Frage von Soso1500000, 56

Privatbesitz in der DDR?

Ich bräuchte mal Hilfe, ich muss in einem Vortrag etwas zu Privatbesitz in der DDR sagen. Kommt da vielleicht jemand von euch her?

Meine erste Frage ist, wie das mit dem Einkaufen ging, konnte man in den Supermarkt gehen, und alles kaufen, was man will?

Hat sich der Immobilienkauf anders gestaltet als heutzutage?

Wie lief das, wenn man Produkte aus dem Westen haben wollte, und wie viel Auswahl gab es in der DDR?

Falls euch noch was anderes einfällt, könnt ihr es gerne dazuschreiben!

Danke im Voraus!!!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Woropa, 49

Also erstmal: Der Supermarkt hiess damals Kaufhalle. Und man konnte eben leider nicht alles kaufen, was man will. Ich meine das jetzt aber anders, als du das wahrscheinlich gemeint hast. Alles, was im Laden war, konnte man kaufen. Aber wenn es besondere Sachen gab (Ketchup war damals z.B. absoluter Luxus, den es nur selten gab) dann stand da ein Schild: Bitte nur eine Flasche nehmen. Es gab damals nicht so ein riesiges, tolles Warenangebot wie heute. Viele Sachen waren Mangelware, es gab sie nicht immer. Südfrüchte (Bananen, Apfelsinen) gab es 2 oder 3 mal im Jahr. Wenn man Produkte aus dem Westen haben wollte, dann konnte man die im Intershop kaufen. Das ging aber nur, wenn man Westgeld hatte, z.B. von den Westverwandten geschenkt bekommen. Ab Ende der 70er Jahre musste man das Westgeld auf der Bank oder Sparkasse abgeben und bekam dafür Forumschecks, mit denen man im Intershop einkaufen konnte. Durch Westpakete von den Verwandten im Westen kam man natürlich auch an Westprodukte. 

Auswahl gab es allgemein nicht viel, egal bei was. Man musste froh sein, wenn man überhaupt irgendwas bekam. Bettwäsche z.B. , die gab es auch nicht immer. Man konnte da nicht sagen: Das Muster von der Bettwäsche gefällt mir nicht, ich möchte andere Bettwäsche haben.  Wenn einem die Bettwäsche , die es gerade nicht gab, nicht gefiel, dann konnte man eben gar keine kaufen.

Kommentar von 666Phoenix ,

dann stand da ein Schild: Bitte nur eine Flasche nehmen.

Heute steht da: "Bitte nur in haushaltsüblichen Mengen nehmen!"

Und wenn ich sehe, welchen Überfluss die Läden heutzutage entweder wegwerfen, gepresst in die Biogasanlagen schicken oder bestenfalls noch bei den "Tafeln" abladen, dann freue ich mich für die Bedürftigen, die die Tafel nutzen können, betrachte das aber alles als konsum- und konkurrenzorientierten Wahnsinn!

Kommentar von lesterb42 ,

Berechtigte Kritik, aber das ist der Preis der Freiheit.

Antwort
von 2012infrage, 39

Es gab keine Supermärkte wie im Westen, es gab Kaufhäuser, Kaufhallen und Konsums. Man konnte da natürlich alles einkaufen, was man wollte. Es gab alle Grundnahrungsmittel und was man noch so brauchte. 

Kaufhäuser waren kleine Supermärkte, mit mehreren Etagen und Rolltreppen. Kaufhallen waren etwas kleiner und viel häufiger und dazwischen lagen die kleinen Konsums, die nur so das Nötigste hatten, ähnlich den Kiosken.

Es gab die Delikat-Läden, dort konnte man teuer westliche Lebensmittel kaufen. Die berühmten Ananas in Dosen oder Schokolade in Muschelform. Zu den Feiertagen wie Weihnachten waren die Läden gerammelt voll. Dann gab es die Exquisit-Läden, dort gab es eben exquisite Klamotten, die ebenfalls teuer waren. 

Und dann gab es die Intershop-Läden, wo man nur mit Devisen einkaufen konnte. 

Es gab nicht diesen Überfluss und alles in 7 verschiedenen Ausführungen, man wusste zu schätzen, was man kaufte und es gab nicht dieses Wegwerfverhalten. 

Eigentlich gab es kein Privateigentum, aber das gab es natürlich doch. In meiner Klasse hatten 3 Familien ein eigenes Haus, sie galten als "bürgerlich", aber das war auch alles. Das hatte jetzt keine negativen Auswirkungen. Es gab Privatfleischer und es gab Privatbäckereien, sehr lecker und billig, die hatten Absatz ohne Ende, aber ich glaub, die waren limitiert. 

Es gab auch noch Privatbauern, der Opa meines Mannes war noch einer, der hatte aber bestimmte Auflagen gegenüber der Genossenschaft, er war der einzigste Privatbauer in seinem Dorf und hatte vor allem den Förster gegen sich. Der Opa beschwerte sich über Wildfrass und der Förster über den Hund, wenn der mal ausbüxte und stromerte. 

LG

Kommentar von lesterb42 ,

Und wenn sie nicht gestorben sind..............

Antwort
von eleteroj, 53

hallo Soso, die DDR hatte sich als sozialistischer Staat definiert: also der Privatbesitz an den Produktionmitteln war aufgehoben. Auch die Masse an Immobilien (Wohnungen)  war vergesellschaftet.

Natürlich war ansonsten das Privateigentum nicht aufgehoben. Die Leute hatten Geld (sofern sie es sich durch redliche Arbeit verdient hatten) und damit gingen sie in den >Laden und kauften sich was. Waren von besonders hoher Qualität wurden in besonderen Läden verkauft, und man konnte da teilweise nur mit Devisen einkaufen. Das führte zu sehr grosser Verärgerung in der Bevölkerung, es war einer der Hauptgründe dafür, dass die Leute die DDR "abschafften"-

Kommentar von lesterb42 ,

Das war geldähnliches Papier. Der Außenwert der "DDR"-Mark ging gegen 0. Ist aber alles Geschichte und deshalb nicht mehr so wichtig.

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