Warum gelten jüdische Speisegesetze für Christen nicht?

... komplette Frage anzeigen

11 Antworten

Die jüdischen Speisegesetze gehören (wie auch die 10 Gebote) zum Gesetz, das Mose am Berg Sinai bekam und das dem Volk Israel gegeben wurde. Christen stehen nicht unter diesem Gesetz. Warum das so ist, erkläre ich ausführlich in einem Kommentar zu dieser Antwort.

 Im Endeffekt ist das aber entscheidend: Das Gesetz des Mose wurde dem Volk Israel und nicht den Nationen gegeben. Jesus hat das Gesetz erfüllt (Römer 10,4) und Christen stehen nicht unter dem Gesetz. Ansonsten müssten sich alle Christen beschneiden lassen, wogegen sich die Apostel ausdrücklich aussprechen. Sie müssten den Sabbat (von Freitagabend Sonnenuntergang bis Samstagabend Sonnenuntergang) und die jüdischen Feiertage halten, was Christen im allgemeinen nicht tun. Außerdem müssten sie die ganzen Reinheits- und Opfergebote einhalten, was gar nicht möglich ist.

Bei den Speisegesetzen wurde Petrus deutlich gezeigt, dass es für Christen erlaubt ist, z. B. Schweinefleisch zu essen. Die passende Bibelstelle dazu findet sich in der Apostelgeschichte 10,9-15: "Am folgenden Tag aber, während jene reisten und sich der Stadt näherten, stieg Petrus um die sechste Stunde auf das Dach, um zu beten. Er wurde aber hungrig und verlangte zu essen. Während sie ihm aber zubereiteten, kam eine Verzückung über ihn. Und er sieht den Himmel geöffnet und ein Gefäß, gleich einem großen, leinenen Tuch, herabkommen, an vier Zipfeln auf die Erde herabgelassen; darin waren allerlei vierfüßige und kriechende Tiere der Erde und Vögel des Himmels. Und eine Stimme erging an ihn: Steh auf, Petrus, schlachte und iss! Petrus aber sprach: Keineswegs, Herr! Denn niemals habe ich irgendetwas Gemeines oder Unreines gegessen. Und wieder erging eine Stimme zum zweiten Mal an ihn: Was Gott gereinigt hat, mach du nicht gemein!"

Da das Schwein auch zu den vierfüßigen Tieren der Erde gehört, wird es also in der Apg. 10 im Vers 12 beschrieben (mit anderen Tieren). Wichtig ist eben generell, dass die Speisevorschriften, die im Alten Testament für den Bund mit dem Volk Israel aufgestellt wurden, im neuen Bund mit den Christen nicht mehr gelten sollten ("Was Gott gereinigt hat, mach du nicht gemein!").

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von chrisbyrd
03.04.2016, 12:15

Wie gesagt, denke ich, dass das Gesetz des Mose für Christen nicht mehr gilt (diese Formulierung verwendet William MacDonald in seinem Bibelkommentar) und außer Kraft gesetzt ist, weil:

Das Alte Testament wurde nicht den Christen aus den Nationen, sondern dem Volk Israel von Mose gegeben und verordnet. Keines der alttestamentlichen Gesetze ist für uns heute bestimmt. Als Jesus am Kreuz starb, setzte er dem Gesetz des Alten Testaments ein Ende (Römer 10,4; Galater 3,23-25; Epheser 2,15).

Das Gesetz ist eine Einheit. Wer ein Gebot übertritt, ist aller Gebote schuldig geworden (Jakobus 2,10). Wir haben uns also am Freitag des gesamten Gesetzes inklusive der 10 Gebote schuldig gemacht, weil wir nicht den Sabbat gehalten haben.

