Frage von BirdoSchnoerdo, 99

Wann fängt das Leben an, und wann hört es auf?

Philosophische, wissenschaftliche, ethische oder religiöse Stellungnahmen

Antwort
von derMannohnePlan, 27

Bei den meisten Menschen fängt das Leben gar nicht an.

In diesem ständigen Kampf, den wir Leben nennen, versuchen wir einen Kodex des Verhaltens aufzustellen, der der Gesellschaft entspricht, in der wir aufgewachsen sind, ganz gleich, ob es sich dabei um eine kommunistische oder sogenannte freie Gesellschaft handelt. 

Wir akzeptieren eine genormte Lebenshaltung als Bestandteil einer Tradition, der wir als Hindus, Moslems oder Christen oder was wir sonst zufällig sein mögen, angehören. 

Wir schauen nach jemandem aus, der uns sagt, was rechtes oder falsches Betragen, was rechtes oder falsches Denken ist, und indem wir uns nach dieser Norm ausrichten, wird unser Verhalten, unser Denken mechanisch, werden unsere Reaktionen automatisch. Wir können das sehr leicht an uns beobachten.

Während der ganzen theologischen Vergangenheit ist uns von religiösen Lehrern versichert worden, dass wir, wenn wir bestimmte Riten verrichten, bestimmte Gebete oder Mantras wiederholen, uns gewissen Normen anpassen, unsere Wünsche unterdrücken, unsere Gedanken kontrollieren, unsere Leidenschaften sublimieren, unsere Triebe eindämmen und uns sexueller Ausschweifungen enthalten, dass wir - wenn Geist und Körper ausreichend gefoltert sind, dann etwas jenseits dieses bedeutungslosen Lebens finden werden. 

Und das haben Millionen sogenannter religiöser Menschen Jahrhunderte hindurch getan, entweder in der Abgeschiedenheit, indem sie in die Wüste oder in die Berge oder in eine Höhle gingen oder mit der Bettelschale von Dorf zu Dorf wanderten oder sich in einem Kloster als Gruppe zusammenfanden und ihren Geist zwangen, sich einem festgelegten Vorbild anzupassen. 

Aber ein gequälter Mensch mit einem zerbrochenen Geist, ein Mensch, der diesem ganzen Tumult zu entrinnen trachtet, der der äußeren Welt entsagt hat und durch Disziplin und Anpassung abgestumpft wurde, solch ein Mensch, wie lange er auch suchen mag, wird nur finden, was seinem irregeleiteten Geist entspricht.

Die Welt akzeptiert den traditionellen Weg und folgt ihm. Die eigentliche Ursache der Unordnung in uns ist das Suchen nach einer Realität, die uns von einem anderen versprochen wurde. 

Wir folgen mechanisch dem, der uns ein wohltuendes spirituelles Leben zusichert. Es ist höchst seltsam, dass, obgleich wir uns der politischen Tyrannei und Diktatur widersetzen, wir innerlich die Autorität, die Tyrannei eines anderen hinnehmen, die unseren Geist und unser Leben verwirrt. 

Wenn wir nun jede sogenannte spirituelle Autorität mitsamt allen Zeremonien, Riten und Dogmen verwerfen, nicht intellektuell, sondern tatsächlich, bedeutet das, dass wir allein stehen und uns damit bereits in Konflikt mit der Gesellschaft befinden. 

Für die Gesellschaft hören wir auf, geachtete Menschen zu sein. Doch ein von der Gesellschaft geschätzter Mensch kann unmöglich dieser unendlichen, unermesslichen Realität näherkommen.

Antwort
von MeisterMond, 20

Das physische Leben beginnt ab der Geburt. Das "wahre" Leben immer in einem späteren Alter, wobei es auch Leute gibt, die es verpasst haben. 

Letztlich eine Frage der eigenen Einstellung und der Definition von 'Leben': Ist es das reine Existieren oder der Wunsch im Augenblick des Todes zu wissen, das Beste aus seinem Dasein gemacht zu haben? 

