Frage von Holsteinaar, 62

Pferd mit Stellungsfehler?

Guten Abend, hat jemand Erfahrungen mit Stellungsfehlern bei Pferden, dh. Auswirkungen etc und würde sie mit mir teilen ? Ich bin auf der Suche nach einem Pferd, habe einen jungen Wallach gefunden, der günstig abzugeben ist, da er vorne eine angeblich nur leichte Außenstellung hat. Ich mache mir da nun in wenig Gedanken drüber, da es ja auch zu schnellen Verschleiß und Knochenveränderungen führen kann. Ich würde ihn dann "öfter" vom Hufschmied und Osteophaten korrigieren lassen. Ich hatte bisher noch kein Pferd mit einer Fehlstellung vorne. Ich mache mir da Gedanken drüber, da er noch sehr jung ist und ich ihn gerne als mein Nachwuchsdressurpferd ausbilden möchte und ich mir bei dem günstigen Peis nicht vorstellen kann, dass die Außenstellung nur leicht ist. Ich wollte mich nur bevor ich ihn anschau damit befassen.

Expertenantwort
von NanaHu, Community-Experte für Pferde, 45

Ich rate ganz stark davon ab Pferde zu kaufen, die schon von vorne rein ein Problem haben. Gerade bei Stellungsfehlern wäre ich sehr vorsichtig. (Ist dein linkes Bein kürzer als dein rechtes, oder drehst du dauerhaft einen Fuß nach außen oder innen, hat das Auswirkungen auf deinen gesamten Bewegungsapperat. - Gleiches beim Pferd.)

Bei den meisten Pferd lassen sich Stellungsfehler der Beine leider nicht mehr korrigieren (Mit Glück noch bei Fohlen, aber bei bereits ausgewachsenen Pferden- keine Chance). Ich hatte mal eine Stute die stark Zeheneng stand - ich kann aus Erfahrung sagen sowas bringt nur Probleme mit sich. Man kann Fehlstellungen maximal versuchen so zu erhalten wie sie sind und versuchen eine Verschlimmerung zu vermeiden. (Spezielle Hufbearbeitung oder spezialbeschläge, regelmäßige Behandlungen durch TA und Oste, gezielte gymnastizierung usw. - solche Pferde werden schnell teuer.)

Dass das Pferd sehr günstig angeboten wird, hat seinen Grund...... Gerade wenn das Tier im Sport laufen soll und hohen Belastungen ausgesetzt wird, hast du ein hohes Risiko dass sich der Stellungsfehler schnell bemerkbar macht (Das kann von beschleunigtem Verschleiß, über Rücken und Lahmheitsprobleme wegen Überlastung usw. gehen.). Auch die Gänge werden bei so einem Pferd niemals so sein, wie bei einem Pferd mit geraden Beinen.

Bei so einem Pferd ist das Glücksspiel......entweder es geht gut, es kann aber auch von heute auf morgen vorbei sein - Probleme müssen nicht immer sofort auftreten - Langzeitschäden.

Wenn du dieses Pferd tatsächlich kaufen willst, dann solltest du über deinen TA vorab klären wie schlimm der Stellungsfehler ist und lasse dir wenn möglich eine Entwicklungstendenz geben.

Antwort
von LyciaKarma, 52

Ich würde dir zu einer großen AKU raten, ebenso solltest du einen Hufmenschen deines Vertrauens hinzuziehen. Am Besten auch noch deinen Trainer - dann solltest du eine recht gute Prognose bekommen können. 

Kommentar von Holsteinaar ,

Falls ich In kaufe sollte werde ich ihn auch komplett durchröntgen lassen. Natürlich werde ich mich beraten. Aber Erfahrungen von anderen Besitzern finde ich ebenso aufschlüssig :) die befasensich tagtäglich mit ihrem Pferd

Kommentar von LyciaKarma ,

Ein Stellungsfehler kann leider alles Mögliche sein.  

Kann von den Hufen kommen, aus dem Rücken, und und und. Deswegen ist es schwierig, wenn du mit unseren Erfahrungen arbeiten willst - das ist von Pferd zu Pferd unterschiedlich.  

Bitte nicht nur Röntgen, denn da sieht man evtl noch(!) gar nichts, sondern eben auch von allen Seiten checken lassen, was das genau für ein Stellungsfehler ist und wo der herkommt. 

