Frage von Mary144, 157

Sind pferde schwerer zu reiten als ponys?

Hey liebe community! Vor kurzem habe ich angefangen zu reiten, und schon von der ersten Reitstunde an habe ich relativ große Pferde bekommen, da ich schon etwas älter und somit auch größer bin als ein Kind (15 Jahre/ 162 cm groß bin ich) Beim Reiten an der Longe habe ich große Probleme, denn ich verliere andauernd die Steigbügel, setze mich immer zu weit nach hinten in den Sattel, falle mal nach vorne und mal nach hinten und habe allgemein das Gefühl, dass ich durchgeschüttelt werde und keine Koordination habe. Daher habe ich es bisher auch kaum geschafft leichtzutraben/zu traben, geschweige denn zu galoppieren ohne mich festzuhalten. Bei meiner letzten Reitstunde habe ich wegen eines Missverständnisses ein Pony bekommen (ca. einen Kopf kleiner als ich). Überraschenderweise hat das Reiten nahezu einwandfrei funktioniert, zum traben musste ich auch nicht an die Longe und hatte eigentlich keins, der von mir beschriebenen Probleme. Ich frage mich aber nun, warum es mir so schwer fällt auf Pferden zu reiten, denn es gibt ja Reitschüler (auch kleinere und jüngere als ich), die problemlos auf Pferden reiten können. Hängt das vielleicht auch damit zusammen, wie sportlich und muskulös ich bin oder ist das einfach nur eine Übungssache? Ach ja, soll ich meine Reitlehrerin darum bitten in Zukunft das Pony reiten zu dürfen, obwohl es vielleicht etwas zu klein für mich ist? Normalerweise bekomme ich ja immer ein Pferd.

Danke dafür, wenn ihr euch die Zeit dafür nehmt, meinen Text zu lesen :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 41

hi,

ich vermute mal, dass das grosspferd eine sehr ungünstige körperform hat, also "schwer zu sitzen" ist. du könntest ja mal reitschüler fragen, die schon länger reiten, wie sie speziell mit diesem pferd zurechtkommen.

und wenn du auf dem pferd quasi "herumrutscht", dann passt für dich der sattel nicht. aber das müsste ein reitlehrer eigentlich sehen.

bei uns gab es früher ein schulpferd für die fortgeschrittenen, dass alle reiten wollten. ich hab auf diesem pferd genau eine reitstunde lang geritten - danach wollte ich dies pferd nie wieder. es ist toll gegangen, hat super mitgemacht - aber der sattel war für mich eine katastrophe.

das pony, das du geritten hast, war, wenn es vom rücken her etwa deiner schulterhöhe entsprach, genau die richtige grösse für dich. (früher hat man gesagt, das pferd hat die richtige grösse, wenn die rückenhöhe zwischen der schulter- und der augenhöhe des reiters ist - man muss dem pferd über den rücken schauen können - heute sind die meisten pferde für ihre reiter eigentlich viel zu gross). vielleicht war das pony zusätzlich noch eins, welches "den reiter gut hinsetzt", also von seinen körperformen ideal, um das reiten einfach zu machen. du wusstest plötzlich, wo du deine beine lassen solltest, die sattelgrösse und -form hat zu dir gepasst, die bewegungen waren vermutlich viel weicher.

überleg mal, wenn du dir das grosspferd und das pony ohne sattel darauf vorstellst, also nur das blanke pferd, welches von beiden harmonischer und ausgeglichener wirkt.

und ob ponys oder grosspferde einfacher zu reiten sind, kann man pauschal gar nicht so sagen - meist ist es so, dass ponys im kopf mehr "straight" sind. einerseits. auf der andern seite sind ponys häufig viel gelassener, wenn es um kleine fehler geht, die der reiter auf ihrem rücken macht. grosspferde haben allgemein ein wenig von dieser ursprünglichkeit verloren. sie warten eher mal ab, was du da oben eigentlich von ihnen willst. häufig - aber eben nicht immer.

und unter den reitern gibt es eben pferdemenschen und ponymenschen. ich reite "auch" grosspferde und arbeite mit ihnen (ich reite eher selten) - aber ich bin ein ponymensch und werde es mein leben lang bleiben. du musst noch herausfinden, welche sorte du bist.

du kannst ja einfach vor der nächsten reitstunde nachfragen, ob du wieder das pony bekommen kannst. nach deiner beschreibung fällt es dir auf ihm leichter, dich erst mal auf das wesentliche zu konzentrieren und überhaupt erst mal ein bisschen sicherer im sattel zu werden.

auf die dauer solltest du möglichst viele verschiedene pferde reiten, denn jedes pferd fühlt sich anders an. jedes pferd hat einen anderen charakter und auf jedem pferd gibt es andere dinge, die du dazulernen kannst.