Das Leben endet im besten Fall im Augenblick des Todes. Bei manchen tragischen Fällen jedoch, sobald sie in das Endstadium einer schweren Krankheit (meinetwegen Demenz) kommen, in der sie nur noch dahin vegetierende Körper sind. Man könnte sagen, sobald die Menschenwürde leidet, die Person aus medizinischen Gründen nicht mehr sie selbst ist, gilt eine Person für mich als tot. Was Grundsatzdiskussionen zum Thema Sterbehilfe herbeiführen konnte, die dann in altbewährten ethischen und moralischen Vorhaltungen münden würden, aber ich finde trotzdem in meiner Auffassung einen realistischen Denkweg. 

Antwort
von ManuTheMaiar, 40

Das Leben beginnt schon mit der Befruchtung, aber eine Person ist man finde ich erst nach 10-12 Tagen weil solange können es bestenfalls noch mehrere werden, deswegen finde ich bis dahin ist man noch kein Mensch

Richtig tot ist man wenn die letzten Zellen des Körpers tot sind alles andere (Herzstop, Hirntot) ist nur im Sterbeprozess und kann aufgehalten werden

Antwort
von achimhausg, 13

Kommt darauf an, wie Sie Leben definieren. Für Pantheisten, also auch z.B. für Brahmanen, hat Leben weder Anfang noch Ende, während die Situation bei uns z.Zt. völlig schizoid ist, weil rechtlich gesehen, in dem Moment des verschmelzen von Same und Eizelle (auch bei künstlicher Befruchtung in Vitro), eine erbberechtigte Person (!) entsteht, die ihr leben mit dem Tod beendet.

Antwort
von AaronMose3, 23

Ich betrachte es als Sinnlos darüber zu diskutieren. 

Für die einen beginnt das Leben mit der Befruchtung, für die anderen ab dem 3. Monat, für wieder andere ab der Geburt.

Für die einen beginnt der Tod, wenn das Herz aufhört zu Pumpen, für die anderen gar nicht weil sie nach ihrer Überzeugung ewig Leben.

Da hat jeder seine eigenen Vorstellungen.

Kommentar von BirdoSchnoerdo ,

Meine Intention war es nicht, eine hitzige Diskussion einzuleiten.  Mein Wunsch ist es, Stellungnahmen von anderen zu hören, nachdem ich mich bereits selbst mit dem Thema auseinandergesetzt habe.

Antwort
von Askomat, 42

Wenn alles Leben auf der Erde voneinander abstammt, hat es vielleicht nur einmal angefangen. Und die Organismen multiplizieren mit jeder Generation die belebte Materie. Und das Leben ist dann zu Ende wenn es keine Lebewesen mehr gibt.

Antwort
von nowka20, 17

das leben ist immer das, egal, ob ein physischer körper vorhanden ist

Antwort
von SimOn0101, 32

Wissenschaftlich:

Sobald das Herz zu schlagen beginnt bzw. das Hirn sich ausbildet fängt das leben an. Tod gibt es mehrere Definitionen: Variante Hirntod --> Hirn ist nicht mehr aktiv Normaler Tod --> Herz Hört auf zu schlagen.

Kirchlich:

Beginn: Bei Befruchtung der Eizelle     Ende: sobald die Seele den Körper verlässt, jedoch beginnt dann je nach Religion die Wiedergeburt, oder das leben in Gottes Reich

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Hirntot ist nicht tot, Hirntote sind Sterbende

Antwort
von stine2412, 17

Birdo, wenn sich eine befruchtete Eizelle teilt, beginnt das Leben. Nach vier Wochen beginnt das Herz an zu schlagen - wer hat es angestuppst, damit es ein Leben lang schlägt, nachdem es sich  durch die Zellteilungen zu einem Herzen entwickelt hat? Eine junge Mutter, die sich auf das kommende Baby freut, leidet sehr, wenn es durch eine Fehlgeburt nicht dazu kommt. Da ist dann dieses Leben auch schon wieder beendet. Die Bibel gibt da allerdings keine Antwort darauf, was mit diesen Ungeborenen geschieht in der Zeit der Auferstehung. Aber wir sind ja nicht Gott der Schöpfer, der bestimmt alles richtig machen wird. Deshalb ist sein Name ja auch JHWH/Jahwe/Jehova = er wird es werden lassen.

