausamen Menschenrechtsverletzungen !

Allerdings gibts aus China keine offiziellen Zahlen, offiziell sind es mit Abstand Iran, Pakistan und Saudi Arabien...aber nett das Du Insiderinformationen twitterst ^^

Kommentar von PatrickLassan ,

Immer fein mit dem Finger auf andere zeigen...das lenkt von eigenen Verbrechen ab !

Der Hinweis auf China war nur als Ergänzung zu deinen Ausführungen gedacht.

Und China fand bei mir keine Erwähnung, weil ich das nur anschneiden wollte ....

Ja, ist schon klar ....

aber nett das Du Insiderinformationen twitterst ^^

Ich 'twittere' überhaupt nicht. Die Zahlen stammen übrigens von amnesty international, wie man leicht nachprüfen kann.

Antwort
von voayager, 36

In einigen Bundesländern gab es sie bis 1949.

Antwort
von tryanswer, 152

Weil die Todesstrafe den Grundsatz der Rehabilitation zuwiderläuft.

Kommentar von Schnoofy ,

https://de.wikipedia.org/wiki/Rehabilitation

Was das allerdings mit der Todesstrafe zu tun hat ist mir ein absolutes Rätsel. Aber Du wirst mir das sicherlich erklären können.

Kommentar von PatrickLassan ,

Ich nehme an, dass Resozialisierung gemeint ist, und das dürfte nach Vollstreckung der Todesstrafe etwas schwierig werden.

Kommentar von tryanswer ,

Es war schon gemeint wie geschrieben, vereinfacht gesagt trifft es aber den selben Punkt.

Kommentar von furbo ,

Es gibt in unserem Strafrecht nicht den Strafzweck Rehabilitation.

Es gibt nur die Repression und Prävention, die mit unseren Strafen verfolgt werden.

Kommentar von PatrickLassan ,

Es war schon gemeint wie geschrieben, vereinfacht gesagt trifft es aber den selben Punkt.

Dann solltest du mal an der Erweiterung deines Sprachschatz arbeiten.

Kommentar von tryanswer ,

Nein. Begründung: Eine Resozialisierung setzt eine Desozialisierung voraus. Ich vertrete jedoch nicht die Auffassung, das Straftäter nicht mehr Teil sozialen Gemeinschaft sind. Gleichwohl verliert ein verurteilter Straftäter seine gesellschaftliche Position, die es nach verbüßen der Strafe wiederherzustellen (-> rehabilitatio) gilt.

Antwort
von Ursusmaritimus, 90

Weil wir andere Möglichkeiten haben uns vor gefährlichen Menschen zu schützen.

Die Kultur eines Landes erkennt man an seinen Gefängnissen (Nelson Mandela)

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 19

Warum es in Deutschland keine Todesstrafe gibt? Weil die in unserer Verfassung, dem Grundgesetz, verankerten Menschenrechte in ihrem Wesensgehalt auch für Verbrecher und Mörder gelten!

Und in der Verfassung lesen wir:

Artikel 2

(...)

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. (...)

MfG

Arnold

Antwort
von Artus01, 56

Diese Frage taucht hier immer wieder in gewissen Abständen auf und führt zu den merkwürdigsten Antworten.

Dabei gibt es nur eine klare Antwort darauf, Art. 102 GG:

Die Todesstrafe ist abgeschafft.

Bevor nun wieder die Bemerkungen kommen daß man das auch ändern kann. Es wird dafür nicht die erforderlichen Mehrheiten geben. Sollte dies doch der Fall sein, so wird das Bundesverfassungsgericht den ganzen Mist kassieren (Art. 1 GG).

Jegliche Diskussion zu dem Thema erübrigt sich.

Antwort
von nowka20, 12

in der hessischen verfassung gibt es die aber noch, wird aber nicht mehr angewendet

Antwort
von egglo2, 57

Weil es barbarisch ist und weil es nicht vor Verbrechen schützt.

Keiner begeht ein Verbrechen, mit der Perspektive, dass er erwischt wird. Jeder der so etwas tut, geht davon aus, dass er davonkommen wird.

Ist sicher nicht so, dass potentielle Gewaltverbrecher abwägen: "Ok.....mir droht die Todesstafe, ich lass´mal lieber die Finger davon. Für maximal Lebenslänglich würde ich´s aber machen." ;-)

Zusätzlich ist es so, dass eine bestimmte Anzahl von Verurteilungen auf Justizirrtümern bestehen. Dies ist bei einer Gefängnsstrafe schon schlimm genug, bei einer Todesstrafe aber eine völlige Katastrophe!!!

Davon abgesehen, finde ich es gut, dass wir uns nicht mit diesen Ländern auf eine Stufe stellen.

http://www.amnesty-todesstrafe.de/files/reader\_wenn-der-staat-toetet\_laenderli...


Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 24

Weil das Recht auf Leben wie andere grundlegende Menschenrechte verfassungsrechtlich geschützt ist.

Antwort
von Accountowner08, 52

Vor allem deshalb, weil man das Risiko eines Justizirrtums als zu gross erachtet. FAlls man jemanden zu Tode verurteilt und exekutiert und nachher merkt, dass er das Verbrechen, dessen er angeklagt war, in Wirklichkeit gar nicht begangen hat, dann kann man das nicht wieder gut machen.

Kommentar von furbo ,

Vor allem deshalb, weil man das Risiko eines Justizirrtums als zu gross erachtet. 

Nein, das ist es nicht. Wer verurteilt wurde ist schuldig und wird bestraft. Würde man grundsätzlich von Irrtümern ausgehen, wäre jede Strafe verfassungswidrig. 

Die wesentlichen Gründe gegen die Todesstrafe sind andere. 

