Frage von sweetmelonxx3, 61

Studium im Tourismus absolute Katastrophe oder kann man sich hocharbeiten?

Hallo Leute, Ich bin so verzweifelt und habe schon seit Tagen Kopfschmerzen vor all der Sorge und dem nachdenken. Ich habe mich dieses Jahr für die Studiengänge Tourismusmanagement (München) und BWL angemeldet aber BWL ist kein Fach das mich begeistert und ich bin nicht so gut darin. Das andere gefällt mir aber egal auf welche Seite ich gehe, der Tourismusbereich ist immer unten in der Rangliste, sogar unter Landwirtschaft und Verkaufsjobs '_' . Leider ist es so, dass man unten in der Hackordnung wenig verdient. Aber kann ich mit Studium noch aufsteigen mit der Zeit? Die Hochschule wirbt großkotzig mit der Qualifizierung für Manager Bereiche und sehr vielfältigen Möglichkeiten der Berufswahl. Aber ob man da auch eingestellt wird wird ja nicht garantiert. Ich weiß man wird nie gleich auf kommen mit vielen anderen Studiengängen, aber das schafft man mit Germanistik und Kulturwissenschaft vermutlich auch nicht ohne Glück. Ich weiß ich werde nur einmal studieren aber es gibt keine anderen Studiengänge wo ich denke, dass ich es wirklich gerne möchte. Mache ich das jetzt falsch glaube ich vor dem Nichts zu stehen, da ich dann für eine Ausbildung auch schon wieder zu alt bin. (Bin schon fast 22). Und vor allem, kann ich auch in einen anderen Bereich wechseln, wenn der Tourismus zu mau ausfällt? Z.B Eventmanagement oder sogar in die Wirtschaft ? Immerhin ist BWL ja auch die Basis. Ich habe momentan einfach so sehr Angst, dass ich später ohne finanzielle Sicherheit dastehe und mir alles, was ich jetzt habe nicht mehr leisten kann (komme aus einem mittelständischen Haushalt). Ich wollte nie Reich werden und auch nie im Luxus leben. Meine einzig normale Anforderung ist der Wunsch ein sicheres Leben zu führen und Miete und Familie bezahlen zu können mit alle paar Jahre Urlaub. Sry für die lange Geschichte, aber ich bin echt am Ende. Also bitte nicht abwertend werden. Ich erwarte davon auch nicht die Welt aber muss man damit wirklich um die Existenz fürchten? Bitte schreibt eure Erfahrungen und ob ihr selber das gleiche gemacht habt. (Bezogen jetzt auf ein Studium in der Sparte). LG.

Antwort
von Logaa, 11

Hallo, ich habe 5 Semester Tourismusmanagement studiert. Mir lag es nicht, ich fand es langweilig aber das ist Geschmackssache! Was ich dazu sagen kann: Hauptschwerpunkte sind BWL und VWL und natürlich erstmal auch Statistik im Grundstudium. Das musst du erstmal abschließen. Dann wird BWL noch vertieft. Natürlich hast du dann auch Tourismus aber erstmal nur 1-2 "Fächer". Dann spielt die Sprache eher eine untergeordnete Rolle finde ich, das besteht eigentlich jeder. Du hast Englisch und 1 weitere Sprache, meist Spanisch oder Französisch. Eins muss dir klar sein, jeder Professor in München an der Uni musste auch mal Zimmer putzen, so ist das im Tourismus. Studium hin oder her, du musst durch alle Bereiche eines Hotels, oder was auch immer, erstmal von unten nach oben durch in deiner Anfangszeit. Viele sammeln auch Qualifikationen oder Erfahrungen auf Schiffen oder im Ausland (musst du eig wenn du Erfolg haben willst schon im Studium, Auslandssemester). Der Job ist ein Knochenjob, immer höflich, aufmerksam immer im Stress und unter Druck. Zu deiner Frage mit den Schwerpunkten: ja du kannst zum Eventmanagement aber da musst dir mal ein Video dazu ansehen was das heißt. Die Leute sind mit 40 oft kaputt durch den Stress und die Arbeitslast. Es gibt trotzdem geborene Tourismusleute. Bist du gerne auf einem Kreuzfahrtschiff? Würdest du alles hinter dir lassen und ins Ausland gehen? Würdest du unbezahlte Überstunden in Kauf nehmen? Bist du sehr fleißig und ordentlich? Sehr diszipliniert und dir nicht zu schade auch beim Zimmerservice mitzuhelfen? Dann ist das dein Traumjob. LG

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Danke für die Antwort. Ich bin einfach hin und her gerissen. Ich habe nur die Wahl zwischen BWL und Tourismus und ich bin bei beidem nicht der BWL Überflieger. Ich müsste sonst noch die 13te machen und dann zur Uni, aber ich habe keinen Bock mehr auf Schule und das nimmt mir wieder ein Jahr Zeit. In welchen Studiengang hast du dann gewechselt?

