sind 100 km oder 1 1/2 std. einfache strecke zumutbar?

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9 Antworten

In der Regel ist eine Pendelzeit von über 2 1/2 Stunden,bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden nicht mehr zumutbar,man kann bei dir ja dann auch nicht nur die reine theoretische Fahrzeit mit dem Auto ansetzen,man muss dann auch noch mögliche Behinderungen im Straßenverkehr einplanen,denn wenn du mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren könntest, würden zur Fahrzeit auch noch Wartezeiten und evtl.Fußwege dazu kommen !

Wenn das ganze übers Jobcenter läuft,dann gehe ich mal davon aus das deine Eltern bedürftig sind.

Dann könntest du deiner SB - ja mal eine Rechnung aufmachen,denn wenn sie dir keinen Umzug genehmigen,dann kommen pro Monat erhebliche Fahrkostenerstattungen aufs Jobcenter zu.

Denn so viel wirst du als Azubi nicht bekommen,dass du nach Abzug deiner Freibeträge nach § 11 b SGB - ll - und deiner Aufwendungen wegen der Ausbildung inkl.deines Bedarfes bei deinen Eltern aus dem Leistungsbezug fallen würdest.

Würde die einfache Strecke pro Tag 100 km betragen,dann kannst du diese mit 0,20 € pro km ansetzen,es würden am Tag also 20 € und bei 22 Werktagen pro Monat 440 € zusammen kommen.

In deinem Grundfreibetrag von 100 €,die dir nach § 11 b SGB - ll - zustehen, sind 30 € Versicherungspauschale enthalten und 15,33 € pauschal für Werbungskosten,dazu käme dann min.noch der monatliche Betrag für die KFZ - Haftpflicht.

Angenommen du würdest dann auf genau diese 100 € Grundfreibetrag kommen,dann müsste dir das Jobcenter jeden Monat diese ca. 440 € an Fahrkosten erstatten,bleibst du unter diesen 100 €,dann musst du den Rest bis zu diesen 100 € Grundfreibetrag von diesem Betrag abziehen.

Da kommt auf lange Sicht ein bezahlter Umzug fürs Jobcenter billiger,zumal du dann nach dem Umzug bzw.ab Beginn der Ausbildung mit dem Jobcenter im eigentlichen Sinn nichts mehr zu tun hättest.

Denn dann bist du in der Regel nach § 7 Abs. 5 SGB - ll - von ALG - 2 Leistungen ausgeschlossen,dann steht dir vorrangig BAB - zu,wenn deine Eltern dir keinen oder nicht ausreichend Unterhalt zahlen können und du deinen Bedarf nicht aus eigenem Einkommen decken könntest.

Dir stünde dann dein Kindergeld zu,solange du noch keine 25 bist und z.B. in Ausbildung bist und dir deine Eltern nicht min. Unterhalt in Höhe deines Kindergeldes zahlen.

Würdest du mit allen anrechenbaren Einkommen deinen Bedarf nach dem SGB - ll - nicht decken können,dann könntest du beim neuen Jobcenter noch einen Antrag auf deine ungedeckte KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) nach § 27 Abs. 3 SGB - ll - stellen.

Dieser hat mit dem ALG - 2 aber nichts zu tun,dass ist eine eigenständige Leistung nach dem SGB - ll.

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SGB 3 §140
(4) Aus personenbezogenen Gründen ist einer arbeitslosen Person eine Beschäftigung auch nicht zumutbar, wenn die täglichen Pendelzeiten zwischen ihrer Wohnung und der Arbeitsstätte im Vergleich zur Arbeitszeit unverhältnismäßig lang sind. Als unverhältnismäßig lang sind im Regelfall Pendelzeiten von insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden und Pendelzeiten von mehr als zwei Stunden bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden und weniger anzusehen. Sind in einer Region unter vergleichbaren Beschäftigten längere Pendelzeiten üblich, bilden diese den Maßstab. Ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs ist einer arbeitslosen Person zumutbar, wenn nicht zu erwarten ist, dass sie innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung innerhalb des zumutbaren Pendelbereichs aufnehmen wird. Vom vierten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einer arbeitslosen Person ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs in der Regel zumutbar. Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben.