Kommentar von Accountowner08 ,

Was soll diese Aussage - "Wer verurteilt wurde ist schuldig"?

Meinst du damit, dass es eine virtuelle Schuld gibt, die nur dadurch entsteht, dass man verurteilt wird?

Oder willst du sagen dass das Justizsystem unfehlbar ist? (Siehe dazu die zahlreichen Justizirrtümer die bei Gefangenen auf der Death row in den USA durch DNA-Tests oder Geständnisse des wahren Täters nachträglich festgestellt wurden.) 

Kommentar von furbo ,

Ich meine genau das, was ich schrieb. Nicht anderes und auch nichts zum reininterpretieren.

Mein

Nein, das ist es nicht.

bezieht sich auf deine Aussage

Vor allem deshalb, weil man das Risiko eines Justizirrtums als zu gross erachtet.

die einfach nur falsch ist. Andere Gründe sind vorrangig.

Da sich die Frage auf Deutschland bezieht, dürften deine US-Beispiele obsolet sein, zumal der StA in Deutschland qua Gesetz ganz andere Verpflichtungen als der US-Staatsanwalt hat. Schau dir insbesondere den § 160 Abs. 2 StPO an.

Kommentar von Accountowner08 ,

Wenn du sagst, dass die Aussage "Wer verurteilt wird/wurde, der ist schuldig" immer richtig ist, so bedeutet das entweder

1) Dass das Wort "schuldig" in deiner Sprachaufassung einfach "verurteilt" bedeutet, unabhängig davon ob tatsächlich eine Schuld besteht oder nicht, d.h. unabhängig davon, ob die verurteilte Person das Verbrechen, für das sie verurteilt wurde tatsächlich begangen hat. In diesem Fall nehme ich einfach zur Kenntnis, dass du das Wort "schuldig" anders definierst als es im allgemeinen Sprachgebrauch definiert wird.

oder

2) Dass es nie geschieht, nie geschehen kann, dass ein Mensch, der ein Delikt nicht begangen hat für dieses Delikt verurteilt wird. Diese Aussage ist eindeutig falsch, es genügt übrigens ein einziges Gegenbeispiel, um sie zu widerlegen. Wenn das tatsächlich so wäre, oder wenn in unserem Rechtssystem der Glaube vorherrschte, dass es so sei, dann brauchten wir die ganzen Rekursinstanzen nicht.

Kommentar von furbo ,

Wir reden hier von der Todesstrafe, also von einer strafrechtlichen Sanktion.

Daher sollte es auch für dich klar sein, dass die Schuld nicht nach moralischen oder philosophischen, sondern strafrechtlichen Kriterien bewertet wird. So wie ich es auch mache.

Kommentar von Accountowner08 ,

Dann ist deine Aussage "Wer verurteilt wurde ist schuldig" einfach eine Tautologie ohne jeglichen Informationsgehalt. 

D.h. diese Aussage hat eigentlich nur einen Sinn, wenn man "schuldig" nach allgemeinem Sprachgebrauch interpretiert. Sonst hättest du sie dir genausogut sparen können. Und, wie gesagt, wenn man "schuldig" nach allgemeiner Sprachauffassung interpretiert dann ist deine Aussage schlicht falsch, also hättest du sie dir ebenfalls sparen können... 

Antwort
von will1984, 56

Die Todesstrafe ist unvereinbar mit den Menschenrechten und es hängt ebenso mit der Ächtung vor dem Leben zusammen, dem sich der Staat verpflichtet.

Kommentar von furbo ,

und es hängt ebenso mit der Ächtung vor dem Leben zusammen,

stimmt, die Todesstrafe hängt genau mit der Ächtung des Lebens zusammen.

Antwort
von glaubeesnicht, 99
Kommentar von PatrickLassan ,

Die hessische Verfassung ist älter als das Grundgesetz. Es gibt zwar noch die Todesstarfe in der hessichen Verfassung, wg. Art. 102 GG greift das aber nicht.

Kommentar von furbo ,

Die Hessen hätten sie auch schon längst abgeschafft, wäre das nicht so ein Aufwand. 

Antwort
von Schnaps123, 59

Verletzt das Recht auf Leben. Und die körperliche Unversehrtheit wird damit auch verletzt.

Kommentar von furbo ,

Und eine Freiheitsstrafe verletzt das Recht auf Freiheit. Es wird dennoch eingesperrt.

Kommentar von Schnaps123 ,

Nein. Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsgemäße Ordnung oder das Sittengesetz verstößt. Artikel 2 Grundgesetz.

Antwort
von Mau246, 5

Weil es in den Augen der meisten Menschen in Deutschland unmenschlich ist Menschen umzubringen. Aber was die da vergessen ist dass es ebenso unmenschlich ist jemanden umzubringen und ein kleines weinendes Kind zu vergewaltigen töten dann einfach wie Müll in ein Bach werfen. Sehr lache "Menschen" gehören nicht in unsere Welt und haben es auch nicht verdient zu leben. Sie müssen für Ihre Strafen büßen und nicht einfach paar Jahre ins Gefängnis gesteckt und dann wieder freigelassen damit sie wieder das gleich tun können!

Antwort
von CarloCokxNudden, 98

Hat glaube was damit zutun das im Gesetzbuch steht "die Würde des Menschen ist unantastbar".

Kommentar von PatrickLassan ,

Außerdem steht es noch mal in Artkel 102 GG:

Die Todesstrafe ist abgeschafft.

http://dejure.org/gesetze/GG/102.html

Antwort
von DerFruchtKompot, 44

Weil so etwas gegen die Menschen Rechte ist

Antwort
von amiliii, 73

Weil menschenrechte.. recht auf leben unso

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