Kommentar von Logaa ,

Sorry dass ich jetzt erst schreibe, ich habe pausiert und ein Kind. Warum nichts anderes? Ich habe die 13. gemacht und es war die beste Schulklasse meines Lebens. Da sind ganz wenige Schüler drin und es hat eig. jedem gefallen. Ansonsten vielleicht ein duales Studium? VG 

Antwort
von Klife1, 20

Kann nicht für mich sprechen, aber hatte mal zwei Bekannte, die haben Tourismusmanagement studiert und auch recht gut abgeschlossen. Allerdings haben Sie in dem Segment keine passende Stelle bekommen (weil es wohl zu viele Absolventen auf zu wenige (gute) Stellen gibt - ist ja generell im BWL-Bereich so.

Die beiden waren dann erstmal für ein, zwei Jahre im Call-Center eines Reiseveranstalters....was danach aus ihnen geworden ist, weiß Ich leider nicht.

BWL ist aber generell schon mal eine gute Basis, die du auch für andere Branchen nutzen kannst. Da bist du beruflich auf jeden Fall flexibler als mit anderen Studiengängen.

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Ja nur BWL macht mir einfach keinen Spaß, jedenfalls die reine BWL.

Antwort
von berkersheim, 17

Egal, welches Spezialmanagement (Event- oder Tourismus, oder Hotel oder Messe- und Ausstellungen) Du anstrebst, um die Grundkenntnisse aus BWL kommst Du nicht herum. Das ist Handwerkszeug! Auch in grundsätzlichen Rechtsfragen sollte man sich auskennen. Tourismus bedeutet, wenn man weiterkommen will, dass man Sprachen beherrschen sollte, möglichst mehrere. Aber Ausbildung gibt nur ein Rüstzeug. Welche Karriere Du machen kannst, hängt von Deiner Persönlichkeit ab, von Deiner Energie und Kreativität, Deinem Organisationstalent, Deinem Verhandlungsgeschickt. Da gibt es keine Erfolgsgarantien. Du bist ja noch jung und entwickelst Dich noch. Allerdings als Manager im Bereich Tourismus musst Du flexibel sein, hast es mit unterschiedlichen Kulturen zu tun. Japaner verhandeln anders als Spanier. Das muss man können. Tourismus-Manager ist stressig!

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Ja ein Faktor war auch , dass ich sehr gut in Sprachen bin und andere Kulturen liebe. Da du es gerade erwähnst, ich habe Spanischkenntnisse auf dem Grundniveau A2 und werde zusätzlich noch japanisch auf der FH lernen ( Habe schon 1 Jahr Selbstdtudium betrieben und Grundkenntnisse erworben). Wäre das denn eine hilfreiche Erweiterung meinst du? Chinesisch ist besser ja, aber mein Herz schlägt für Japanisch. Wenn es sein muss kann man es ja immer noch nachlernen, da viele Zeichen ähnliche Bedeutungen haben. LG.

Kommentar von berkersheim ,

Es reicht, wenn Du kein Problem mit Sprachen hast. Wer weiß denn, wie der Tourismusmarkt in 10 - 15 Jahren aussieht. Du siehst es ja aktuell, die Tourismusziele wechseln schnell je nach Weltlage.

Antwort
von Chrisgang, 26

An welcher Hochschule in München hast du dich denn für Tourismus und BWL beworben?

Per se ist der Studiengang Tourismus nicht sehr viel anders, als der BWL-Studiengang. Mit BWL machst du sicher nichts falsch. Tourismus hat tatsächlich nicht das beste Standbein. Aber die Chance einen Job zu bekommen ist durchaus nicht schlecht. Dieser ist dann sicher nicht der beste, aber besser als als Kellner oder Taxifahrer zu arbeiten, was den meisten Germanistik und Kulturwissenschaftsstudenten droht!

Du solltest dir also nicht in die Hose machen, weil du einmal etwas schlechtes gelesen hast. WIe gut der Job ist, den man bekommt hängt meistens auch sehr an einem selbst. Wichtig ist, dass du die Studienzeit nutzt um bereits praktische Berufserfahrung zu sammmeln, idealerweise im Ausland. Das kann später mal ein entscheidendes Kriterium sein. Da der Studiengang sehr nahe an BWL ist, hast du durchaus auch Chancen umzusteigen.

Zu alt für eine Ausbildung ist man übrigens nie! Mit eienr ausbildung im Kaufmännischen bereich hast du teilweise wesentlich bessere Berufsaussichten, als mit einem Studium. Auch ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch nach der Ausbildung gleich übernommen zu werden. Auch das Geld das du in der Zeit verdienst sollte man nicht unterschätzen! Das Studium kostet Geld und muss auch erstmal finanziert sein!

-> Um deine Existenz brauchst du nicht fürchten. Mit einem guten Auftreten und guten Noten hast du in jedem Studiengang eine gute Ausgangslage etwas zu erreichen!