Das Gesetz ist also ein Gesamtpaket, das man nicht unterteilen kann. Wenn Christen meinen, die 10 Gebote halten zu müssen, liegen sie damit völlig falsch (auch wenn die Kirchen das behaupten). Die 10 Gebote haben mit Christsein gar nichts zu tun, Paulus bezeichnet den Dienst am Gesetz (Paulus führt sogar die 10 Gebote auf) sogar als Dienst des Todes (2Kor 3,7) und als Dienst der Verdammnis (2Kor 3,9).

Nach Epheser 2,15 hat Jesus das Gesetz hinweggetan (Schlachter 2000), beseitigt (Elberfelder) bzw. außer Kraft gesetzt (Neue Genfer Übersetzung).

In Galater 3,19 steht: "Was soll nun das Gesetz? Es wurde der Übertretungen wegen hinzugefügt - bis der Nachkomme käme, dem die Verheißung galt -, angeordnet durch Engel in der Hand eines Mittlers."

In Hebr 7,18.19 findet sich: "Denn aufgehoben wird zwar das vorhergehende Gebot seiner Schwachheit und Nutzlosigkeit wegen - denn das Gesetz hat nichts zur Vollendung gebracht -, eingeführt aber eine bessere Hoffnung, durch die wir uns Gott nahen."

Dazu kommt, dass das levitische Priestertum an das mosaische Gesetz gebunden war. Solange das Gesetz in Kraft war, könnte es nur levitische Priester geben. Doch mit dem Messias kam ein Priester, der kein Levit war, sondern aus dem Stamm Juda. Jesus kann nur deshalb ein Priester nach der neu eingeführten Ordnung Melchisedeks sein, weil das mosaische Gesetz außer Kraft gesetzt worden ist. Somit ist das mosaische Gesetz aufgehoben worden, und zwar zugunsten eines neuen Gesetztes, das die Grundlage für das Priestertum nach der Ordnung Melchisedeks bildet (so schreibt Fruchtenbaum).

Fruchtenbaum schreibt weiter, dass mit dem Kreuz Christi kein einziges dieser Gebote mehr Gültigkeit hat. Das Gesetz kann dazu benutzt werden, auf den Messias hinzuweisen (Gal 3,23-25). Das Gesetz des Mose wurden vollkommen aufgehoben und nun sind die Gläubigen unter einem neuen Gesetz, das Gesetz des Christus (Messias; Gal 6,2; Röm 8,2). Das mosaische Gesetz ist heute null und nichtig. Wir sind heute unter dem Gesetz des Messias.

Das sieht man beispielsweise daran, dass Gott im Gesetz des Mose ausdrücklich das Essen von Schweinefleisch verbot und dass nach dem Gesetz des Messias (den Regeln im Neuen Testament, wenn man so möchte) Schweiniefleischgenuss erlaubt ist. Die Beschneidung wäre auch ein Beispiel dafür oder der Sabbat.

Dass wir bis auf das Sabbat-Gebot alle andern 9 der 10 Gebote auch einhalten sollen als Christen, hängt nur damit zusammen, dass sie im Neuen Testament für Christen aufgestellt werden und nicht, weil Mose sie dem Volk Israel übergeben hat. Diesen Unterschied finden ich schon wichtig, um dieses Thema zu verstehen, da in der heutigen Zeit innerhalb der Christenheit viel Verwirrung um diese Frage herrscht.

1
Kommentar von chrisbyrd
10.04.2016, 23:07

Vielen Dank für den "Stern", liebe Grüße und Gottes Segen!

0

Da die Christen eher dem neuen Testament folgen, wo drin steht das Jesus gesagt hätte man dürfte Schwein essen, machen es auch die meisten."

"Weil Christen keine Juden sind. Jüdische Speisegesetze sind an sich als "nationales" Gesetz für Juden gedacht, ebenso wie Shabbat, Beschneidung, jüdisches Gebet und viele andere mehr. Insofern wäre es nicht unbedingt im Sinne des Erfinders, dass "die ganze Welt" die jüdischen Speisegebote übernimmt."