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Kommentar von heinzharald100
22.06.2016, 00:47

schön, den text hat mir bisher noch niemand von der agentur vorgelegt. gut zu wissen, danke.

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Beim Bezug von ALG II vom Jobcenter greift SGB II § 10 Zumutbarkeit in Verbindung mit SGB III §140, auf den Poster Nemesis900 hier schon hingewiesen hat.

Mehr als 2,5 Stunden Pendeln am Tag sind also nicht zumutbar. Aber ein Umzug ist in der Regel zumutbar, wenn dem Umzug kein wichtiger Grund entgegensteht. "Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben."

Wenn man weder umziehen noch pendeln möchte, muss man dafür also einen wichtigen Grund angeben. Ob das Jobcenter den angegeben Grund dann als wichtig einstuft, oder danach die Widerspruchsstelle oder danach das Sozialgericht, das kann man ja kostenlos ausprobieren.

Oder man nimmt die Stelle an und verliert sie dann aus einem anderen wichtigen Grund.

Oder man nimmt die Minderung des ALG II um 120,- für je drei Monate hin. Und hofft, dass das nächste Stellenangebot des Jobcenters näher liegt.

Gruß aus Berlin, Gerd

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Also ich würde dir empfehlen dahin zu ziehen. Und falls du ein Auto hast, sind die 100km zumutbar. Falls du kein Auto hast, aber einen Führerschein hast bekommst du eigentlich auch 1500 euro für ein Auto zugestellt falls die Ausbildung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht rechtzeitig erreichbar sind.

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Kommentar von heinzharald100
22.06.2016, 00:47

ein auto habe ich bereits, aber das ist erstens nicht meins (gehört meinem vater) und zweitens ist es so dermaßen alt und reparaturbedürftig, dass ein neues auto immerhin schonmal übernommen wird. und das werde ich aufgrund der wechselnden einsatzorte auch brauchen.

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Kommentar von firoww666
22.06.2016, 00:52

Dann guck dir deine Arbeitszeiten an und ob es überhaupt möglich ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln rechtzeitig anzukommen. Falls nicht mache Kopien von den Fahrpläne und Weise sie vor. Ein Auto für 1500 euro ist immer noch billiger als eine Wohnung für das Arbeitsamt, wäre dumm von denen.

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Beim Jobcenter würde mir mal gesagt, dass zwei Stunden Fahrt zumutbar sind. Aber wenn die Verbindung so schlecht sind, dann wäre umziehen vielleicht besser. 

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Kommentar von heinzharald100
22.06.2016, 00:46

genau das ist auch meine meinung dazu. so sieht das amt die sache aber nicht. für die zählt nur ein einsatzort, dass ich aber auch an anderen orten während der ausbildung eingesetzt werde, hat sie nicht interessiert.

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Das sind pro Tag 3h die Dir an Freizeit flöten gehen. Abgesehen von den Spritkosten bzw. Bus und Bahn-Kosten.

Das wäre mir zu viel.

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Das kommt auf das Gehalt an. Aber ca. 40.000€ Jahresgehalt ist es zumutbar. Du musst im Jahr mit ungefähr 7.000€ Fahrtkosten rechnen (inklusive deines Mindeslohns).

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Kommentar von heinzharald100
22.06.2016, 00:44

in der ausbildung 40.000 € im jahr? schön wär's!

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es ist durchaus zumutbar. Natürlich ist es besser, wenn du eine bezahlbare Unterkunft dort in der Nähe kriegst. Die Zeit geht dir natürlich fürs Lernen verloren, die du auch noch unterwegs bist.

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Kommentar von heinzharald100
22.06.2016, 00:43

erstens das und zweitens die tatsache, dass ich mitunter mehr als 3 stunden fahrt habe, da es noch einsatzorte gibt, die weiter weg liegen. da fahre ich dann schon mal vier stunden insgesamt.

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das ist zumutbar, lernen kannst im Zug. Viele fahren jeden Tag die Strecke; das sind über 200 Km hin und zurück. 

Ne WG wäre doch auch möglich; damit bist ganz in der Nähe. 

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Kommentar von heinzharald100
22.06.2016, 00:42

nochmal - es gibt keine vernünftige verbindung, das hat die sachbearbeiterin selbst festgestellt.

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