Frage von Unanonym567, 72

Studium Forst Ingenieurwesen sinnvoll?

Hallo, momentan überlege ich 2017 das Studium Forst Ingenieurwesen an der FH Weihenstephan zu beginnen. Ich habe bis jetzt viele unterschiedliche Berichte gelesen. Manche sagen, es werden bald wieder mehr Förster gesucht, andere sagen, die Chancen stehen schlecht (sprechen teilweise aus eigener Erfahrung). Es würde mich sehr interessieren, wie eure Erfahrungen mit dem Studiengang Forstwirtschaft/-Ingenieurwesen waren bzw. sind und ob ihr den Studiengang als eine kluge Wahl anseht.

Danke für eure Antworten :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von SedOwl, 48

Hi, ich kann jetzt natürlich nicht wissen, welche Idealvorstellungen deinem Wunsch zugrunde liegen. Wenn du dich von der diesem Beruf immer noch anhaftenden Verbrämung distanzieren kannst, und dir eingestehst, dass dieser Beruf nichts, aber auch gar nichts mit Idealen mehr gemein hat, du also wie in anderen Berufszweigen nur ein "Zahnrad im Getriebe" bist, wo du z. T. sogar gegen eigene Überzeugungen arbeiten musst, dann frisch ans Werk.

Der Verdienst ist gut. - Wie die Situation in einigen Jahren aussehen wird, lässt sich nur schwer abschätzen, der derzeitige Trend wirkt in höchstem Maße ernüchternd (weniger Revierleiter, größere Reviere, hoher Druck).

Ob die Entscheidung, diesen Studiengang zu wählen, letztlich als klug zu interpretieren ist, dürfte von subjektiven Wertvorstellungen abhängig sein. Hier solltest du deiner inneren Überzeugung folgen. Allerdings würde ich noch dazu raten, der Forstwissenschaft flankierend Beachtung zu schenken, das dürfte deine Chancen noch einmal erheblich verbessern.

Ergo: Wenn der Wald dein Leben, deine Vision ist, dann bleib dran. Wenn du jagdliche Ambitionen hegst, ebenfalls. Einfach wird´s nicht, aber das ist es wohl nirgendwo.

Ich wünsche dir eine seelische Entscheidung.  LG.

Kommentar von Unanonym567 ,

Danke für die ausführliche Antwort.

Darf ich fragen, woher das Insiderwissen stammt?

Hast du selber dieses Fach studiert?

Und in welchem Bereich arbeitet du dann jetzt?

LG

Kommentar von SedOwl ,

Gern. Bin im Biotop- und Artenschutz freiberuflich tätig, habe daher mit FoD, RL und Waldarbeitern viel Kontakt. Meine sehr vielfältige Ausbildung (auch als Forstwirt) sorgt für den nötigen "Stallgeruch", da ist die "innerartliche Kommunikation" deutlich effektiver.  LG

Kommentar von SedOwl ,

Hi, vielen Dank fürs Sternchen! - Darf man fragen, wie du dich entschieden hast?  LG

Antwort
von ChuckNorrest, 8

Hi,

mach auf jeden Fall vorher ein Praktikum oder eine Ausbildung zum Forstwirt. Damit du einerseits das breite Berufsfeld in der Forstwirtschaft kennen lernst, aber auch das breite Aufgabenfeld. Gewisse Dinge sollte man schon mal gesehen haben um im Studium und im Leben nicht ahnungslos zu sein. Der BDF hat ein Ranking zu den Hochschulen erstellt. Auch empfehlenswert.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist so gut wie seit 40 Jahren nicht mehr, trotz Revierzusammenlegungen etc. Bezahlt wird man wie ein Lehrer, verbeamtet in den meisten BL nicht mehr.

Das Studium ist sehr anspruchsvoll, und auch sehr interessant. Das Wissen wird später benötigt, da man als Revierförster sehr viel Verantwortung und Wissen mit sich trägt. Mehr Wissen über den Wald als viele Mitglieder des Nabu oder BUND. 

Hier kann jeder irgendetwas schreiben, mach dir selbst ein Bild. Geh mit Förstern/Forstwirten raus, mal zu einem Forstamt, ggf. Beim Staat, Privatwaldbesitzern, Genossenschaften, etc.

Schaden wird es dir nicht! Viel Spass im Wald und eine gute Endscheidung!

Antwort
von Lechos13, 46

Du musst einen Beruf finden, der dir Spaß macht.
Wenn du einen Beruf nur wegen dem Geld machst, ist es eher sinnlos. Klar Geld ist wichtig, dennoch sollte du diesen Beruf gerne machen.
Wenn du ihn gerne machst, ist es egal, was andere sagen!

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