"Weil Jesus Christus für unsere Schuld am Kreuz gestorben ist. Seine
Erlösung erlangt der Mensch nur und ausschließlich durch das Vertrauen
in das Opfer Jesu und die Gnade Gottes. Es spielt daher auch keine
Rolle, was er isst.

Alles irgendwie richtig, aber auch ganz, ganz viel falsch. Es wurde nach einer theologischen Begründung gefragt. Eine solche Begründung findet man in der christlichen Dogmatik, welche sich tatsächlich aus dem Neuen Testament ableiten lässt.

Interessant ist aber auch die historische Begründung, weshalb die Speisegesetze von Paulus und anderen so vehement außer Kraft gesetzt werden wollten:
Das Chrsitentum hatte von Anfang an einen stark missionarisch geprägten Charakter mit dem Ziel der Bekehrung aller Nichtgläubigen (Heiden) zu der eigenen Religion. Die Missionsbewegung begann natürlich in geographischer Nähe zum Wirkungsgebiet Jesu, also im Nahen Osten. Besonders in den damals römischen Provinzen Syrien und Kleinasien war Schweinefleisch damals eine wichtige Nahrungsgrundlage. Das Fleisch war relativ billig zu bekommen und deshalb auch für die breite Bevölkerung erschwinglich (anders als in Israel, wo Schweinefleisch teuer war und deshalb als dekadent galt, was wohl ursprünglich zu dem religiösen Verbot geführt hatte). Wahrscheinlich sahen schon die Apostel Petrus und Paulus ein, dass eine Abkehr vom Schweinefleischgenuss hier nur schwer durchsetzbar wäre. Bei anderen jüdischen Traditionen wie der Beschneidung wählten sie auch den Weg des geringsten Widerstandes und warfen sie einfach über Bord.

Was aber dennoch unüberwindbar blieb, war der Genuss des Fleisches von
Opfertieren. In der damaligen Zeit war es gemeinhin üblich, den (griechischen und römischen) Göttern Opfer darzubringen. Die Knochen, Sehnen und das Fell wurden als Geschenk für die Götter verbrannt, das Fleisch dann von der Opfergemeinde gemeinsam verzehrt. Dies kam für die Christen überhaupt nicht in Frage. Erstens waren Zeus, Artemis, Jupiter, Mars und all die anderen in ihren Augen falsche Götzenbilder, und zweitens hatten sie mit dem Tod Jesu bereits das ultimative Opfer empfangen, welches sie mit ihrem Gott versöhnte. Eine Teilnahme an Opferfesten war also aus diesen Gründen ein schwerer Frevel.

Trotzdem will ich dir die Bibelstellen, in welchen all dies untermauert wird, nicht vorenthalten. Du solltest trotzdem zuerst den historischen Hintergrund betrachten, dann wird einem beim  Lesen der Stellen einiges klarer.

Apostelgeschichte 10, 10-16:

Und als er hungrig wurde, wollte er essen. Während sie ihm aber etwas zubereiteten, geriet er in Verzückung und sah den Himmel aufgetan und etwas wie ein großes leinenes Tuch herabkommen, an vier Zipfeln niedergelassen auf die Erde. Darin waren allerlei vierfüßige und kriechende Tiere der Erde und Vögel des Himmels. Und es geschah eine Stimme zu ihm: Steh auf, Petrus, schlachte und iss! Petrus aber sprach: Onein, Herr; denn ich habe noch nie etwas Verbotenes und Unreines gegessen. Und die Stimme sprach zum zweiten Mal zu ihm: Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht verboten. Und das geschah dreimal; und alsbald wurde das Tuch wieder hinaufgenommen gen Himmel. 

An anderen Stellen wird der Blutgenuss jedoch immer noch als verboten gekennzeichnet (Apostelgeschichte 15, 20 und 28):

...dass sie sich enthalten sollen von Befleckung durch Götzen und von Unzucht und vom Erstickten und vom Blut."

"Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere
Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge: Götzenopferfleisch, Blut,
Ersticktes ... zu meiden.