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Danke , solche Worte brauch ich gerade. In BWL habe ich in Landshut eine Zusage. Da habe ich mich garnicht beworben in München, weil die Chance sehr gering stand (durchschnitts Abi :/ ). Tourismus ist an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Ich denke mir zwar immer, dass die tausend anderen Leute die es auch studieren ja auch nicht unter der Brücke landen werden (hoffentlich :> ) aber die Sorge ist da. Reines BWL ist einfach trockener für mich und ich muss zugeben, dass es mir trotz 5 Jähriger BWR Erfahrung nie leicht viel. Aber kennst du dich vllt. aus ob ich, wenn es im Tourismus floppt, mit dem Studium dann wirklich noch in die Wirtschaft komme. Vielleicht mit ner Weiterbildung? Ich sehe solche Angebote oft im Fernstudium oder Weiterbildung im Betriebswirtschaftlichen Bereich. Ich könnte auch ins Eventmanagement gehen. LG. Danke für die Hilfe :).

Kommentar von Chrisgang ,

Ich studiere selbst an der HM in München und kenne einige Tourismus und auch BWL-Studenten dort und diese sind jeweils sehr zufrieden mit ihren Studiengängen.

Wenn du an einer FH studieren solltest macht es zwischen BWL und Tourismus kaum einen Unterschied! Du kannst selbst während des Studiums noch wechseln und einige Module angerechnet bekommen (ETCS und Bologna-System sei Dank!)

Du benötigst garnicht zwingend eine Weiterbildung! Gute Argumente und ein kompetentes Auftreten mit einer guten Begründung warum du für einen Job in der Wirtschaft geeignet bist langen aus! Ein Studium ist weniger der Nachweis ein gewisses Know-How zu besitzen, sondern vorallem eine Bestätigung, dass du lernwillig bist und in der Lage jederzeit selbstständig etwas neues zu Erlernen! Das meiste Wissen lernst du dann im Beruf später selbst, das Studium ist nur die Grundlage. Und eine gute Grundlage ist ein Tourismus-Studium allemal!

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Ach toll. Infos direkt von der Quelle ^^ . Das beruhigt mich etwas. Ich hätte nämlich schon Bock drauf, wenn es ein Studium mit Perspektiven ist. Wie gefällt dir die FH so? Ist ja ganz schön groß.

Kommentar von Chrisgang ,

Die Hochschule ist klasse, aber sehr dezentral verteilt. Die einzelnen Fakultäten sind über weite Bereiche der Stadt verteilt! Das Hauptgebäude ist aber schön zentral in der Stadt und gut erreichbar- dort sind alle technischen Studiengänge! Die Tourismus-Fakultät ist aber in einem anderen Gebäude untergebracht, aber auch die BWLler und Künstler sind in anderen Gebäuden.

Die FH ist sehr groß, aber München ist generell mit 4 großen Universitäten und 2 nicht gerade kleinen privaten Universitäten ein riesiger Sammelpunkt für Studenten und im Uni-Viertel findet man immer nette Leute, die man kennen lernen kann und die garantiert auch studieren!

Antwort
von Rubezahl2000, 24

Um deine Existenz fürchten mußt du wirklich nicht!
Und wenn das das Studium ist, was dich total interessiert und wenn es dein absoluter Wunsch ist, im Tourismus zu arbeiten, dann mach es!
Es macht keinen Sinn, sich ein Studium ausschließlich nach finanziellen Gesichtpunkten auszuwählen, wenn einen das Fach eigentlich gar nicht interessiert.
Allerdings sind die Gehälter für Absolventen im Tourismus wirklich nicht gerade üppig und nicht unbedingt höher als das Gehalt von betrieblich ausgebildeten Fachkräften.
www.tagesschau.de/inland/akademikerjobs-101.html

Aber wenn das dein Traumjob ist, dann sollte dich das nicht abhalten!

Antwort
von thelasse, 21

Du musst aber auch im Kopf behalten,dass in diesen Listen der gesamte Tourismussektor betrachtet wird. Also zum Beispiel auch Zimmermädchen und Gepäckträger Diese verdienen natürlich nicht so gut. Mit einem Studium wirst du aber nicht in diesem Bereich arbeiten.

Antwort
von EndlessHope98, 35

BWL ist eine sehr gute Basis mit der du in jeden Bereich in einem Unternehmen einsteigen kannst, du kannst dich ja auch entsprechend im Studium spezialisieren (beispielsweise auf Marketing, Controlling oder International Business), dir sind mit BWL also praktisch alle Türen geöffnet. Kein Studiengang bietet dir eine Garantie für einen gut bezahlten Arbeitsplatz, aber das weißt du sicherlich selber.

Ob du nun Tourismusmanagement oder einen anderen BWL Studiengang studierst bleibt dir überlassen, jedoch würde ich niemals auf solche "Ranglisten" vertrauen und meinen Studiengang dementsprechend auch nicht nach den Gehaltsvorstellungen wählen.

Gruß

Kommentar von EndlessHope98 ,

Ich habe mich übrigens ebenfalls für zahlreiche BWL Studiengänge beworben, auch in vielen unterschiedlichen Bereichen, z.B. Industrial Management oder Servicemanagement. Letztendlich kommt es vorallem auf das Unternehmen an in dem du später arbeitest, das ist einer der Gründe warum ich dual studieren möchte, dabei bewirbst du dich ja direkt bei den Unternehmen selbst und hast dazu noch gute Übernahmechancen.

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