Kommentar von Holsteinaar ,

Ich mache natürlich eine große AKU. :) ich wollte nur damit andeuten dass ich ihn auf Grund dessen röntgen lassen werde. Klar heißt es nicht, dass man dort etwas sehen kann. Aber natürlich kann man auch Knochenveränderungen sehen, die nach 2 Jahren schon auftreten können. Vorallem dient es dazu, dass man einen Vergleich hat, sollte mal Probleme auftreten. Man kann dann ja nochvollziehen inwiefern es sich vielleicht durch Belastung verschlimmert hat.

Natürlich kann man damit nicht nur Arbeiten, aber man kann andere Eindrücke erfassen. Bei ihm ist es genetisch und wurde denke ich nicht ausreichend korrigiert. Er ist erst 2

Kommentar von LyciaKarma ,

Falls es nicht vom Skelett kommt, also von den Hufen, den Sehnen oder sonst was, kann man sehr viel im Nachhinein noch machen. 

Ich denke, wenn du gute Fachleute mitnimmst, sollte da schon was zu machen sein - zumindest dass du rauskriegst, ob das Pferd eine reiterliche Zukunft hat oder eher nicht. 

Kommentar von Holsteinaar ,

Danke für deine Antwort

Antwort
von Tangstedt, 46

Ein Stellungsfehler hat immer Auswirkungen auf die Knochen und die Muskulatur des Pferdes. Manchmal kann man Stellungsfehler durch entsprechende Hufkorrektur behutsam und langsam korrigieren.

Was heißt sehr jung?

Ich habe ein Pferd mit einem Stellungsfehler in Beritt. Er dreht ein Vorderbein nach innen. Das führt zu einem "bügelnden" Gangbild vor allem im Trab. Dieses Pferd ist leider sehr verritten und hat große Mühe, sich nach links zu stellen und zu biegen. Das kann von seinem schiefen Fuß kommen.

Der Wallach ist schon 7 Jahre alt, da kann ich die Schiefstellung nur erhalten, aber nicht mehr gerade biegen...

Röntgentechnisch ist der Wallach völlig gesund. Aber niemand kann sagen, ob sich das schiefe Bein später mit Arthrose oder einer Sehnengeschichte bemerkbar macht. Das Pferd wird später allerdings nur im Freizeitbereich eingesetzt.

Ich mache mit ihm sehr viele Übungen vor allem im Schritt, um ihm wieder Vertrauen ins Reiten zu geben, gehe viele große Bögen auf beiden Händen, versuche, seinen Rücken zu dehnen.

Antwort
von Holsteinaar, 62

* Als Ergänzung:

Mir geht es nicht darum günstig ein Pferd zu finden. Ich hatte ihn nur gesehen und mir hat er sehr zugesprochen. Absolut schicker Typ und überdurchschnittliche GGA. Habe mich dahher nur über den Preis gewundert

Antwort
von Aristella, 23

Ich rate davon ab.

Warum? Du würdest ihn gern als Sportpferd einsetzen und dann gegen körperlich einwandfreie Tiere antreten. Egal wie leicht eine Beeinträchtigung ist, sie hat IMMER Auswirkungen. Drum treten Para-Sportler auch nicht im gleichen Wettkampf mit gesunden an...

Ganz abgesehen davon, dass die Korrektur eines Stellungsfehlers leider sehr oft erst recht zu Problemen führt. Das ganze Gebäude ist auf diesen Fehler ausgerichtet, das dann gerade biegen zu wollen, gegen die gesamte Ausrichtung, ist halt sehr schwierig und bei schon ausgewachsenen Tieren fast unmöglich.

Die Stute meiner Freundin zB hatte als Fohlen eine oberflächliche Verletzung am Sprunggelenk, wirklich nix dramatisches. Durch die Verklebung des Narbengewebes, noch dazu im Wachstum, hats halt geziept und gezogen und sie hat das Bein ein wenig nach außen hingestellt, weils angenehmer war. Die KANN zb gar nicht richtig mit dem Hinterbein untertreten, weil sich ihre Gelenke so auf die Schiefe eingestellt haben. Wenn sie den Huf eine halbe Hufbreite innerhalb vom Vorderhuf hinstellt, ist sie schon gut... 

Auf solche Besonderheiten wird beim Turnier eben keine Rücksicht genommen. Das Pferd kann ein tolles Reit- und Freizeitpferd sein, aber eben kein Turnierkracher.

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