Auch an anderen Stellen wird der Verzehr vor "unreinen" Tieren erlaubt und ausgedrückt, dass ein Christ sich nicht verunreinige, solange er Jesus annimmt und ihn im Herzen trägt, wie in Markus 7, 18-19:

Seht ihr nicht ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann? Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden.

Im Römerbrief, 14,17, ist es wieder Paulus, der auf die Speisegesetze Bezug nimmt:

Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, es ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist

Und auch in zahlreichen anderen Versen taucht es auf:

Alles, was auf dem Fleischmarkt verkauft wird, das esst und forscht nicht nach, damit ihr das Gewissen nicht beschwert." (1. Korintherbrief 10,25)

"So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank" (Kolosserbrief  2,16)

"Du sollst das nicht anfassen, du sollst das nicht kosten? Es sind Gebote und Lehren von Menschen" (Kolosserbrief 2,21)

"Dies sind nur äußerliche Satzungen über Speise und Trank, die bis zu der Zeit einer besseren Ordnung auferlegt sind." (Hebräerbrief 9,10)

"... dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade, nicht durch Speisegebote, von denen keinen Nutzen haben, die damit umgehen." (Hebräerbrief 13,9)

"wer isst, der isst im Blick auf den Herrn, denn er dankt Gott; und wer nicht isst, der isst im Blick auf den Herrn nicht und dankt Gott
auch."
(Römerbrief 14,6)

"Denn jedes Geschöpf Gottes ist gut und nichts verwerflich, wenn es mit Danksagung genommen wird" (1 Timotheusbrief 4,4)

"Speise aber macht uns nicht angenehm vor Gott; weder sind wir, wenn wir nicht essen, geringer, noch sind wir, wenn wir essen, besser." (1 Korintherbrief 8,8)


Wahrscheinlich taucht dieses Motiv auch an anderen Stellen wieder auf, aber ich denke, für eine theologische Erklärung sollte dies genügen. :-)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Jesus selbst hat gemäß Matthäus Kapitel 15, Vers 11 gesagt




Nicht das, was zum Munde eingeht, verunreinigt den Menschen; sondern was aus dem Munde herauskommt, das verunreinigt den Menschen. .

Damit könnte man die Speisegesetze als aufgehoben betrachten.

Es ist nicht die einzige Kritik Jesu an jüdischen Regeln.

In Markus 2;27 kritisiert er einen anderen jüdischen Brauch, nämlich die strenge Einhaltung des Schabbat über alles andere zu stellen. Er betont dagegen, der Schabbat sei für den Menschen da und nicht der Mensch für den Schabbar.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Hooks
02.04.2016, 20:27

Als Ausnahme gilt das Blutverbot,siehe Apg 15.

2
Kommentar von ThomasJNewton
02.04.2016, 21:27

Egal ob der Spruch belegt ist, und wo, er gefällt mit außerordentlich.

Muss gleich mal meinen Gast aus Fernost wecken, der merkt sich sowas besser.

2
Kommentar von Franz1957
03.04.2016, 02:52

Jüdische Regeln, jüdische Bräuche... au Backe. Du hast nur vergessen dazuzusagen, daß es sich bei diesem Jesus um einen jüdischen Kritiker handelt, und bei seiner Kritik um nichts als jüdische Kritik.

0

Die im Alten Testament aufgeführten Speisegesetze sehe ich nicht nur als von Gott gegeben, sondern halte sie auch für sehr sinnvoll! Man braucht bespielsweise nur einmal an den hohen Cholesteringehalt der verbotenen Schalentiere zu denken, und auch andere als verboten aufgeführte Tiere wie z.B.Kamele, Schweine oder Pferde und viele andere muss man schließlich nicht unbedingt essen wollen.

