Unterschied Araber und "normales" Pferd?

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8 Antworten

Es gibt Unterschiede, ja. Habe meine seit zwei Monaten und kann dem zustimmen. Klar, der Araber ist ein Pferd. Das ist jetzt kein Fabelwesen mit falscher Optik, sondern ein Pferd. Rassebedingt aber sehr lauffreudig, sensibel und menschenbezogen. In ihrem Herkunftsland übernachteten die Pferde mit in der Jurte drin, schliefen bei ihren Besitzern. Man sagt immer wenn ein Araber Vertrauen fasst, dann ist er mehr Hund als Pferd. So weit sind wir noch nicht, aber ich merke, dass der Araber mehr nach Bindung sucht als andere Pferde. Weniger, weil er alleine nicht kann sondern weil er will. 

Ich würde den Araber grundsätzlich als eine Rasse beschreiben, die sehr gerne mit dem Menschen arbeitet und arbeiten will. Sind sind unglaublich lernfähig und intelligent. Und trotzdem haben sie immer eine Distanz. Schwer zu erklären aber sie binden sich ohne sich aufzugeben. Araber sind immer autark innerlich, und dann doch wieder wie treue Hunde. 

Araber sind sensibel. Dem kann ich zustimmen. Auf dem Platz ist meine am Zügel sehr empfindlich, im Gelände vergisst sie das aber schnell wieder. Da pullt sie auch mal nach vorne und ich brauche teils heftige Paraden um sie wieder runterzubekommen. Meine ist aber auch eine liebe Maus. Kein Durchgehen, kein Bocken, nichts. Sie testet halt. Aber wenn sie merkt, sie darf etwas nicht, dann hat sich das erledigt und wird nicht wieder angefragt. Das ist unheimlich entspannend. Es reicht i.d.R. auch ein "Nein!" und sie lässt es, Hafis usw diskutieren da gerne mal weiter :D 

Total verritten findet man bei Arabern leider häufig. Vor allem daher, weil die meisten Bereiter und Reiter mit ihnen umgehen wie mit Warmblütern. Aber Araber sind unter dem Sattel wesentlich anders als Warmis oder Ponys. Sie haben nicht so eine feste "Konsistenz" unter dem Reiter und lassen sich vom Zügel her nicht so zusammenschnüren wie Warmblüter. Sie sind fein und wollen es einem Recht machen. Überfordert man sie werden sie irgendwann sauer und verweigern sich. Ist man zu hart, kämpfen sie. Ein Araber fügt sich kaum, der hat andere Mittel. Bspw durchgehen. Schonmal mit über 50km/h durch die Bahn geflogen? Will man nicht :D Macht der Araber aber wenn er meint. Mit einem Araber muss man zusammenarbeiten, dagegenarbeiten macht alles kaputt. Mehr und schneller als bei vielen anderen Pferden. 

Araber sind eig auch extrem Nervenstark. Das Klischee vom nervösen Araber, der unkontrollierbar ist und immer durchgehen will kann ich mit meiner Maus bestens wiederlegen. Wenn man Araber aber falsch hält, falsch reitet und zu wenig bewegt, dann drehen die auf. Und dann werden die Gaga in der Birne. Dazu muss man auch sagen, dass es oft mit Linien zu tun hat. Meine kommt aus einer polnischen Arbeitslinie für Distanz, da wird auf Körperbau, Charakter und Belastbarkeit gezielt. Showlinien sollen nur toll aussehen. Dank Inzest sind viele dann auch wirklich irre. 

Es kann nicht jeder mit einem Araber. Das ist so. Der typische Warmblutreiter wird mit dem Araber nicht glücklich, der typische Ponyreiter auch nicht. Das ist etwas speziell :D Ich würde dir empfehlen ein paar Tage mit dem Pferd zu verbringen und zu gucken, was das Gefühl so sagt. Wenn es passt, dann passts. Wenn nicht, lass die Finger davon. Ponys und Warmblütern kann man sich anpassen, auch Quatern oder Englisch Vollblut. Aber mit dem Araber passt es oder nicht 

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Ich habe eine Vollblutaraberstute. Und ja, sie sind anders als andere Pferde. Unendlich viel sensibler und klüger. Wenn man es richtig macht, sind sie mehr Hunde als Pferde. WEnn er könnte, würde er gerne abends mit auf das Sofa kommen.