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 52

Das kann ganz banal an der Art und Weise liegen, wie sich exakt das Pferd, das Du bis jetzt geritten bist, bewegt. Es gibt Pferde, die haben Schwung - so nennt man das in Reiterkreisen, wenn sich ein Pferd grob erklärt aufwendiger bewegt, als eines, das eben keinen Schwung hat  und den Reiter eben nicht so vor die Aufgabe stellt - mit der Bewegung mitzugehen und im Becken mitzuschwingen.

So wie Menschen sich ganz unterschiedlich bewegen, so bewegen sich auch Pferde ganz unterschiedlich. Das kann zum einen an ihrem Körperbau liegen und ihren Grundvorraussetzungen und zum anderen eben auch an ihrer Ausbildung. Guck allein mal 10 Minuten lang Menschen in einer Fußgängerzone beim Gehen zu. Und Du wirst staunen, wie unterschiedlich Menschen laufen. Die einen schaukeln von rechts nach links, andere haben X-Beine oder O-Beine, wieder andere machen Riesenschritte, andere laufen Tippelschritte, der eine läuft sportlich elastisch und einem anderen scheint optisch der Po beim Laufen im Weg zu sein. Ähnlich ist das bei Pferden auch. Es gibt bequeme und total unbequeme. Und bei den Ponys ist das nicht viel anders. Auch da gibt es bequeme und "zockelige".

Du musst dringend mit Deinem Reitlehrer reden und ihm sagen, dass Du mit dem Dir zugeteilten großen Pferd nicht zurecht kommst. Dass Du einfach nicht schaffst, in die Bewegung des Pferdes zu finden und ob es nicht eine Alternative gebe, die sich weicher und für einen Anfänger wie Dich leichter sitzen lassen würde. Erzähl ruhig, dass Du Dich auf dem Pony sehr wohl gefühlt hast.

Normalerweise, wenn es sich um eine gute Reitschule handelt, wird man Dir helfen und lässt es Dich auf einem anderen Pferd oder auch Pony versuchen. Mit 162 bist Du kein Riese. Wenn Du allerdings mehr wie 65kg auf die Waage bringen solltest, dann wärest Du für die meisten Ponys zu schwer und es müsste ein entsprechendes Pferd gefunden werden, auf dem Du Dich wohler fühlst und mit dem Du besser zurecht kommst.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 25

Nein - Ja - Vielleicht - oder auch nicht.

Es kommt immer auch auf das einzelne Tier an. Manche haben schon einen schrecklichen Schritt, andere einen schwungvollen Trab, der nächste einen Hoppelgalopp usw.

Manche sind super weich zu sitzen - das hat nichts mit Pony oder Pferd zu tun, sondern mit deren Gangbild. Bei den Isländern und manchen Gangpferden gibt es noch Gänge, die sind so weich zu sitzen, das man nicht mal bemerkt, das da unter einem sich irgendwas bewegt.

Reiten lernen ist eben lernen, da muß der körper sich erst mal dran gewöhnen, du kannst dir selbst recht gut helfen wenn du viel Gymnastik machtst und Stuhlübungen.

Antwort
von sukueh, 46

In der Regel lässt es sich nicht pauschal sagen, ob Pony oder Pferd sich leichter reiten lassen, denn es kommt auf die jeweilige Bewegung des Pferdes/Ponys drauf an.

Für dich als Anfänger hatte das Pony wohl die angenehmere Bewegung, deshalb ist dir das Reiten leichter gefallen. Sagt aber nichts darüber aus, dass Ponys grundsätzlich leichter zu reiten sind.

Normalerweise macht das schon der Reitlehrer, dass es schaut, dass der Reitschüler ein Pferd zugeteilt bekommt, mit dem er zurecht kommt. Bzw. du solltest dich mit dem Reitlehrer unterhalten und ihn fragen. Da dieser auch letztlich entscheidet, was du reitest :-)

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 35

das hat nichts damit zu tiun, wie groß oder klein ein Pferd/Pony ist, ondern wie es sich selbst bewegt - machen gehen hakelig, manche chwungvoll, mache machen klein., manche großräumige Bewegungen - sich an all dies unterschiedliche zu gewöhnen und mit der Zeit anzupassen und dabei weich mitgehen zu können ist das was das Sitzenlernen der reitanfänger ausmacht

es ist angenehm, ein weich zu sitzendes Pferd/Pony mit nicht so inteniven Bewegungen für die ersten Stunden zum lernen zu haben,
aber irgendwann steigt jeder auf andere Pferde um, und das ist auch sinnvoll, damit sich der Körper immer besser an diese Bewegungsryhtmen anpassen lernt

und : jedes Pferd lehrt uns etwas anderes, denn jedes hat andere Talente

ich empfehle dir, das "bequeme" Pony noch einige Male zu reiten und dann auf andere Pferde umzuteigen - frag mal die anderen, welche Eigenheiten die anderen Pferde haben