Seit der Vision des Apostels Petrus, während der ihm die verschiedensten Tiere auf einem Leinentuch gezeigt und geboten wurde, von allen zu essen, waren Christen nicht mehr an diese Speisegesetze gebunden, denn eine Stimme sagte ihm dreimal: „Was Gott für rein erklärt, das nenne du nicht unrein!“  (Ausführlicher nachzulesen  in der Apostelgeschichte 10:11-16)

Petrus durfte also durch diese Vision in das Haus des Kornelius und anderer Nicht-Juden eintreten und mit ihnen essen, um auch außerhalb des Volkes Israel das Evagelium verkünden zu können. Kornelius war bereits ein gottesfürchtiger Mann und wurde daraufhin auch getauft. 

Demzufolge dürfen also Christen die dem Volk Israel verbotenen Speisen zu sich nehmen, um mit allen Völkern guten Kontakt pflegen zu können. Sie sind aber in ihrem Privatleben keinesfalls dazu verpflichtet, Tiere zu essen, auf die sie nur zu gerne verzichten möchten.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Weil Christen keine Juden sind. Jüdische Speisegesetze sind an sich als "nationales" Gesetz für Juden gedacht, ebenso wie Shabbat, Beschneidung, jüdisches Gebet und viele andere mehr.

Insofern wäre es nicht unbedingt im Sinne des Erfinders, dass "die ganze Welt" die jüdischen Speisegebote übernimmt.

Laut jüdischer Religion sollte "die ganze Welt" womöglich 7 Grundgebote übernehmen, die werden die "7 noachidischen Gebote" genannt (weil sie für "alle Nachkommen von Noa" gültig sein sollten). Das sind Monotheismus, Verbot von Mord, "Unzucht", Raub, Gotteslästierung und Essen eines Gliedes eines lebenden Tieres, sowie das Gebot, eine Gerichtsbarkeit zu haben. (Laut Maimonides ist der Islam eine Religion, die diese 7 Grundgebote einhält).

Laut jüdischer Religion (siehe z.B. Maimonides) ist ein Nicht-Jude, der diese 7 Gebote einhält genauso ein Gerechter (kann genauso "in den Himmel kommen") wie ein Jude, der alle 613 Gebote einhält, die für die Juden bestimmt sind. Es besteht kein Unterschied.

Aber du hast Recht, was eigenartig ist, ist dass die Christen von sich behaupten, "die neuen Juden" zu sein, und in diesem Sinne ist es laut ihrer eigenen Religion unlogisch, dass sie dann die Gebote der Torah nicht oder nur selektiv befolgen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Franz1957
03.04.2016, 02:12

Nicht die Christen behaupten von sich, "die neuen Juden" zu sein, sondern diejenigen unter ihnen, die sich von der Substitutionstheologie haben indoktrinieren lassen. Was sie angeht, trifft Dein Argument, daß sie ihrer eigenen Doktrin merkwürdig inkonsequent folgen, allerdings ins Schwarze. Leute, die sich ausdrücklich zu so etwas wie substitutionstheologischen Positionen bekennen, habe ich persönlich jedoch nur sehr wenige kennengelernt.

Aus meiner Sicht beunruhigender, weil viel stärker verbreitet, sind unreflektiert tradierte Denk- und Sprechgewohnheiten antijudaistischen Ursprungs. So z.B. die Unsitte, automatisch Vergangenheitsbegriffe und grammatische Vergangenheitsformen zu gebrauchen, sobald vom Judentum die Rede ist.

0

Was ist denn in deinem Sinne eine "theologische" Begründung?

Die Theologie ist die Lehre von den Religionen, kein Sprachrohr der einen oder anderen.
Auch wenn das in der Praxis auch mal anders gehandhabt wird.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Franz1957
03.04.2016, 02:33

Die Religionswissenschaft ist die Lehre von den Religionen. Theologie ist eine Lehre von Gott und dies naheliegenderweise i.d.R. aus der Perspektive der jeweiligen Glaubensgemeinschaft. Daß sie deswegen auch Sprachrohr sein muß, das sehe ich allerdings auch nicht ein. Schon, weil dies die Frage impliziert, wem genau sie dann als Sprachrohr zu dienen hätte.