Anders sieht es mit uns aus, die wir Zeit zu leben hatten. Wir sterben und sind tot, einfach tot und ohne jegliches Bewußtsein. Römer 6:23 sagt, dass die Sünde den Tod nach sich zieht (auch sündenlose Babys sind unvollkommen). In Römer 6:7 finden wir die Aussage: "Denn wer gestorben ist, ist von [seiner] Sünde(Unvollkommenheit) freigesprochen." In Johannis 5:28 heißt es dann weiter, dass wir uns nicht wundern sollen, wenn die Gräber geöffnet werden und unser König Jesus Christus die Toten wieder zum Leben bringen wird. Und dann, Birdo, kann unser Leben ewig dauern! Das Herz muß also nicht für immer aufgehört haben zu schlagen.

Ich denke, philosophisch kann man dieses Thema kaum behandeln.

Kommentar von BirdoSchnoerdo ,

Natürlich kann man das auch philosophisch behandeln, Leben ist ein sehr abstrakter Begriff. :)

Antwort
von omikron, 14

Die Frage musst du genauer stellen: "das Leben". Meinst du das menschliche Leben oder Leben überhaupt. Meinst du das Leben des einzelnen Menschen/Tieres/Baumes oder das Leben, das vor Millionen von Jahren entstanden ist und in Millionen von Jahren endet?

Kommentar von BirdoSchnoerdo ,

Das Leben, allumfassend.

Antwort
von Illuminaticus, 10

Alles Leben ist fuer die Ewigkeit. Wir alle haben ein ewiges Leben, dass wir momentan als Mensch verbingen, das ist nur eine Zwischenstation.

Deswegen sind wir auch niemals geboren worden, noch koennen wir sterben.

Das was stirb sind die Koerper, derer wir uns voruebergehend bedienen, um Erfahrungen als Mensch zu machen.

Das was die Welt betrrachtet und erfaehrt bist Du, der Beobachter, das ewig waehrende Bewusstsein!

Antwort
von jofischi, 30

das Leben fängt an, wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Hund gestorben ist

Antwort
von suesstweet, 36

Das Leben fängt an, nachdem du gestorben bist. Und nach dem Tod gibt es keinen Tod mehr. 

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Das Leben fängt an, nachdem du gestorben bist.

Okay...aus welchem Zombiefilm kommst du denn ?

Kommentar von suesstweet ,

Von dem Planeten Erde. :-)

Antwort
von michi812, 37

meiner meinung nach beginnt ein leben mit der zeugung des kindes also mit dem fötus..

dann auch ein fötus kann schon sterben...

das leben endet wenn die köperfunktionen einschlieslich herz und gehirn nicht mehr arbeiten...

lg michi812

Antwort
von JustNature, 11

Bereits die Eizelle ist lebendes Material. Das Spermium selbstverständlich auch. Die befruchtete Eizelle (Zygote) natürlich auch.

Ein Toter ist nicht schlagartig tot. Wenn das Hirn schon lange nicht mehr funktioniert, dann sind einzelne Zellen noch eine Zeitlang am Leben.

Ein ganz anderes Thema ist, welche ethischen Konsequenzen man draus zieht, z.B. betr. Abtreibung oder Organspende.

Kommentar von BirdoSchnoerdo ,

Ja, Eizellen und Spermien leben. Pflanzen ebenso. Ich beziehe mich aber auf das Leben mit Bewusstein, bzw. menschliches Leben.

Antwort
von Hausameise, 32

Es fängt mit der Geburt an und hört mit dem Tod auf.

Kommentar von BirdoSchnoerdo ,

Wenn das Leben erst mit der Geburt anfängt, warum ist Abtreibung dann ein umstrittenes Thema?

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