Jedes Pferd muss man sensibel und feinfühlig reiten, aber potenziere das mal mit 100, dann hast du den Araber. Sie sind mitnichten hibbelig und nervös, aber man muss halt mit ihnen umgehen können und es wollen. Ungeduldige Grobmotoriker sind für diese Pferde falsch und werden mit ihnen nicht zurechtkommen.

Man muss kein Superreiter sein, um mit ihnen klar zu kommen, aber man darf halt nicht hart sein und muss sie loslassen können. Im Krisenfall muss man sie loslassen, nicht festhalten. Das mögen sie gar nicht. Sie mögen keinerlei Härte und Zwang, dann werden sie wahnsinnig. Ich denke, dass man Araber nicht in Rollkur reiten könnte wie man es mit Warmblütern kann.

Mir sagte ein Züchter einmal: "Denken Sie daran, dass man einen Araber nicht  zwingen kann." Und das stimmt. Aber wenn man die Verbindung zu ihnen hat, eine Beziehung, tun sie alles für einen. Ich würde niemals ein anderes Pferd haben wollen als einen Vollblutaraber.

Es ist schwer, Reitlehrer und Bereiter für sie zu finden. Ich schätze, dass 90% aller Profireiter mit dieser Rasse nicht umgehen kann und es auch nicht will.



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Meiner persönlichen Erfahrungen nach sind Araber häufig ein wenig sensibler und gerade was die Zügelahnlehnung angeht, deutlich empfindlicher. Das muss aber natürlich nicht auf Jeden zutreffen ;) 

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Ein Araber ist ein Pferd wie jedes andere auch. Die Araber die ich in meinem Leben kennen gelernt habe, waren völligst normal. Keines Wegs ängstlich, nervös oder temperamentvoll. .. So wie immer beschrieben. .. Ja sie sind eben Arbeitsfreudig und laufen gerne. Aber wenn ein Araber richtig gehalten wird, in der Herde mit ausreichend Bewegung, ist er ein absolutes Traumpferd. Verlässlich, sehr Menschenbezogen und absolut Traumhaft im Umgang. Die Gerüchte die sich um den Araber immer noch halten, sind einfach das Ergebnis von Menschlichem Versagen.

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Soweit ich gehört habe sind viele araber temperamentvoller und sensibler aber an sich sind es auch ganz normale pferde, also muss man sie denke ich auch nicht anders behandeln

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Kommentar von Dahika
06.04.2016, 23:37

man muss sie nicht anders behandeln, nur halt unendlich viel feiner als andere Pferde.

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Kommentar von Boxerfrau
07.04.2016, 10:00

Man muss sie einfach Artgerecht halten...

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Kommentar von lastunicorn007
07.04.2016, 13:29

Artgerecht gehalten werden sollte jedes tier von daher ist das ja denke ich klar und recht fein sind ja eigentlich viele Vollblüter :)

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Araber sind sehr sensibel. Sie vertragen keine harte Hand und binden sich eng an ihren Besitzer, wenn er ihm vertrauen kann. Das sind meine Erfahrungen, aber da ist ja jedes Pferd verschieden.

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Araber gehören soweit ich weiß zu den spätentwicklern

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Kommentar von Dahika
06.04.2016, 23:45

Das sind Isländer auch, und trotzdem unterscheiden sie sich sehr. Wobei ich Isis toll finde!.

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Was müsse man denn da anders machen? Finde das absoluten Quatsch, ist ein Pferd wie jedes andere auch :D

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Kommentar von MissDeathMetal
06.04.2016, 22:01

hm, das sagen die meisten Bereiter auch. Und am Ende wundert man sich, dass der Araber durch die Wand rennt... 

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Kommentar von Dahika
06.04.2016, 23:44

DAs ist Quatsch und der Grund, warum es so viele verrittene Araber gibt. Gerade Bereiter sagen das gerne und diese Leute mit dieser Meinung kommen nicht mal in die Nähe meines Pferdes. Meine RL, die mit den Pferden umgehen kann, hat meine Stute ausgebildet. Und ein ganzes Arabergestüt teils bis L Dressur/Springen ausgebildet. Vorher waren die Pferde bei einem bekannten Kölner Ausbilder und kamen als seelische Wracks zurück und waren fast unreitbar.

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Kommentar von Boxerfrau
07.04.2016, 09:49

dann machen die Bereiter wohl die Grundlegenden Dinge falsch....

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