0

In der Kurzversion: Weil Jesus Christus für unsere Schuld am Kreuz gestorben ist. Seine Erlösung erlangt der Mensch nur und ausschließlich durch das Vertrauen in das Opfer Jesu und die Gnade Gottes. Es spielt daher auch keine Rolle, was er isst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Hooks
02.04.2016, 20:27

Ausnahme das Blut, lies Apg 15

2
  1. Im Alten Testament steht eigentlich das man kein Schwein essen darf. Da die Christen eher dem neuen Testament folgen, wo drin steht das Jesus gesagt hätte man dürfte Schwein essen, machen es auch die meisten.
  2. Das Blut von Tieren ist ungesund und kann Krankheiten weitergeben. Im Judentum und auch im Islam darf mach deswegen auch kein Blut essen. Ich weiß leider nicht warum es im Christentum anders ist.

Das Judentum und das Christentum sind zwei verschiedene Religionen die an zwei verschiedenen Sachen glauben. Die Juden folgen die Tora mit den 5 Büchern von Moses und die Christen folgen die Bibel, vor allem aber das neue Testament. Deswegen gelten auch die Speiseregeln nicht.

Ich bin Vegetarier deswegen kenne ich mich nicht damit so gut aus.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von MarkusKapunkt
02.04.2016, 22:21

Wenn du dich nicht auskennst, dann verschone uns bitte mit deinem Halbwissen.

1
Kommentar von Franz1957
03.04.2016, 03:40

Das Blut von Tieren ist ungesund und kann Krankheiten weitergeben. Im Judentum und auch im Islam darf mach deswegen auch kein Blut essen. Ich weiß leider nicht warum es im Christentum anders ist.

Der Grund, wieso man im Judentum kein Blut essen darf, ist ein ganz anderer. In dem Blut, so heißt es im 3. Buch Mose, Kap. 17, ist das Leben. Deshalb soll man es nicht essen. Mit Unreinheit, wie z.B. beim Schweinefleisch, hat díeser Grund überhaupt nichts zu tun.

Dieses Gebot, so sagt es das 1. Buch Mose, Kap. 9, wurde schon Noah und seiner Familie gegeben, als sie nach der Sintflut aus der Arche gestiegen waren. Es ist also ein Gebot, das sich ausdrücklich nicht nur an die Juden wendet, sondern an die ganze Menschheit.

Im Christentum ist es nicht anders. In der Apostelgeschichte, Kap. 15, wird von den Aposteln an die neu hinzugekommenen Christen wietergegeben, daß für ihnen zwar die meisten der jüdischen Regeln nicht auferlegt werden sollen, aber daß sie das Blutverbot beachten sollen.

Vielen Christen sind diese Einzelheiten allerdings nicht bekannt.

1

Für Gläubige gilt:

"... euch zu enthalten von Götzenopfern und von Blut und von Ersticktem und von Unzucht (Hurerei). Apostelgeschichte 15 Vers 29

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

"Die jüdischen Speisegesetze haben ihr Fundament in der Tora, den fünf Büchern Moses, und wurden im rabbinischen Judentum weiterentwickelt und zu einer der Säulen der Halacha, der jüdischen Religionsgesetze. Folgende Aspekte sind für die Kaschrut grundlegend:

1. Die Unterscheidung von erlaubten und nicht erlaubten Tieren.

2. Das Verbot des Blutgenusses.

3. Die Aufteilung in „fleischige“ (hebräisch: basari), „milchige“ (hebräisch: chalawi) und „neutrale“ (parve) Lebensmittel."
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Hooks
02.04.2016, 20:26

Nummer 2 gilt auch für Christen, denn das wird ausdrücklich in Apostelgeschichte 15 als Verhalten für die Heiden festgelegt.

1

Weil man Gott nicht glaubt (5.Mose 14,8).

Im N.T. kommt es auf die "geistige Reinheit" an (Röm.14,20; Titus 1,15).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?