Gymnastik und tanzen sind eine gute Ergänzung und werden dich unterstützen, die in den Takt und die Beweg8ungen der Pferde einzufinden

viel erfolg

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 46

Sprich mit dem Reitlehrer darüber!

Man kann nicht grundsätzlich sagen, dass Ponys leichter zu reiten sind. Es gibt auch größere Pferde, die angenehm zu sitzen sind.

Aber wenn Dir dieses nun mal besser liegt, spricht ja normalerweise nichts dagegen - ausser, die Reitschule hätte damit ein organisatorisches Problem.

Es gibt auch Reiter, die sind  " Ponyreiter " aus Leidenschaft und bleiben es ihr Leben lang. Trotzdem solltest Du Dir die Chance geben, auf verschiedenen Pferden reiten zu lernen. Aber ich finde es ok, sich den Anfang nicht unnötig schwer zu machen.

Besprich die Sache unbedingt mit dem Reitlehrer!


Antwort
von LucasFuryLisa, 72

Hi
Also bei mir ist es genau andersherum mit Ponys komm ich nicht so gut zurecht als auf meinem großen aber es gibt auch Ausnahmen denn mit manchen Ponys komme ich gut zurecht und jedes Pferd läuft ja unterschiedlich der eine schwungvoll der andere halt nicht und das ist dann bei jedem Reiter unterschiedlich wie er am besten sitzen kann.
Und jetzt zu deiner Frage ob du deine Reitlehrerin fragen solltest ob du das Pony jetzt öfters reiten könntest:
Meist sehen die Reitlehrer das ja wo es besser funktioniert und es ist einfach Übungssache z.B ich konnte früher garnicht aussitzen jetzt mach ich das mit dem kleinen Finger😂
Aber du kannst ja mal paar Reitstunden abwarten und wenn du dann trotzdem immer ein großes Pferd bekommst dann kannst du ja mal zu deiner Reitlehrerin gehen und sie darauf ansprechen😉
LG Lisa

Antwort
von Beatawilczek11, 48

es kommt immer auf den Charakter des Pferdes an. Ponys sind manchmal ein bisschen stur, aber Großpferde können manchmal auf ganz schön temperamentvoll werden.

Und ich habe eine tipp für dich, damit du nicht mehr aus den Steigbügeln rutscht: versuche einfach, deine Fersen runter zu drücken, dadurch sitzt du tiefer und besser und dadurch rutscht du auch nicht mehr so leicht raus. Alles eine Frage der Übung.

Ich reite seit fast 4 Jahren und hatte vor kurzem auch das gleiche Problem, dass ich in den Steigbügeln rutsche. aber dann habe ich meine Fersen runtergedrückt und seitdem kann ich viel bessere Bein- und Gewichtshilfen geben und ich rutsche auch nicht mehr.

Hoffe, ich konnte dir helfen

Kommentar von Urlewas ,

Interessant, dass das bei dir so funktioniert- normalerweise erreicht man nämlich damit das Gegenteil. 

Durch Runterdrücken der Absätze hebelt man sich aus dem Sattel. Um tiefer zu sitzen und die Bügel zu behalten, muss der Reflex, mit dem Oberschenkel zu klammern, abgestellt werden. 

Kommentar von Beatawilczek11 ,

Ja bei mir ist alles irgendwie ein bisschen anders. zB: ich kenne die Westernreithilfen ohne dass ich je Western geritten bin, komme mit langen zügeln besser zurecht und fühle mich auch ohne Bügel viel wohler.

Kommentar von Mary144 ,

Mir wird auch immer gesagt, dass ich die Absätze runterdrücken soll. Allerdings fällt mir das Umsetzen schwer, beim Treiben ziehe ich immer automatisch die Absätze hoch :/

Kommentar von Urlewas ,

Der Befehl " hacken tief" kommt noch aus dem Militär, un eben das hochziehen und auf die Zehen stellen zu unterbinden. Am Ende soll die godene Mitte erreicht werden: ein leicht (!) federnder Absatz, der weich die Bewegung auffängt.

Unten bleiben soll der Absatz nur beim springen, aber  da reden wir hier wohl kaum von...

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