Lohnt es sich Übersetzer zu werden?

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4 Antworten

Hallo,

im Allgemeinen ist mir um den Beruf des Übersetzers nicht bange. Immerhin versucht man schon lange vergeblich einen Blechtrottel dafür zu entwickeln und das wird wohl auch noch lange so bleiben. Wenn es überhaupt je gelingen wird.

Tatsache ist aber bereits jetzt, dass der Markt schwer umkämpft ist
und die Branche mit Dumpingpreisen zu kämpfen hat. Mit den Einkünften
eines selbstständigen Übersetzers lässt sich nur schwerlich eine Familie
ernähren.

Dazu kommt, dass man dem Beruf des Übersetzers - so man geistig fit
bleibt - bis ins hohe Alter von daheim aus nachgehen kann. Somit sind
viele Übersetzerstellen auf lange Sicht belegt und der Nachwuchs bekommt nur schwer einen Fuß in die Tür.

Die besten Chancen hat man, wenn man sich eine Nische (seltene Fachgebiete) sucht und weniger verbreitete und aufstrebende Sprachen beherrscht (Chinesisch, Japanisch, Russisch, Spanisch).

:-) AstridDerPu

PS: Beim Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (

bdue.de

) sowie beim Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke (

VdÜ

) (

literaturuebersetzer.de

) findest du Informationen rund um den Beruf des Dolmetschers/Übersetzers, auch zur Ausbildung und zum Studium.

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Kommentar von IRENEBOA
20.04.2016, 18:15

Meine Erfahrungen sind da anders - als freiberufliche/r Übersetzer/in kann man sehr wohl recht gut verdienen, aber eben nur, wenn man sich spezialisiert, z. B. auf Finanzübersetzungen. (Selbst ernannte) Übersetzer, die keinerlei Spezialisierung vorweisen können und vermeintlich einfach 'alles' übersetzen können, sind das eigentliche Problem, denn sie bieten ggf. eine fragwürdige Qualität zu Dumpingpreisen an - und die Kunden sind nicht zufrieden, haben aber eben auch kein Budget mehr, um ihre Texte ordentlich überarbeiten und ggf. neu übersetzen zu lassen, was überraschend häufig passiert. Daran ist der Kunde aber teilweise auch selbst schuld, denn auch hier macht sich immer mehr die 'Geiz ist geil'-Mentalität mit der Erwartungshaltung einer kostenlosen Dienstleistung für hochspezialisierte Arbeit breit.

In Festanstellung gibt es nur noch wenige Stellen, die auch weiterhin nciht mehr aus- sonder eher abgebaut werden. Wer suchet, der findet jedoch.

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Kommentar von AstridDerPu
21.04.2016, 23:11

Schön, dass dir meine Antwort gefallen hat und danke für das Sternchen!

AstridDerPu

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Direkt *übersetzer* würde ich nicht machen, ich würde dir raten, BWL oder irgendwas, was dich interessiert zu studieren aber dennoch deine Fremdsprachenkenntnisse im Hinterkopf zu behalten, meine Muttersprache ist auch Russisch und ich werde immer genommen wenn ich Dolmetschen muss (=mehr Gehalt d:).

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Kommentar von sundayrose3
20.04.2016, 01:46

Die Sache ist,dass ich mich für BWL oder Wirtschaft nicht wirklich interessiere. Die einzige,was mir am Herz liegt sind die Fremdsprachen. Wirtschaft oder BWL würde ich nur als Nebenfach lernen.

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Ein guter Übersetzer beherrscht seine Muttersprache + eine andere oder mehrere und eine oder mehrere Fachsprachen (Wirtschaft, Jura, Technick, Medizin, ...). Sonst hat man kaum eine  Chance, sich als Übersetzer zu behaupten, um davon zu leben!.

s. www.proz.com

http://dict.leo.org

u.a.

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BWL zu studieren ist, meiner Meinung nach, nur empfehlenswert wenn du eine Leidenschaft in dem Bereich hast. Schließlich musst du gut in deinem Beruf sein und das geht am besten mit einem hohen Grad an Leidenschaft. 

Ansonsten ist das größte Problem mit BWL, dass es viel zu viele studieren und ich mir vorstellen kann, dass der Markt in ein paar Jahren übersättigt ist. 

Wenn du ein persönliches Interesse im Dolmetschen hast, würde ich Dir auf jeden Fall raten es einfach zu tun! Wie ich selbst weiß benötigt man eine sprachliche "Brücke" sowohl wirtschaftlich als auch politisch zwischen Deutschland und Russland 

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Kommentar von IRENEBOA
20.04.2016, 18:09

Das Übersetzen ist weniger eine Frage der Kontakte sondern vielmehr eine der Eignung, die durch sehr viel Fleiß gefördert und ausgebaut werden muss. Nur ca. 10 % aller Studierenden, die den Titel 'Diplomdolmetscher/in' anstreben, schaffen das auch, nicht zuletzt eben wegen der fehlenden Eignung. Das ist ähnlich wie bei Piloten - ganz viele werden die harten Tests eben nicht schaffen, was nicht bedeutet, dass sie nicht privat fliegen könnten. Das Dolmetschen in der Kabine, das Simultandolmetschen, Flüsterdolmetschen, Konferenzdolmetschen und Begleitdolmetschen sind Tätigkeiten, die mit sehr viel Eigeneinsatz dahergehen und sich nicht in drei Monaten erlernen lassen.

Beim Übersetzen wird - im Gegensatz zum Studium - eigentlich grundsätzlich in die Muttersprache übersetzt, nicht in die Fremdsprache.

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